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Seminare, Schulungen, Ausbildungen und Trainings

Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme – Ausbildung


Lüftungs-, Heizungs-, Elektrizitäts- und Sicherungssysteme in Gebäuden, Industrieanlagen und Infrastruktureinrichtungen werden immer häufiger digital gesteuert und überwacht. Ein Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme installiert diese und ihre Leiteinrichtungen, nimmt sie in Betrieb, wartet und repariert sie und weist die Nutzer in deren Gebrauch ein.

Bildungsweg
Bildungsweg:
Duale Ausbildung
Empfohlener Abschluss
Empfohlener Abschluss:
mittlerer Bildungsabschluss
Ausbildungsdauer
Ausbildungsdauer:
3,5 Jahre
Ausbildungsvergütung
Ausbildungsvergütung:
ab ca. 1.060 € / Monat im 
1. Ausbildungsjahr

Was macht ein Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme?

Ein Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme plant, installiert und integriert gebäudetechnische Einrichtungen. Dazu gehören unter anderem raumlufttechnische Anlagen wie Lüftungs-, Heizungs- und Klimasysteme, die Elektrizitätsversorgung inklusive der Beleuchtung sowie Sicherungs- oder Schließvorrichtungen und die jeweiligen Überwachungs- und Leitstände. Er montiert die verschiedenen mechanischen, elektrischen und elektronischen Komponenten – also auch „Smart-Home-Systeme“ –, stimmt diese aufeinander ab, nimmt sie in Betrieb und weist die Nutzer in deren Bedienung ein. Laufende Systeme überwacht er von Leitständen aus, er inspiziert wartet sie und setzt sie auch instand.

Bei Fehlern oder Störungen prüft der Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme die Anlagen, identifiziert mithilfe von Mess- und Prüfeinrichtungen sowie digitalen Diagnosesystemen die Ursachen und behebt sie. Bei gewerblich genutzten Gebäuden oder Einrichtungen sind hier auch Schicht- oder Bereitschaftsdienste üblich, damit die Funktionsfähigkeit insbesondere von systemkritischen Einrichtungen – wie Notstromaggregaten oder Brandschutzeinrichtungen, aber auch Verkehrsleitsystemen oder Signalanlagen – erhalten bleibt oder schnellstmöglich wieder hergestellt wird.

Auf Kundenwunsch führt der Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme auch Änderungen an der Gebäudetechnik aus, erweitert diese oder baut diese um. Er erarbeitet das Konzept für die Einbindung neuer Funktionalitäten, ändert die Systeme, baut Schaltgeräte ein, installiert Signal- und Datenübertragungssysteme und Leitstände. Er konfiguriert die verbauten Geräte und Baugruppen, stellt sie ein und programmiert die Steuerungen. Werden Leistungen von Drittanbietern oder anderen Gewerken erbracht, nimmt er diese ab und bindet die fertiggestellten Teile in die Anlagen ein.

Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme arbeiten unter anderem in Betrieben, die Gebäude und Industrieanlagen mit Gebäudetechnik ausstatten. Das Spektrum ist weit gefasst und reicht vom Wohnhaus über Schulen, Kliniken und Einkaufszentren bis zu Werkshallen und Produktionsstätten sowie Infrastruktureinrichtungen der Verkehrsbetriebe oder der Ver- und Entsorger. Leitstände zur Überwachung und Steuerung von technischen Einrichtungen gehören ebenso zum Arbeitsfeld wie Beleuchtungs- und Signalanlagen. Aber Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme sind auch in Unternehmen der Immobilienwirtschaft zu finden, also im Facility Management, wo sie unter anderem Hausmeisterdienste übernehmen.

Installationsarbeiten werden oft auf Baustellen – also auch im Freien – und in Werkshallen und anderen Gebäuden ausgeführt, auch in größerer Höhe, unter beengten räumlichen Verhältnissen oder in unbequemen Zwangshaltungen. Oft ist mit Belastungen durch Lärm, Temperaturwechsel, aber auch Kühl- und Schmiermittel oder Produktionsrückstände zu rechnen. Grobmotorische Arbeiten beim Heben, Tragen und Halten von größeren oder schwereren Bauteilen wechseln sich ab mit feinmotorischen Arbeiten wie dem Einbau von elektronischen Komponenten oder dem Verlöten von elektrischen Kontakten, bei dem Dämpfe und unangenehme Gerüche auftreten können. Die Arbeiten an elektrischen Einrichtungen sind mit hoher Sorgfalt und Umsicht durchzuführen, da unter Umständen Lebensgefahr durch die Stromwirkung besteht. Entsprechende Sicherheitsvorschriften sind daher konsequent zu beachten.

Zur Arbeit eines Elektronikers für Gebäude und Infrastruktursysteme gehören damit unter anderem diese Aufgaben:

  • gebäudetechnische und Infrastruktursysteme planen, berechnen, aufeinander abstimmen und integrieren;
  • Anlagen der Gebäudetechnik installieren oder abnehmen, in Betrieb nehmen und vernetzen;
  • Steuer-, Regelungs- und Messeinrichtungen sowie Schaltgeräte und Leiteinrichtungen einbauen und konfigurieren;
  • Datenübertragungssysteme installieren, Netz- und Bussysteme anpassen;
  • elektronische Komponenten und elektrotechnische Systeme auf Funktionsfähigkeit prüfen, warten, instand halten und reparieren;
  • Verbrauchsdaten erfassen und auswerten, Anlagen optimieren;
  • Ursachen von Fehlern und Störungen identifizieren, analysieren und beheben;
  • Tätigkeiten dokumentieren;
  • Nutzer an neuen Anlagen einweisen.

Für wen ist die Ausbildung zum Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme geeignet?

Wer als Administrator im eigenen Computernetzwerk agiert oder die in der Wohnung verteilten Rauchmelder zu einem System zusammengeschlossen hat und am Smartphone überwacht, erfüllt schon einige Voraussetzungen für den Beruf eines Elektronikers für Gebäude und Infrastruktursysteme. Aber die Digitaltechnik ist nur ein Arbeitsbereich, auch wenn der Einbau und die Abstimmung von elektronischen Komponenten wie Chips und Speichereinheiten oder LCD-Anzeigen sowie deren Programmierung wichtige Bestandteile der Arbeit sind. Elektrische und mechanische Komponenten gehören ebenfalls dazu und müssen gleichermaßen beherrscht werden.

Ein Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme sollte sich daher nicht nur für digitale Systeme und Informatik interessieren, sondern auch für die physikalischen Grundlagen – Strom und Schaltungen sowie Aufbau und Funktionsweise von elektrischen, aber auch mechanischen und optischen Bauteilen. Mathematik und Geometrie sind dabei notwendige Werkzeuge, um die Auslegung von Leitungen, Bauteilen und Schaltkreisen sowie deren Leistungsaufnahmen und Wirkungen berechnen zu können. Technisches Verständnis ist die Voraussetzung dafür, das Zusammenwirken der Bauteile und -gruppen, die in den gebäudetechnischen Einrichtungen verbaut sind, auch theoretisch zu überblicken und nachzuvollziehen. Dies ermöglicht es dem Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme technische Zeichnungen, Schalt- und Montagepläne nicht nur zu lesen und zu verstehen, sondern auch selbst anzufertigen. Die praktischen Aspekte beinhalten neben handwerklichen Aufgaben auch die Auswahl und Integration von Hardware- und Softwarekomponenten sowie deren Programmierung. Die körperlichen Fähigkeiten sollten es erlauben, nicht nur feinmotorische Tätigkeiten wie das Löten von Kabelverbindungen oder das Anfertigen von Platinen ausführen zu können, sondern auch mit mehr oder weniger großen und schweren Ausstattungsteilen umzugehen.

Die Ausbildung zum Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme umfasst damit drei unterschiedliche Bereiche:

  • Konkrete praktische Tätigkeiten überwiegen. Dazu gehören das Montieren, Warten Reparieren und Instandsetzen von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, Photovoltaik- oder Thermosolaranlagen, Sicherheits- und Schließsystemen und anderen ver- und entsorgungstechnischen Einrichtungen.
  • Theoretisch-abstrakte Tätigkeiten bilden den zweiten Schwerpunkt. Diese umfassen die mess-, steuerungs- und regelungstechnische Integration von Anlagen der Haustechnik, die von anderen Gewerken installiert wurden, in bestehende Gebäude- und Infrastruktursysteme. Aber auch die systematische Erhebung, Analyse und Auswertung von Anlagendaten sind wichtige Aufgaben, um Fehler und Mängel zu identifizieren und zu beheben, Störungen zu beseitigen und Optimierungen durchzuführen. Weitere theoretisch ausgerichtete Arbeiten sind Überlegungen zur Einbindung neuer Komponenten oder zur Erweiterung bestehender Systeme.
  • Organisatorisch-prüfende Tätigkeiten betreffen die Steuerungs- und Überwachungsvorgänge in den gebäudetechnischen Systemen und deren Dokumentation. Hier ist sorgfältiges und verantwortungsbewusstes Arbeiten angesagt, um einen sicheren Betrieb der Gebäude- und Infrastruktursysteme zu gewährleisten. Das Protokollieren schafft Transparenz über Arbeiten und Zustände, um bei Bedarf weitere Maßnahmen daraus ableiten zu können.

Zu den physischen Voraussetzungen gehören handwerkliches Geschick und Fingerfertigkeit, aber auch ein gewisses Maß an Körperkraft und Ausdauer. Da nicht nur in Gebäuden – etwa an Heizungsanlagen oder in Kühlräumen –, sondern auch auf Baustellen oder im Freien gearbeitet wird, ist eine robuste Gesundheit von Vorteil. Wichtig für einen Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme ist eine sehr sorgfältige und umsichtige sowie sicherheitsbewusste Arbeitsweise, um weder sich noch andere zu gefährden – insbesondere bei Arbeiten mit Strom. Leistungsbereitschaft und Flexibilität erleichtern Arbeiten an wechselnden Einsatzorten und zu unterschiedlichen Zeiten, etwa im Schicht- oder Bereitschaftsdienst. Bei der Zusammenarbeit mit Kollegen und Vorgesetzten und im direkten Kundenkontakt, beispielsweise bei der Beratung oder bei der Einweisung an neuen Geräten, sollte ein angemessenes Sozialverhalten gezeigt werden. Absprachen sind verlässlich einzuhalten, das mündliche Ausdrucksvermögen sollte eine verständliche Kommunikation ermöglichen.

Bei einer Ausbildung zum Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme sind damit diese Eigenschaften gefordert:

  • Interesse an MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik);
  • technisches Verständnis;
  • räumliches Denk- und Abstraktionsvermögen;
  • selbstständige und sorgfältige Arbeitsweise;
  • handwerkliches Geschick;
  • Umsicht und Verantwortungsbewusstsein;
  • zeitliche und räumliche Flexibilität;
  • sprachliche Kompetenz.

Ein Schulabschluss ist keine gesetzliche Voraussetzung für die Aufnahme einer Ausbildung zum Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme, aber in der Praxis verlangen ausbildende Betriebe meist mindestens einen mittleren Bildungsabschluss wie die „Mittlere Reife“ oder den Realschulabschluss.

Gemäß Datensystem Auszubildende (DAZUBI) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) gab es im Jahr 2022 etwas mehr als 100 Auszubildende für den Beruf des Elektronikers für Gebäude und Infrastruktursysteme. 57 Prozent hatten einen mittleren Bildungsabschluss, 30 Prozent die Hochschulreife. Zehn Prozent starteten mit einem Hauptschulabschluss, drei Prozent ohne diesen oder als Quereinsteiger („Sonstige“). Sechs Prozent der Ausbildungsanfänger hatten vor Ausbildungsbeginn eine Berufsfachschule absolviert.


Wie läuft die Ausbildung zum Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme ab?

Die anerkannte duale Ausbildung zum Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme läuft über dreieinhalb Jahre im ausbildenden Betrieb und in der Berufsschule ab. Am Ende des zweiten Ausbildungsjahrs ist der erste Teil der sogenannten „gestreckten“ Abschlussprüfung zu absolvieren. Auf diese Zwischenprüfung folgt in der Mitte des vierten Jahrs der Ausbildung der zweite Teil der Gesellenprüfung. Mit dem Bestehen der beiden schriftlichen und praktischen Leistungsnachweise ist die Ausbildung beendet.

Die Aufwendungen für die betriebliche Ausbildung, inklusive Berufsbekleidung und Lernmittel, werden vom ausbildenden Unternehmen getragen. Kosten für Fahrten zu Berufsschulblöcken oder unternehmensübergreifenden Kursen sowie für eine notwendige Beherbergung werden meist ebenfalls übernommen. Steht ein Wohnortwechsel an, um die Ausbildung antreten zu können, können Azubis bei der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) Förderungen beantragen.

Die schulische Ausbildung in einer Berufsschule erfolgt entweder an ein bis zwei Berufsschultagen pro Woche oder in jeweils mehrwöchigen Unterrichtsblöcken an Schwerpunktschulen. Deutsch, Englisch, Wirtschaft- und Sozialkunde decken den allgemeinbildenden Teil ab, die Lehrinhalte in Mathematik und Physik werden bereits berufsspezifisch angepasst. Zur Berufskunde gehören dann im ersten Lehrjahr zum Beispiel die Analyse, Prüfung, Planung und Ausführung von elektrotechnischen Systemen, die Anpassung von Steuerungen sowie die Bereitstellung informationstechnischer Systeme. Im zweiten Jahr wird die Energieversorgung von Systemen behandelt. Im Mittelpunkt stehen aber die Inspektion und die Prüfung gebäudetechnischer Anlagen sowie deren Kalkulation und kundengerechte Realisierung. Im dritten Lehrjahr kommt die Integration von Systemen, deren Betrieb nach Kundenanforderungen und die Instandhaltung bzw. Reparatur sowie die Vergabe von Fremdleistungen hinzu. Themen im vierten Jahr sind Nutzungsänderungen und Optimierungen.

Die praktische Ausbildung im Betrieb soll die zunehmend selbstständige Bewältigung aller üblicherweise anfallenden Arbeiten und die arbeitsbezogene Kommunikation ermöglichen. Basis dafür sind Unterweisungen zu allen relevanten rechtlichen, technischen und betrieblichen Vorgaben; aufgrund der Arbeiten an elektrischen Systemen haben die Themen Arbeitsschutz und Sicherheit hier hohe Bedeutung. In der Praxis liegt der Schwerpunkt auf der Planung und Organisation der Arbeit bis zur Ausführung handwerklicher Standardaufgaben: Im ersten Jahr steht die Elektrik im Vordergrund, genauer das Montieren und Anschließen sowie das Messen und Analysieren von elektrischen Systemen. Weitere Themen sind das Einrichten, Erweitern oder Ändern gebäudetechnischer Einrichtungen, deren Sicherheitsanalyse sowie das Installieren und Konfigurieren von IT-Systemen. Im zweiten Jahr werden diese Kenntnisse vertieft und durch das Betreiben und Instandhalten von Anlagen im technischen Gebäudemanagement erweitert. Abgerundet werden diese Inhalte durch Serviceaspekte und Kundenkontakte. Im dritten und vierten Jahr werden die bisher gelernten Ausbildungsinhalte vertieft. Zudem stehen Grundlagen des Qualitätsmanagements und die Abwicklung von Geschäftsprozessen im Vordergrund.

Je nach Ausbildungsbetrieb erfolgt zusätzlich eine Spezialisierung in einem Einsatzgebiet wie Wohn- und Geschäftsgebäude, Betriebsgebäude, Funktionsgebäude und -anlagen sowie Industrieanlagen.

Zudem können weitere, sogenannte „kodifizierte Zusatzqualifikationen“ erworben werden. Diese sind am Ausbildungsende im Rahmen der Abschlussprüfung nachzuweisen. Zur Auswahl stehen unter anderem „Digitale Vernetzung“, „Programmierung“ und „IT-Sicherheit“.


Wie viel verdient ein Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme?

Auszubildenden, die im dualen System aus Ausbildungsbetrieb und Berufsschule ausgebildet werden, steht gemäß Berufsbildungsgesetz (BBiG) eine angemessene Ausbildungsvergütung zu. Diese wird vom ausbildenden Unternehmen gezahlt. Im ersten Lehrjahr darf sie 620 Euro brutto monatlich nicht unterschreiten, wenn die Lehre zwischen dem 01.01. und dem 31.12.2023 begonnen wurde (§ 17 Absatz 1 und 2 BBiG). Im zweiten, dritten und vierten Lehrjahr steigt die Vergütung um mindestens 18, 35 bzw. 40 Prozent bezogen auf den Grundbetrag. Wer im September 2023 eine Ausbildung mit der Mindestvergütung angetreten hat, erhält im vierten Lehrjahr also mindestens 868 Euro brutto im Monat.

Im Vergleich dazu sind Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme während der Ausbildung wirklich gut gestellt. Von tarifgebundenen Unternehmen in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft wird Azubis im ersten Jahr deutschlandweit bereits eine Vergütung von 1.140 Euro brutto im Monat gezahlt, im vierten Jahr sind es um die 1.400 Euro Monatsbrutto. Betriebe der Metall- und Elektroindustrie zahlen, je nach Bundesland und geltendem Flächen- oder Branchentarifvertrag, im ersten Lehrjahr monatlich brutto zwischen gut 1.060 Euro und knapp 1.200 Euro. Im vierten Lehrjahr sind es monatliche Bruttobeträge von ca. 1.280 Euro bis knapp 1.400 Euro.

Das Einstiegsgehalt als Geselle hängt davon ab, in welcher Sparte man arbeitet – und ganz entscheidend vom Bundesland. Der Einstiegslohn liegt oft bei 2.860 Euro brutto im Monat. Durchschnittlich werden deutschlandweit knapp 3.400 Euro brutto im Monat verdient, wobei erfahrene Spitzenkräfte mehr als 4.100 Euro brutto monatlich erhalten können. In den westlichen Flächenländern liegt Baden-Württemberg bei der Bezahlung mit knapp 3.800 Euro Monatsbrutto an der Spitze, Schleswig-Holstein bildet mit knapp 3.250 Euro brutto im Monat das Schusslicht. In den östlichen Flächenländern werden dagegen nicht einmal Durchschnittswerte von 3.000 Euro brutto im Monat erreicht; Sachsen liegt mit 2.800 Euro Monatsbrutto mit Abstand auf dem letzten Platz. Zum Vergleich: Das Berufenet der Bundesagentur für Arbeit nennt als beispielhafte tarifliche monatliche Bruttogrundvergütung für Gesellen mit etwas Berufserfahrung rund 3.300 Euro brutto im Monat.


Wie kann ein Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme aufsteigen?

Der „Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme “ gehört zur Berufegruppe „Elektroniker“, die 14 anerkannte duale Ausbildungsgänge umfasst. Spezialisierungen sind möglich in den Bereichen Antriebs- und Automatisierungstechnik, Energietechnik, Geräte und Systeme, in verschiedenen Arten der Gebäudeelektronik sowie in Informations- und Kommunikationstechnik oder System- und Maschinentechnik. Zudem gibt es Ausbildungen zum „Elektroniker Prüffeld“, „Informationselektroniker“, „IT-System-Elektroniker“ und „Fluggeräteelektroniker“. Die naturwissenschaftlich-technischen Grundlagen der Berufsfelder sind vergleichbar und die Einsatzgebiete sind nicht scharf voneinander getrennt. Ein Wechsel in einen anderen der eng miteinander verwandten beruflichen Bereiche ist oft problemlos, etwa durch eine Anpassungsweiterbildung, möglich.

Die Entwicklung von Soft- und Hardwarelösungen, Elektronikbauteilen sowie Mess-, Regelungs-, Steuerungs- und Prüfeinrichtungen schreitet schnell voran. Ein Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme sollte seinen fachlichen Kenntnisstand aktuell halten, um den Überblick nicht zu verlieren und neue Trends zu erkennen. Regelmäßige Weiterbildungen zu Themen wie Computertechnik, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Sensorik, Wartung und Instandhaltung, Normen und Technische Regeln oder Qualitätsprüfung sollten Standard sein. Aber auch neue Techniken wie additive Fertigungsverfahren, insbesondere 3-D-Druck, oder Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) sind zu beachten. Zukunftsweisend sind die Ansätze in Richtung „Smart Home“: Die Vernetzung von Wärmepumpen, Photovoltaik und Energieanlagen wie Speichern und Ladestationen von Elektroautos macht große Fortschritte, Online-Steuerungen und Remote-Kontroll- und Überwachungseinrichtungen werden vermehrt eingesetzt. IT-Sicherheit wird in diesem Umfeld zu einer weiteren Kompetenz für Elektroniker. Aber auch im Servicebereich können Weiterbildungen beim direkten Kontakt mit Kunden hilfreich sein, ebenso wie Fremdsprachenkenntnisse beim Einsatz im internationalen Umfeld.

Aufstiegsweiterbildungen eröffnen den Weg zu Fach- und Führungspositionen; hier warten noch anspruchsvollere Aufgaben mit höherer Verantwortung. Möglich ist zum Beispiel ein Abschluss als Techniker der Fachrichtung Elektrotechnik – auch speziell in Richtung Energietechnik oder Automatisierungstechnik. Eine Alternative dazu bieten sowohl der Berufsspezialist in den Fachrichtungen „Intelligente Gebäudetechnik/Systemvernetzung“ oder „Building Information Modeling“, als auch der „Bachelor Professional Energieeffizienz und digitales Bauprojektmanagement“. Abschlüsse als „Prozessmanager Elektrotechnik“ oder „Industriemeister Elektrotechnik“ erlauben ebenfalls den Einstieg in eine Führungsposition, auch als Ausbilder. Weitere Optionen sind kaufmännische Aufstiegsweiterbildungen in Richtung Fachwirt, etwa als „Technischer Fachwirt“ oder „Fachwirt Solartechnik“.

Die fachlichen Qualifikationen sollen möglichst durch eine Weiterentwicklung der Softskills unterstützt werden. Wichtige Themen für Nachwuchsführungskräfte sind Führungskompetenz, Personaleinsatzplanung und -entwicklung, Gesprächsführung, Konfliktmanagement, Zeitmanagement oder Lean Production.

Mit der Hochschulreife kann auch ein Studium aufgenommen werden. Ingenieurdisziplinen ergänzen als technische Studiengänge das in der Ausbildung erworbene Wissen und erweitern es um viele theoretische Aspekte. Als Studienschwerpunkt kommen beispielsweise Gebäude(energie)technik, Facility Management / Technisches Gebäudemanagement, Versorgungstechnik oder Infrastrukturmanagement in Betracht, aber auch Elektrotechnik, Energietechnik, Automatisierungstechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen.

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