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Das Know-How.

Seminare, Schulungen, Ausbildungen und Trainings

Fahrzeuginterieur-Mechaniker – Ausbildung


Fahrzeuginterieur-Mechaniker – früher Fahrzeuginnenausstatter genannt – fertigen Teile der Innenausstattung von Fahrzeugen aller Art an – ob Auto, Eisenbahnwaggon, Schiff oder Flugzeug. Sie montieren Sitze, Verkleidungen und andere Einbauteile, pflegen sie und halten sie instand.

Bildungsweg
Bildungsweg:
Duale Ausbildung in der Industrie
Empfohlener Abschluss
Empfohlener Abschluss:
mittlerer Bildungsabschluss
Ausbildungsdauer
Ausbildungsdauer:
3 Jahre
Ausbildungsvergütung
Ausbildungsvergütung:
ab 1.070 € / Monat im 1. Ausbildungsjahr

Was macht ein Fahrzeuginterieur-Mechaniker

Ein Fahrzeuginterieur-Mechaniker ist der Innenausstatter von Fahrzeugen aller Art, ganz gleich, ob Straßen-, Schienen-, Luft- oder Wasserfahrzeuge. Diese Spannweite reicht also von Pkws, Lkws und Bussen über Straßenbahnen, Lokomotiven und ICE-Großraumwagen bis hin zu Flugzeugen und Zeppelinen sowie Yachten, Fähren oder Kreuzfahrtschiffen. Er verlegt Bodenbeläge, montiert Tür- und Seitenverkleidungen sowie Dachhimmel, dichtet Fahrzeugtüren und -fenster ab, dämmt Hohlräume und bezieht Lenkräder, Schalthebel und andere Instrumente. Als Mechaniker fertigt er Fahrzeugsitze, polstert sie auf, stattet sie mit Bedienelementen wie Stellmotoren und Heizungen aus und baut das Gestühl an der gewünschten Position im Fahrzeug ein.

Die Arbeit des Fahrzeuginterieur-Mechanikers beginnt bei der Auswahl der geeigneten oder vom Kunden gewünschten Materialien und Bezugsstoffe in den passenden Farben und Qualitäten. Das Spektrum ist groß: Es reicht von Holz und Leder über Natur- und Kunstfaserstoffe und Metall bis zu Kunst- oder Verbundwerkstoffen und richtet sich nach dem Einsatzzweck als Fußboden-, Polster-, Isolier- und Bezugsmaterial. Nach der Auswahl berechnet der Fahrzeuginterieur-Mechaniker die benötigten Materialmengen, fertigt bei Bedarf Schablonen und Formteile an und schneidet die Materialien, in der Regel computerunterstützt, zu. Anschließend bearbeitet er die Einzelteile und fügt sie durch Nähen, Kleben, Vulkanisieren, Spannen oder Pressen zusammen. Beim Beziehen, Polstern, Dämmen oder Abdichten von Fahrzeugteilen passt er diese durch handwerkliche Arbeiten wie Sägen, Raspeln und Feilen an. Außerdem sorgt er für die ergonomische Gestaltung des Fahrzeuginneren, also unter anderem der Bedienelemente und der Sitze. Sind passende Einzelteile nicht verfügbar, stellt er sie unter Umständen auch durch additive Fertigung, etwa im 3D-Druck, selbst her.

Neben der Fertigung und dem Einbau der Fahrzeuginnenausstattung übernimmt der Fahrzeuginterieur-Mechaniker auch das Verlegen von hydraulischen, pneumatischen oder elektrischen Leitungen und deren Anschluss an die Bedienelemente. Er installiert Komfort- oder sicherheitstechnische Einrichtungen eines Fahrzeugs wie Klima- und Alarmanlagen, Zentralverriegelungen, Fensterheber, Fahrassistenz- oder Infotainmentsysteme. Damit diese nicht den harmonischen optischen Gesamteindruck stören, verlegt er diese hinter Abdeckungen und Verkleidungen, unter Bodenbelägen oder in Hohlräumen oder Versorgungsschächten. Der Übergang zur Elektronik und Informatik ist hier fließend, denn der Fahrzeuginterieur-Mechaniker schließt die einzelnen Komponenten an und vernetzt auch die Elemente der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT).

Fahrzeuginterieur-Mechaniker arbeiten in der Einzel- und Serienfertigung in der Fahrzeugindustrie sowie in Unternehmen des Flugzeug-, Eisenbahn- und Schiffbaus, aber auch in Handwerksbetrieben wie Fahrzeugpolstereien und Autosattlereien.

Die Tätigkeiten des Fahrzeuginterieur-Mechanikers umfassen damit unter anderem:

  • Planung und Vorbereitung von Arbeitsaufgaben;
  • Werkstoffe und Hilfsmittel nach Kundenwunsch, Verwendungszweck, Verarbeitungsmöglichkeit und Wirtschaftlichkeit auswählen;
  • Materialbedarf ermitteln und berechnen;
  • Schneide-, Näh-, Stepp-, Heft- und Nagelmaschinen vorrichten, bedienen und überwachen;
  • Werkstücke und Bauteile fertigen, montieren und installieren;
  • elektrische, hydraulische und pneumatische Leitungen verlegen und anschließen;
  • elektronische Elemente konfigurieren und miteinander vernetzen;
  • Zierteile, Schalter, Abdeckungen und Blenden montieren und demontieren;
  • Funktionsfähigkeit überprüfen;
  • Innenausstattungen von in Betrieb befindlichen Fahrzeugen pflegen und instand halten.

Für wen ist die Fahrzeuginterieur-Mechaniker-Ausbildung geeignet?

Wer sich für die edle Ausstattung von Luxuslimousinen begeistern kann oder die oft lieblose und wenig ansprechende Innenraumgestaltung von öffentlichen Verkehrsmitteln verbesserungsfähig findet, zeigt schon gute Ansätze für die Arbeit als Fahrzeuginterieur-Mechaniker. Zudem ist das Gespür für Materialien, Formen und Farben wichtig – und der Wille, seine Ideen einzubringen und handwerklich umzusetzen.

Ein Fahrzeuginterieur-Mechaniker sollte sich intensiv mit den verschiedenen natürlichen und künstlichen Werkstoffen auseinandersetzen, die im Fahrzeuginnenausbau eingesetzt werden. Denn er muss deren Eigenschaften kennen und wissen, auf welche Weise man die Materialien be- und verarbeiten kann, um zu einem optisch und funktional befriedigendem Ergebnis zu kommen. Dazu benötigt er handwerkliches Geschick, da die meisten dieser praktisch-konkreten Tätigkeiten hohe Genauigkeit beim Zuschneiden sowie Sorgfalt, Fingerspitzengefühl und Handkraft bei der Montage verlangen. Der Fahrzeuginterieur-Mechaniker setzt dabei unterschiedliche handgeführte Werkzeuge, aber auch CNC-gesteuerte Maschinen ein, um Werkstücke zu formen und zu bearbeiten und sie anschließend zu fügen, zu verlegen, zu montieren, anzuschließen und zu vernetzen. Grundlegend sind damit alle Fertigkeiten eines Mechanikers – ergänzt um einige Fähigkeiten eines Elektronikers. Der Fahrzeuginterieur-Mechaniker benötigt also physikalische Grundkenntnisse, um Materialien beurteilen und bearbeiten zu können, und technisches Verständnis, um das Zusammenwirken von Einzel- und Bauteilen sowie Abläufe zu überblicken. Mathematik ist notwendig, um beispielsweise Materialmengen und Leitungsmaße zu berechnen. Informatikkenntnisse bzw. Interesse an der modernen Informations- und Kommunikationstechnologie erleichtern die Arbeiten beim Vernetzen der unterschiedlichen Elemente der Fahrzeugelektronik und des Infotainments.

Organisatorisch-prüfende Tätigkeiten fallen für den Fahrzeuginterieur-Mechaniker an im Rahmen der Funktionsprüfung an Bauteilen und Einrichtungen. Hierzu gehören nicht nur mechanische oder elektronische Bedienelemente wie Fensterheber, Schließanlagen oder Stellmotoren für die Sitzeinstellung, sondern auch Assistenzsysteme, Klima- oder Alarmanlage. Darüber hinaus steht die Qualitätssicherung der durchgeführten Arbeiten an. Zu dokumentieren ist hierbei unter anderem, welche Materialien in welcher Qualität und Stärke verbaut und welche Mess- und Fertigungstoleranzen eingehalten wurden.

Die physischen Voraussetzungen sollten dem Fahrzeuginterieur-Mechaniker erlauben, sowohl größere Werkstücke oder Bauteile zu halten, zu heben und zu bewegen als auch feinmotorische Arbeiten sicher und in gleichbleibend hoher Güte auszuführen – auch in beengter Umgebung und in unbequemen Zwangshaltungen. Hand- und Fingerkoordination sind hier ebenso wichtig wie ein gutes Auge und das Farbensehen. Haut und Atemorgane sollten intakt sein, da Bearbeitungsrückstände wie Stäube und Späne, Chemikalien wie Klebstoffe und Reinigungsmitteln sowie Kühlschmierstoffe und Lötrauch die Gesundheit belasten können.

Beim Sozialverhalten eines Fahrzeuginterieur-Mechanikers stehen Teamfähigkeit und Verlässlichkeit bei Anweisungen und Absprachen im Vordergrund. Wichtig ist eine sorgfältige und selbstständige Arbeitsweise, etwa beim exakten Zuschneiden von Stoffen, der sauberen und genauen Verarbeitung von Nähten oder dem präzisen Verlegen von Leitungen im Fahrzeuginnenraum. Leistungs- und Einsatzbereitschaft wird verlangt, um auch anspruchsvolle und langwierige Näh- oder Montagearbeiten mit Ausdauer und Engagement auszuführen. Das sprachliche Ausdrucksvermögen sollte das Erläutern der eigenen Vorstellungen und das Erklären der Vorgehensweise erlauben.

Die berufsspezifischen Voraussetzungen für die Arbeit als Fahrzeuginterieur-Mechaniker lassen sich so zusammenfassen:

  • Interesse an gestalterischen Tätigkeiten;
  • handwerkliches Geschick;
  • technisches Verständnis;
  • räumliches Denken;
  • selbstständige, genaue und sorgfältige Arbeitsweise;
  • Kraft und Ausdauer;
  • Teamfähigkeit und sprachliche Kompetenz.

Für den Beruf des Fahrzeuginterieur-Mechanikers ist ein Schulabschluss keine rechtliche Voraussetzung. Dennoch hatten zwei Drittel derjenigen, die 2022 diese Ausbildung antraten, einen mittleren Bildungsabschluss, und jeweils ein Sechstel einen Hauptschulabschluss oder die Hochschulreife, so das Datensystem Auszubildende (DAZUBI) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Die „Mittlere Reife“, also beispielsweise ein Realschulabschluss, ist zwar nicht notwendig, wird aber von den ausbildenden Betrieben als Standard angesehen.

Wie läuft die Ausbildung zum Fahrzeuginterieur-Mechaniker ab?

Die Ausbildung zum Fahrzeuginterieur-Mechaniker dauert drei Jahre. Als anerkannte duale Ausbildung findet sie sowohl im ausbildenden Betrieb als auch in der Berufsschule statt. Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahrs ist der erste Teil der sogenannten „gestreckten Abschlussprüfung“ als Zwischenprüfung abzulegen. Der zweite Teil folgt am Ende des dritten Jahrs. Mit dem Bestehen dieser Prüfung ist die Lehre abgeschlossen.

Die betriebliche Ausbildung inklusive der dafür notwendigen Ausbildungsmittel ist für die Auszubildenden kostenfrei. Die Kosten für Berufskleidung oder für eine auswärtige Unterbringung während der Berufsschulblöcke werden in den meisten Fällen vom ausbildenden Unternehmen übernommen. Azubis, die ihren Wohnsitz verlegen müssen, um die Ausbildung antreten zu können, können bei der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) Fördermittel beantragen.

Die schulische Ausbildung findet während der normalen Schulzeiten an maximal zwei Berufsschultagen in der Woche statt oder als jeweils mehrwöchiger Blockunterricht an Schwerpunktschulen, die auch weiter vom Arbeitsort entfernt sein können. Ein Pfeiler des Berufsschulunterrichts sind allgemeinbildende Fächer wie Deutsch und Englisch sowie Wirtschaft und Gesellschafts- oder Sozialkunde. Der zweite Pfeiler sind die berufsspezifischen Fächer, in denen die zur Ausübung des Berufs erforderlichen theoretischen Kenntnisse vermittelt werden. Im ersten Ausbildungsjahr liegen die Schwerpunkte auf der manuellen Herstellung von Zuschnittteilen und Werkstücken sowie dem Verbinden und Fügen von Werkstoffen und Werkstücken. Außerdem werden Sitzkonstruktionen aufgebaut, geformt und angepasst. Im zweiten Lehrjahr werden Zuschnittteile maschinell hergestellt, Interieurteile aufgebaut und bezogen sowie steuerungstechnische Elemente eingebaut und geprüft. Im dritten Jahr stehen die Montage und Demontage von Bauteilen und Baugruppen im Mittelpunkt, aber auch die Überwachung und Anpassung rechnergestützter Produktionsprozesse.

Die praktische Ausbildung im ausbildenden Betrieb zielt darauf ab, alle Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erwerben, zu festigen und auszubauen, die für die täglich anfallenden Arbeiten erforderlich sind. Angestrebt wird die zunehmend selbstständige Bearbeitung von Standardaufgaben. Eine der Grundlagen dazu ist die Unterweisung in allen relevanten Bestimmungen zu Arbeitsrecht und Arbeitsschutz sowie zu betrieblichen Sicherheitskonzepten. Eine weitere Voraussetzung ist das Erlernen der arbeitsbezogenen Kommunikation.

Die Praxis beginnt für den angehenden Fahrzeuginterieur-Mechaniker mit dem Handhaben von Werkzeugen und dem Einrichten und Bedienen von Maschinen. Dazu kommen das Montieren und Demontieren von Bauteilen und Baugruppen sowie der Einbau von steuerungstechnischen Komponenten. Essenziell dafür ist das Anwenden von technischen Unterlagen wie Plänen, Schnitt- und Montagezeichnungen inklusive dem Planen und Organisieren der Arbeitsabläufe. Erlernt werden zudem die Auswahl, aber auch das Konfektionieren, Vorrichten und Zuschneiden von Werkstoffen, das Anfertigen von Musterteilen und das Aufbauen und Beziehen von Interieurteilen. Zu allen Arbeiten werden die Möglichkeiten der Qualitätssicherung aufgezeigt. In der zweiten Hälfte der Ausbildung werden diese Kenntnisse vertieft. Neu hinzu kommen das Überwachen und Sichern rechnergestützter Fertigungsprozesse sowie Nach- und Instandsetzungsarbeiten.

Bereits während der Ausbildung kann die Zusatzqualifikation „Additive Fertigungsverfahren“ (also 3D-Druck) erworben werden. Diese Qualifizierungsmaßnahme dauert in der Regel acht Wochen. Der Abschluss erfolgt in Form eines Fachgesprächs als separate Prüfung in der Lehrabschlussprüfung.

Wie viel verdient ein Fahrzeuginterieur-Mechaniker?

Ein Fahrzeuginterieur-Mechaniker wird im dualen System ausgebildet und hat daher Anrecht auf eine angemessene Ausbildungsvergütung – so steht es im Berufsbildungsgesetz (BBiG). Diese Vergütung wird vom ausbildenden Unternehmen gezahlt. Bei tarifgebundenen Betrieben richtet sich die Höhe der Vergütung nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Ansonsten sind die im BBiG angegebenen Mindestvergütungen zu zahlen. Im ersten Ausbildungsjahr sind dies 620 Euro brutto im Monat für die Azubis, die ihre Lehre zwischen dem 01.01. und dem 31.12.2023 angetreten haben. Im zweiten und dritten Lehrjahr erhöht sich dieser Grundbetrag um mindestens 18 bzw. 35 Prozent (§ 17 Absatz 1 und 2 BBiG); im dritten Lehrjahr – in der Regel ab September 2025 – beträgt die Vergütung dann also monatlich mindestens 837 Euro brutto.

Viele der angehenden Fahrzeuginterieur-Mechaniker arbeiten in der Metall- und Elektroindustrie und werden nach Tarif vergütet. Je nach Bundesland liegen die von der Bundesagentur für Arbeit in ihrem „Berufenet“ genannten Vergütungen im ersten Lehrjahr zwischen etwa 1.070 Euro und knapp 1.200 Euro brutto im Monat. Im dritten Ausbildungsjahr liegt die Spanne zwischen knapp 1.200 Euro und gut 1.320 Euro als Monatsbrutto. Andere Quellen geben als Beträge für die durchschnittliche Vergütung in Deutschland teils unter 1.000 Euro im ersten und bis 1.200 Euro als Monatsbrutto im dritten Jahr an – je nach Bundesland, Unternehmensgröße und Tarifbindung.

Auch das Einstiegs- und später das Grundgehalt wird maßgeblich davon beeinflusst, ob der Arbeitgeber tarifgebunden ist oder nicht. Kleinere, eher handwerklich arbeitende Unternehmen ohne Tarifvertrag zahlen als Einstiegsgehalt Beträge ab etwa 2.000 Euro als Monatsbrutto. In Großunternehmen der Metall- und Elektroindustrie liegt das Einstiegsgehalt je nach Bundesland zwischen 2.800 Euro und 3.200 Euro brutto im Monat. Als beispielhafte monatliche tarifliche Brutto-Grundvergütung für Fahrzeuginterieur-Mechaniker gibt die Agentur für Arbeit ca. 4.100 Euro bis 4.500 Euro an – je nach Erfahrung, Dienstalter und steigender Kompetenz, etwa durch Zusatzqualifikationen.

Wie kann ein Fahrzeuginterieur-Mechaniker aufsteigen?

Fahrzeuginterieur-Mechaniker sind Allrounder im Bereich der Be- und Verarbeitung von verschiedensten Materialien und Werkstoffen. Zudem haben sie mit ihrem technischen Verständnis und ihrem Know-how Zugang zu verschiedensten Bereichen des Handwerks – ob Tischlerei/Schreinerei, Polsterei/Sattlerei, Innenausbau, Ladenbau oder Raumausstattung. Bei der Vielfalt an Themen sind Anpassungsweiterbildungen ein Muss, um den Wissensstand in Bezug auf das eigene Berufsfeld aktuell zu halten und neue Entwicklungen kennenzulernen. Typische Maßnahmen der Personalentwicklung für Fahrzeuginterieur-Mechaniker sind Weiterbildungen in Richtung Möbelbau und Polsterei, Lederherstellung und Verarbeitung, Kunststoffkunde sowie Kunststoffbe- und -verarbeitung, aber auch Fügeverfahren. Dazu kommen die Kraftfahrzeugtechnik und -instandhaltung mit den Schwerpunkten Elektrik/Elektronik oder Hydraulik/Pneumatik und die Qualitätsprüfung. Weitere Maßnahmen können Kenntnisse in Bearbeitungstechniken wie CNC-Drehen und -Fräsen, 3D-Druck bzw. additive Fertigungsverfahren oder CAD-Anwendung vertiefen.

Aufstiegsweiterbildungen ebnen den Weg zu anspruchsvolleren Jobs mit mehr Verantwortung und besser dotierten Führungspositionen. Üblich sind Qualifizierungen zum Techniker, Fachrichtung Karosserie- und Fahrzeugbautechnik oder Kraftfahrzeugtechnik, und zum Industriemeister Fahrzeuginterieur-Mechanik oder zum Sattler- und Feintäschnermeister. Auch eine Spezialisierung zur Fachkraft Caravantechnik ist möglich. Wer sich mehr im kaufmännischen Bereich weiterentwickeln will, kann sich für den Technischen Fachwirt entscheiden. Solche Qualifikationen sind die Voraussetzung, um Führungspositionen in der Arbeitsvorbereitung, in der Fertigungsleitung oder im Produktionsmanagement zu besetzen. Sinnvoll ergänzt werden die fachlichen Kompetenzen durch Softskills wie Führungskompetenz, Personaleinsatzplanung und -entwicklung, Zeitmanagement oder Lean Production.

Wer eine Hochschulzugangsberechtigung besitzt, also ein Fachabitur oder Abitur, kann auch ein Studium an einer Fachhochschule oder einer Universität aufnehmen. Studienfächer, die auf der Ausbildung zum Fahrzeuginterieur-Mechaniker aufbauen, sind beispielsweise Fahrzeugtechnik, Fahrzeuginformatik und -elektronik sowie Konservierung und Restaurierung. Wer eher gestalterisch oder künstlerisch arbeiten möchte, kann den Studiengang Produkt- und Industriedesign wählen. Dem fertigen Ingenieur oder Designer stehen dann die Türen zur Führungsetage offen.

Fahrzeuginterieur-Mechaniker können aber auch eine Existenzgründung erwägen und sich selbstständig machen. Das eigene Unternehmen kann beispielsweise im Caravan- oder Wohnmobilausbau erfolgreich sein oder sich im Bereich Yacht-Innenausbau etablieren.

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