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Das Know-How.

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Zerspanungsmechaniker – Ausbildung


Zerspanungsmechaniker fertigen und bearbeiten Bauteile aus verschiedenen Werkstoffen. Hierfür arbeiten sie mit CNC-gesteuerten Dreh-, Fräs- und Schleifmaschinen. Sie steuern und überwachen den Bearbeitungsprozess und überprüfen die fertigen Werkstücke. Auch die Wartung der Maschinen gehört zu ihren Aufgaben. Früher wurde der Beruf des Zerspanungsmechanikers auch als „Dreher“ oder „Fräser“ bezeichnet – mit dem verstärkten Einsatz von CNC-Maschinen wurden diese beiden „alten Berufsbezeichnungen“ abgeschafft bzw. durch die Berufsbezeichnung „Zerspanungsmechaniker“ ersetzt.

Bildungsweg
Bildungsweg:
Duale Ausbildung
Empfohlener Abschluss
Empfohlener Abschluss:
mindestens Hauptschulabschluss
Ausbildungsdauer
Ausbildungsdauer:
3,5 Jahre
Ausbildungsvergütung
Ausbildungsvergütung:
ab 650 €/Monat im 1. Ausbildungsjahr

Was macht ein Zerspanungsmechaniker?

Zerspanen oder Spanen ist eine Tätigkeit, bei der im wahrsten Sinne des Wortes „Späne fliegen“ – ein Werkstück wird durch das Entfernen von überschüssigem Material in die gewünschte Form gebracht. Die drei Verfahren hierfür sind: Fräsen, Drehen und Schleifen. In der Praxis muss jedoch auch das Bohren als typisches Verfahren genannt werden. Dementsprechend ist der Arbeitsplatz des Zerspanungsmechanikers an konventionellen Fräs-, Dreh- und Bohrmaschinen, an CNC-gesteuerten Maschinen oder gelegentlich an 3D-Druckanlagen zu finden.

Zerspanungsmechaniker fertigen Bauteile, die beispielsweise für Maschinen, Turbinen oder Motoren verwendet werden. Dabei müssen die Teile bis auf wenige hundertstel Millimeter passgenau hergestellt werden. Dementsprechend muss der Zerspanungsmechaniker sehr sorgfältig und exakt arbeiten. Doch auch über die Anfertigung von Einzelstücken hinaus kann der Zerspanungsmechaniker kleinere oder größere Serien fertigen bzw. bei der Arbeit an digital vernetzten Fertigungssystemen zum Einsatz kommen.

Auch nach der Herstellung der Bau- und Präzisionsteile ist die Arbeit des Zerspanungsmechanikers noch lange nicht abgeschlossen. Die Qualitätskontrolle, wie beispielsweise das Überprüfen der Maßangaben und der Materialoberflächen, sowie die regelmäßige Inspektion und Wartung der Maschinen gehören ebenfalls zu seinen Aufgaben. Typische Werkstoffe sind Metall, Leichtmetall oder Stahl – der Zerspanungsmechaniker kann jedoch auch Kunststoffe bearbeiten.

Die Aufgaben des Zerspanungsmechanikers lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Auswahl des Rohlings, der bearbeitet werden soll
  • Bearbeitung mit der entsprechenden Maschine oder dem entsprechenden Werkzeug
  • Qualitätskontrolle der Werkstücke
  • Instandhaltung von Anlagen und Maschinen
  • Teilweise auch Anfertigung von kleineren oder größeren Serien

Zerspanungsmechaniker tragen bei ihrer Arbeit Schutzkleidung: Hierzu gehören beispielsweise Schutzmasken, Arbeitsschuhe, Schutzbrillen und Handschuhe.


Für wen ist die Zerspanungsmechaniker-Ausbildung geeignet?

Wer Zerspanungsmechaniker werden möchte, sollte Interesse an praktisch-konkreten Tätigkeiten haben und geschickt im Umgang mit Händen und Fingern sein. Da in diesem Ausbildungsberuf Werkstücke bis auf wenige hundertstel Millimeter bearbeitet werden, ist eine exakte und sorgfältige Arbeitsweise sowie eine gute Auge-Hand-Koordination unumgänglich.

Der Beruf des Zerspanungsmechanikers ist sehr vielfältig – wer ihn lernen möchte, sollte neben handwerklichem Geschick auch Durchhaltevermögen, Geduld und ein Interesse an Technik mitbringen. Eine gute Voraussetzung für einen erfolgreichen Abschluss haben Schüler, die sich für die Fächer Physik, Mathematik, Informatik und Werken interessieren.

Zerspanungsmechaniker arbeiten in Werkhallen und kommen mit Werkstaub sowie den verschiedensten Materialien und Lösungsmitteln in Berührung. Je nach Tätigkeit fliegen Funken durch die Luft oder scharfe Metallspäne fallen. In der Werkhalle ist es oft laut, und es können unangenehme Gerüche oder Dämpfe entstehen. Bei der Maschinenwartung kommen Zerspanungsmechaniker außerdem mit Schmier-, Kühl- und Reinigungsmitteln in Kontakt. Dementsprechend sollten Interessenten für diesen Beruf gesund und körperlich belastbar sein.

Zudem sind soziale Kompetenzen ein wichtiger Baustein im Alltag eines Zerspanungsmechanikers – wie auch in allen anderen Berufen. Sie ermöglichen ein gutes Miteinander und tragen wesentlich zu einem erfolgreichen Arbeiten bei. Bewerber sollten Einsatz- und Leistungsbereitschaft mitbringen, sorgfältig und selbstständig arbeiten können sowie zuverlässig und ehrlich sein.

Die besten Chancen auf einen Ausbildungsplatz in der Industrie haben Anwärter mit einem Realschulabschluss. In Handwerksbetrieben reicht oft auch ein guter Hauptschulabschluss.


Wie läuft die Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker ab?

Die Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker zählt zu den anerkannten dualen Ausbildungsberufen und dauert dreieinhalb Jahre. Ein Teil der Zeit verbringen die Auszubildenden in einem Betrieb, den anderen Teil absolvieren sie in einer Berufsschule, wo der Theorieanteil vermittelt wird. Dies erfolgt entweder in Blöcken oder kann auf die jeweiligen Wochentage aufgeteilt sein. Nach dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet der erste Teil der Abschlussprüfung statt. Der zweite und letzte Teil der Abschlussprüfung erfolgt am Ende der Ausbildung.

Die Inhalte der Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker sind sowohl praktischer als auch theoretischer Natur. Die Auszubildenden lernen zum Beispiel, wie man Werkstoffeigenschaften beurteilt und nach welchen Kriterien Werkstoffe ausgewählt werden. Auch der Umgang mit und die Wartung von Produktionsmaschinen sowie die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen und der betrieblichen Richtlinien zur Nutzung von IT-Systemen sind Bestandteil der Ausbildung. Die Auszubildenden lernen zudem, wie man beispielsweise Programme für numerisch gesteuerte Werkzeugmaschinen oder Fertigungssysteme eingibt, ändert, testet oder wie Qualitätssicherungssysteme im eigenen Betrieb angewendet werden.

Die Ausbilder in der Berufsschule gehen näher auf berufsspezifische Lernfelder ein und vermitteln beispielsweise Kenntnisse im Fertigen von Bauelementen mit Maschinen oder der Optimierung von Fertigungsprozessen. Es gibt aber auch weiterhin das Fertigen von Bauelementen mit handgeführten Werkzeugen, um den Auszubildenden ein Gefühl für die Materialien zu vermitteln. Auch Fächer wie Deutsch, Wirtschafts- und Sozialkunde stehen auf dem Stundenplan.

Um die Auszubildenden ausreichend auf ihr Berufsleben vorzubereiten, lernen sie während der gesamten Ausbildungszeit, welche Rechte und Pflichten sie haben, wie der Ausbildungsbetrieb organisiert ist und was es beim Thema Umweltschutz zu beachten gilt.


Wie viel verdient ein Zerspanungsmechaniker?

Wer eine duale Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker absolviert, erhält vom Ausbildungsbetrieb eine Ausbildungsvergütung. Handelt es sich um einen tarifgebundenen Betrieb, so richtet sich die Höhe nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Im Berufsbildungsgesetz ist festgelegt, wie hoch die Ausbildungsvergütung sein sollte, damit sie angemessen ist – dies muss gewährleistet sein. Die Höhe ist nach Ausbildungsjahr gestaffelt und kann je nach Branche und Bundesland variieren. So wird im Metallhandwerk meist weniger gezahlt als in der Metall- und Elektroindustrie, und in Hessen sind die Vergütungen höher als beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern. Auszubildende in Ausbildungsbetrieben des Metallhandwerks können im ersten Ausbildungsjahr mit durchschnittlich 860 Euro Ausbildungsvergütung rechnen, im vierten Jahr sind es im Schnitt 1.117 Euro. In der Metall- und Elektroindustrie sind es hingegen im ersten Ausbildungsjahr circa 1.129 Euro und im vierten Jahr 1.326 Euro.

Ist die Berufsausbildung abgeschlossen, können „fertige“ Zerspanungsmechaniker mit folgenden Gehältern rechnen, wenn sie eine Anstellung in einem Betrieb beginnen: Etwa 3.234 Euro brutto monatlich gibt gehalt.de für Beschäftigte an, die weniger als drei Jahre im Betrieb tätig waren. Nach langjähriger Berufserfahrung kann das Gehalt je nach Branche und Arbeitsort auf bis zu 4.500 Euro ansteigen. Auch hier existiert eine Spannbreite in Bezug auf die Bundesländer. Doch auch die Betriebsgröße beeinflusst das Gehalt: Größere Betriebe zahlen tendenziell mehr als kleine und mittelständische Unternehmen. Da Zerspanungsmechaniker in den meisten Industrieunternehmen im Schichtbetrieb arbeiten, variiert das Gehalt zudem je nach Arbeitszeit. In der Nachtschicht werden entsprechende Nachtzuschläge auf den Bruttostundenlohn angerechnet und erhöhen den Verdienst deutlich.


Wie kann ein Zerspanungsmechaniker aufsteigen?

Nach der Ausbildung haben Zerspanungsmechaniker die Möglichkeit, in Betrieben des Maschinenbaus, der Luft- und Raumfahrt, des Metall- und Fahrzeugbaus sowie im Bereich der Kfz- und Zweiradherstellung zu arbeiten. Je nach Unternehmen und Tätigkeitsschwerpunkt kann es für Zerspanungsmechaniker notwendig sein, sich mit neuen, digitalen Veränderungen der Arbeits- und Berufswelt auseinanderzusetzen und sich beispielsweise mit 3D-Laserscanning, Augmented Reality Operationen oder Sensorik näher zu beschäftigen. Durch eine Aufstiegsweiterbildung zum Industriemeister Fachrichtung Metall oder zum Techniker mit der Fachrichtung Maschinenbau können Zerspanungsmechaniker ihre Kenntnisse erweitern und langfristig auch Führungspositionen erreichen.

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