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Das Know-How.

Seminare, Schulungen, Ausbildungen und Trainings

Werkzeugmechaniker – Ausbildung


Werkzeugmechaniker stellen Werkzeuge, Formen und Vorrichtungen für Maschinen her und bauen sie in die Produktionsanlagen ein. Wichtig sind neben handwerklichem Geschick und technischem Verständnis insbesondere räumliches Vorstellungsvermögen und Genauigkeit.

Bildungsweg
Bildungsweg:
Duale Ausbildung
Empfohlener Abschluss
Empfohlener Abschluss:
mittlerer Bildungsabschluss
Ausbildungsdauer
Ausbildungsdauer:
3,5 Jahre
Ausbildungsvergütung
Ausbildungsvergütung:
ab ca. 1.200 Euro brutto im Monat im 1. Ausbildungsjahr

Was macht ein Werkzeugmechaniker?

Ein Werkzeugmechaniker macht Werkzeuge – und mit diesem Begriff wird ein breites Spektrum von Arbeitsmitteln beschrieben. Gemeint sind hier aber weniger Handwerkzeuge wie Hammer oder Zange, auch wenn ein Werkzeugmechaniker beispielsweise in der Medizintechnik etwa chirurgische Instrumente anfertigt. Meist handelt es sich aber um Werkzeuge, die in der industriellen Serienfertigung eingesetzt werden, also Bestandteile von Produktionsmaschinen sind. Die Bandbreite reicht dabei von Druck- und Spritzguss- sowie Stanz- und Umformwerkzeugen über Press- und Prägeformen bis hin zu komplexen mechanischen Vorrichtungen, die nötig sind, um Werkstücke zu bearbeiten, zu montieren oder zu prüfen.

Werkzeugmechaniker sind daher in den verschiedensten Branchen tätig – überall dort, wo Maschinen eingesetzt werden, um Metalle, Kunststoffe oder auch Verbundwerkstoffe in die gewünschte Form zu stanzen, prägen, formen, pressen oder ziehen. Und dies in den unterschiedlichsten Größenordnungen: von der tonnenschweren Presse für Stahlbleche bis zu Stanzen für Elektrokleinteile, von Aluminiumspritzgussformen bis zu Tiefziehvorrichtungen für Plastikbecher, von der Kuchenform in der Lebensmittelindustrie bis zur Tablettenpresse in der Pharmabranche.

Unterschieden werden dabei generell vier Einsatzgebiete: Stanztechnik, Formentechnik, Vorrichtungstechnik und Instrumententechnik.

  • Ein Werkzeugmechaniker, der im Bereich Stanztechnik arbeitet, fertigt die Einzelteile für Stanzwerkzeuge aus gehärtetem Stahl, die etwa zum Ausstanzen von Blechen eingesetzt werden. Anhand von zwei- oder auch dreidimensionalen Konstruktionszeichnungen setzt er die Teile auch zusammen und baut sie in die Stanzmaschinen ein.
  • Im Bereich Formentechnik stellt er Druck- oder Spritzgussformen oder auch Formen zum Tiefziehen her. Diese werden in der Metall und in der Kunststoff verarbeitenden Industrie benötigt, also beispielsweise in Gießereien oder in der Verpackungsindustrie, aber auch im Fahrzeugbau, etwa bei der Herstellung von Gehäusen oder Teilen der Fahrzeuginnenausstattung.
  • Ist der Werkzeugmechaniker in der Vorrichtungstechnik tätig, fertigt und montiert er Montage-, Schweiß- oder Prüfvorrichtungen. Diese halten die Werkstücke während der Bearbeitung in der exakten Position oder führen auch exakt vorgegebene Bewegungen aus.
  • Die Instrumententechnik ist der eher handwerkliche Bereich, in dem ein Werkzeugmechaniker arbeiten kann. Dabei stellt er feinmechanische Produkte für die Medizintechnik her, beispielsweise Skalpelle oder Arterienklemmen, oft in Handarbeit. Die Stückzahlen sind geringer, da der Aufwand je Instrumententeil relativ hoch ist. So werden etwa Metallrohlinge in die vorgegebene Form gehämmert und durch Schleifen, Polieren, Glänzen und Bürsten nachbearbeitet.

Der Werkzeugmechaniker setzt zur Herstellung der Werkzeuge oder der Werkzeugteile meist CNC-gesteuerte Fräs-, Dreh-, Bohr- oder Schleifmaschinen ein, die er bei Bedarf auch selbst programmiert. Er führt die Maschinen, das heißt er rüstet sie, spannt Rohlinge ein, richtet diese aus, bearbeitet sie und spannt sie dann wieder aus. Im Rahmen der Qualitätsprüfung überprüft er nach jedem Bearbeitungsschritt die Maße, wobei die Toleranzen bei Präzisionsteilen oft nur hundertstel Millimeter betragen. Die Einzelteile bearbeitet er anschließend manuell oder auch mithilfe von handgeführten Geräten weiter, etwa durch Härten, Schleifen, Entgraten, Polieren oder andere Formen der Oberflächenbehandlung und -veredlung. Danach setzt der Werkzeugmechaniker die Einzelteile zu kompletten Werkzeugen, Formen oder Vorrichtungen zusammen und prüft deren Funktion. Er montiert sie in der Fertigungsanlage und übernimmt während der Nutzungsdauer auch häufig deren Wartung und Instandhaltung oder Reparatur.

Zu den Aufgaben des Werkzeugmechanikers gehören damit unter anderem:

  • das Lesen, Erfassen und Umsetzen von technischen Zeichnungen, Montageplänen und anderen Unterlagen;
  • das Programmieren, Rüsten, Bedienen und Überwachen von CNC-Maschinen;
  • das Anfertigen sowie das Be- und Nacharbeiten von Einzelteilen;
  • die Qualitätskontrolle;
  • das Montieren von Bauteilen und Baugruppen zu Werkzeugen und Vorrichtungen;
  • das Einsetzen der Werkzeuge und Vorrichtungen in die Produktionsanlagen;
  • das Prüfen der Funktionsfähigkeit der Werkzeuge und Vorrichtungen;
  • die Wartung, Instandhaltung und Reparatur der Werkzeuge und Vorrichtungen.

Für wen ist die Werkzeugmechaniker-Ausbildung geeignet?

Die Werkzeugmechaniker-Ausbildung ist für alle die geeignet, die gerne handwerklich im Bereich Metalltechnik arbeiten und mehr machen möchten als „nur“ montieren – nämlich auch Einzelstücke in einer Werkstatt anfertigen. Eine der Voraussetzungen dafür ist technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen. Beides ist notwendig, um Pläne und technische Zeichnungen erfassen und umsetzen zu können, aber auch, um mit modernen Gerätschaften wie computergesteuerten Maschinen (CNC-Dreh-Fräs- oder Bohrmaschinen) Werkstücke in höchster Präzision zu fertigen. Des Weiteren sind handwerkliche Fähigkeiten, Kraft und Ausdauer erforderlich, um Werkstoffe und Bauteile mit handgeführten Geräten zu bearbeiten oder auch Vorrichtungen zu montieren, zu warten und zu reparieren. Vom Werkzeugmechaniker wird dabei eine große Genauigkeit und Sorgfalt sowie Konzentrationsvermögen erwartet, damit die Werkzeuge und Formen die hohen Ansprüche an die Maßhaltigkeit erfüllen.

Wer eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker anstrebt, sollte sich also schon in der Schule für die sogenannten MINT-Fächer interessieren:

  • Mathematik ist die Grundlage dafür, Berechnungen durchzuführen und Richtwerte, Vermaßungen und Toleranzen selbst zu ermitteln und anzupassen. Geometrie ist wichtig, um technische Zeichnungen und Pläne zu erfassen und räumlich – als Form oder Werkstück – umsetzen zu können.
  • Informatik wird benötigt, um als Anwender verschiedene Software-Programme nutzen zu können, aber insbesondere auch dafür, CNC-Maschinen oder 3-D-Drucker zu programmieren.
  • Naturwissenschaften, insbesondere Physik und Chemie, sind die Voraussetzung für das Verständnis von den Eigenschaften und vom Verhalten von Materialien wie Metallen und Kunststoffen. Für einen Mechaniker hat dabei naturgemäß die Mechanik als Teilbereich der Physik einen hohen Stellenwert.
  • Technik ist als praktische Anwendung das Bindeglied zwischen den anderen Fächern. Hier stehen der Einsatz und die richtige Handhabung von Werkzeugen und Geräten im Mittelpunkt.

Bei der späteren Arbeit als Werkzeugmechaniker gibt es dann drei Schwerpunkte:

  • konkrete praktische Tätigkeiten. Hier steht das maßgenaue Bearbeiten von Rohlingen und Bauteilen durch manuelles Sägen, Feilen, Hobeln, Schleifen und maschinelles Drehen, Fräsen und Bohren in Vordergrund. Dazu kommen das exakte Positionieren und sorgfältige Montieren von Einzelteilen und Baugruppen zu Werkzeugen und Vorrichtungen sowie das Warten, Instandhalten und Reparieren von Werkzeugen.
  • theoretisch-abstrakte Tätigkeiten. Im Mittelpunkt stehen hier die Programmierung von CNC-Maschinen und 3-D-Druckern und das Anpassen und Verbessern der Computersteuerung sowie das Prüfen der Funktionsfähigkeit von Werkzeugen, Formen und Vorrichtungen.
  • organisatorisch-prüfende Tätigkeiten. Typisch sind hier Qualitätsprüfungen der gefertigten Werkzeuge, Formen und Bauteile. Dazu gehören das Überprüfen der Maßgenauigkeit, der Härte und der Oberflächenbeschaffenheit sowie das Erstellen von Prüfprotokollen.

Ein Werkzeugmechaniker hat bestimmte physische Voraussetzungen zu erfüllen, um hochwertige Ergebnisse zu erzielen. Geschicklichkeit und Kraft sind erforderlich, um mit Handwerkzeugen und handgeführten Geräten sicher umgehen zu können oder CNC-Maschinen zu rüsten und Werkstücke zu bearbeiten. Beides ist auch notwendig, um Vorrichtungen zu montieren und Werkzeuge und Formen ein- und auszubauen. Zudem sollte er gesundheitlich robust sein, da er häufig werkstatttypischen Umgebungsbedingungen wie Lärm, Vibrationen, Hitze, Schweiß- und Lötrauchen oder Metallstäuben ausgesetzt ist. Ein gutes Hörvermögen ist von Vorteil, um auch in lauter Arbeitsumgebung auf Arbeitshinweise und Warnrufe reagieren zu können.

Da der Werkzeugmechaniker Produkte herstellt, die von anderen für ihre Arbeit benötigt werden, sind auch das Sozialverhalten und die Kommunikationsfähigkeit wichtig. Er muss Absprachen treffen und verlässlich einhalten und die Anweisungen seiner Führungskraft befolgen. Leistungs- und Einsatzbereitschaft sollten ausgeprägt sein, um zum Beispiel bei Arbeitsengpässen einzuspringen oder bei Störungen im Produktionsablauf von Stanz- und Umformwerkzeugen die Ursachen zu beseitigen.

Als Voraussetzungen für die Arbeit als Werkzeugmechaniker können damit benannt werden:

  • technisches Verständnis;
  • räumliches Denken und Abstraktionsvermögen;
  • Kenntnisse in Mathematik, Physik und Informatik;
  • Geschicklichkeit und Kraft;
  • selbstständige, präzise und sorgfältige Arbeitsweise;
  • Konzentrationsfähigkeit;
  • robuste körperliche Konstitution;
  • Teamfähigkeit und sprachliche Kompetenz.

Um die Ausbildung als Werkzeugmechaniker anzutreten, ist ein Schulabschluss keine rechtliche Voraussetzung. Dennoch stellen Betriebe überwiegend Ausbildungsanfänger mit mittlerem Schulabschluss ein. Im Jahr 2023 hatten von den fast 1.850 Ausbildungsanfängern 20 Prozent einen Hauptschulabschluss, die überwiegende Mehrheit (61 Prozent) einen mittleren Bildungsabschluss – etwa die Mittlere Reife – und 17 Prozent die Hochschulreife, also Abitur oder Fachabitur. Ohne Abschluss oder als Quereinsteiger haben 2 Prozent die Lehre begonnen. Diese Daten liefert das Datensystem Auszubildende (DAZUBI) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Wie läuft die Ausbildung zum Werkzeugmechaniker ab?

Werkzeugmechaniker ist ein anerkannter Ausbildungsberuf, der in dreieinhalb Jahren erlernt wird. Die Ausbildung erfolgt dual, sie findet also einerseits im ausbildenden Betrieb und andererseits in der Berufsschule statt. Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahrs ist der erste Teil der sogenannten gestreckten Abschlussprüfung als Zwischenprüfung abzulegen, der zweite Teil der Abschlussprüfung folgt in der Mitte des vierten Ausbildungsjahrs. Mit dem Bestehen der Prüfung ist die Ausbildung abgeschlossen und die Lehrzeit beendet.

Die betriebliche Ausbildung ist für Azubis kostenfrei. Die hier benötigten Ausbildungsmittel und die persönliche Schutzausrüstung (PSA) aus Sicherheitsschuhen, Gehörschutz, Handschuhen etc. stellt der ausbildende Betrieb zur Verfügung. Oft werden auch die Aufwendungen für die Fahrten zur Ausbildungsstätte übernommen. Finden betriebsübergreifende Kurse oder Berufsschulblöcke in größerer Entfernung statt, kommt der Ausbildungsbetrieb auch für eine eventuell notwendige auswärtige Unterbringung auf. Die Kosten der Lernmittel für den Unterricht in der Berufsschule und für Berufskleidung müssen Azubis dagegen selbst tragen, soweit es dazu keine betriebsinternen Regelungen gibt. Wer umziehen muss, um die Ausbildung aufnehmen zu können, kann als Auszubildender eine Förderung im Rahmen der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen.

Die schulische Ausbildung findet in der Berufsschule zu normalen Schulzeiten an maximal zwei Tagen in der Woche statt. Er kann auch zu jeweils mehrwöchigen Unterrichtsblöcken an unter Umständen weiter entfernten Schwerpunktschulen zusammengefasst werden. Auf dem Stundenplan stehen allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Englisch, Mathematik und Sozial- oder Gemeinschaftskunde. Den Schwerpunkt bilden allerdings berufsspezifische Fächer. In den ersten beiden Ausbildungsjahren wird beispielsweise das Fertigen von Bauelementen und Baugruppen mit handgeführten Werkzeugen und mit Maschinen vermittelt. Dazu kommen die Wartung und die Steuerungstechnik. In den letzten beiden Jahren werden das Herstellen von formgebenden Werkzeugoberflächen sowie das Planen, Fertigen, Inbetriebnehmen, Instandhalten sowie die Änderung und Anpassung technischer Systeme behandelt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der rechnergestützten Fertigung von Bauelementen.

Die praktische Ausbildung erfolgt im ausbildenden Unternehmen. Sie zielt darauf ab, die Kenntnisse und Fertigkeiten für alle üblicherweise anfallenden Arbeiten zu vermitteln und zu selbstständigem Arbeiten zu befähigen. Je nach Ausrichtung des Ausbildungsbetriebs erfolgt dabei eine Spezialisierung auf Stanztechnik, Vorrichtungstechnik, Formentechnik oder Instrumententechnik. In jedem Fall werden aber zunächst Grundfertigkeiten vermittelt wie die Handhabung von Werk- und Hilfsstoffen, das Anfertigen von Werkstücken, Bauteilen und Baugruppen mit unterschiedlichen Bearbeitungsverfahren sowie Montage- und Demontagetätigkeiten. Dazu kommen die Prüfung, Wartung und Instandhaltung von Betriebsmitteln und Bauteilen, aber auch Prüfverfahren und die Übergabe von Werkzeugen. Weitere Schwerpunkte sind die Steuerungstechnik und die Programmierung von Maschinen und Anlagen. Im dritten und vierten Lehrjahr werden diese Kenntnisse vertieft. Im Vordergrund stehen neu Geschäftsprozesse und Qualitätssicherungssysteme. Über die gesamte Ausbildungszeit erfolgen Unterweisungen in relevanten arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen und über betriebliche Sicherheitskonzepte.

Bereits während der Ausbildung können sich angehende Werkzeugmechaniker auch weiterqualifizieren. Zusatzqualifikationen sind möglich in den Bereichen Systemintegration, Prozessintegration, Additive Fertigungsverfahren (wie etwa 3-D-Druck) und IT-gestützte Anlagenänderung. Diese sogenannten „kodifizierten Zusatzqualifikationen“ werden im Rahmen der Abschlussprüfung gesondert geprüft.

Wie viel verdient ein Werkzeugmechaniker?

Wer im dualen System ausgebildet wird, hat Anrecht auf eine angemessene Ausbildungsvergütung. Was angemessen ist und welche Kriterien dafür gelten, gibt das Berufsbildungsgesetz (BBiG) vor. Die in § 17 BBiG abgegebenen Zahlen sind Mindestwerte für das Monatsbrutto. Sie werden jedes Jahr angepasst und im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Diejenigen, die im Jahr 2025 eine Ausbildung beginnen, sollten danach im ersten Jahr der Berufsausbildung 682 Euro, im zweiten Jahr 805 Euro, im dritten Lehrjahr 921 Euro und im vierten Ausbildungsjahr 955 Euro erhalten. Ansonsten richtet sich die Höhe der Ausbildungsvergütung nach tarifvertraglichen Vereinbarungen, wenn der Ausbildungsbetrieb tariflich gebunden ist.

Für Werkzeugmechaniker, die in der Metall- und Elektroindustrie ausgebildet werden, gibt die Arbeitsagentur Spannweiten von 1.206 – 1.338 Euro im ersten, 1.259 – 1.372 Euro im zweiten, 1.337 – 1.466 Euro im dritten und 1.419 – 1.537 Euro im vierten Ausbildungsjahr an, jeweils als monatliche Brutto-Ausbildungsvergütung. Die Unterschiede resultieren aus den jeweiligen Tarifverträgen, die in den einzelnen Bundesländern bzw. Tarifgebieten abgeschlossen wurden.

Nicht tarifgebundene Unternehmen sind in der Regel kleiner als tarifgebundene und zahlen oft niedrigere Ausbildungsvergütungen, teils weniger als 1.000 Euro als monatliches Brutto im ersten Lehrjahr. Auch in anderen Branchen als der Metall- und Elektroindustrie kann die Ausbildungsvergütung von den hier genannten Werten abweichen.

Das Einstiegsgehalt nach dem Abschluss der Ausbildung hängt ebenfalls stark davon ab, in welcher Region Deutschlands der Arbeitgeber seinen Standort hat, welcher Branche er angehört und ob er einen Tarifvertrag unterschrieben hat. Von verschiedenen Job-Portalen werden Werte zwischen 1.600 Euro und 3.300 Euro als monatlicher Bruttoverdienst für Berufsanfänger genannt. Realistisch sind vermutlich etwa 2.900 Euro Monatsbrutto. Als deutschlandweite durchschnittliche tarifliche Grundvergütung gibt die Agentur für Arbeit ca. 3.400 bis gut 3.700 Euro Monatsbrutto an. Mit zehn und mehr Jahren Berufserfahrung können dann bis zu 4.600 Euro brutto im Monat erreicht werden – plus Sonderleistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder Erfolgsprämien.

Wie kann ein Werkzeugmechaniker aufsteigen?

Neue Produkte und neue Fertigungsverfahren verlangen immer wieder neue Werkzeuge – auch aus neuen Materialien und Werkstoffen. Die Fügetechniken verändern sich ebenfalls. Dies alles wirkt sich bei Arbeiten wie der Montage und Demontage sowie bei der Wartung und Instandhaltung aus und verändert damit den Arbeitsalltag eines Werkzeugmechanikers. Hier helfen Anpassungsweiterbildungen, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben, den Überblick zu bewahren und den Anschluss nicht zu verlieren. Klassische Fortbildungen werden angeboten in den Bereichen Werkzeugbau, NC- und CNC-Technik, spanende Metallbearbeitung, Feinwerktechnik sowie Schweiß-, Füge- und Trenntechniken. Wartung und Instandhaltung sowie Qualitätsprüfung sind ebenfalls typische Fortbildungsbereiche. Wer Interesse hat an der Arbeit am Computer, hat die Möglichkeit, zukunftsweisende Weiterbildungen in Computer Aided Design (CAD) oder in additiven Fertigungsverfahren, hierzu zählt insbesondere der 3-D-Druck, zu absolvieren.

Wer die nächsten Sprossen auf der Karriereleiter ersteigen möchte, sollte dazu eine Aufstiegsweiterbildung nutzen. Hier bieten sich viele Möglichkeiten – sowohl im Bereich Technik als auch im Bereich Betriebswirtschaft. Technisch ausgerichtet sind die Weiterbildungen zum Techniker, etwa in den Fachrichtungen Maschinentechnik, Zerspanungstechnik, Feinwerktechnik oder Medizintechnik oder auch zum REFA-Techniker, und die zum Industriemeister Metall oder Medizintechnik bzw. zum Chirurgiemechanikermeister. Daneben gibt es auch Weiterbildungen zur CNC-Fachkraft, zum Konstrukteur, zum Prozessmanager der Fachrichtung Produktionstechnologie oder zum Berufsspezialist für industrielle Teilereinigung. Wer mehr betriebswirtschaftlich orientiert ist, kann den technischen Fachwirt anstreben. Möchte jemand seine Kenntnisse weitergeben, ist die Qualifikation als Ausbilder wichtig. Alle Weiterbildungen qualifizieren für verantwortungsvollere und höherwertige Positionen in der Fertigung oder im kaufmännischen Bereich, etwa im Einkauf. Von allgemeinem Interesse sind Seminare in Richtung Qualitätsmanagement, Umweltschutz oder Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Wer Führungsverantwortung anstrebt, sollte zudem zusätzlich Schulungen belegen, mit denen er seine Soft Skills stärken kann. Hier stehen Themen wie Kommunikationsfähigkeit, Selbstorganisation und -motivation sowie allgemein Führungsseminare an.

Wer als Werkzeugmechaniker ein Abitur oder Fachabitur vorweisen kann, hat damit seine Hochschulzugangsberechtigung. Mit dieser ist es möglich, ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule aufzunehmen. Die praktische Erfahrung in der Werkstatt kann in Studiengängen wie Konstruktionstechnik, Produktionstechnik oder Maschinenbau theoretisch untermauert und erweitert werden. Wirtschaftsingenieurwesen bietet sich für betriebswirtschaftlich Interessierte als Studium an. Mit dem Abschluss als Bachelor oder Master steht der Weg in die Führungsetage in der Entwicklung, der Konstruktion, der Produktion oder auch im Vertrieb offen.

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