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Das Know-How.

Seminare, Schulungen, Ausbildungen und Trainings

Vermessungstechniker – Ausbildung


Vermessungstechniker erfassen mit optischen und elektronischen Geräten Geodaten von Geländeoberflächen, Grundstücken, Gebäuden und Einrichtungen der Infrastruktur. Sie pflegen die Messdaten in ein Geoinformationssystem (GIS) ein und erstellen Karten, Pläne und dreidimensionale Darstellungen von Gebäuden oder Straßenzügen.

Bildungsweg
Bildungsweg:
Duale Ausbildung
Empfohlener Abschluss
Empfohlener Abschluss:
mindestens mittlerer Bildungsabschluss
Ausbildungsdauer
Ausbildungsdauer:
3 Jahre
Ausbildungsvergütung
Ausbildungsvergütung:
in Planungsbüros ab ca. 680 € / Monat, im öffentlichen Dienst ab ca. 1.300 € / Monat im 1. Ausbildungsjahr

Was macht ein Vermessungstechniker?

Ein Vermessungstechniker macht Lage- und Höhenvermessungen im Freien und bearbeitet die gewonnenen Geodaten im Büro am Computer. Er bestimmt damit beispielsweise anhand von Grenzpunkten Grundstücksgrenzen und Baufenster für geplante Neubauten. Aber er nimmt auch die geografischen Daten von Strom- und Telekommunikationskabeln sowie Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen auf, um deren Lage zu dokumentieren, oder vermisst die Streckenführung und die Lage von Infrastruktureinrichtungen wie Straßen, Rad- und Gehwegen, Bahnlinien, Stromtrassen und Pipelines sowie Brücken und Tunneln.

Im Freiland setzt ein Vermessungstechniker verschiedenste Messgeräte und -methoden ein. Im einfachsten Fall sind dies Maßband, Lotinstrument und Fluchtstab, mit denen er beispielsweise Baugruben oder Immobilien einmisst. Zur geometrischen Bestimmung und Übertragung von Höhendifferenzen und Höhenpunkten im Gelände oder an Bauwerken benutzt er Nivelliergeräte und setzt Winkelprismen ein oder er ermittelt mit Lasern und Tachymetern als Kombination von Winkel-, Strecken- und Höhenmessgeräten horizontale Entfernungen und Höhenunterschiede. Mit Drohnen, die mit einer speziellen Laser- und Scan-Technik ausgerüstet sind, kann er außerdem unebene oder schwer zugängliche Geländeflächen datenmäßig erfassen. Seine Arbeit erledigt er meist im Team, das als Messtrupp unterwegs ist, da die gleichzeitige Handhabung der unterschiedlichen Geräte an teils weiter auseinandergelegenen Messpunkten allein nicht möglich ist.

Im Büro arbeitet er am Computer, um die erhobenen Daten abzulegen, zu dokumentieren, aufzubereiten und auszuwerten, aber auch, um vorhandene Daten zu aktualisieren oder um älteres Kartenmaterial und andere Unterlagen – per Scanner – zu digitalisieren. Dazu nutzt er spezielle vermessungstechnische Datenverarbeitungsprogramme und Geoinformationssysteme (GIS). Mit diesen berechnet er zum Beispiel Flächen, erstellt Flächenprofile, ordnet Landschaftselemente zu oder bildet geografische Räume ab, um deren Veränderung zu bestimmen und zu verfolgen. Als zusätzliche Datengrundlage verwendet er unter anderem Satellitendaten aus Global Positioning Systemen (GPS-Daten). CAD- (Computer Aided Design) und Simulationssoftware setzt er ein, um zwei- und dreidimensionale Ansichten des vermessenen Geländes oder der Bauwerke anzufertigen. Er verwendet sie aber auch, um Ansichten der zukünftigen Nutzung eines Geländes realitätsnah und optisch ansprechend darzustellen. Dabei kann es sich etwa um eine Bebauung, um land- bzw. fortwirtschaftlich genutzte Freiflächen oder einen Erholungsraum handeln. Hier erstellt er auch topografische Karten, Kataster für das Liegenschaftsamt und amtliche Nachweise – oder arbeitet das selbst mit der Drohne oder per Flugzeug oder Satellit aufgenommene Film- und Datenmaterial zu Luftbildern auf.

Arbeitgeber ist häufig der öffentliche Dienst – Behörden wie Vermessungs-, Kataster-, Bau- oder Liegenschaftsämter ebenso wie kommunale Einrichtungen, beispielsweise Stadtwerke. Privatwirtschaftliche Arbeitgeber sind neben Vermessungs- und Ingenieurbüros auch Unternehmen der Bauwirtschaft. Da die grundlegenden Arbeiten draußen ausgeführt werden – vor Ort, in der Bebauung, auf Baustellen und auch auf Freiflächen und in unwegsamem Gelände – sollte sich der Vermessungstechniker auf die unterschiedlichen Wetterverhältnisse einstellen. Denn auch unter widrigen Witterungsbedingungen ist große Sorgfalt und eine selbstständige, verantwortungsbewusste Arbeitsweise die Voraussetzung für die Erhebung von gutem, verlässlichem Datenmaterial und damit die Grundlage für die weitere qualitativ hochwertige Bearbeitung im Büro.

Ein Vermessungstechniker übernimmt damit unter anderem diese Aufgaben:

  • Messgeräte auswählen und bereitstellen;
  • Arbeitsunterlagen wie Karten und Kataster beschaffen und auswerten;
  • Vermessungspunkte (Vermarkungen) festlegen und absichern;
  • Lage- und Höhenmessungen von Gebäuden und Flächen (im Team) vornehmen;
  • topografische Feldvergleiche anhand von Messdaten, GPS-Daten und Bildauswertungen (Fotogrammetrie) durchführen;
  • erfasste Daten be- und verarbeiten, auswerten und verwalten;
  • vermessungstechnische Berechnungen durchführen und kontrollieren;
  • Pläne und Karten anfertigen bzw. aktualisieren;
  • 2-D- und 3-D-Ansichten und Simulationen erstellen;
  • Auskünfte erteilen, Daten zur Verfügung stellen.

Für wen ist die Ausbildung zum Vermessungstechniker geeignet?

Die Ausbildung zum Vermessungstechniker ist geeignet für Jugendliche, die sich für Kartografie begeistern können. Wer Freude daran hat, sich in Atlanten, Straßen- und Wanderkarten oder alte Stadtansichten zu vertiefen und zu überlegen, welche Darstellungsweise der Wirklichkeit warum am nächsten kommt, hat schon viele gute Ansatzpunkte für seine spätere Arbeit als Vermessungstechniker. Ergänzt werden sollten diese Eigenschaften durch präzises, sehr sorgfältiges Arbeiten und das Wissen um die hohe Verantwortung, die bei der selbstständigen Arbeit mit teils kochkomplexen, empfindlichen und teuren Messgeräten besteht. Denn die Welt steht schief und die Daten passen nicht mehr zusammen, wenn bereits geringste Abweichungen auftreten. Vom Nachbarschaftsstreit um eine Grundstücksgrenze über die Wertbemessung einer Immobilie bis hin zum mehrere Millionen Euro schweren Fehler beim Brücken- oder Tunnelbau – letztlich hat der Vermessungstechniker, der die fehlerhafte Messung oder Berechnung durchgeführt hat, dies zu verantworten.

Ein angehender Vermessungstechniker sollte sich daher für die sogenannten MINT-Fächer interessieren – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik:

  • Mathematik ist die Grundlage für alle vermessungstechnischen Berechnungen, ob „per Hand“ oder mithilfe von Taschenrechner und Computer. Aus beispielsweise an drei Punkten gemessenen Winkeln und Abständen werden dann durch Triangulation Flächen und Höhen bestimmt, Baugrundstücke vermessen oder Trassen für Straßen und Schienen festgelegt.
  • Informatik wird benötigt für die Be- und Verarbeitung sowie die Auswertung und langfristige Dokumentation von Geodaten, aber auch für die Anwendung von GIS-Software oder die Nutzung von GPS-Daten oder Luftbildaufnahmen, etwa bei der Fotogrammetrie. Auch die Erstellung von 2-D- und 3-D-Karten sowie Modellen oder Simulationen von zukünftigen Flächennutzungen, beispielsweise Bebauungen, Verkehrs- und Grünflächen, ist ohne Computertechnik nicht möglich.
  • Unter den Naturwissenschaften spielen Geografie und Physik eine entscheidende Rolle. „Erd-Kunde“ ist notwendig, um ein Verständnis zu entwickeln für die Herausforderungen, die sich bei der zweidimensionalen Abbildung einer dreidimensionalen Fläche (Landschaft als Gebiet auf einer Kugeloberfläche – der Erde) ergeben. Hier müssen Darstellungsweisen und Koordinatensysteme verstanden werden, um beispielsweise Karten und Luftbilder interpretieren zu können. Physik ist als Grundlagenwissenschaft für die Anwendung der verschiedenen Messmethoden und -geräte unabdingbar, um die Wirkprinzipien zu erkennen, auf denen die Anwendungen der Geräte beruhen.
  • Das Fach Technik und das anwendungsbezogene Werken sind wichtig für den praktischen Umgang mit den Geräten im Gelände und das technische Zeichnen, etwa bei der Anfertigung von Plänen und der Aktualisierung von Karten.

Die Schwerpunkte bei der Ausbildung zum Vermessungstechniker liegen damit auf drei Bereichen:

  • Verwaltende und organisatorische Tätigkeiten stehen im Vordergrund. Dazu gehören das Erfassen, Dokumentieren, Archivieren und Verwalten von Messdaten sowie das Eingeben von Vermessungsergebnissen am Computer, um Karten und Pläne zu erstellen. Aber auch die Auskunft über die Datenlage und die Bereitstellung von Plänen und Karten gehört in diesen Tätigkeitsbereich.
  • Organisatorisch-prüfende Tätigkeiten umfassen beispielsweise die Durchführung und die Kontrolle vermessungstechnischer Berechnungen oder das Einpflegen und Abgleichen von Daten aus Quellen wie GPS oder GIS.
  • Theoretisch-abstrakte Tätigkeiten liegen an bei der Analyse von Geodaten unterschiedlicher Herkunft. Die Frage ist hier zum Beispiel, welche Daten welche Informationen mit welchen statistischen Vertrauensbereichen aufweisen und in welcher Form sie mit welcher Gewichtung in beispielsweise Geoinformationssysteme einfließen sollen.

Die Arbeit als Vermessungstechniker ist intellektuell anspruchsvoll, da präzise Messungen durchzuführen sind, die anschließend in komplexen Berechnungen ausgewertet und in Software-Systeme eingepflegt werden müssen. Der Vermessungstechniker muss in der Lage sein, technische Zeichnungen, Pläne und Karten anzufertigen und zu aktualisieren sowie bestehende Daten aus verschiedenen Quellen zu bewerten und in das eigene System zu übernehmen. Die Arbeit verlangt zudem Einsatzbereitschaft und Teamgeist, da der Vermessungstrupp auch in schwierigem Gelände und bei schlechter Witterung Daten ermitteln muss. Auch örtliche und zeitliche Flexibilität sind gefordert, da die Einsatzorte wechseln und Messungen unter Umstände nur in bestimmten Zeitfenstern durchgeführt werden können – etwa beim Einmessen von Leitungen, die bei Tiefbaumaßnahmen oder auf Baustellen nur wenige Stunden sichtbar zutage liegen. Die körperliche Konstitution sollte präzises Arbeiten im schlecht zugänglichen Freiland auch bei ungünstigen Witterungsverhältnissen ermöglichen. Das sprachliche und schriftliche Ausdrucksvermögen sollte gut entwickelt sein, um Dritten gegenüber Auskünfte erteilen und auch selbst Auskünfte einholen zu können

Wer eine Ausbildung zum Vermessungstechniker absolvieren möchte, sollte damit diese Eigenschaften aufweisen:

  • Interesse an MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Geografie, Physik, Technik);
  • gute Rechenfertigkeiten;
  • gutes räumlich-figurales Denkvermögen;
  • Abstraktionsfähigkeit;
  • gutes Orientierungsvermögen;
  • sehr präzise und sorgfältige Arbeitsweise beim Ausführen der Messungen und der Berechnungen;
  • hohes Verantwortungsbewusstsein bei der selbstständigen Arbeit;
  • Teamgeist;
  • manuelle Geschicklichkeit;
  • Interesse an Tätigkeiten im Freien.

Aus rechtlicher Sicht wird zwar keine bestimmte Vorbildung gefordert, aber Bauunternehmen oder auch Vermessungs- und Ingenieurbüros setzen in der Regel einen mittleren Bildungsabschluss voraus – im öffentlichen Dienst überwiegt sogar der Anteil an Auszubildenden mit Hochschulzugangsberechtigung. Das Datensystem Auszubildende (DAZUBI) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) gibt für das Jahr 2023 diese Zahlen an: Von den 132 Ausbildungsanfängern im Bereich Industrie und Handel hatten 3 Prozent einen Hauptschulabschluss, 53 Prozent einen mittleren Bildungsabschluss und 44 Prozent die Hochschulreife. Im öffentlichen Dienst besaßen von den 609 Auszubildenden 2 Prozent einen Hauptschulabschluss und 42 Prozent einen mittleren Bildungsabschluss. Die Mehrzahl, 56 Prozent, konnte dagegen die Hochschulreife nachweisen.


Wie läuft die Ausbildung zum Vermessungstechniker ab?

Die Ausbildung zum Vermessungstechniker dauert drei Jahre und findet dual statt, also in der ausbildenden Institution – Behörde, Amt, kommunale Einrichtung, Vermessungs- bzw. Ingenieurbüro oder Bauunternehmen – und in der Berufsschule. Am Beginn des zweiten Ausbildungsjahrs findet eine Zwischenprüfung statt, die Abschlussprüfung erfolgt nach drei Jahren. Mit deren Bestehen ist die Ausbildung beendet.

Die Kosten für die betriebliche Ausbildung trägt die ausbildende Organisation. Lernmittel für die Ausbildung in der Berufsschule und für die Berufsbekleidung sind meist vom Azubi zu zahlen. Aufwendungen für organisationsübergreifende Kurse, auswärtige Unterbringung und Verpflegung sowie ausbildungsbedingte Fahrten werden in der Regel von der ausbildenden Einrichtung übernommen. Wird ein Wohnortwechsel notwendig, damit der Azubi die Ausbildung antreten kann, kann er bei der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) Förderungen beantragen.

Die schulische Ausbildung in einer Berufsschule erfolgt an maximal zwei Berufsschultagen pro Woche während der normalen Schulzeiten oder zusammengefasst zu ein- oder zweiwöchigen Blockunterrichtseinheiten. Vermittelt werden in der Berufsschule einerseits allgemeinbildende Schulfächer wie Deutsch, Englisch, Wirtschaft- und Sozialkunde, andererseits berufskundliche Fächer. Im ersten Lehrjahr liegt der Fokus auf Geodaten und Geoinformationstechnologie. Lerninhalte sind die Erfassung, Bearbeitung, Unterscheidung und Bewertung von Geodaten sowie deren Verwendung und Präsentation. Zudem werden Organisationen vorgestellt, die im Bereich Geoinformationstechnologie tätig sind. Nach der Zwischenprüfung stehen im zweiten Ausbildungsjahr die theoretischen Grundlagen der praktischen Arbeiten im Feld im Vordergrund. Behandelt werden die Durchführung von Bauabsteckungen, die Bestimmung von Referenzpunkten, die geometrische Erfassung und Visualisierung von Objekten sowie die Einrichtung und Nutzung von Geoinformationssystemen. Im dritten Ausbildungsjahr steht die Verwaltung im Mittelpunkt. Hierzu gehören die Verwendung von Liegenschaftskataster und Grundbuch, das Erstellen von Planungsunterlagen, die Bearbeitung von Bodenordnungen und Wertermittlungen. Zudem wird gelernt, wie Liegenschaften und Bauwerke, auch Industriebauten, vermessen werden.

Die praktische Ausbildung soll die Fähig- und Fertigkeiten vermitteln, die zur selbstständigen Übernahme aller Routineaufgaben notwendig sind. Basis dafür ist die Kenntnis der einschlägigen Rechts- und Verwaltungsvorschriften, Normen und Standards sowie die Grundlagen der Geoinformationstechnologie. Zudem werden einzelne Prozesse des Geodatenmanagements angesprochen. Im zweiten Lehrjahr, nach der Zwischenprüfung, werden die Prozesse im Vermessungswesen und im Geodatenmanagement ganzheitlich betrachtet. Im dritten Jahr der Ausbildung stehen wie in der Berufsschule Verwaltungsakte im Vordergrund – wie die Arbeit mit Liegenschaftskataster und Grundbuch, die Bau- und Bodenordnung und die Ermittlung von Grundstückswerten. Eingeübt wird darüber hinaus die Durchführung von technischen Vermessungen. Den Abschluss bildet die theoretische und praktische Prüfung am Ende des 3. Ausbildungsjahrs.


Wie viel verdient ein Vermessungstechniker?

Wie bei jeder anerkannten dualen Ausbildung hat der Auszubildende gemäß Berufsbildungsgesetz (BBiG) Anrecht auf eine angemessene Vergütung. Diese Ausbildungsvergütung wird vom Ausbildungsbetrieb gezahlt – ob öffentliche Einrichtung oder privatwirtschaftliches Unternehmen. In der Regel darf die Vergütung im ersten Lehrjahr 80 Prozent des jeweils tariflich vereinbarten Betrags nicht unterschreiten. Als Minimum gelten 682 Euro brutto monatlich, wenn die Lehre zwischen dem 01.01. und dem 31.12.2025 angetreten wurde (§ 17 Absatz 1 und 2 BBiG). Dieser Betrag erhöht sich im zweiten und im dritten Lehrjahr um mindestens 18 bzw. 35 Prozent, bezogen auf das erste Ausbildungsjahr, auf 805 Euro bzw. 921 Euro brutto monatlich.

Wer als Vermessungstechniker seine Lehre bei einem kommunalen Arbeitgeber, also bei einem Amt, einer Behörde oder einem von der Kommune getragenen sogenannten „Regiebetrieb“ als Wirtschaftsunternehmen absolviert, erhält im gesamten Bundesgebiet nach Tarif bereits eine monatliche Brutto-Ausbildungsvergütung in Höhe von 1.293 Euro im ersten sowie 1.343 Euro bzw. 1.389 Euro im zweiten bzw. dritten Ausbildungsjahr. Typische tarifliche Ausbildungsvergütungen von Ingenieur-, Architektur- und Planungsbüros liegen dagegen mit einer monatlichen Brutto-Ausbildungsvergütung von 628 Euro, 818 Euro und 982 Euro im ersten, zweiten und dritten Lehrjahr auf bzw. knapp über dem gesetzlich vorgegebenen Mindestbetrag.

Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung hängt davon ab, ob man im öffentlichen Dienst, in einem Planungsbüro oder in der Bauwirtschaft eine Arbeitsstelle findet. In der Regel liegt es zwischen 2.000 Euro und 2.400 Euro brutto im Monat, mit etwas Berufserfahrung werden – zumindest im öffentlichen Dienst und im Bauhauptgewerbe – ca. 3.000 Euro bis 4.100 Euro brutto im Monat erreicht. Als beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung nennt die Bundesagentur für Arbeit beim öffentlichen Dienst die Spanne von ca. 3.200 Euro bis 3.800 Euro, für Gewerbebetriebe den Bereich von 2.600 Euro bis 2.800 Euro als Monatsbrutto. Als deutschlandweites Durchschnittsgehalt gibt die Bundesagentur einen Betrag von knapp 4.100 Euro Monatsbrutto an – wobei als unterer und oberer Wert ca. 3.360 Euro bis 5.000 Euro brutto im Monat genannt werden. Die Gehaltsangaben differieren also je nach Quelle teils erheblich.


Wie kann ein Vermessungstechniker aufsteigen?

Die Technik entwickelt sich weiter – und ein Techniker, also auch ein Vermessungstechniker, muss die Entwicklungen verfolgen und seine berufliche Qualifikation anpassen, um nicht abgehängt zu werden. Die Entwicklung geht in Richtung Elektronik, Digitalisierung, 3-D und KI, also künstliche Intelligenz. Drohnen mit Kameras, 3-D-Laserscanner, Satellitentechnik, KI, Global-Positioning-Systeme (GPS) und Geoinformationssysteme (GIS) sowie Apps für Planung und Vermaßung dienen der Aufnahme und Verarbeitung von Bilddaten und Geländeinformationen zu digitalen topografischen Karten. Die Dokumentation und Bereitstellung erfolgt im digitalen Dokumentenmanagement. Computer Aided Design (CAD) und Simulationssoftware wird genutzt, um mögliche Planungen zu visualisieren und Ergebnisse anschaulich darzustellen. Damit ein Vermessungstechniker diese Herausforderungen meistern kann, muss er Anpassungsweiterbildungen absolvieren. Im Bereich Vermessungstechnik werden beispielsweise Drohnenbefliegung oder die Sicherung von Vermessungsarbeiten im öffentlichen Raum angeboten. Qualifikationsangebote auf dem Gebiet Geowissenschaften und Geoinformationssysteme sind der Einstieg in GIS oder in spezielle Programme wie ArcGIS Pro oder MATLAB, das zur 3-D-Analyse, Auswertung und Modellierung eingesetzt wird. Weiterbildungen im CAD vermitteln Kenntnisse zur computergestützten Planung sowie 2-D- und 3-D-Modellierung und Visualisierung von Gebäuden und Landschaften. KI hilft bei der Auswertung von Scans oder Luftbildern und wird immer wichtiger zur Identifizierung und Zuordnung von verborgenen Gelände- und Untergrundmerkmalen – wie beispielsweise Siedlungsreste oder archäologische Fundstätten.

Wer sich für eine – besser bezahlte – Führungsposition qualifizieren möchte, sollte eine Aufstiegsweiterbildung wählen. An erster Stelle steht hier die Qualifizierung zum Techniker im Bereich Vermessungstechnik, um zum Beispiel als Leiter der GIS-Abteilung auch Führungs- und Personalverantwortung zu übernehmen. Eine andere Möglichkeit ist die Weiterbildung zum Ausbilder, um den nächsten Generationen von Vermessungstechnikern sein Wissen weiterzugeben. Um ihrer Rolle als Fach- und Führungskraft gerecht zu werden, sollten dann aber nicht nur die fachlichen Aspekte als „Hard Skills“ gestärkt werden, sondern auch die sogenannten „Soft Skills“. Hier stehen Themen wie Führungskompetenz, Personaleinsatzplanung und -entwicklung, Gesprächsführung, Konfliktmanagement oder Zeitmanagement im Vordergrund.

Für alle diejenigen Vermessungstechniker, die bereits die Hochschulreife vorweisen können, kommt auch ein Studium infrage, um höhere berufliche Positionen zu erreichen. Hier bieten sich Studiengänge an, die technische Aspekte mit „Erdkunde“ als Naturwissenschaft verbinden. Das Angebot reicht von der Vermessungstechnik über die Geotechnologie und Geoinformatik bis hin zu Geowissenschaften und Geografie. Aber auch Studienfächer wie Stadtplanung und Landschaftsarchitektur können reizvolle Perspektiven bieten. Hier kann das in der Ausbildung erworbene Wissen genutzt und viele theoretische Aspekte erweitert werden. Dem Bachelor oder Master stehen dann in seinem jeweiligen Fachgebiet viele Wege offen – sowohl im öffentlichen Dienst als auch in der „freien Wirtschaft“.

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