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Das Know-How.

Seminare, Schulungen, Ausbildungen und Trainings

Aufbereitungsmechaniker – Ausbildung


Ein Aufbereitungsmechaniker sorgt dafür, dass aus Bodenschätzen oder Recyclingmaterialien wirtschaftlich nutzbare Güter werden. Je nach Fachrichtung begleitet er die Gewinnung von Grundstoffen wie Stein, Kies, Sand, Ton oder Kohle oder das Recycling etwa von Baustoffen sowie deren Umwandlung zu Materialien, die in der Industrie verwendet werden können.

Bildungsweg
Bildungsweg:
Duale Ausbildung
Empfohlener Abschluss
Empfohlener Abschluss:
Hauptschulabschluss oder mittlerer Bildungsabschluss
Ausbildungsdauer
Ausbildungsdauer:
3 Jahre
Ausbildungsvergütung
Ausbildungsvergütung:
zwischen ca. 670 und ca. 1.170 Euro Monatsbrutto im 1. Ausbildungsjahr

Was macht ein Aufbereitungsmechaniker?

Ein Aufbereitungsmechaniker ist ein Veredler: Er macht aus natürlich vorkommenden Rohstoffen oder auch aus Recyclingmaterialien Grundstoffe für die Industrie. Zu den Rohstoffen gehören Natursteine wie Kalk, Gips, Basalt, Schiefer oder Granit, Kiese und Sande, Ton oder Lehm sowie – bis zum Jahr 2038 – auch noch Braunkohle, denn Steinkohle wird in Deutschland seit dem 01.01.2019 nicht mehr gefördert und also auch nicht mehr aufbereitet. Unter die Recyclingmaterialien fallen Bauschutt wie Beton, Stein und Keramik, aber auch Asphalt, Kunststoffe und Restholz sowie Metall- und Elektroschrott.

Da die verschiedenen Materialien aus unterschiedlichen Quellen stammen und jeweils spezielle technische Verfahren der Gewinnung und Aufbereitung angewendet werden, ist der Ausbildungsberuf des Aufbereitungsmechanikers prinzipiell in fünf bzw. sechs Fachrichtungen unterteilt. Nach dem zweiten Lehrjahr erfolgt die Spezialisierung in Richtung Naturstein, Sand und Kies, feuerfeste und keramische Rohstoffe oder Zerkleinerung sowie in die Fachrichtungen Braunkohle und Steinkohle. Im Bereich „Kohle“ wurden in den letzten Jahren aber keine Ausbildungsverträge mehr abgeschlossen; dieses Berufsbild ist ein Auslaufmodell und wird daher hier nicht weiter berücksichtigt.

Die Arbeit des Aufbereitungsmechanikers beginnt in der Regel mit der Gewinnung, also insbesondere dem Abbau, der Bodenschätze. Natursteine werden durch Bohrungen und Sprengungen oder durch Brechen in Steinbrüchen, seltener auch unter Tage in Bergwerken gewonnen. Kiese und Sande werden in der Regel im Nassabbau in Baggerseen oder im Trockenabbau in Kies- und Sandgruben abgebaggert. In trockenen Gruben werden auch Tonmineralien – Lehme – als Grundstoffe für die Keramik-Herstellung abgebaut. Recyclingmaterial wird in der Regel nach Stoffen getrennt zur Aufbereitung angeliefert und bereitgestellt.

Nach der Gewinnung der Materialien ist der Aufbereitungsmechaniker zuständig für deren Transport, Zerkleinerung, Säuberung und Trennung. Beim Transport setzt er Großgeräte wie Bagger, Schaufellader oder Förderbänder ein. Das Zerkleinern erfolgt meist in Brechern oder Mühlen; aus Natursteinen entstehen so zum Beispiel Schotter oder Splitt. Nachgeschaltet sind automatische Siebe und Waschanlagen, um die Materialien in bestimmte Korngrößen aufzutrennen – zu klassieren –, Verunreinigungen zu entfernen und die gewünschte Sauberkeit zu erreichen. Diese Schritte werden auch bei der Wiederaufbereitung von Bauschutt oder Asphalt durchgeführt. Bei anderen Recyclingmaterialien wie Kunststoffen oder Holz arbeitet der Aufbereitungsmechaniker in der Regel mit etwas kleineren und leistungsschwächeren Fahrzeugen und Anlagen. Bis zu diesem Punkt überwiegt die Arbeit im Freien.

Ein Aufbereitungsmechaniker dokumentiert die erzeugten Mengen und lagert die Produkte fachgerecht. Um die Qualität der aufbereiteten Materialien zu sichern, nimmt er Proben und analysiert sie im Labor. Er dokumentiert die Ergebnisse, da sie die Grundlage für weitere Verarbeitungsschritte wie Trocknen, Mahlen oder Mischen sind und die Nutzungsmöglichkeiten in der Industrie bedingen. Bei Bedarf stellt er die Handelsgüter auch für den Weitertransport bereit oder verlädt sie fachgerecht auf Transportfahrzeuge.

Als Mechaniker im Bereich Aufbereitung ist er auch zuständig für die Wartung und Instandhaltung der eingesetzten Maschinen und Anlagen. Er ermittelt die Ursachen technischer Störungen und sorgt für deren Behebung.

Zu den Tätigkeiten, die ein Aufbereitungsmechaniker durchführt, gehören damit unter anderem:

  • Abbau bzw. Gewinnung von Bodenschätzen durch Bohren, Sprengen, Baggern oder Brechen;
  • Bedienen von Großgeräten wie Förderanlagen, Brechern, Sieb- und Waschanlagen sowie Baumaschinen;
  • Transportieren, Zerkleinern, Trennen, Mischen, Trocknen der gewonnenen Materialien;
  • sachgerechtes Lagern und Verladen der Erzeugnisse;
  • Wartung und Instandhaltung der eingesetzten Geräte;
  • Probennahme und Qualitätssicherung;
  • Dokumentation der Arbeiten.

Für wen ist die Aufbereitungsmechaniker-Ausbildung geeignet?

Wer von großen, leistungsstarken und oft lauten Fahrzeugen und Maschinen fasziniert ist und diese selbst beherrschen möchte, kann sich für den Beruf des Aufbereitungsmechanikers begeistern. Außerdem sollte er die Arbeit im Freien mögen, sich gerne auch körperlich einsetzen und lieber einen Vorschlaghammer oder einen 32er-Maulschlüssel in die Hand nehmen als ein Uhrmacherwerkzeug.

Der Begriff „Mechaniker“ in der Berufsbezeichnung deutet darauf hin, dass technisches Verständnis und handwerkliche Fähigkeiten wichtige Voraussetzungen für die Ausübung dieses Berufs sind. Schließlich werden beim Abbau, dem Transport und der Verarbeitung der verschiedenen Bodenschätze verschiedenste Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge eingesetzt. Typisch sind beispielsweise Bagger oder Rad- und Schaufellader jeder Größe. Förder- und Transportbänder können, so wie im Braunkohletagebau oder zum Teil auch in Kiesgruben, Strecken von mehreren Hundert Metern Länge vom Abbauort bis zur Aufbereitungsanlage überbrücken. Brecher und Mühlen zerkleinern das Grobmaterial, ob Stein, Ton, Asphalt oder Bauschutt. In Waschanlagen werden Fremdbestandteile ausgesondert und Verunreinigungen entfernt. Sortieranlagen wie mehrstufige Rüttelsiebe, aber auch Flottiereinrichtungen oder Druckluftanlagen sorgen für eine Auftrennung nach Korngrößen oder Materialdichte. Viele dieser Anlagen laufen automatisch – der Aufbereitungsmechaniker muss die technischen Zusammenhänge überblicken und sowohl das Know-how als auch das Geschick haben, um diese Maschinen zu bedienen, zu warten, kleinere Störungen zu beheben und bei Bedarf auch Reparaturen ausführen zu können.

Zudem benötigt der Aufbereitungsmechaniker Kenntnisse über die Rohstoffe bzw. das Material, dass er veredelt und für die weitere Verwendung vorbereitet. Chemie und Geologie bzw. Mineralogie sind die naturwissenschaftlichen Grundlagen – und physikalische Kenntnisse werden verlangt, um die Wirkungsweise der Zerkleinerungs-, Wasch- und Sortieranlagen zu verstehen. Chemisches Wissen wird auch benötigt, um die Qualitätsprüfungen durchzuführen, Mischungen der erzeugten Grundstoffe für die industriellen Anwendungen herzustellen oder auch, beim Recycling, potenzielle Schad- und Gefahrstoffe erkennen und entsprechend behandeln zu können.

Zusammenfassen lassen sich die Tätigkeiten des Aufbereitungsmechanikers zu diesen Arbeitsschwerpunkten:

  • Konkrete praktische Tätigkeiten überwiegen. Im Vordergrund stehen das Fördern und Transportieren der Grundstoffe, um diese anschließend zu zerkleinern, zu reinigen, zu sortieren und zu lagern. Außerdem hat der Aufbereitungsmechaniker für einen störungsfreien Betriebsablauf der oft vollmechanisierten, automatischen Maschinen und Anlagen zu sorgen und Wartungs-, Reparatur und Instandhaltungsarbeiten durchzuführen.
  • Organisatorisch-prüfende Tätigkeiten fallen an bei Kontrolle von Anzeige- und Messinstrumenten bei der Anlagensteuerung oder der Qualitätsprüfung der erzeugten Güter.
  • Theoretisch-abstrakte Tätigkeiten betreffen beispielsweise die Organisation der Arbeitsabläufe und die Dokumentation der Arbeiten.

Zu den physischen Voraussetzungen für die Arbeit als Aufbereitungsmechaniker gehört eine robuste Konstitution, um körperlich anspruchsvollere Arbeiten im Freien erledigen und dabei auch Belastungen durch Staub, Lärm und Vibrationen aushalten zu können. Das Hörvermögen sollte nicht eingeschränkt sein, um auch in lauter Arbeitsumgebung auf Hinweise und Warnrufe reagieren oder Maschinen wahrnehmen zu können. Außerdem sollte die Fähigkeit zum Führen von (großen) Fahrzeugen oder Maschinen nicht eingeschränkt sein.

Da ein Aufbereitungsmechaniker immer Teil eines Teams ist, ist auch das Sozialverhalten wichtig. Er muss Anweisungen entgegennehmen und verantwortungsbewusst und selbstständig umsetzen können. Dabei hat er Absprachen zu treffen und verlässlich einzuhalten. Sorgfalt und Umsicht sind wichtig beim Führen von schwerem Gerät – aber auch bei Arbeiten im Labor.

Zu den berufsspezifischen Voraussetzungen für die Arbeit als Aufbereitungsmechaniker gehören damit unter anderem:

  • technisches Verständnis;
  • handwerkliches Geschick;
  • robuste körperliche Konstitution;
  • Kenntnisse in Naturwissenschaften wie Physik, Chemie, Geologie und Mineralogie;
  • Wissen über Materialen und Werkstoffe, insbesondere Gefahrstoffe;
  • selbstständige und verantwortungsbewusste Arbeitsweise;
  • Teamfähigkeit.

Die Ausbildung zum Aufbereitungsmechaniker kann aus rechtlicher Sicht auch ohne einen Schulabschluss angetreten werden. In der Praxis stellen Betriebe aber überwiegend Ausbildungsinteressierte mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Schulabschluss ein. Im Jahr 2023 gab es gemäß Datensystem Auszubildende (DAZUBI) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) insgesamt 39 Ausbildungsanfänger, wobei in den Fachrichtungen Braun- und Steinkohle gar keine Ausbildungsplätze mehr vergeben wurden. Einen Hauptschulabschluss konnten 14 der Azubis vorweisen, einen mittleren Schulabschluss 20. 2 begannen die Ausbildung mit der Hochschulreife und bei 3 weiteren – in der Fachrichtung Feuerfeste/keramische Rohstoffe – liegen keine Daten vor.

Wie läuft die Ausbildung zum Aufbereitungsmechaniker ab?

Die Ausbildung zum Aufbereitungsmechaniker dauert drei Jahre und läuft als anerkannter dualer Ausbildungsberuf in der Industrie im ausbildenden Betrieb und in der Berufsschule ab. Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahrs gibt es eine Zwischenprüfung, in der der bisherige Kenntnisstand zu den für alle Fachrichtungen grundlegenden Ausbildungsinhalten abgefragt wird. Nach dem dritten Lehrjahr folgt die Gesellenprüfung mit Schwerpunkt auf der gewählten Fachrichtung, mit deren Bestehen die Ausbildung beendet ist.

Für die Ausbildung im Betrieb fallen für einen Azubi keine Kosten an. Oft stellt der Ausbildungsbetreib darüber hinaus auch die Berufskleidung; bei der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) die aus Sicherheitsschuhen, Helm, Gehörschutz, Handschuhen und, je nach Arbeit, anderen Bestandteilen besteht, ist er dazu sogar verpflichtet. In der Berufsschule benötigte Lernmittel sowie Aufwendungen für die Fahrten zu unternehmensübergreifenden Kursen oder zu Schwerpunktberufsschulen samt auswärtiger Unterbringung, falls diese notwendig werden sollte, übernimmt oft ebenfalls der Arbeitgeber. Wer umziehen muss, um die Ausbildung antreten zu können, kann eine Förderung im Rahmen der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen.

Die schulische Ausbildung erfolgt in der Berufsschule während normaler Schulzeiten an maximal zwei Tagen pro Woche oder als Blockunterricht, der auch zu jeweils mehrwöchigen Unterrichtsblöcken zusammengefasst an Schwerpunktschulen stattfinden kann. Auf dem Stundenplan stehen sowohl allgemeinbildende Fächer wie Deutsch und Englisch sowie Wirtschaft und Gesellschafts- oder Sozialkunde als auch berufsspezifische Fächer. Bei den für den Beruf notwendigen theoretischen Inhalten werden in den ersten beiden Jahren Grundlagen wie Gewinnungs- und Aufbereitungstechniken, Fertigungs- und Prüftechniken, Werkstofftechnik, Maschinen- und Gerätetechnik, Informations- und Steuerungstechnik sowie technische Kommunikation vermittelt. Im dritten Jahr werden diese Grundlagen vertieft und je nach gewählter Fachrichtung gezielt ausgebaut.

Die praktische Ausbildung erfolgt im ausbildenden Unternehmen. Sie zielt darauf ab, dem Azubi die Fähig- und Fertigkeiten zur Durchführung aller üblicherweise anfallenden Arbeiten zu vermitteln und zunehmend selbstständiges Arbeiten zu ermöglichen. In den ersten beiden Jahren steht zunächst das Erlernen der Grundfertigkeiten der Werkstoffbearbeitung und der Instandhaltung von Werkzeugen, Maschinen und Anlagen im Mittelpunkt. Darauf folgen Grundlagen der Hydraulik und Pneumatik, der Elektrotechnik sowie der Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik. Das praktische Arbeiten wird erlernt in den einzelnen Verarbeitungsstufen, die die Rohstoffe durchlaufen: Gewinnen, Fördern, Transportieren, Zerkleinern, Klassieren, Sortieren, Mischen und Dosieren. Im dritten Jahr folgen die Arbeitsplanung und die systematische Störungsbeseitigung, das Probenehmen und die Qualitätssicherung sowie Tätigkeiten wie Verladen, Wiegen und Versenden der Erzeugnisse.

Wie viel verdient ein Aufbereitungsmechaniker?

Wer eine Ausbildung im dualen System absolviert, hat gemäß Berufsbildungsgesetz (BBiG) ein Anrecht auf eine angemessene Ausbildungsvergütung, die von seinem Ausbildungsbetrieb gezahlt wird. Als angemessen gelten tarifliche Regelungen – ansonsten gelten die gesetzlich festgelegten Mindestvergütungen. Seit dem 01.01.2025 betragen diese 682 Euro im 1., 805 Euro im 2., 921 Euro im 3. und 955 Euro im 4. Ausbildungsjahr.

Wie viel ein Azubi während seiner Ausbildung zum Aufbereitungsmechaniker tatsächlich verdient, hängt von der gewählten Fachrichtung sowie der Größe des Ausbildungsbetriebs und seinem Standort ab – die Ausbildungsvergütungen schwanken von Bundesland zu Bundesland teils erheblich. Den besten Überblick gibt vielleicht eine neutrale Stelle wie die Bundesagentur für Arbeit – auch wenn sie nur auf relativ wenige Datensätze zurückgreifen kann, da in ganz Deutschland im Jahr 2023 nur 39 Personen diesen Ausbildungsgang gewählt haben. Für Aufbereitungsmechaniker gibt das Arbeitsamt folgende Werte als monatliche Brutto-Ausbildungsvergütung an:

Ausbildungsjahr

Fachrichtung

Sand und Kies

Naturstein

Feuerfeste/keramische Rohstoffe

1.

763 – 1.170 €

941 – 1.050 €

1.126 €

2.

838 – 1.255 €

1.050 – 1.150 €

1.198 €

3.

921 – 1.350 €

1.150 – 1.344 €

1.279 €

Andere Quellen wie Ausbildungsportale und Industrie- und Handelskammern geben als Ausbildungsvergütungen monatliche Bruttobeträge von 670 Euro bis 950 Euro im ersten Lehrjahr an, zwischen 766 Euro und 1.250 Euro im zweiten und zwischen 876 Euro und 1.500 Euro im dritten.

Als Einstiegsgehälter werden Werte zwischen 2.500 Euro und ca. 3.500 Euro brutto im Monat genannt, je nach Branche, Unternehmensgröße und Standort. Die Bundesagentur für Arbeit nennt als Spanne für die Arbeitsentgelte ca. 2.950 Euro Monatsbrutto bis zu knapp 4.100 Euro brutto im Monat; als deutschlandweiter Durchschnittswert wird ca. 3.500 Euro Monatsbrutto angegeben.

Wie kann ein Aufbereitungsmechaniker aufsteigen?

Die Techniken zur Gewinnung und Veredlung altbekannter Bodenschätze verändern sich, werden modernisiert und neuen Umweltbestimmungen angepasst. Neue Rohstoffe kommen dazu und bedingen neue Aufbereitungsverfahren. Auch die Digitalisierung der Maschinen und Anlagen oder der Trend zu autonomen Fahrzeugen führt zu Änderungen in den betrieblichen Abläufen. Wer als Aufbereitungsmechaniker arbeitet, sollte sich daher auf dem aktuellen Stand der Technik halten und kontinuierlich weiterbilden. Der Schwerpunkt liegt in Zukunft vielleicht weniger auf dem Abbau neuer Rohstoffe als auf der Wiedergewinnung bereits genutzter Materialien aus Reststoffen. Das Recycling von Altmaterialien – von Asphalt aus dem Straßenbau über Metallschrott und Plastikverpackungen bis zu Zement aus Bauschutt – etabliert sich bereits jetzt als neuer Zweig der Aufbereitung.

Anpassungsweiterbildungen bringen den Aufbereitungsmechaniker auf den aktuellen Stand. So kann er den Überblick behalten und verliert nicht den Anschluss. Fortbildungen in den Bereichen Rohstoffgewinnung, Anlagenbetrieb und -überwachung sowie Steuerungs- und Messtechnik sind ein Muss. Auch der Arbeitsschutz, also Themen wie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, etwa beim richtigen Umgang mit Schad- und Gefahrstoffen, sowie Umweltaspekte wie Grundwasserbelastung und Bodenschutz sind mögliche Themen für Schulungen. Klassische Fortbildungen sollten die Themen Rohstoffgewinnung, den Betrieb und die Überwachung von Maschinen und Anlagen sowie Mess-, Steuerungs- und Regeltechniken, aber auch Hydraulik, Pneumatik und physikalische Messtechnik abdecken. Auch das Qualitätsmanagement kann als Arbeitsgebiet von Interesse sein.

Aufstiegsweiterbildungen ermöglichen es einem Aufbereitungsmechaniker, die berufliche Qualifikation zu erhöhen und anspruchsvollere Arbeiten mit mehr Verantwortung zu übernehmen. Spezialisierungen können beispielsweise in Richtung Bohrmaschinist oder Sprengmeister erfolgen. Eine typische Qualifizierung, die direkt auf dem Ausbildungsberuf aufbaut, ist der Abschluss als Techniker. Hier bieten sich die Fachrichtungen Steintechnik, Maschinen- und Umwelttechnik oder Betriebswissenschaft an. Der Besuch der Meisterschule kann zum Abschluss Industriemeister Naturwerkstein oder Aufbereitungs- und Verfahrenstechnik führen. Auch der Schritt zum Ausbilder steht zur Wahl. Wer sich als Fach- und Führungskraft qualifizieren möchte, sollte Führungsseminare besuchen und zudem Softskills wie Kommunikationsfähigkeit oder Selbstorganisation und -motivation stärken.

Mit einem Abitur oder Fachabitur besteht auch die Möglichkeit, ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule anzuschließen. Naheliegend sind Studiengänge wie Rohstoffingenieurwesen, Aufbereitung und Veredelung, Verfahrenstechnik oder Geotechnologie. Wer eher betriebswirtschaftlich interessiert ist, aber auf seinen bereits erworbenen technischen Kenntnissen aufbauen möchten, kann Wirtschaftsingenieurwesen als Studienfach wählen. Nach dem Studium bieten sich mit einem Bachelor- oder Magister-Abschluss viele Perspektiven in der Rohstoff- und Recyclingbranche.

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