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Forschungsreferent


Forschungsreferent Aufgaben und Gehalt
 

Was ist ein Forschungsreferent?

Ein Forschungsreferent ist der Mittelsmann zwischen Forschung und Administration. Dank seines akademischen Hintergrunds durch Studium und oft auch Promotion ist er mit den Gepflogenheiten sowie den Denk- und Vorgehensweisen im wissenschaftlichen Umfeld und in der Forschung vertraut. In der Regel hat er sich zudem während seiner Tätigkeiten als Wissenschaftlicher Mitarbeiter bereits in fortgeschrittenen Abschnitten des Masterstudiums – etwa der Masterarbeit – oder spätestens während der Promotion mit der Finanzierung seines Forschungsprojekts auseinandersetzen müssen. Ihm sind also die Problematiken bei der Beantragung von Budgets aus dem öffentlichen Haushalt, Fördergeldern oder Drittmitteln bewusst. Außerdem kennt er die Strukturen und Abläufe in der Verwaltung von Hochschulen, in Fachbereichen und Instituten. Musste er Fremd- oder Drittmittel beschaffen, hat er sich vermutlich intensiv mit Förderprogrammen, Stipendiengebern wie Stiftungen und Fonds sowie unter Umständen auch mit Unternehmen auseinandersetzen müssen, die Forschungsaufträge vergeben und finanzieren.

Als Berater ist der Forschungsreferent Ansprechpartner in allen Fragen, die die Forschung, deren Finanzierung und auch den Wissenstransfer betreffen. Bekannt ist insbesondere seine Arbeit an den Hochschulen. Aber auch an anderen Stellen steht er allen in der Wissenschaft Tätigen mit Rat und Tat zur Seite. Dazu gehören zum Beispiel Behörden vom Akademischen Auslandsamt bis zum Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), Institutionen wie Forschungsgemeinschaften bzw. -gesellschaften und Förderorganisationen wie Stiftungen sowie Unternehmen. Er unterstützt die Wissenschaftler bei der Antragstellung, der Vertragsgestaltung und der Erstellung von Finanzierungsplänen und hilft bei der Einwerbung von Drittmitteln auf nationaler und internationaler Ebene. Das Spektrum seiner Klienten beginnt bei den fortgeschrittenen Studierenden und deren Abschlussarbeiten sowie Promovierenden und Postdocs, die als wissenschaftlicher Nachwuchs ihre ersten Projekte mehr oder weniger selbstständig durchführen. Auch das Rückgrat von Forschung und Lehre profitiert von den Auskünften und Hinweisen auf Finanzierungs- und Transfermöglichkeiten, die der Forschungsreferent geben kann. An den Hochschulen ist dies der Mittelbau mit seinen akademischen Räten und Oberräten, den Habilitierenden und den Privatdozenten, in Firmen sind dies die Angehörigen oder Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen (F&E, im englischen Sprachraum „Research and Development“, R&D). Zu guter Letzt können auch Dozenten vom Junior- über den Honorarprofessor bis zum Lehrstuhlinhaber Tipps vom Forschungsreferenten erhalten, wie und wo sie auf nationaler oder internationaler Ebene Partner für ihre Forschungsprojekte finden und mit ihnen in Kontakt kommen können. Hier nutzt der Forschungsreferent sein Wissen über Forschungsprojekte und -verbünde, private und öffentlich finanzierte wissenschaftliche Institutionen, Industriepartner sowie Förder- und Unterstützungsprogramme. Ebenso kann er seine Kenntnisse über Anschubfinanzierungen und Initiativen aus Politik und Wirtschaft einsetzen, um zu informieren oder auch Netzwerkarbeit zu betreiben bzw. zumindest zu initiieren.

An einem Forschungsinstitut oder in einer Behörde kann der Forschungsreferent – zum Beispiel als Wissenschaftlicher Referent – auch selbst mit eigenen Forschungsprojekten aus seinem Fachgebiet betraut werden. In diesem Fall organisiert er beispielsweise empirische Untersuchungen, führt Interviews und Feldstudien durch und wertet sie nach anerkannten wissenschaftlichen Kriterien und mit statistischen Methoden aus. Die Ergebnisse werden dann in Publikationsorganen wie Fachzeitschriften oder -journalen veröffentlicht – oder dienen, etwa als Referentenentwurf, als Entscheidungsgrundlage für Politiker oder politische und gesellschaftliche Gremien.


Welche Aufgaben hat ein Forschungsreferent?

Ein Forschungsreferent hat in erster Linie die Aufgabe, wissenschaftlich Tätige zu beraten, zu betreuen und zu informieren und schließlich zu vernetzen. Erst danach folgt die Aufgabe, eigene wissenschaftliche Studien durchzuführen, auszuwerten und zu publizieren bzw. Entscheidern in Politik und/oder Wirtschaft zur Verfügung zu stellen.

Der Forschungsreferent fungiert an Hochschulen und bei Behörden dabei als Ansprechpartner für die wissenschaftlichen Nachwuchskräfte ebenso wie für die etablierten Wissenschaftler und Dozenten. Er informiert sie über Förderprogramme, Stipendien und Förderinstitutionen im In- und Ausland und die für eine Unterstützung notwendigen Voraussetzungen. Dies erfolgt über alle Fachbereiche hinweg, oft in Form von jeweils auf eine Fakultät – Naturwissenschaften, Technik, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Geisteswissenschaften oder Medizin – spezialisierten Referenten. Zudem unterstützt der Forschungsreferent (Nachwuchs-)Wissenschaftler bei der Antragstellung zur Einwerbung von Fremd- und Drittmitteln, der Vertragsgestaltung, der Erarbeitung eines Finanzierungsplans und der Aufstellung eines Budgets sowie bei der Berichterstattung – etwa bei der Auswahl der im jeweiligen Fachbereich relevanten Journals.

Um diese Beratungsleistung anbieten zu können, pflegt der Forschungsreferent seine Kontakte zu anderen nationalen, europäischen und internationalen Beratungsstellen sowie Fördereinrichtungen, wissenschaftlichen Gesellschaften und Unternehmen. Im Rahmen der Verbund- bzw. Auftragsforschung zeigt er dabei bestehende Möglichkeiten der Weiterqualifizierung sowie die Vor- und Nachteile einer Zusammenarbeit auf. Um dies zu gewährleisten, vermittelt er den Forschenden Kontakte zu Arbeitsgruppen an anderen Hochschulen, Instituten und Forschungseinrichtungen und lotet Kooperationen aus.

Arbeitet der Forschungsreferent bei einer Förder- bzw. Forschungsgemeinschaft oder einer Stiftung, berät und betreut er die Antragsteller von Fördermitteln bzw. die Stipendiaten. Im Zentrum stehen hier Förderwürdigkeit von Forschungsvorhaben oder auch Promotionen sowie die Übereinstimmung der mit der wissenschaftlichen Arbeit verfolgten Ziele mit den Förderbedingungen oder den Stiftungszielen. Wird die Förderwürdigkeit anerkannt, unterstützt der Forschungsreferent den Bewerber bei der Antragstellung.

Eigene Forschungsprojekte führt der Forschungsreferent unter anderem an Forschungsinstituten durch. In der Regel sind es empirische Untersuchungen und Feldstudien in den Bereichen Geistes- und Sozialwissenschaften – auch Umfragen zur Politik – oder Studien mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund. Hier sind es oft Untersuchungen beispielsweise zur Governance oder Compliance von Unternehmen – also der Unternehmensführung oder der Regelkonformität – sowie zu dem Finanzgebaren von Kreditinstituten. Der Forschungsreferent bereitet solche Projekte vor, indem er zum Beispiel Fragebögen erstellt, und führt sie in Form von Interviews durch. Diese Befragungen finden im direkten persönlichen Kontakt, offline per Anschreiben und Brief oder auch online per Mail oder Social Media statt. Die Ergebnisse wertet er nach wissenschaftlichen Standards und Kriterien aus und legt sie den Auftraggebern aus Politik und Wirtschaft vor oder publiziert sie in entsprechenden Fachmedien.

Darüber hinaus kann es auch zu den Aufgaben eines Forschungsreferenten gehören, Vorträge zu halten und Konferenzen oder Symposien zu planen und zu organisieren. Dies reicht vom Erstellen des Konferenzprogramms durch Einladung und inhaltliche Abstimmung der Vortragenden über die Ausarbeitung eines Besucherprogramms und die Betreuung der Gäste bis zur Öffentlichkeits- und Pressearbeit.

Die vielfältigen Aufgaben eines Forschungsreferenten umfassen damit unter anderem:

  • Beratung und Information von wissenschaftlich Tätigen zu allen Fragen der Finanzierung, Förderung und Kooperation;
  • Hilfe bei der Antragstellung und Vertragsgestaltung;
  • Beurteilung der Förderwürdigkeit von Forschungsvorhaben;
  • Vermittlung von Kontakten auf nationaler und internationaler Ebene;
  • Netzwerken mit wissenschaftlichen Institutionen, Fördereinrichtungen und Unternehmen;
  • Durchführung eigener Forschungsprojekte wie Umfragen und Feldstudien;
  • Aufarbeitung, Auswertung und Publikation der Ergebnisse;
  • Planung, Organisation und Durchführung von Fachkonferenzen und Symposien;
  • Öffentlichkeits- und Pressearbeit.

Welche Kompetenzen braucht ein Forschungsreferent?

Ein Forschungsreferent braucht einen akademischen Background – er muss also mit den Wegen und Stationen der wissenschaftlichen Aus- und Weiterbildung vertraut sein, einen Teil davon selbst durchlaufen haben und den Anspruch erfüllen, wissenschaftlich arbeiten zu können.

Essenziell für die qualifizierte Arbeit als Forschungsreferent sind zudem zwei weitere Voraussetzungen: Eine ist die Kenntnis der Verwaltungsstrukturen und der Zuständigkeiten in der Hochschule und bei der öffentlichen Hand, auf Länder- und Bundesebene sowie auf Ebene der Europäischen Union (EU). Hier sind die Übergänge zur Wissenschaftspolitik fließend. Die Zweite ist der Überblick über die Förderlandschaft und die Forschungsprogramme, -verbünde und -kooperationen. Dies reicht von regionalen Wirtschaftsunternehmen mit ihren Angeboten für Werkstudenten über Studienförderwerke wie Stiftungen verschiedenster Ausrichtungen bis hin zu Erasmus+ – als Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union – und Eureka, einem internationalen Netzwerk aus 48 Ländern und der Europäischen Kommission. Der Forschungsreferent sollte die öffentlichen, gemeinnützigen und insbesondere die privatwirtschaftlichen Anbieter von Fördermitteln und Austauschprogrammen auf nationaler, europäischer und auch internationaler Ebenen kennen. Dies ist notwendig, um sich in dem Geflecht von Grundlagen-, Auftrags- und Drittmittel- sowie Firmenforschung zurechtzufinden und darüber informieren sowie dazu beraten zu können. Und er sollte wissen, wie und wo er sich über aktuelle Entwicklungen, Trends und Ergebnisse in Wissenschaft und Forschung weltweit informieren kann. Bei seiner Recherche sollte er nicht nur auf gedruckte oder elektronische Fachzeitschriften und Journals sowie Publikationslisten und Zitationsverzeichnisse zurückgreifen, sondern auch in der Lage sein, Online-Quellen wie Pre-Print-Server und (Patent-)Datenbanken zu nutzen.

Der Forschungsreferent wirkt dabei als Berater und Vermittler. Seine Klienten sind Akademiker und akademische Nachwuchskräfte aller Fachrichtungen und auch Kontaktpersonen aus studentischen Verbänden und Vereinigungen. Um deren Interessen und Vorstellungen im Gespräch zu erkunden und wahrzunehmen, sind Empathie, eine rasche Auffassungsgabe und gute kommunikative Fähigkeiten notwendig, auch in mindestens einer Fremdsprache. Diese Kompetenzen braucht der Forschungsreferent ebenso, um mit Vertretern gemeinnütziger Organisationen wie Stiftungen oder auch forschender Unternehmen zu verhandeln, um Forschungsaufträge oder Fördergelder zu vermitteln – auch im internationalen Umfeld und vor Ort, mit entsprechender Reisetätigkeit. Insgesamt ist eine gute Ausdrucksfähigkeit in Sprache und Schrift sowie ein Verständnis für „Amtsdeutsch“ gefragt, um Anfragen zu formulieren oder bei der Ausfertigung von Anträgen und anderen behördlichen Dokumenten unterstützen zu können. Begleitet er die Wissenschaftler bei ihren Forschungsarbeiten oder -aufträgen von der Beantragung von Forschungsgeldern oder Fördermitteln bis zum Abschluss der Arbeiten – etwa der Promotion –, sollte er über gute Kenntnisse im Projektmanagement verfügen.

Diese sind auch hilfreich, wenn der Forschungsreferent selbst aktiv in der empirischen Forschung tätig ist. Denn in diesem Fall hat er ein Forschungsprojekt von der Konzeption des Fragebogens über die Durchführung der Interviews bis zur statistisch validen Auswertung der Antworten und der Vorstellung der Ergebnisse zu verantworten. Dazu muss der Forschungsreferent wissenschaftliche Methoden wie Befragungs- und Präsentationstechniken beherrschen, aber auch mathematische bzw. statistische Verfahren sicher anwenden können. Folgt aus der Forschungsarbeit eine Publikation oder dient sie als Entscheidungsgrundlage, sollte der Forschungsreferent die Resultate zudem in einer angemessenen Weise und ohne formale oder sprachliche Mängel aufbereiten können.

Organisatorisches Geschick ist nicht nur bei der Konzeption und Durchführung eigener Forschungsprojekte gefragt, sondern gilt auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere bei der Vorbereitung von Workshops, Konferenzen, Symposien und anderen wissenschaftlichen Veranstaltungen. Inhaltlich ist der Forschungsreferent eingebunden bei der Themensetzung und der Auswahl und Einladung der Redner. Formal hat er für den angemessenen Rahmen zu sorgen – vom Tagungsort und dem Catering über die Betreuung der Teilnehmer bis hin zum Begleitprogramm. Ist ein Tagungsband geplant, ist er auch hier federführend bei dessen Realisierung.

Zu den Kompetenzen, über die ein Forschungsreferent verfügen sollte, gehören damit unter anderem:

  • akademischer Background durch wissenschaftliche Ausbildung;
  • sehr gute Kenntnis der Verwaltungsstrukturen und der Förderlandschaft;
  • hohe Affinität zu administrativen Prozessen;
  • Empathie und Kontaktfähigkeit;
  • rasche Auffassungsgabe und Kommunikationsstärke;
  • Organisationstalent;
  • gute Ausdrucksfähigkeit in Sprache und Schrift;
  • gute Fremdsprachenkenntnisse;
  • Projektmanagement;
  • Anwendung mathematischer und statistischer Verfahren;
  • Beherrschen von Präsentationstechniken;
  • selbstständiges, verantwortungsbewusstes Arbeiten.

Wie wird man Forschungsreferent?

Forschungsreferent wird man nicht mit dem erfolgreichen Absolvieren einer Ausbildung oder eines Studiums, denn es handelt sich dabei nicht um einen anerkannten Abschluss, sondern um eine berufliche Einsatzmöglichkeit und Funktionsbeschreibung. Allerdings ist in der Regel ein mit einem Master oder einer Promotion abgeschlossenes Hochschulstudium Voraussetzung, da ein Forschungsreferent die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens beherrschen muss und über umfassendes Hintergrundwissen in „seinem“ und angrenzenden Fachgebieten verfügen sollte. Entsprechend seinem gewählten Studiengang bzw. Schwerpunkt in einer der Fakultäten – Naturwissenschaft, Technik, Geistes- ,Sozial- oder Wirtschaftswissenschaften, Medizin – wird er als Forschungsreferent als Experte in seinem Fachbereich tätig werden.

Bereits während des Studiums kann der werdende Forschungsreferent, etwa als Werkstudent oder im Rahmen von Praktika, zum Beispiel bei der Sachbearbeitung Erfahrung in der Verwaltung und Antragsbearbeitung sammeln.

Nach dem Studienabschluss sollte der Forschungsreferent spezielle Fortbildungen in Themen wie Forschungsmanagement, Administration und Organisation, Wissenschaftsjournalismus oder Wissenschaftspolitik absolvieren. Angeboten werden diese Aus- und Weiterbildungen unter anderem vom Zentrum für Wissenschaftsmanagement Speyer (ZWM), der Hochschule Osnabrück (MBA Hochschul- und Wissenschaftsmanagement) und der UP Transfer GmbH an der Universität Potsdam. Diese Institutionen kooperieren auch mit dem Netzwerk der Forschungs- und Technologiereferenten, das aus mehr als 1.000 Forschungsreferenten an deutschen Hochschulen besteht. Der Zusammenschluss bietet zahlreiche regionale und fachliche Arbeitskreise und veranstaltet jährlich eine zweitägige Konferenz. Dabei knüpft das Netzwerk Kontakte untereinander und mit den relevanten Akteuren des Wissenschaftssystems.


Wie viel verdient ein Forschungsreferent?

Forschungsreferenten arbeiten überdurchschnittlich oft im öffentlichen Dienst und werden dort nach dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TVöD) oder den Tarifverträgen der Länder (TV-L bzw. TV-H in Hessen) entlohnt. Je nach Einrichtung – ob Landes- oder Bundesebene, Hochschule oder Bundesministerium – sowie der Position und der Erfahrung bzw. dem Dienstalter erfolgt eine Einstufung in die Entgeltgruppen E13 bis E15. Das entspricht, je nach Bundesland, einem jährlichen Bruttoeinkommen zwischen 45.000 Euro und 85.000 Euro.

Die Bundesagentur für Arbeit gibt als beispielhafte monatliche Bruttogrundvergütungen im Tarifbereich öffentlicher Dienst eine Spanne von rund 5.220 Euro bis 7.000 Euro an. Im Entgeltatlas der Arbeitsagentur wird deutschlandweit ein Medianwert von ca. 5.290 Euro als Monatsbrutto genannt – hier werden auch die Arbeitgeber außerhalb des öffentlichen Dienstes berücksichtigt. 50 Prozent der Entgelte liegen dabei zwischen 4.730 Euro und 6.384 Euro. Der Median beim monatlichen Bruttoverdienst steigt mit dem Alter bzw. der Erfahrung des Forschungsreferenten: Im Alter unter 25 Jahren beträgt er rund 4.260 Euro, in der Altersgruppe 25 bis 54 Jahre knapp 5.200 und bei Menschen über 55 Jahren fast 6.900 Euro. Frauen verdienen dabei trotz gleicher Leistungen in jungen Jahren (< 25) und im höheren Alter (55+) durchschnittlich rund 350 Euro bis 500 Euro pro Monat weniger als ihre männlichen Kollegen, in der Altersgruppe 25 bis 54 Jahre aber fast ebenso viel. Die Differenz beträgt hier rund 50 Euro.

Ein bundeseinheitlicher Trend bei der Verteilung der Bruttomonatseinkommen lässt sich nicht erkennen. Sichtbar wird nur, dass insbesondere Berlin bei den Einkommen mit rund 5.700 Euro nach oben heraussticht – was vielleicht an den dort angesiedelten Bundesministerien, Parteienvertretungen und Lobbyorganisationen liegen mag. Bremen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Hessen und Hamburg folgen mit monatlichen Bruttoentgelten von rund 5.450 Euro bis 5.550 Euro, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern mit 5.300 Euro. In Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Thüringen kann ein Forschungsreferent mit zwischen 5.200 Euro und 5.300 Euro brutto im Monat rechnen. Bayern, Brandenburg, das Saarland und Sachsen bilden beim Einkommen von monatlich brutto 5.040 Euro bis 5.190 Euro die Schlusslichter.


Weiterbildung für Forschungsreferenten

Der Forschungsreferent muss seine hohe Expertise im eigenen Fachbereich aufrechterhalten und sich daher mindestens mithilfe der regelmäßig erscheinenden Fachzeitschriften und Journals über den aktuellen Stand in Wissenschaft und Forschung auf dem Laufenden halten. Weiterhin muss er die politischen und gesellschaftlichen Strömungen im Auge behalten, um Quellen der Finanzierung auszumachen. Dies reicht von Töpfen der öffentlichen Hand über gemeinnützige Stiftungen mit ihren Satzungen und Förderbedingungen bis hin zu privatwirtschaftlichen Unternehmen mit ihrer Firmen- und Auftragsforschung. Insbesondere Letztere können auch als neue Player auf dem Markt auftreten oder ihr Angebot einschränken. Auch den Bereich der Bürokratie hat er im Blick zu behalten, da sich Formulare ebenso wie Antragsvoraussetzungen oder -fristen schnell ändern können.

Darüber hinaus ergeben sich einige Ansatzpunkte für mögliche Anpassungsweiterbildungen. Typische Themen sind hier Projektmanagement, Verhandlungsführung, Gesprächs- und Präsentationstechniken oder Vertrags- und Arbeitsrecht. Allgemeinere Angebote zielen ab auf Teamarbeit oder Moderation, den Einsatz von modernen Recherche-Tools oder Zeit- und Selbstmanagement.

Auch eine Aufstiegsweiterbildung kann für einen Forschungsreferenten interessante Perspektiven eröffnen. Typisch ist die Weiterentwicklung zum Forschungsmanager, der nicht nur das operative Geschäft, also die Sachbearbeitung, verwaltet und überwacht, sondern auch auf strategischer Ebene bei der Erarbeitung von Forschungs- und Förderkonzepten oder Richtlinien mitwirkt und die Leitung von Gemeinschaftsprojekten übernehmen kann. Hier ist dann der Aufstieg in die Führungsetage von internationalen Forschungsverbünden und ein Engagement in der (Wissenschafts-)Politik möglich.

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