Hauswirtschafter – Ausbildung
Hauswirtschafter sind in Kitas, Wohn- und Pflegeheimen, Krankenhäusern, in der Hotellerie und in Großküchen, aber auch in Privathaushalten und landwirtschaftlichen Betrieben tätig. In der Regel stellen sie Verpflegungs- und Reinigungspläne auf, kaufen ein, kochen, spülen, putzen und waschen. Je nach Arbeitgeber betreuen sie auch unterstützungsbedürftige Personen und übernehmen die Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse.
Was macht ein Hauswirtschafter?
Ein Hauswirtschafter macht Hausarbeit – allerdings nach festen Regeln und Standards und häufig „im großen Stil“, also in Einrichtungen, in denen viele Menschen zu ver- oder zu umsorgen sind. Das Spektrum der Arbeitgeber reicht damit von der Kindertagesstätte, kurz Kita, über die Ganztagschule, die Uni-Mensa und die Betriebskantine bis zur Seniorenresidenz, vom Krankenhaus über die Reha-Einrichtung bis zum Pflegeheim und von der Jugendherberge bis zum Hotel. Aber nicht nur in Bildungsstätten und Industrieunternehmen, Beherbergungsbetrieben und Großküchen sind Hauswirtschafter zu finden, sondern auch in landwirtschaftlichen Betrieben und in Privathaushalten. In jedem Fall beginnt die Arbeit des Hauswirtschafters bei der Planung der unterschiedlichen Tätigkeiten und reicht über die Organisation der Abläufe bis zur fachgerechten Ausführung. Unterschieden werden dabei hauswirtschaftliche und personenbezogene Aufgaben, die je nach Arbeitgeber in unterschiedlichem Maß anfallen. Das Tätigkeitsspektrum reicht dabei quasi von der Haushaltshilfe bis zum „Facility-Manager“.
Zu den hauswirtschaftlichen Aufgaben gehört die Organisation des betrieblichen Alltags in einer Einrichtung bzw. des alltäglichen Ablaufs im familiären Umfeld. Struktur gibt hierbei das Aufstellen von Arbeits-, Einkaufs- und Speise- oder Verpflegungsplänen. Ein Arbeitsplan umfasst dabei beispielsweise die Zubereitung von Speisen und deren Ausgabe oder Verteilung zu festgelegten Zeiten und das anschließende Abräumen und Spülen sowie die regelmäßige Reinigung der Wohn-, Aufenthalts-, Speise- und Betriebsräume. Weitere Punkte auf diesem Plan sind der turnusgemäße Einkauf oder die Bestellung von Waren sowie die Pflege der Wäsche – von Haushaltstextilien wie Bettwäsche, Tisch-, Hand- und Trockentüchern sowie Servietten bis hin zur Bekleidung der zu betreuenden Personen. Beim Einkaufsplan sind nicht nur die Vorgaben des Arbeitgebers beispielsweise in Bezug auf Wirtschaftlichkeit, Qualität, Regionalität (bei Nahrungsmitteln) und Umweltverträglichkeit (bei Putz- und Reinigungsmitteln) zu beachten, sondern es sind auch die speziellen Belange der zu versorgenden Personen zu berücksichtigen. Der Hauswirtschafter hat also zum Beispiel auf Diätpläne und besondere Ernährungswünsche, aber auch auf Unverträglichkeiten und Allergien zu achten – nicht nur beim Einkauf von Nahrungsmitteln und beim Aufstellen von Speiseplänen, sondern auch etwa bei Wasch-, Reinigungs- oder Körperpflegemitteln und Kosmetika. Um gerade in größeren Einrichtungen mit erheblichem Einkaufsvolumen den Überblick zu bewahren, nutzt der Hauswirtschafter ein Warenwirtschaftssystem. Er kontrolliert selbst den Eingang von angelieferten Waren im Hinblick auf Vollständigkeit und Qualität und sorgt für die fachgerechte Lagerung – sowie letztlich auch die sachgerechte Entsorgung von Abfällen und Gefahrstoffen. Bei all ihren Tätigkeiten hat der Hauswirtschafter stets die Grundsätze des hauswirtschaftlichen Handelns zu beherzigen: auf Hygiene achten, sparsam wirtschaften, also ressourcen- und umweltschonend arbeiten, und Qualitätsstandards beachten und sichern.
Zu den personenbezogenen Aufgaben gehört das angemessene Um- und Versorgen von Menschen mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen – ob alt oder jung, krank oder rekonvaleszent, pflegebedürftig oder behindert und abgestimmt auf die jeweilige kulturelle Identität. Der Hauswirtschafter geht auf die Personen ein, um die individuellen Bedürfnisse, Erwartungen und Gewohnheiten kennenzulernen, und richtet die Planung seiner Dienst- bzw. Versorgungsleistungen daran aus. Ist die zu betreuende Person nicht mehr in der Lage, für sich selbst zu sorgen, geht der Hauswirtschafter für sie einkaufen, kocht, putzt und wäscht für sie und steht ihr auch als Gesprächspartner zur Verfügung. Um der Person in seiner Obhut gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, kann er sie auch einbeziehen und an sie bestimmte Arbeiten übergeben oder dabei anleiten. In größeren Einrichtungen arbeitet der Hauswirtschafter mit den Mitarbeitern anderer Zuständigkeitsbereiche zusammen, um die hauswirtschaftlichen Arbeiten professionell zu organisieren und den hilfebedürftigen Menschen den Alltag zu erleichtern.
Arbeitet der Hauswirtschafter in einem landwirtschaftlichen Betrieb, sind Haushalt und Landwirtschaft oft eng miteinander verflochten. Je nach Arbeitgeber und dessen Ausrichtung gehören dann Gartenarbeit, die Betreuung von Feriengästen auf dem Hof oder die Veredelung und der Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten im Hofladen zu seinen Aufgaben.
Ein Hauswirtschafter übernimmt damit, je nach Arbeitgeber und Arbeitsumfeld, unter anderem diese Aufgaben:
- Betreuungs- und Versorgungsbedarfe ermitteln unter Berücksichtigung der individuellen Ansprüche;
- hauswirtschaftliche Leistungen und Angebote anhand von Plänen strukturieren und organisieren;
- hauswirtschaftliche Arbeiten planen und unter Einhaltung von technischen Standards und rechtlichen Vorgaben (z. B. Hygiene-, Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz) durchführen;
- Speisen zubereiten, anrichten und servieren bzw. ausgeben, Geschirr und Küchenutensilien spülen, Räume und Wohnumfeld sowie Wäsche und Kleidung reinigen, pflegen, instand setzen etc.
- Einkäufe unter Berücksichtigung der ermittelten Bedarfe und der Wirtschaftlichkeit tätigen;
- angelieferte Waren in Empfang nehmen, kontrollieren und sachgerecht einlagern;
- Reststoffe, Altmaterialien und Gefahrstoffe trennen und sachgerecht entsorgen;
- Personen bei der Gestaltung und Bewältigung ihres Alltags betreuen und anleiten;
- landwirtschaftliche Produkte herstellen und vermarkten;
- Garten pflegen;
- qualitätssichernde Maßnahmen durchführen;
- Kommunizieren und individuelle Lebensumstände berücksichtigen.
Für wen ist die Ausbildung zum Hauswirtschafter geeignet?
Die Ausbildung zum Hauswirtschafter ist geeignet für Jugendliche, die Freude am Umgang mit Menschen haben und gerne Arbeiten im Haushalt übernehmen. Wer also sein Zimmer selbst in Ordnung hält, den Boden saugt oder wischt und Fenster putzt, seine Wäsche lieber selbst wäscht und Spaß hat am Einkaufen und Kochen, hat schon viele gute Ansatzpunkte für sein späteres Wirken als Hauswirtschafter. Zudem sollte er mit Empathie auch auf Fremde zugehen, den persönlichen Kontakt suchen und offen sein für Gespräche mit den unterschiedlichsten Individuen. Eine gute mündliche Ausdrucksfähigkeit ist dabei von hoher Bedeutung für die Kommunikation nicht nur mit den zu betreuenden Personen und deren Angehörigen, sondern auch mit den Mitarbeitern aus anderen Zuständigkeitsbereichen, Lieferanten oder auch Kunden – etwa bei der Essensausgabe in einer Großküche oder beim Verkauf in einem Hofladen.
Ergänzt werden sollten diese Eigenschaften durch Organisationstalent und Verantwortungsbewusstsein, denn einerseits sind viele unterschiedliche Arbeiten zu planen und zu koordinieren und andererseits sind die Menschen, für die sich der Hauswirtschafter einsetzt, häufig in irgendeiner Weise eingeschränkt – oft krank, rekonvaleszent, pflegebedürftig, alt oder gebrechlich. Sie benötigen beispielsweise Hilfe bei alltäglichen Verrichtungen oder brauchen Unterstützung, um an gemeinsamen Aktivitäten teilzuhaben.
Ein angehender Hauswirtschafter sollte sich daher in der Schule schon für Fächer wie Hauswirtschaftslehre und Deutsch interessiert haben. Aber auch die Mathematik sollte nicht vernachlässigt worden sein, denn sie ist die Grundlage für alle Berechnungen, die das Budget – das „Haushaltsgeld“ – betreffen. Grundlegende Rechenfertigkeiten werden benötigt, um Einkäufe, Bestellungen, Kosten und Preise zu kalkulieren und wirtschaftlich zu handeln.
Bei der späteren Arbeit als Hauswirtschafter sind vier Bereiche zu unterscheiden:
- Praktisch-konkrete Tätigkeiten sind der absolute Schwerpunkt. Zu diesen Grundtätigkeiten im Haushalt gehören Kochen, Waschen und Putzen, also das Zubereiten von Mahlzeiten und Getränken, das Reinigen und Bügeln von Wäsche und das Sauberhalten von Küchen-, Wohn- und Wirtschafträumen – unter Einhaltung strenger Hygienestandards, gerade in der Küche und im Sanitärbereich.
- Sozial-beratende Tätigkeiten stehen beim Umgang mit Menschen im Vordergrund. Bei diesen personenbezogenen Arbeiten sind Empathie und Kommunikationsfähigkeiten gefragt, um hilfsbedürftigen Menschen Unterstützung bei Alltagsverrichtungen zu bieten und dabei individuelle Wünsche und Bedürfnisse zu berücksichtigen. Aber auch die Beratung von Bewohnern, Angehörigen oder Gästen bei der Essensausgabe und beim Empfang oder im Hofladen fallen unter diesen Punkt.
- Verwaltend-organisatorische Tätigkeiten geben der Arbeit des Hauswirtschafters Struktur. Hierunter fallen das Aufstellen von Plänen sowie die Optimierung von Abläufen. Die Spanne reicht vom wirtschaftlichen Einkauf bis zur sachgerechten Entsorgung von Reststoffen.
- Kaufmännische Tätigkeiten nehmen keinen großen Raum mehr ein, sind aber trotzdem wichtig, um wirtschaftlich und preisbewusst zu arbeiten und einzukaufen und das vorgegebene Budget nicht zu überschreiten. Dazu gehört in größeren Einrichtungen auch der Einsatz eines Warenwirtschaftssystems, während in Privathaushalten ein Haushaltsbuch geführt werden muss.
Die Arbeit als Hauswirtschafter ist menschlich herausfordernd, da der Hauswirtschafter sich auf verschiedenste Charaktere einstellen und Eigenarten sowie individuelle Vorlieben oder Besonderheiten der zu betreuenden Personen im Gedächtnis behalten muss. Pädagogisches Geschick und Einfühlungsvermögen sind gefragt, wenn beispielsweise Kinder, ältere Menschen oder solche mit Behinderungen zu selbstständigem, eigenverantwortlichem Handeln angeleitet oder motiviert werden sollten. Dieser Beruf verlangt zudem Einsatzbereitschaft und Teamgeist. Denn einerseits fallen viele Arbeiten auch außerhalb des „üblichen“ „9-to-5“-Rasters und auch am Wochenende sowie an Feiertagen an. Andererseits sind auch Absprachen mit Mitarbeitern aus anderen Bereichen der Einrichtung zu treffen, um Arbeiten zu organisieren oder auch eine Betreuung rund um die Uhr gewährleisten zu können. Die körperliche Konstitution sollte das rasche Ausführen auch von anstrengenden Routinetätigkeiten wie Reinigungsarbeiten erlauben, aber auch feinmotorische Arbeiten wie Kochen oder Nähen ermöglichen.
Wer eine Ausbildung zum Hauswirtschafter anstrebt, sollte damit diese Eigenschaften aufweisen:
- Interesse an Tätigkeiten im Haushalt;
- Organisationstalent;
- sehr gute Kommunikationsfähigkeiten;
- Empathie und pädagogisches Geschick;
- gute Grundfertigkeiten in Mathematik;
- hohes Verantwortungsbewusstsein bei der selbstständigen Arbeit;
- Teamgeist;
- Leistungsbereitschaft und zeitliche Flexibilität;
- manuelle Geschicklichkeit;
- kaufmännische Grundkenntnisse.
Um die Ausbildung zum Hauswirtschafter antreten zu können, ist ein Schulabschluss nicht notwendig. Laut Datensystem Auszubildende (DAZUBI) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hatten im Jahr 2023 von den gut 440 Ausbildungsanfängern in diesem Ausbildungsbereich 6 Prozent keinen Hauptschulabschluss, 3 Prozent begannen als Quereinsteiger. Fast 20 Prozent durchliefen vor Ausbildungsbeginn eine Berufsfachschule oder eine Berufsvorbereitungsmaßnahme. Knapp jeder zweite startetet mit einem Hauptschulabschluss, gut ein Drittel mit einem mittleren Bildungsabschluss und 6 Prozent mit der Hochschulreife.
Von den knapp 50 Ausbildungsanfängern im Bereich Landwirtschaft konnte knapp 20 Prozent einen Hauptschulabschluss vorweisen. Mehr als die Hälfte besaß einen mittleren Bildungsabschluss, also die „Mittlere Reife“, und ein Viertel sogar die Hochschulreife.
Wie läuft die Ausbildung zum Hauswirtschafter ab?
Die Ausbildung zum Hauswirtschafter dauert drei Jahre und läuft dual ab, erfolgt also sowohl in der ausbildenden Einrichtung als auch in der Berufsschule. Am Ende des zweiten Lehrjahrs findet eine Zwischenprüfung statt, die Abschlussprüfung erfolgt nach drei Jahren. Mit deren Bestehen ist die Ausbildung beendet.
Die Kosten der betrieblichen Ausbildung – inkl. der für die Arbeit notwendigen Kleidungsstücke wie Kittel, Schürzen, Kopfbedeckungen, Gummihandschuhe etc. – und die Prüfungsgebühren trägt die ausbildende Einrichtung. Auch die Berufsbekleidung wird teilweise gestellt, da sie häufig mit einem Logo der Institution versehen ist. Aufwendungen für überbetriebliche Kurse, die auswärtige Unterbringung und Verpflegung bei Veranstaltungen, die vom Ausbildungsort weiter entfernt sind, und dazu notwendige Fahrten übernimmt ebenfalls meist der Ausbildungsbetrieb. Muss der Wohnort gewechselt werden, um die Ausbildung antreten zu können, kann der Azubi sich bei der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) um eine Förderung bemühen.
Die schulische Ausbildung erfolgt in einer Berufsschule während der normalen Schulzeiten an maximal zwei Tagen pro Woche oder konzentriert in ein- oder zweiwöchigen Unterrichtsblöcken. Auf dem Stundenplan stehen neben allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch, Englisch, Wirtschafts- und Sozialkunde insbesondere berufskundliche Fächer. In den ersten beiden Lehrjahren liegt der Fokus im hauswirtschaftlichen Bereich auf den Aspekten Verpflegung, Reinigung von Räumen und Textilien, Gestaltung des Wohnumfelds sowie Einkauf und Lagerung. Im personenbezogenen Bereich geht es um die Wahrnehmung und Beobachtung sowie die Unterstützung und Betreuung von Einzelpersonen und Gruppen. Im dritten Jahr der Ausbildung, nach der Zwischenprüfung, werden Besonderheiten besprochen. Vermittelt wird, wie Menschen in besonderen Lebenssituationen aktiviert, gefördert und betreut werden können und wie Verpflegung als Dienstleistung zu besonderen Anlässen zu planen und anzubieten ist. Weitere Schwerpunkte sind die Planung des Personaleinsatzes und das Anleiten von Personen sowie, insbesondere im Bereich Landwirtschaft, die Vermarktung von Produkten.
In der praktischen Ausbildung sollen die Fähig- und Fertigkeiten erworben und gefestigt werden, die der Hauswirtschafter zur selbstständigen Ausführung aller Routineaufgaben benötigt. Da die anfallenden Aufgaben sich bei den verschiedenen Arbeitgebern –Pflegeheim, Krankenhaus, Großküche, Landwirtschaftsbetrieb oder Privathaushalt – teils deutlich unterscheiden, erfolgt hier eine Spezialisierung in den Schwerpunkten personenbezogene, serviceorientiere und ländlich-agrarische Dienstleistungen. In den ersten anderthalb Jahren wird vermittelt, wie Betreuungs- und Versorgungsbedarfe personen-, zielgruppen- und situationsorientiert ermittelt und Arbeiten geplant werden. Konkret wird es dann bei der Durchführung der Arbeiten – beim Kochen, Putzen, Waschen, Bügeln, Einkaufen und richtigen Aufbewahren von Ge- und Verbrauchsgütern wie Nahrungs- und Reinigungsmitteln. Betont wird dabei immer wieder die Bedeutung der Hygiene und der Qualitätssicherung. Gelernt wird auch, im Team zu arbeiten, den Personaleinsatz zu planen, und Preise und Kosten zu kalkulieren und Produkte und Dienstleistungen zu vermarkten. Im zweiten Teil der praktischen Ausbildung werden diese Kenntnisse vertieft und gefestigt. Der Schwerpunkt verschiebt sich dabei etwas in Richtung „Büroarbeit“: Die Kalkulation und Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen nimmt in allen drei Dienstleistungsbereichen mehr Raum ein.
Wie viel verdient ein Hauswirtschafter?
Wer eine anerkannte duale Ausbildung absolviert, dem steht gemäß Berufsbildungsgesetz (BBiG) eine angemessene Vergütung zu. Diese Ausbildungsvergütung wird von der ausbildenden Institution gezahlt – ob öffentliche Einrichtung oder privatwirtschaftliches Unternehmen. In der Regel darf das gesetzliche Minimum von 682 Euro Monatsbrutto im ersten Lehrjahr nicht unterschritten werden, wenn die Ausbildung zwischen dem 01.01. und dem 31.12.2025 angetreten wurde (§ 17 Absatz 1 und 2 BBiG). Im zweiten und im dritten Lehrjahr erhöht sich der im BBiG festgelegte Mindestbetrag um 18 bzw. 35 Prozent, bezogen auf die Mindestvergütung im ersten Ausbildungsjahr. Damit liegen die Beträge bei 805 Euro bzw. 921 Euro brutto monatlich. Ist die ausbildende Instanz tarifvertraglich gebunden, darf die Vergütung im ersten Lehrjahr 80 Prozent des jeweils tariflich vereinbarten Betrags nicht unterschreiten.
Wer als Hauswirtschafter seine Ausbildung im öffentlichen Dienst bei einem kommunalen Arbeitgeber durchläuft – etwa in einer Kita, einer Schule, einem Wohnheim, einem Pflegeheim oder einer Klinik – wird bundeseinheitlich nach Tarif vergütet. Die monatliche Brutto-Ausbildungsvergütung beträgt 1.293 Euro im ersten, 1.343 Euro im zweiten und 1.389 Euro im dritten Ausbildungsjahr. In der sogenannten „privaten Hauswirtschaft“, also in Wirtschaftsbetrieben wie Privatkliniken, betrieblichen Großküchen und Caterern, in der Hotellerie und Gastronomie oder auch bei gemeinnützigen Trägern von Wohn- und Pflegeheimen oder Reha-Einrichtungen, liegt die Spanne bereits im ersten Jahr der Ausbildung zwischen rund 750 Euro und 1.250 Euro brutto im Monat – je nach Arbeitgeber und Bundesland bzw. Tarifgebiet. In der Land- und Forstwirtschaft wird vergleichsweise schlecht gezahlt: Die Spanne reicht hier im ersten Jahr der Ausbildung von der Mindestvergütung von 628 Euro bis 900 Euro brutto im Monat. Im 3. Lehrjahr werden gut 920 Euro bis 1.070 Euro als monatliches Brutto erreicht.
Auch das Einstiegsgehalt nach abgeschlossener Ausbildung hängt vom Arbeitgeber sowie vom Tarifgebiet oder Bundesland ab. Es beginnt bei rund 1.600 Euro Monatsbrutto, liegt aber in der Regel zwischen 1.900 Euro und 2.400 Euro brutto im Monat. Berufserfahrung macht sich bezahlt: Nach Tarif werden als monatliches Brutto-Grundgehalt in der gewerblichen Wirtschaft knapp 2.900 Euro gezahlt, im öffentlichen Dienst – je nach Eingruppierung – zwischen rund 3.350 Euro und 3.860 Euro. Allerdings liegt die Spanne bei der Entlohnung von Hauswirtschaftern gemäß Bundesagentur für Arbeit zwischen ca. 2.250 Euro und 3.330 Euro brutto im Monat, mit einem deutschlandweiten Mittelwert von rund 2.700 Euro als Monatsbrutto. Viele Hauswirtschafter arbeiten also vermutlich im privatwirtschaftlichen Bereich bei nicht tarifgebundenen Unternehmen und nur eine geringe Anzahl im öffentlichen Dienst.
Wie kann ein Hauswirtschafter aufsteigen?
Die Ansprüche der zu betreuenden Personen – ob jung oder alt, krank oder gesund, aktiv oder gebrechlich – ändern sich. Das betrifft nicht nur die Lebensumstände oder das gesellschaftliche Umfeld allgemein, sondern ganz konkret auch das Essverhalten und die Ernährungsgewohnheiten, die Kommunikation mithilfe von Smartphones oder die Nutzung und den Einsatz von elektronischen Hilfsmitteln. Smartwatches, Tablets, Apps und Küchenmaschinen sowie Roboter mit künstlicher Intelligenz (KI) sind dabei nur ein Bereich; Saug- und Mähroboter sind mittlerweile ebenso verbreitet wie beispielsweise der Thermomix. Digitale Assistenzsysteme im Haushalt ermöglichen das „Ambient Assisted Living“ (AAL) mit automatischer Beleuchtungssteuerung, Herdüberwachung und Gefahrensensoren, das Menschen im Alltag unterstützen und deren Lebensqualität gerade im Alter verbessern sollen. Das Internet liefert Kochrezepte für alle Arten der Ernährung, klärt über Diäten, Nahrungsunverträglichkeiten, Allergien und Gefahrstoffe auf und zeigt Trends zu exotischen Lebensmitteln und deren Verwendung. Bestellungen werden online aufgegeben und nachverfolgt, Unterlagen wie Einkaufslisten, Speise-, Reinigungs- und Arbeitspläne am Computer erstellt, im digitalen Dokumentenmanagement verwaltet und im Netzwerk verbreitet.
Ein Hauswirtschafter muss die Entwicklungen verfolgen und seine berufliche Qualifikation anpassen, um aktuell zu bleiben. Hier sind Anpassungsweiterbildungen das Mittel der Wahl, um im jeweiligen Arbeitsbereich auf dem neuesten Stand zu bleiben. Typische Fortbildungen betreffen die Themen Hauswirtschaft – mit je nach Arbeitsumfeld unterschiedlichen Schwerpunkten –, Küchenwesen, Diätwesen und Ernährung, Hygiene oder speziell Lebensmittel- und Küchenhygiene, Kommunikation und interkulturelle Kompetenzen.
Eine Aufstiegsweiterbildung qualifiziert dagegen für Positionen mit höherer Verantwortung und besserer Bezahlung – also in der Regel Führungspositionen. An erster Stelle stehen hier die Qualifizierungen zum Techniker im Ernährungs- und Versorgungsmanagement oder Hauswirtschafts-Meister. Eine Fachschulausbildung führt zu den Abschlüssen als staatlich geprüfter Wirtschafter bzw. Fachhauswirtschafter sowie zum Fach- oder zum Betriebswirt, aber auch – mit etwas längerem Anlauf – zum Hauswirtschaftlichen Betriebsleiter. Wer sich eher auf den sozialen Bereich konzentrieren möchte, kann den Weg zum Haus- und Familienpfleger oder Dorfhelfer beschreiten – aber auch als Ausbilder den nächsten Generationen von Hauswirtschaftern sein Wissen vermitteln. Wird eine Führungsposition erreicht, sollten dann auch die sogenannten „Soft Skills“ gestärkt werden, um die Rolle als Fach- und Führungskraft ausfüllen zu können. Hier stehen Themen wie Führungskompetenz, Personaleinsatzplanung und -entwicklung, Gesprächsführung, Konfliktmanagement oder Zeitmanagement im Vordergrund.
Wer als Hauswirtschafter die Hochschulreife erworben hat, kann auch ein Studium aufnehmen. Aufbauend auf den vorwiegend praktischen Kenntnissen kann der Studiengang Ernährungswissenschaft bzw. Ökotrophologie den theoretischen Hintergrund erweitern und das hauswirtschaftliche Wissen ergänzen. Wurde die Lehre in der Hotellerie oder Gastronomie abgeschlossen oder nach der Ausbildung im Hotelgewerbe gearbeitet, bietet sich das Studienfach Hotelmanagement an. Die sozialen Kompetenzen werden dagegen mit dem Studium Soziale Arbeit gestärkt und ausgebaut. Dem Bachelor oder Master stehen dann in seinem jeweiligen Fachgebiet viele Wege in die Führungsebene offen, bis hin zur Einrichtungsleitung – sowohl im öffentlichen Dienst als auch in der „freien Wirtschaft“.
Nicht übersehen werden sollte die Möglichkeit, sich als Hauswirtschafter selbstständig zu machen. Das Geschäftsmodell sind in diesem Fall hauswirtschaftliche bzw. ländlich-agrarische Dienstleistungen.
Ihr Ansprechpartner

Torsten Klanitz
Produktmanager
Fon: +49 6151 8801 125

