Betriebsbesichtigung bei der SL NaturEnergie in Gladbeck


Am 7. September 2016 besuchten insgesamt 30 Mitglieder vom REFA-BV Niederrhein-Ems, vom VDI und vom aktiven Unternehmerverband im Westmünsterland (AIW) die SL NaturEnergie GmbH in Gladbeck.

Die SL Windenergie GmbH realisiert seit nunmehr 20 Jahren Windenergieanlagen mit dem Ziel, eine tragende Rolle zur Sicherung der Energiewende in Nordrhein-Westfalen zu übernehmen. Dabei legt sie höchsten Wert auf die Einbindung lokaler Partner bei der Planung, Finanzierung und dem Bau von Windkraft- und Photovoltaikanlagen. Zusammen mit der SL Management GmbH & Co. KG und der SL NaturInvest GmbH & Co. KG bilden sie die SL NaturEnergie-Unternehmensgruppe, in der rund 30 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Mit insgesamt 85 installierten Windkraft- und 30 Photovoltaikanlagen an 24 Standorten in NRW hat die SL NaturEnergie eine elektrische Leistung von mehr als 110 MW installiert. Damit kann man 50 000 Haushalte mit Strom versorgen und spart dabei mehr als 100 000 Tonnen CO2 ein.

Klaus Schulze Langenhorst, Geschäftsführender Gesellschafter der SL NatrurEnergie GmbH, präsentierte den Gästen in einem sehr kurzweiligen, durchaus humoristischen Vortrag seine Lebenserfahrungen mit der erneuerbaren Energie. Als Landwirt habe er 1996 seine erste Windkraftanlage gebaut. Heute sei er „nur“ noch Windmüller und in vielen Gremien der erneuerbaren Energie unterwegs. Schulze Langenhorst ist u. a. Landesvorsitzender des Bundesverbandes Windenergie NRW und stellvertretender Leiter des Landesverbandes Erneuerbare Energie NRW. Besonders eingebracht hat er sich bei der Novellierung des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG).

Dass die Energiewende möglich und notwendig ist, daran lässt Schulze Langenhorst keinen Zweifel. Er referierte über Infrastrukturnetze, Speichermöglichkeiten, Wärmekopplung, Verfügbarkeit, technisch sinnvolle Größen, Nennleistung und Vollleistung, alles immer im politischen Lichte und mit volks- und betriebswirtschaftlicher Abwägung.

Dieter Braams, Technische Betriebsführung und Netzanschluss, erklärte nicht nur den technischen Aufbau und die Funktion einer Windkraftanlage, sondern erläuterte auch, worauf man beim Bau einer Anlage achten muss, bis der erste Windstrom geerntet werden kann.

Nach ca. zwei Stunden hoch interessanter Vorträge und einer informativen Abschlussdiskussion bedankte sich Prof. Alfred Schoo bei allen Vortragenden der SL NaturEnergie für den sehr interessanten Nachmittag und die Gastfreundschaft. Der Nachhauseweg sah nun noch einen Abstecher zu einer Windkraftanlage im Brabecker Feld in Bottrop-Kirchhellen vor. Bei bestem Wetter und sich neigender Sonne bestaunten die interessierten Gäste die imposante Anlage mit einer Nabenhöhe von 108,40 m und eine Gesamthöhe von fast 150 m. Die Anlage leistet 2 300 kW und kann somit 1200 Dreipersonenhaushalte mit elektrischer Energie versorgen. Der Turm besteht aus 21 vorgefertigten Betonsegmenten à 3,80m, gehalten von 40 Spannseilen, und 2 Stahlsegmenten à 23,40m. Er hat unten einen Durchmesser von 8,80m und verjüngt sich zum Turmkopf in einer Höhe von 106,40m auf einen Durchmesser von 2,40m. Er wiegt ca. 1 000 t. Der Turmkopf mit Gondel (31 t), Generator (62 t) und Rotornabe (55 t) bringt es auf insgesamt 148 t.

Nicht zu sehen war freilich das Beton-Fundament mit einem größten Durchmesser von 21 m, einer Tiefe von 3,15 m und einem Gewicht von ca. 1 100 t, was einen Aushub von 1 300m³ erforderte. Eine Umspannstation erhöht die Generatorspannung von 400V auf die Netzspannung von 10 000V.

– Prof. Dr. Alfred Schoo und Thorsten Szymkowiak –

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