Moderne Zeiten


Verfasser: Eckhard Eyer, Perspektive Eyer Consulting, Ockenfels

„Moderne Zeiten“ nannte Charly Chaplin seinen in den 30er-Jahren gedrehten Film, der die schöne neue Arbeitswelt mit einer gewissen Ironie auf die Leinwand brachte. Wenn man 2016 die Hannover Messe besuchte erhielt man eine Vorahnung davon, was die Zukunft bringt. Das Smartphone mit seinen unendlichen Möglichkeiten, die Steuerung der Rollläden im Haus mit dem Handy und vieles mehr sind erlebbar, ebenso die Steuerung von Maschinen und chemischen Anlagen vom Wohnzimmer aus. Der Gang ins Büro und in die Fabrik wird obsolet. Zusammenarbeit im Team erfolgt per Telefon und Skype, persönliche Begegnungen und Teambildung finden nur noch in der Freizeit statt.

In der Industrie macht das Schlagwort „Industrie 4.0“ die Runde. Es steht für die vierte technologische Revolution in der Menschheitsgeschichte. Die Erste war die Erfindung der Dampfmaschine, die Zweite das Fließband für die Massenfertigung, die Dritte die Automatisierung. Nach der vierten Revolution werden – so zeigen es erste Projekte in den produzierenden Unternehmen – die Werkstücke ohne Begleitpapiere, nur mit einem Chip ausgestattet durch das Unternehmen gelotst. Der aufgebrachte Chip ist für das Flurförderzeug, die Bearbeitungsmaschine und den Mitarbeiter lesbar. Der Chip am Produkt sagt der Maschine, was sie an ihm mit welchem Werkzeug verrichten soll. In seiner Brille liest der Arbeitnehmer, was er am Werkstück zu tun hat. In der Produktionsplanung und -steuerung sieht man, wie weit das Werkstück bearbeitet und wann es fertig ist.

Bedenkt man, dass in der Vergangenheit viele Entwicklungen aus der Industrie – mit gewisser Zeitverschiebung – in die Gesundheitswirtschaft überschwappten, dann kann man sich vorstellen wie die Zukunft aussieht. In Bälde werden die Patienten in Kliniken und Bewohner von Pflegeheimen einen Chip implantiert bekommen, der die Krankenakte bzw. das Bewohnerprofil enthält und Pflegenden sagt, was zu tun ist. Nach verrichteter Arbeit ist diese gleich zu dokumentieren. Die Pflegedienstleitung kann jederzeit sehen, ob alles nach Plan läuft. Mit diesem Chip lassen sich Menschen auch orten. Die Auswirkungen auf die Pflege von Heimbewohnern, die an Demenz leiden, lassen sich heute (nur) erahnen. Pflege und Arbeit 4.0 bieten Chancen und Risiken, die transparent zu machen und zu bewerten sind. Dabei treffen viele Interessen aufeinander. Neben den betriebswirtschaftlichen spielen die ethischen Aspekte eine gewichtige Rolle. Arbeit und Pflege 4.0 fallen nicht vom Himmel, sie werden von einigen gefeiert und protegiert und von anderen rundweg abgelehnt. Setzen wir uns mit Arbeit 4.0 kritisch auseinander. Analysieren und bewerten wir die Chancen und Risiken und gestalten so die Zukunft, unsere Zukunft, unsere „modernen Zeiten“.

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