Lean Six Sigma – der Booster zum Erfolg?


Lean Six Sigma – der Booster zum Erfolg?

Lean Six Sigma kombiniert Lean Management mit Six Sigma, um das Qualitätsmanagement zu verbessern und Prozesse zu beschleunigen. Das Ziel: Unternehmen sollen Aufgaben schneller und effizienter lösen, ohne die Qualität zu beeinträchtigen, während sie gleichzeitig Mehrwert für die Kunden schaffen. Doch wie kann das in der Praxis die Karriere fördern?

 

 „Lean Six Sigma ist ein unverzichtbarer Teil meiner Arbeitsweise und damit auch Baustein meines persönlichen Erfolgs bis hin zum Leiter Innovation und Digitalisierung“, so Dr. Janis Diekmann von der Deutsche Bahn Netz AG. „Six Sigma war für mich der Schritt hin zu datengetriebenen Verbesserungsprojekten und der konsequenten Messung unserer Ideen und Lösungen. Da war der Aufbau eines Teams mit Data-Science-Schwerpunkt der logische nächste Schritt.“

Dr. Diekmann wurde mit dem erfolgreich abgeschlossenen REFA-Seminar zum Träger des „Schwarzen Gürtels“, des Black Belts von Six Sigma. Damit steht er in der Hierarchie dieses Qualitätsmanagement-Ansatzes weit oben und kann auf seine nachweislich vorhandenen Führungsqualitäten bauen. Ist dies ausschlaggebend für den beruflichen Aufstieg oder ist es eher der „neue“ Ansatz der Führung, der bei Lean Six Sigma gelebt wird?

Six Sigma – Methode und Ziel

Six Sigma (6 σ) ist zum einen eine Methode zur systematischen Optimierung von Prozessen, Produkten und Abläufen und zum anderen ein Qualitätsziel. Die Besonderheit ist die mathematische Herangehensweise: Der Name stammt von dem griechischen Buchstaben σ, welcher das Symbol der Standardabweichung in einer statistischen Normalverteilung ist. „Six“, (englisch sechs), zeigt an, dass alle Parameter, die zur Feststellung der Qualität herangezogen oder gemessen werden, innerhalb der sechsfachen Standardabweichung des vorgegebenen Qualitätsfaktors – einem vorgegebenen Maß oder einer Zeitvorgabe als arithmetischem Mittelwert – liegen müssen. In der Praxis sollen damit 99,99966 % aller erhobenen Werte in diesem Bereich liegen. Oder anders ausgedrückt: Das Six Sigma-Level wird dann erreicht, wenn bei einer Million gleicher Vorgänge weniger als 3,4 Fehler auftreten. Damit hat man quasi das Null-Fehler-Prinzip und damit das angestrebte Ziel des Qualitätsmanagements erreicht.

Als Methode des Qualitätsmanagements setzt 6 σ auf einen fünfstufigen Kernprozess mit den Phasen Define, Measure, Analyze, Improve und Control, DMAIC abgekürzt. Am Anfang wird definiert, worin die Abweichung vom Qualitätsziel besteht. Danach werden die Abweichungen gemessen und quantifiziert. Daraufhin folgt eine Analysephase, in der die Ursachen der Abweichung identifiziert werden, um auf dieser Basis die Prozessqualität zu verbessern (Improve). Über ein Controlling, also die (Prozess-)Steuerung, wird letztlich die Verbesserung langfristig in der Praxis verankert. DMAIC dient somit dazu, bestehende Abläufe und Vorgehensweisen zu operationalisieren, also messbar zu machen, und sie nachhaltig zu verbessern. Der Zyklus ist angelehnt an den klassischen PDCA-Zyklus von William Edwards Deming, dem „Plan – Do – Check – Act“, der Schwerpunkt liegt aber auf den mathematisch-statistischen Methoden. Diese werden über die einzelnen Phasen miteinander verknüpft, der Verbesserungsprozess wird so chronologisch strukturiert und systematisiert.

Bei Six Sigma sind Führungskräfte Black Belts oder, auf strategischer Ebene, Master Black Belts. Operative Führung bedeutet, die DMAIC-Systematik umzusetzen. Dabei geht es darum, Mitarbeiter so zu entwickeln und zu motivieren, dass sie als Experten vor Ort selbstständig Fehler finden und auch beheben können. Dieses Wissen wird über die Ausbildungsstufen Green Belt und Yellow Belt vermittelt. Wie bei den Seminaren zu Black Belts und Master Black Belts stellt REFA hier die Verknüpfung zu Lean her. Mit Six Sigma als statistischer Basis werden so Prozesse und die Wertschöpfung in der Produktionskette optimiert und damit die Wirtschaftlichkeit erhöht.

Die Lean-Philosophie

Die Lean-Idee hat ihren Ursprung in Japan, wo sie entstand, als nach dem Zweiten Weltkrieg die Ressourcen knapp waren. Produktionsfaktoren (Materialien, Maschinen und auch Menschen) mussten möglichst nachhaltig und intelligent eingesetzt werden, um Verschwendung zu vermeiden. Dies ist auch heute noch oberstes Ziel im Lean-Gedanken. Alle Prozesse sollen so optimiert werden, dass sie den Anforderungen des Marktes mit minimalem Aufwand und in möglichst kurzer Zeit gerecht werden. Dies bezieht sich auch auf Qualität und Individualität der Angebote. Letztlich sind es die Bedürfnisse der Kunden, die die Produktion oder die Erbringung der Dienstleistung steuern.

Damit man auf Kundenwünsche flexibel und schnell reagieren kann, ist es wichtig, dass Mitarbeiter selbständig und eigenverantwortlich handeln können. Führungskräfte haben damit die Aufgabe, ihre Mitarbeiter zu motivieren und zu fördern. Partizipation und kollaborative Führungsprinzipien sind der Kern des Lean Managements.

Lean trifft Six Sigma

Die Six Sigma-Methode hat viele Tools zur Prozessoptimierung zu bieten. Beim Lean Management geht es darum, in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess Verschwendung zu vermeiden. Beide Ansätze haben das gemeinsame Ziel, die Wertschöpfung in der Produktionskette und somit die Effizienz und die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Auch in der Idee zum Führungsstil sind die gleichen Grundgedanken vorhanden, sodass sich die Ansätze perfekt ergänzen. Beschäftigte sollen eigenverantwortlich und selbständig als Experten in ihrem Bereich agieren. Daraus ergibt sich, dass Führungskräfte zu Leitfiguren gemacht werden, die eine Vorbildfunktion übernehmen.

Das notwendige Know-how zur Anwendung der Werkzeuge vermitteln die REFA-Seminare zu Lean Six Sigma.

„Aus dem REFA-Seminar ,Lean Six Sigma – Green Belt‘ habe ich vor allem viel von der strukturierten Vorgehensweise sowie den angewandten Methoden bei Six Sigma mitgenommen. Der kompetente Dozent hat viel Zeit für Vernetzung und Erfahrungsaustausch eingeräumt und selbst viele praktische Beispiele aus vergangenen Projekten geteilt. Mithilfe eines großartigen Einsatzes von Flipcharts konnte der Stoff eindringlich vermittelt werden. Die Organisation des Seminars und der Räumlichkeiten seitens der REFA hat reibungslos funktioniert, weshalb man sich voll und ganz auf den Inhalt des Seminars konzentrieren konnte.“

Josias Knöppler (Project Management Officer, Diehl Aerospace GmbH)

Lean Six Sigma als Karrierebooster

Der Führungsstil im Lean-Six-Sigma-Ansatz betrifft die gesamte Organisation auf allen Hierarchiestufen. Damit dies umgesetzt werden kann, muss sich das Management stark machen. Wichtig ist, dass die Umstrukturierung von der höchsten Führungsriege gewollt ist und durchgesetzt werden kann. Wenn nur eine einzelne Führungskraft die Elemente von Six Sigma oder des Lean Managements in ihrem Verantwortungsbereich anwendet und dies den Unternehmensprinzipien generell nicht entspricht, wird der Erfolg sich kaum ausweiten können – und auch der Karriere wird dies wenig Schubkraft geben.

Ein gutes Beispiel dafür, dass es sich lohnt, gegenüber der Leitungsebene Überzeugungsarbeit zu leisten und als erfolgreicher Absolvent zum gefragten Lean-Six-Sigma-Ansprechpartner im Unternehmen aufzusteigen, ist Dr. Diekmann:

 „Ich habe bei meinem Lean Six Sigma Black Belt bei REFA nicht nur einen roten Faden mitgenommen, wie man Verbesserungsprojekte organisiert und dabei immer wieder Teilelemente, Teilergebnisse neu aufgreift und weiterverarbeitet, sondern auch sehr profitiert von den Tipps, Hinweisen und Impulsen der erfahrenen Six-Sigma-Experten, die als Trainer fungierten. In meinem Arbeitsfeld kann ich immer wieder darauf zurückgreifen – das macht mich fit auch für weitere Herausforderungen.“