Medientechnologe Druckverarbeitung – Ausbildung
Medientechnologen Druckverarbeitung sind in der Print- und Buchproduktion tätig und sorgen für reibungslose Produktionsabläufe. Sie richten Verarbeitungsanlagen ein und stellen sicher, dass die benötigten Produktionsmittel bereitstehen. Zu ihren Aufgaben gehören außerdem die Wartung und Instandhaltung der Maschinen sowie die Kontrolle der Endprodukte.
Was macht ein Medientechnologen Druckverarbeitung?
Die Aufgaben von Medientechnologen Druckverarbeitung variieren je nach Endprodukt. In der Zeitungsproduktion überwachen sie beispielsweise Einsteck-, Verteil- und Abtransportsysteme. In der Buchproduktion verarbeiten sie die aus dem Druck kommenden Bogen mithilfe von Schneide-, Zusammentrag- und Bindeaggregaten. Bei der Herstellung von Prospekten oder Flugblättern setzen sie Falz- und Veredelungstechniken ein.
Durch Probedurchläufe prüfen Medientechnologen Druckverarbeitung, ob die Auftragsanforderungen erfüllt sind, und starten anschließend den Produktionsprozess. In modernen Produktionsstätten und Druckereien, die mit hohem Tempo arbeiten, tragen sie eine große Verantwortung: Schon geringe Störungen im Produktionsablauf können schnell zu kostenintensiven Ausschussmengen führen. Nach Abschluss der Druckerzeugnisse warten sie die Produktionsmaschinen und rüsten diese für das nächste Produkt um.
Medientechnologen Druckverarbeitung sind auch in der Produktionsplanung tätig. Sie prüfen die aus der Druckerei kommenden bedruckten Bogen und wählen geeignete Verarbeitungstechnologien und -prozesse aus – unter Berücksichtigung wirtschaftlicher, ökologischer und technischer Aspekte.
Für wen ist die Ausbildung zum Medientechnologen Druckverarbeitung geeignet?
Rein theoretisch kann man den Beruf des Medientechnologen Druckverarbeitung auch ohne Schulabschluss erlernen. In der Praxis stellen jedoch die meisten Betriebe bevorzugt Schulabgänger mit einem mittleren Bildungsabschluss ein. Wer unter 18 Jahre alt ist, muss vor Beginn der Ausbildung eine ärztliche Bescheinigung über eine Erstuntersuchung vorlegen.
Interessenten für diesen Beruf sollten handwerkliches Geschick sowie Interesse an Technik und Informatik mitbringen. Neben einem guten technischen Verständnis sind auch eine ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit und figural-räumliches Denken von Vorteil. Gute Schulnoten in Mathematik, Physik, Werken und Informatik sind hilfreich, da beispielsweise beim Errechnen von Maschinenlaufzeiten oder beim Abschätzen von Materialmengen Rechenfertigkeiten gefragt sind.
Mit der fortschreitenden Digitalisierung beschäftigen sich Medientechnologen Druckverarbeitung zunehmend mit modernen Produktionsverfahren. So gehören Maschinenwartungen mithilfe von Datenbrillen oder Tablets (Augmented Reality) ebenso zum Berufsalltag wie die Überwachung von Produktionsprozessen über Apps. Auch der Einsatz von Robotertechnik und SPS-Steuerungen ist inzwischen gängige Praxis.
In diesem Beruf sind eine hohe Einsatz- und Leistungsbereitschaft sowie eine sorgfältige Arbeitsweise essenziell, um die Qualität der Endprodukte sicherzustellen. Strukturierte Arbeitsabläufe und ein schnelles Reaktionsvermögen, etwa bei der Behebung von Produktionsstörungen, sind ebenfalls gefragt. Aufgrund der hohen Verantwortung, die mit dem Beruf einhergeht – da Produktionsstörungen erhebliche Kosten verursachen können –, sollten Bewerber zuverlässig und belastbar sein. Zudem ist Teamfähigkeit notwendig, da Medientechnologen Druckverarbeitung häufig in Zusammenarbeit mit Kollegen arbeiten.
Für den Beruf sind außerdem körperliche Belastbarkeit, gesunde Atemwege sowie gutes Seh- und Hörvermögen erforderlich. In Produktionsstätten kann es laut werden, und während der Arbeit kommen Chemikalien, Lösungsmittel, Leime und Kleber zum Einsatz.
Medientechnologen Druckverarbeitung sind sowohl in Produktionsstätten der Druckindustrie und in Druckereien als auch an Bildschirmarbeitsplätzen tätig. In der Regel tragen sie bei der Arbeit Schutzkleidung wie Sicherheitsschuhe, Arbeitskittel, Handschuhe und Gehörschutz. Zudem wird in diesem Beruf häufig im Schichtbetrieb gearbeitet.
Wie läuft die Ausbildung zum Medientechnologen Druckverarbeitung ab?
Je nach Ausbildungsbetrieb variieren die Schwerpunkte der Ausbildung – abhängig davon, ob es sich um Zeitungs-, Akzidenz- oder Buchproduktion handelt. Passend zum jeweiligen Schwerpunkt bieten die Betriebe zwei Qualifikationseinheiten aus den folgenden Bereichen an:
- Produktionsvorbereitung
- Versandraumtechnik
- Linienführung
- Maschinentechnik und erweiterte Instandhaltung
- Klebe- oder Sammelhefttechnik
- Spezielle Druckverarbeitungsprozesse
- Deckenbandfertigung
Welche Schwerpunkt-Kombination angeboten wird, kann direkt bei den Ausbildungsbetrieben erfragt werden.
Die Ausbildung zum Medientechnologen Druckverarbeitung erfolgt dual und dauert drei Jahre. Das bedeutet, dass die Auszubildenden sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule lernen. Der Unterricht erfolgt dabei entweder im Wochenrhythmus oder in Blockphasen. Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt, am Ende des dritten Ausbildungsjahres die Abschlussprüfung. Diese besteht aus vier Prüfungsbereichen:
- Druckverarbeitung
- Auftragsplanung und Kommunikation
- Prozesstechnologie
- Wirtschafts- und Sozialkunde
Während der Ausbildung lernen die Auszubildenden im Betrieb unter anderem das Steuern und Überwachen von Produktionsprozessen, die Planung von Verarbeitungsaufträgen sowie die Umrüstung und Konfiguration von Verarbeitungsanlagen. Auch die Instandhaltung der Produktionsmaschinen und die Umsetzung von Verarbeitungstechnologien gehören zu den Ausbildungsinhalten.
In der Berufsschule erwerben die Auszubildenden im ersten Lehrjahr Grundlagen wie das Darstellen und Vergleichen betrieblicher Strukturen und Arbeitsabläufe. Sie lernen Werkstoffe und Verfahrenstechniken kennen und erfahren, wie Produktionsmittel eingesetzt und instandgehalten werden. Praktische Tätigkeiten wie das Falzen und Schneiden von Bögen und Bahnen sind ebenfalls Bestandteil des Lehrplans.
Im dritten Ausbildungsjahr erweitern die Lernfelder „Fertigungsabläufe planen und steuern“, „Produkte industriell steuern“ sowie „Produkte planen und realisieren“ die Ausbildungsinhalte.
Wie viel verdient ein Medientechnologe Druckverarbeitung?
Medientechnologen Druckverarbeitung müssen während der Ausbildung eine angemessene Vergütung erhalten – dies ist im Berufsbildungsgesetz festgelegt. Das bedeutet, dass der Ausbildungsbetrieb den Auszubildenden eine gesetzlich festgelegte Mindestvergütung zahlen muss. Innerhalb dieser Regelung können jedoch Abweichungen auftreten, die beispielsweise auf den Schwerpunkt des Ausbildungsbetriebs oder regionale Unterschiede zurückzuführen sind. Wer seine Ausbildung in einem tarifgebundenen Unternehmen absolviert, erhält eine Vergütung gemäß den tarifvertraglichen Vereinbarungen.
Die durchschnittliche Ausbildungsvergütung beträgt:
- 1. Ausbildungsjahr: 1.082 Euro (brutto)
- 2. Ausbildungsjahr: 1.138 Euro (brutto)
- 3. Ausbildungsjahr: 1.196 Euro (brutto)
Und nach der Ausbildung?
Laut Ausbildung.de liegt das Einstiegsgehalt für Medientechnologen Druckverarbeitung zwischen 2.000 Euro und 2.500 Euro brutto – abhängig von Unternehmen, Bundesland und Branche. Mit zunehmender Berufserfahrung steigt auch das Gehalt:
- Nach 3 bis 6 Jahren Berufserfahrung beträgt das Gehalt laut Gehalt.de durchschnittlich 3.000 Euro brutto pro Monat.
- Mit über 9 Jahren Berufserfahrung kann der Verdienst auf etwa 3.700 Euro brutto steigen.
Wie kann ein Medientechnologe Druckverarbeitung aufsteigen?
Medientechnologen Druckverarbeitung haben zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, um ihre Karriere voranzutreiben. Um immer auf dem neuesten Stand der technologischen Entwicklungen zu bleiben, ist es wichtig, diese Angebote aktiv zu nutzen. Besonders in den Bereichen Qualitätsmanagement und Digitalisierung gibt es spannende Seminare. Ein Beispiel ist die REFA-Grundausbildung, die eine Weiterbildung im Bereich der Digitalisierung in der Produktion bietet. Dabei lernen Teilnehmende Strategien zur Prozessoptimierung kennen, die in der Praxis vielversprechende Ergebnisse liefern können.
Wer eine Führungsposition anstrebt, hat die Möglichkeit, sich zum Industriemeister mit der Fachrichtung Printmedien oder zum Techniker mit der Fachrichtung Druck- und Medientechnik weiterzubilden. Ergänzend dazu sind Seminare zu modernen Führungsthemen empfehlenswert, wie etwa Zeit- und Selbstmanagement oder der sichere Umgang mit schwierigen Mitarbeitern. Diese Schulungen helfen dabei, die Herausforderungen einer Führungsrolle kompetent zu meistern und bieten wertvolle Werkzeuge für den Arbeitsalltag.
Weitere Karrierechancen eröffnen sich durch ein Studium: Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann ein ausgebildeter Medientechnologe für Druckverarbeitung beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Druck- und Medientechnik erwerben.
Seminarempfehlungen zum Thema Medientechnologe Druckverarbeitung – Ausbildung
Ihr Ansprechpartner

Torsten Klanitz
Produktmanager
Fon: +49 6151 8801 125

