Veränderungen in der REFA Group


Interview mit Prof. Dr. Oliver Störmer

Sehr geehrter Herr Prof. Störmer, wir haben gehört, dass sich die Struktur der REFA Group und die Verantwortlichkeiten per Ende dieses Jahres verändern werden? Können Sie uns hierzu einen Überblick geben?

Ja, wir werden zum Ende dieses Jahres einiges in den Verantwortlichkeiten ändern und ich werde nach 18 Jahren als Vorstand des REFA Bundesverbandes e.V. das Amt abgeben. Mein Nachfolger im REFA Bundesverband e.V. wird Herr Sascha Arnemann, der ja schon seit Jahren Vorstand bei REFA Nordwest ist. Er wird künftig sowohl den REFA Bundesverband e.V. als auch REFA Nordwest als Vorstand führen.

Ist dies nicht ein großer Schritt für Sie?

Nein, gar nicht. Ich bin damals angetreten, um den REFA Bundesverband e.V. zu sanieren. Viele wissen noch, dass wir vor 18 Jahren mit größten wirtschaftlichen Schwierigkeiten gekämpft haben. Wir haben diese Sanierung bereits nach drei Jahren abschließen können und haben uns danach voll auf die Gründung der REFA Group konzentriert. Hier sind viele junge, moderne Unternehmen entstanden, auf die wir heute stolz sind. Die wirtschaftliche Stärke des Verbands wird ganz wesentlich durch die vielen Unternehmungen der REFA Group erreicht.

Mit mir haben vom ersten Tag an zwei Menschen Seite an Seite gearbeitet, ohne die ein solcher Erfolg nicht möglich gewesen wäre. Ich möchte mich ausdrücklich bei Frau Tanja Weiss und Herrn Emanuel Tsige für ihre beispiellose Mitarbeit bedanken. Beide bekleiden heute Vorstandspositionen in unseren Tochtergesellschaften.

Ich möchte mich aber genauso herzlich bei allen anderen Mitarbeitern bedanken, die diesen Erfolg erst haben möglich werden lassen. Ich habe ein wunderbares Team.

Werden Sie die REFA Group verlassen?

Nein, ganz sicher nicht. Ich werde mich weiterhin um sämtliche wirtschaftlich handelnden Gesellschaften in der REFA Group kümmern. Wir haben ja mittlerweile eine Vielzahl von wirtschaftlich handelnden Aktiengesellschaften, welche ich als Vorstandsvorsitzender weiterhin steuern werde. Diese Gesellschaften machen heute über 90 % der Gesamtumsätze der Gruppe aus.

Die REFA AG hat das gesamte deutschlandweite Seminargeschäft des Bundesverbandes übernommen und ist gleichzeitig die Muttergesellschaft für eine Vielzahl von Beteiligungen. Hier möchte ich besonders die REFA Consulting AG, die Top Tagungszentren AG, die Seminar AG, die SEO AG, die REFA Suisse GmbH und die REFA International AG hervorheben.

Ich bin fest überzeugt, dass diese Gesellschaften ein ausreichend großes Handlungsfeld für mich offen lassen. Wer mich kennt, weiß, dass meine Welt immer die „Welt des Business“ war und daher freue ich mich jetzt, meine ganze Kraft zu 100 % darauf konzentrieren zu können. Ich denke, die Verbandsaufgabe ist in den Händen von Herrn Arnemann gut aufgehoben.

Wie viele Mitarbeiter hat die REFA Group heute?

Wir haben derzeit 67 fest angestellte Mitarbeiter und über 600 eng mit uns verbundene Freiberufler. Diese freiberuflichen Dozenten und Berater sind überwiegend für die REFA Group tätig und meist langjährig mit ihr verbunden. Unsere Altersstruktur haben wir in den letzten Jahren stark verjüngen können und so ein modernes und sehr agiles Team geschaffen.

Wie viele Mitarbeiter verbleiben im REFA Bundesverband e.V.?

Im REFA Bundesverband e.V. verbleiben der Vertrieb der Lehrunterlagen, die Mitgliederverwaltung und ein zentrales Marketing für den Gesamtverband, das zurzeit von vier Mitarbeitern gesteuert wird.

Wie finanziert sich der REFA Bundesverband e.V. künftig?

Im Wesentlichen wird sich der REFA Bundesverband e.V. in der Zukunft aus den Erträgen des Lehrunterlagenverkaufs, den Mitgliedsbeiträgen und natürlich aus den Gewinnausschüttungen seiner Tochtergesellschaften finanzieren. Dies ist nach heutigem Standpunkt eine sehr solide Finanzierung, da die Tochtergesellschaften seit Jahren auskömmliche Gewinne erwirtschaften.

Wie sehen Sie Ihre Zukunft in der REFA Group?

Für mich ändert sich sehr wenig. Ich kann die Aufgabe „Verband“ ein wenig abgeben und mich zu 100 % auf die Tochtergesellschaften konzentrieren. Der Verkauf von anspruchsvollen Seminaren und Beratungsleistungen sowie der weitere Aufbau der Top Tagungszentren und das REFA - Auslandsgeschäft machen mir extrem viel Freude und füllen mich zeitlich sehr aus. Anders wäre es mit meinen weiteren Verpflichtungen als Aufsichtsratsmitglied einer Schweizer Bank und weiterer zwei Industrieunternehmen sowie meiner Lehrtätigkeit nicht möglich gewesen. Schon heute ist die Zeit bei mir das wichtigste Gut im täglichen Verlauf.

Wie sehen die Perspektiven für REFA in den kommenden Jahren aus?

Die Themen Lean und Digitalisierung bzw. Industrie 4.0 passen perfekt zu den REFA-Methoden bzw. die REFA-Methoden werden auch in den nächsten 20 Jahren verlässliche Daten in einer sich verändernden Industrie liefern. Daher bin ich absolut überzeugt, dass das REFA-Know-how sowohl in der Beratung als auch in den Seminaren vor einem großen Boom steht. Wir merken die stetig stärker werdende Nachfrage schon seit einigen Jahren. In der REFA Group haben wir eine Professionalität geschaffen, durch die wir für die nächsten Jahre als Partner der Industrie bestens gerüstet sind.

Ich schaue also absolut optimistisch in die Zukunft.

Wie ist Ihr Verhältnis zum REFA-Institut?

Die REFA AG und auch die REFA Consulting AG sind begeistert von der Arbeit des REFA-Instituts. Herr Prof. Stowasser als Vorstand des REFA-Instituts ist ein höchst verlässlicher Partner und ich bin freundschaftlich mit ihm verbunden. Kurz: Wir brauchen das REFA-Institut, es macht exzellente Arbeit und wir werden es unterstützen, wo immer es uns möglich ist.

Wie ist die Situation in den Landesverbänden?

Meiner Meinung nach, müssen die Landesverbände in der nahen Zukunft den soliden Sprung in die Professionalität schaffen, um auch die nächsten zwei Jahrzehnte in einem sich stark veränderten Weiterbildungsmarkt zu bestehen. Dies ist natürlich eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, welche die REFA Group in Darmstadt und Dortmund zum Glück schon weitgehend gemeistert hat. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie viel Kraft dies braucht.

Einige Landesverbände, wie zum Beispiel der Landesverband Nordwest als größter Landesverband in Deutschland, sind da schon sehr weit. In anderen Landesverbänden muss in der Zukunft natürlich über den Faktor Größe, Zusammenschluss und stärkere Zusammenarbeit nachgedacht werden. In meinen Augen wird sich die REFA-Landschaft noch weiter verändern. Aber Veränderung ist Fortschritt und in meinen Augen der richtige Weg.

Natürlich gibt es auch Landesverbände, die in meinen Augen nicht professionell geführt werden und dadurch vor großen Schwierigkeiten stehen. Aber auch hier werden wir Lösungen finden, da bin ich ganz sicher.

Bleiben noch die Fach- und Branchenorganisationen, deren Arbeit ich immer sehr wertgeschätzt habe. Wunderbare Menschen, mit denen ich immer gern zusammengearbeitet habe.

Kann man abschließen sagen, dass Sie den kommenden Jahren in der REFA Group mit Freude entgegensehen?

Ja, aber selbstverständlich. Aufbauend auf einem wunderbaren Team von Mitarbeitern macht jeder Tag viel Freude. Die Produkte passen, der Markt reagiert positiv und wir sind jederzeit in der Lage, uns an veränderte Marktbedingungen anzupassen. Einen positiveren Start in ein neues REFA-Kapitel kann ich mir kaum vorstellen.

Die REFA AG ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2015
Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können zu Analysezwecken gesetzt werden.