Die Zukunft im Fokus


REFA Nahrung und Genuss tagt bei Dr. Oetker

REFA Nahrung und Genuss tagt bei Dr. Oetker

Drohnen schweben aus einer Lebensmittelversorgungsstation zum Verbraucher! Die Post liefert Lebensmittel per Online-Bestellung auf dem Land aus! Kunden holen ihre Produkte aus temperaturgeführten Abholstationen! Welche dieser Innovationen sich langfristig durchsetzen werden, konnte auf der Fachtagung der REFA-Branchenorganisation Nahrung und Genuss bei der Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG in Bielefeld nicht abschließend beantwortet, wohl aber skizziert und diskutiert werden.

Obwohl 68 % der Deutschen mit den gewohnten Einkaufsmöglichkeiten zufrieden sind, wird es in der Logistik viele Veränderungen auf der letzten Meile geben, so Prof. Dr. Maik Schürmeyer von der Hochschule Niederrhein im Rahmen seines Vortrages „Innovative Lebensmitteldistribution auf der letzten Meile“. Die Besonderheiten in der Lebensmittellogistik werden zahlreicher, obwohl schon heute z.B. 57 % höhere Kosten als in der Fahrzeug-Logistik anfallen. Konsumententrends wie Transparenz, saisonale und regionale Lebensmittel, Convenience-Food und eine starke Erhöhung bei Kühl- und TK-Logistik geben zukünftig zahlreiche Innovationen mehr Raum zum Wachsen. Deren Entwicklungen sind aber noch nicht klar absehbar.

Zu der Personalthematik der Tagung „Outplacement – Wertschätzung und Aufbau nach dem Abbau“ berichtete Christof Küchler, Vorstand der New Placement AG, über modernes Personalmanagement, das über die Trennung von einem Mitarbeiter oder einem Geschäftsführer hinausgeht. Im Outplacement wird dem Arbeitnehmer mit Coaching und Methodik der Weg in eine neue Aufgabe geebnet. „Eine Abfindung ist endlich – Zukunft nicht!“. Das strategische New-Placement-System geht vom Ist-Job über den „Next-Job“ zur „Chance danach“ und letztendlich zum „Perspektiv-Job“ über. Es zeigt detailliert die Wege, die ohne Outplacement-Unterstützung schwierig zu gehen und häufig nicht zielführend sind. Die Top-Vermarktung der Leistung und Erfahrung des Kandidaten wird bei der New Placement AG in den Fokus gestellt.

Hohe Qualität durch systematische Produktentwicklung

Tiefe Einblicke in die Produktentwicklung eines Desserts gab Dr. Oetker, das gastgebende Unternehmen der Tagung, dem REFA-Netzwerk der Ernährungsindustrie. Vor dem Einstieg in das besondere Thema stellte Birgit Deker, Senior PR-Managerin, die international agierende Oetker-Gruppe mit 26 330 Mitarbeitern und 300 Konzernunternehmen vor. Dr. Oetker steht für eine über 125-jährige Familientradition, die 1891 mit Übernahme der Aschoffschen Apotheke in Bielefeld durch den Apotheker Dr. August Oetker und 1893 mit seiner Entwicklung des Backpulvers "Backin" begann. Unterschiedliche Marken und Produkte in rund 40 Ländern weltweit zeigen die Erfolgsgeschichte des Unternehmens. Die Sortimente von Dr. Oetker erstecken sich heute von Fertigkuchen und Desserts über Backzutaten, Dessertpulver, Vitalis-Müsli, Einmach- sowie Milch- und Sahneprodukten bis hin zu TK-Pizzen und Snacks. Neben Themen wie Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung widmet sich das Unternehmen im Zuge der zunehmenden Digitalisierung und Internationalisierung neuen strategischen Wegen. Dazu gehören unter anderem Digitalisierungsprojekte, neue Vertriebsformen und alternative Geschäftsmodelle wie backen.de und deineTorte.de.

Die herausragende Entwicklung des Unternehmens zeigt sich in der Dr.-Oetker-Welt, die einen Besuch absolut wert sei, so die einhellige Meinung der Teilnehmer. Dr. Hörstmann-Jungemann, Abteilungsleiter Produktentwicklung Dessert, führte an Hand von Beispielen durch die verschiedenen Projektphasen im Produktentwicklungsprozess, welcher vom Marketing gesteuert wird. Dabei wurde deutlich, dass die hohe Qualität der Produkte für Dr. Oetker von oberster Priorität ist. Daher sind die sorgfältige Auswahl der Zutaten und die Rezepturentwicklung nach Verbraucherwünschen wesentliche Bestandteile des Qualitätsversprechens des Unternehmens.

Als Testesser konnten die Fachtagungsteilnehmer live erleben, wie die Mitarbeiter der Sensorik einen Test für ein neues Dessertprodukt durchführen. Eigentlich würden solche Sensorik-Tests mit Konsumenten absolviert, die Heavy User der zu testenden Produkte sind, erklärte Petra Bennwitz, Leiterin Sensorik. Aktuell sind über 4 500 Konsumenten als Testesser registriert. Es gehe darum, zu erfahren, ob den Verbrauchern die Produkte schmecken, ob sie appetitlich aussehen, gut riechen und vieles mehr. Die Ergebnisse dieser Tests geben wertvolle Hinweise darauf, ob ein neues Produkt eine Chance am Markt hat.

Uwe Grebe, Vorsitzender der REFA-Branchenorganisation Nahrung und Genuss und Tagungsleiter, forderte die Teilnehmer auf, sich in den Unternehmen auf die Herausforderungen der Zukunft einzustellen. In letzter Konsequenz würden Flexibilität und Agilität, Vernetzung und Digitalisierung sowie Kommunikation und wertschätzender Umgang die den Erfolg generierenden Faktoren der Zukunft sein.

– Uwe Grebe –

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