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Anwendungsberater


Anwendungsberater Aufgaben und Gehalt
 

Was ist ein Anwendungsberater?

Ein Anwendungsberater ist ein Dienstleister, der als IT-Spezialist Organisationen jeglicher Art über die Einsatzmöglichkeiten von Computersystemen, Kommunikationsnetzen und Softwareprogrammen informiert und individuelle informationstechnische (IT-)Lösungen neu entwickelt oder in bestehenden Systemen implementiert. Zu den Kunden, die seine Beratungsleistungen in Anspruch nehmen, zählen Industrie- und Handelsunternehmen ebenso wie Gewerbebetriebe oder auch Verwaltungseinrichtungen. Bei jedem dieser sehr unterschiedlichen Auftraggeber hat er jeweils spezifische Anforderungen zu berücksichtigen.

Bei produzierenden und verarbeitenden Betrieben steht für den Anwendungsberater oft die Digitalisierung des Workflows durch Automatisierung und Vernetzung technischer Einrichtungen untereinander sowie mit administrativen Bereichen im Vordergrund. Für gewerbliche Anbieter kann die Dienstleistung des Anwendungsberaters beim Aufbau von Webseiten und Online-Shops – auch mithilfe von künstlicher Intelligenz, KI, beim Einsatz von Chatbots – interessant sein. Handelsorganisationen können die Beratungsleistung bei der Einführung oder Gestaltung eines Warenwirtschafts- oder eines Lagermanagementsystems nutzen, aber auch bei der Auswahl und dem Aufsetzen von HR- (Human Resources), Buchhaltungs- oder Controlling-Software. Weitere Themenschwerpunkte bei der Arbeit des Anwendungsberaters sind, unabhängig von Wirtschaftszweig, Branche und Unternehmensgröße, die Einrichtung von Kommunikationsnetzwerken sowie die Gestaltung von barrierefreien, systemübergreifend kompatiblen (Office-)Anwendungsprogrammen. Immer wichtiger werden zudem die Bereiche Datenmanagement und Datensicherheit sowie insbesondere auch die Cybersecurity. Themen sind hier einerseits die internen Zugriffsrechte und -beschränkungen, andererseits die Umsetzung von Rechtsgrundlagen wie der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und der Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO).

Der Fokus des Anwendungsberaters liegt auf der Analyse der bestehenden organisationsinternen IT-Systeme und -Prozesse sowie deren Aktualisierung, Weiterentwicklung bzw. Erweiterung und auch Absicherung. Sein Ziel ist dabei, die zahlreichen digitalisierten Prozesse – oft handelt es sich dabei um administrative oder technische Routinevorgänge – möglichst effizient und wirtschaftlich zu gestalten. Vorrangig ist dabei, Systembrüche – etwa zwischen nicht kompatiblen IT-Strukturen oder zwischen der physischen und der digitalen Welt – zu eliminieren und die Kommunikation zwischen den Systembestandteilen zu verbessern. Dadurch lassen sich Bearbeitungsschritte beschleunigen und Durchlaufzeiten vermindern. Darüber hinaus hat der Anwendungsberater ergonomische Aspekte bei Mensch-Maschine-Schnittstellen zu beachten und insbesondere Vorkehrungen für ein sicheres Datenmanagement zu treffen sowie Schutz vor Cyberattacken zu gewährleisten.


Welche Aufgaben hat ein Anwendungsberater?

Ein Anwendungsberater hat vorrangig die Aufgabe, auf die Anforderungen der Kundschaft abgestimmte IT-Lösungen vorzuschlagen, deren Vorzüge und Nachteile darzulegen und zu diskutieren sowie mit den Kunden zusammen eine Auswahl zu treffen. Die aus Anwendersicht geeigneten Elemente – Computersysteme, Netzwerke und Software-Programme – hat er dann als IT-Spezialist zusammenzustellen, zu implementieren und betriebsfähig zu übergeben.

In engem Austausch mit den Auftraggebern analysiert der Anwendungsberater dafür zunächst die betrieblichen Prozesse und stellt einen Anforderungskatalog bzw. ein Pflichtenheft auf. Auf dieser Basis führt er Bedarfs- und Machbarkeitsanalysen durch und bewertet, welche IT-Lösung sich am besten für die jeweilige Aufgabenstellung eignet. Berücksichtigt werden dabei nicht nur technische Aspekte, sondern auch Faktoren wie Wirtschaftlichkeit, Datensicherheit, Ergonomie und Nachhaltigkeit. Diese Überlegungen bilden die Grundlage für einen Kostenvoranschlag bzw. für ein Angebot, das er dem Kunden unterbreiten kann.

Auf die theoretischen vorbereitenden Arbeiten im Büro und am Computer sowie vor Ort beim Interessenten folgt dann oft der praktische Teil beim Auftraggeber. Der Anwendungsberater wählt die nötigen Hard- und Software-Komponenten aus und installiert sie. Er verbindet die Systembestandteile miteinander, programmiert sie und überprüft deren Kompatibilität. Das fertige System testet er, um Fehlfunktionen und Störungen aufzudecken und zu beseitigen. Kann er die gewünschten Funktionalitäten gewährleisten und hat er alle Arbeiten dokumentiert, übergibt er das System an den Auftraggeber und weist die Nutzer darin ein. Zudem arbeitet der Anwendungsberater Schulungen aus und führt sie durch, um die Anwender mit den technischen Neuerungen vertraut zu machen.

Im laufenden Betrieb betreut der Anwendungsberater die installierten Komponenten, wartet sie, übernimmt den Support, identifiziert Fehler und behebt sie. Im Bereich der Datensicherheit und als Schutz vor Cyberangriffen installiert und aktualisiert er Schutzsoftware, virtuelle Netze und Firewalls und vergibt Zugriffsrechte. Zudem ermittelt er bei bestehenden IT-Systemen Schnittstellenprobleme und sorgt für deren Beseitigung.

Die typischen Aufgaben eines Anwendungsberaters lassen sich so zusammenfassen:

  • Kunden beraten, Kundenanforderungen analysieren;
  • Anforderungskataloge und Pflichtenhefte erstellen;
  • kundenspezifische IT-Lösungen entwickeln;
  • Computersysteme und Netzwerke konzipieren, planen, installieren, programmieren und testen;
  • bestehende Anwendungen und Systeme anpassen und erweitern;
  • anwendungsgerechte und ergonomische Bedienoberflächen entwickeln;
  • IT-Sicherheitsmaßnahmen planen und realisieren;
  • technische Unterlagen benutzergerecht aufbereiten;
  • Anwender beraten und schulen;
  • Supportleistungen für Nutzer erbringen;
  • IT-Systeme warten und Fehler beheben.

Welche Kompetenzen braucht ein Anwendungsberater?

Ein Anwendungsberater ist ein IT-Spezialist im Kundenkontakt, der Problemlösungen verkaufen soll. Er benötigt also vertieftes Wissen im Bereich Informationstechnik, muss sozial kompetent sein und außerdem betriebswirtschaftlich denken können.

Zu seinen Kompetenzen auf dem Gebiet der IT gehört der Überblick über die Soft- und Hardware-Komponenten und -Systeme, die auf dem Markt angeboten werden. Er muss wissen, welche Versionen verfügbar und welche Elemente kompatibel sind. Darüber hinaus muss er abschätzen können, in welchem Lebenszyklus sie sich befinden bzw. wie lange die Programme, Systeme oder Geräte von Herstellerseite noch weiterentwickelt oder unterstützt werden. Hier ist auch Kreativität gefragt, um neuartige IT-Lösungen zu entwickeln und zu realisieren. Zudem sollte ein Anwendungsberater die marktüblichen Preise kennen und wissen, welche Anbieter in welchem Qualitäts- und Preissegment auftreten. Hier ist der Übergang zu den wirtschaftlichen Aspekten fließend.

Für die praktische Umsetzung braucht der Anwendungsberater technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen, um beispielsweise technische Zeichnungen oder auch Herstellerinformationen bei der Installation von Netzwerken und der Aufstellung von Peripheriegeräten umzusetzen. Aber auch Geschicklichkeit und handwerkliche Fähigkeiten sind gefragt, wenn Hardware-Komponenten installiert und miteinander physisch verbunden oder Geräte aufgestellt werden müssen. Fingerfertigkeit ist hilfreich bei der Bedienung der Computertastatur, Feingefühl bei der Steuerung des Cursors mit der Maus. Bei der Suche nach (Programm-)Fehlern in laufenden Systemen oder beim Datenschutz bzw. bei der Abwehr von Cyberattacken sind Ausdauer und Durchhaltevermögen angesagt. Da außerdem häufig vertrauliche Daten verarbeitet werden, sind Zuverlässigkeit und Seriosität ein absolutes Muss.

Im Kundenkontakt sind für den Anwendungsberater ein seriöses Auftreten, hohe Kundenorientierung und Servicefreundlichkeit sowie eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit wichtig. Einerseits muss er aktiv zuhören können, um die betrieblichen Belange und Erfordernisse zu verstehen und die Anforderungen der Kundschaft einordnen zu können. Andererseits sind sprachliche Qualitäten wie ein gutes mündliche Ausdrucksvermögen essenziell, um Anwendern auch komplexe technische Sachverhalte sowie Vor- und Nachteile von IT-Lösungen anschaulich und vereinfacht darzustellen. Zudem erleichtern sie die Einweisung der Nutzer an den neuen Systemen und die Durchführung von Schulungen.

Betriebswirtschaftliche Aspekte hat der Anwendungsberater sowohl bei der Auswahl und Vorstellung seiner Lösungen als auch beim Erarbeiten seines Angebots zu beachten. Hier stehen einerseits die Wirtschaftlichkeit und Effizienz für den Kunden im Fokus, anderseits aber auch die eigenen Interessen als Dienstleister an der Auftragserteilung und der Gewinnerzielung.

Die Kompetenzen, die ein Anwendungsberater benötigt, lassen sich so auflisten:

  • strukturierte logische und analytische Denkweise;
  • technisches Verständnis;
  • Marktkenntnis im Bereich IT;
  • räumliches Vorstellungsvermögen;
  • Kunden- und Serviceorientierung;
  • Problemlösungskompetenz und Kreativität;
  • gute kommunikative Fähigkeiten;
  • genaue, sorgfältige und selbstständige Arbeitsweise;
  • betriebswirtschaftliches Wissen;
  • Seriosität;
  • handwerkliches Geschick und Fingerfertigkeit.

Wie wird man Anwendungsberater?

Die Berufsbezeichnung „Anwendungsberater“ ist nicht geschützt und wird nicht mit dem Abschluss einer klassischen dualen Berufsausbildung, einer Berufsfachschulausbildung, einer anerkannten Weiterbildung oder eines Studiums vergeben. Es handelt sich vielmehr um eine Tätigkeitsbezeichnung oder Stellenbeschreibung; der Zugang zu dieser Position ist nicht gesetzlich geregelt. Sowohl eine Ausbildung samt anschließender Aufstiegsweiterbildung als auch ein Studium können als Basis dienen.

  • Ausbildung: Eine gute Ausgangsposition ist eine Ausbildung in einem anerkannten Beruf der Informationstechnik oder der Elektronik. Hier gibt es eine Reihe von schulischen und dualen Berufsausbildungen – von der zweijährigen Berufsfachschulausbildung zum „Elektrotechnischen Assistent“ oder zum „Assistent Informatik“ über dreijährige duale Ausbildungen etwa zum „Fachinformatiker“ bis hin zu dreieinhalbjährigen Ausbildungen zum Elektroniker. In den meisten Ausbildungsberufen werden dabei mehrere unterschiedliche Schwerpunkte und weitere Spezialisierungen angeboten.

Eine doppelt qualifizierende Ausbildung im technischen Bereich kann dabei den Weg zum Anwendungsberater abkürzen: Parallel zum Abschluss als „Fachinformatiker Anwendungsentwicklung“ oder „Fachinformatiker Systemintegration“ kann der Abschluss „Fachberater Softwaretechniken“ bzw. „Fachberater Integrierte Systeme“ erworben werden. Voraussetzung dafür ist allerdings die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife bzw. die Fachhochschulreife.

Aber auch der kaufmännische Bereich bietet Zugang zum Beruf des Anwendungsberaters. Auch hier gibt es zweijährige Berufsfachschulausbildungen wie die zum „Kaufmännischen Assistenten“ mit verschiedenen Schwerpunkten wie Informationsverarbeitung oder Betriebsinformatik und dreijährige duale Ausbildungen zum Kaufmann mit Spezialisierungen wie beispielsweise Digitalisierungs- oder IT-Systemmanagement.

  • Aufstiegsweiterbildungen: Nach dem Ausbildungsabschluss und in der Regel zwei Jahren Berufspraxis können weitere Qualifizierungen den Einstieg in das Berufsfeld „Anwendungsberater“ bieten. Auch hier gibt es sowohl technische als auch kaufmännische Weiterbildungen. Der Bogen spannt sich von Berufsspezialisten mit verschiedenen Ausrichtungen – besonders interessant ist hier der IT-Berater – über die EDV-Fachkraft, den IT-Fachwirt und den Technischen Betriebswirt bis zum Spezialist Industrie 4.0 oder Prozessmanager.

Ein großes Feld eröffnet sich bei den Techniker-Ausbildungen mit rund 80 branchenspezifischen Spezialisierungen. Auch ein Meisterbrief, zum Beispiel als Industriemeister, kann als Ausgangspunkt für die Position des Anwendungsberaters dienen.

  • Studium: Ein Studium ist nicht notwendig, um als Anwendungsberater tätig zu werden, aber oft hilfreich. Voraussetzung für ein Hochschulstudium ist die Fachhochschulreife, das (Fach-)Abitur oder auch der Meisterbrief. Bevorzugte Studiengänge sind die im Bereich Informationstechnik: Informatik, Computer Science, Technische Informatik, Software Engineering, IT-Management oder auch Informations- und Kommunikationstechnik. Als Einstiegsfächer mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund haben sich die Wirtschaftsinformatik und das Wirtschaftsingenieurwesen etabliert. Der Abschluss als Bachelor kann nach einer Regelstudienzeit von sechs bis sieben Semester erreicht werden, der als Master nach weiteren zwei bis vier Semestern.

Wie viel verdient ein Anwendungsberater?

Wie viel ein Anwendungsberater verdient, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Zu diesen zählen unter anderem die Größe des Unternehmens, für das er tätig ist, deren Bekanntheitsgrad bzw. Renommee und Standort. Meist handelt es sich dabei um einen externen Dienstleister, also eine Beraterfirma, die im Auftrag eines Produktionsbetriebs, einer Handelsorganisation oder einer Verwaltungseinheit die IT-Situation vor Ort überprüft, analysiert und bewertet. Aber auch privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen aus den Branchen Industrie, Finanzdienstleistung, Versicherung, Logistik und Versandhandel oder der öffentliche Dienst stellen Anwendungsberater ein. Von erheblicher Bedeutung sind dabei insbesondere persönliche Aspekte wie Werdegang und Berufserfahrung, aber auch jeweils spezifische Branchenkenntnisse.

Die Verdienstmöglichkeiten in der IT-Branche und speziell in der Beratung sind generell überdurchschnittlich gut. Dabei hat das Niveau der Qualifikation maßgeblichen Einfluss auf das Gehalt eines Anwendungsberaters – aber auch die Berufserfahrung und das (Dienst-)Alter. Gerade die beiden letzten Punkte sind wichtig bei einer Eingruppierung in Unternehmen, die tarifvertraglich gebunden sind.

Ein Anwendungsberater liegt mit seinem monatlichen Bruttoeinkommen oft über der von der Bundesagentur für Arbeit genannten tariflichen Grundvergütung von knapp 3.500 Euro bis gut 4.000 Euro für einen Fachberater. Die Spanne, die im Entgeltatlas für einen solchen Spezialisten im Bereich „Softwaretechnik“ genannt wird, reicht von gut 3.500 Euro als Einstiegsgehalt bis zu mehr als 5.800 Euro für erfahrenere Kräfte. Das deutschlandweite Durchschnittsgehalt wird mit ca. 4.450 Euro Monatsbrutto angegeben. Im Bereich „Integrierte Systeme“ erzielen Fachberater sogar noch höhere Einkommen: Einsteiger beginnen mit gut 3.600 Euro im Monat und steigern sich schnell auf 3.900 Euro. Im Laufe des Arbeitslebens können 6.500 Euro und mehr als monatliches Brutto erreicht werden. Der Median für das Brutto-Monatseinkommen liegt bei knapp 5.000 Euro – wobei Frauen durchschnittlich bis zur Altersgruppe 55+ sogar ein klein wenig mehr verdienen als Männer.

Wer als Anwendungsberater anstatt einer technischen oder kaufmännischen Ausbildung und einer zusätzlichen Aufstiegsweiterbildung ein Studium absolviert und einen Bachelor- oder Mastertitel in Informatik oder verwandten Studiengängen erlangt hat, kann dabei als IT-Berater mit noch höheren Einkommen rechnen. Als beispielhafte tarifliche monatliche Bruttogrundvergütung nennt das Berufenet der Bundesagentur für Arbeit rund 4.160 Euro bis ca. 4.840 Euro. Als Verdienstspanne gibt der Entgeltatlas Werte zwischen gut 4.300 Euro und mehr als 7.200 Euro an – bei einem Durchschnittswert von etwas über 5.700 Euro als Monatsbrutto.

Die Verteilung der Gehälter in Deutschland weist dabei kein deutliches Muster auf. Generell liegen wirtschaftlich starke Standorte wie Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und auch Nordrhein-Westfalen mit 5.000 Euro bis 5.400 Euro über dem Durchschnitt. Länder wie das Saarland, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen, aber auch Brandenburg bilden mit monatlichen Bruttoentgelten von 4.400 Euro bis 4.700 Euro das Mittelfeld. In Schleswig-Holstein, Sachsen und Sachsen-Anhalt werden Werte zwischen 4.000 Euro und gut 4.300 Euro erreicht, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen scheitern knapp an der 4.000-Euro-Grenze.

Andere Gehaltsportale zeigen als Trend ein Gehaltsgefälle in Deutschland auf worauf die Daten der Bundesagentur für Arbeit nicht schließen lassen. So sind die Einkommen im Süden der Republik – Baden-Württemberg, Bayern, Hessen – höher als im Westen, also in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Der Norden mit Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie das Saarland als „Ausreißer“ folgen. Die östlichen Flächenländer hingegen liegen allesamt darunter.


Weiterbildung für Anwendungsberater

Kaum eine andere Branche ist so schnelllebig wie die EDV (Elektronische Datenverarbeitung) bzw. die IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie). Hard- und Software-Komponenten werden permanent weiterentwickelt oder entstehen neu, ebenso wie Programmiersprachen. Speicher- und Verarbeitungskapazitäten nehmen schnell zu, Zugriffs- und Datentransferzeiten ab. Immer neue Updates und Versionen von Betriebssystemen und Programmen folgen in raschem Wechsel aufeinander. Netzwerke werden virtuell, Geräte, Maschinen und Anlagen „smart“. Kommunikationsplattformen und Online-Shops gehören mittlerweile zur Standardausstattung in den Bereichen Marketing und Vertrieb der unterschiedlichsten Organisationen, insbesondere im Handel und im produzierenden Gewerbe. Die künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant und ermöglicht Systeme von Chatbots über Industrie- und Serviceroboter bis hin zu autonomen, sich selbst steuernden Transportsystemen. Die Gefahr durch Cyberattacken nimmt drastisch zu – dabei werden immer höhere Anforderungen an die Datensicherheit gefordert. Ein Anwendungsberater muss hier den Überblick bewahren und Trends erkennen, um seiner Funktion gerecht zu werden und seiner Aufgabe – bei Bedarf auch branchenspezifisch – nachkommen zu können. Neuere Themen sind hier zum Beispiel Big Data, Cloud Computing oder auch Blockchain-Anwendungen.

Hier setzen Anpassungsweiterbildungen an. Typische Bereiche sind Software-, Datenbank- und Webentwicklung sowie Programmierung und Software-Qualitätssicherung. Im Anwendungsbereich bzw. Kundenkontakt sind IT-Support, IT-Infrastruktur- und Service-Management oder auch IT-Sicherheit und Datenschutz wichtige Themenfelder. Übergreifend bieten sich Fortbildungen zum IT-Projektmanagement an – aber auch solche zur Stärkung der Soft Skills im Umgang mit Kunden. Vermittelt werden sollten hier neben Problemlösungskompetenzen und Kreativitätstechniken insbesondere Gesprächsführung, Konfliktmanagement oder auch Präsentationstechniken.

Wer als Fachberater tätig ist, kann zudem auch eine Aufstiegsweiterbildung absolvieren, um sich fachlich höher zu qualifizieren und seine Kenntnisse und Fähigkeiten zu erweitern. Infrage kommen hier je nach technischer oder kaufmännischer Ausrichtung Fortbildungen zum Fach- oder Betriebswirt, zum Berufsspezialisten oder Techniker. Die Spezialisierungen reichen von der Softwareentwicklung und der Systemintegration über die Datenanalyse und die Informationssicherheit bis hin zur IT-Beratung.

Ein Studium ist möglich, wenn eine fachgebundene oder die allgemeine Hochschulreife nachgewiesen werden kann. Typische technische Studienfächer sind Informatik, Computer Science, Technische Informatik, Softwaretechnik oder Software Engineering – und mittlerweile auch künstliche Intelligenz. Einen höheren betriebswirtschaftlichen Anteil bieten Fächer wie Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen. Zudem gibt es Spezialisierungen etwa in Richtung Verwaltungsinformatik, Medizinische Informatik oder Umweltinformatik.

Auch eine Existenzgründung kann für Anwendungsberater interessant sein. Sie können sich als Anbieter für IT-Dienstleistungen selbstständig machen oder freiberuflich tätig werden.

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