Pandemie verstärkt Kompetenzdefizite – Weiterbildung tut not!


Pandemie verstärkt Kompetenzdefizite – Weiterbildung tut not!

Remote Work, Videokonferenzen, Führung auf Distanz: All das wäre ohne Digitalisierung nicht umsetzbar. Mit der Pandemie kam die Erkenntnis, dass der Bedarf an neuen Kompetenzen bei Mitarbeitenden und Führungskräften enorm ist. Studien zeigen hingegen, dass die Investitionen in Qualifizierungsmaßnahmen eingebrochen sind. Wie passt das zusammen?

Vor der Corona-Krise, 2019, war Weiterbildung in knapp 90 Prozent der deutschen Unternehmen etabliert, durchschnittlich absolvierten die Teilnehmenden 18,3 Stunden und in die Weiterbildung der Beschäftigten wurden insgesamt 41,3 Milliarden Euro investiert – ein Spitzenwert, fast ein Viertel höher als noch 2016. Ausschlaggebend war dafür insbesondere die Digitalisierung – so das Institut der Deutschen Wirtschaft in der „IW Weiterbildungserhebung 2020“.

Ein Bericht der Qualifizierungsplattform Degreed aus dem Sommer 2020, „The State of Skills 2021“, zeigt ein anderes Bild. Von den 509 befragten Beschäftigten in Deutschland erklärten 41 Prozent, dass ihr Unternehmen die Investitionen in Aus- und Weiterbildung in den letzten sechs Monaten reduziert habe. Dabei waren 60 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Pandemie den Erwerb neuer Fähigkeiten erfordere, insbesondere IT-Kenntnisse, aber auch Führungs- und Kommunikations-Skills. Hier klafft eine deutliche Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit.

Wunsch und Wirklichkeit

Was einmal gelernt wurde, reicht nicht mehr aus: Mehr als ein Drittel der Befragten ist sich unsicher, ob sie noch über die für ihre Arbeit erforderlichen Fähig- und Fertigkeiten verfügen, knapp 50 Prozent sind der Ansicht, dass ihre aktuellen Kenntnisse spätestens in fünf Jahren nicht mehr ausreichen.

Eine Qualifizierung tut also not – nicht nur, um weiterhin zufriedenstellende Arbeitsergebnisse liefern zu können, sondern auch, um psychische Belastungen zu vermeiden. Geringes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wirkt sich negativ auf das Wohlbefinden und damit die Arbeit aus, so die Studie: Arbeit wird als stressiger empfunden, Qualität und Geschwindigkeit sinken. Berufliche Weiterbildung dagegen führt zu einem Rückgang der Belastung, da sie Fertigkeiten vermittelt, die die Bewältigung komplexer Arbeiten unter verschiedensten Rahmenbedingungen ermöglichen. Lebenslanges Lernen ist also ein guter Ansatz, die Arbeitsfähigkeit und das Wohlbefinden lange zu erhalten.

Mitarbeiterbindung in Gefahr

Beinahe die Hälfte der Befragten gibt an, den Arbeitgeber verlassen zu wollen, falls er keine Qualifizierungsmaßnahmen anbieten sollte. Diese Zahl ist mit Vorsicht zu betrachten, da vor der Kündigung eines sicheren Jobs eher die „innere Kündigung“ und der „Dienst nach Vorschrift“ vollzogen werden. Dennoch ist dies eine ganz offene Warnung an die Unternehmen, sich bei der Weiterbildung zu engagieren, um die Mitarbeitermotivation und -bindung zu verstärken. Aus- und Weiterbildung ist ein wichtiger Baustein, um die Arbeitsqualität zu erhalten und die Fluktuation zu minimieren, um dem Betrieb auch über die Pandemie hinaus Fachkräfte zu erhalten und die Geschäftstätigkeit zukunftsgerichtet weiterzuentwickeln.

Online, offline oder hybrid?

Weiterbildung hat viele Facetten, von der Präsenzfortbildung im Betrieb oder bei einem Workshop über das hybride Lernen als Kombination aus Präsenz- und E-Learning per Webinar oder Online-Kurs am Computer bis hin zu reinen Online-Formen am digitalen Endgerät, etwa mit adaptiven Lernsystemen oder Chatbots. Onlinelernen kann im Homeoffice erfolgen, aber auch Kurzarbeitsphasen können so für die Aus- und Weiterbildung genutzt werden. Denn das Berufsleben erfordert eine permanente Weiterentwicklung – auch dann, wenn Präsenzschulungen unmöglich sind.

Viele Unternehmen setzten bislang vor allem auf Blended Learning als Kombination aus Präsenz- und E-Learning. Mit den weitverbreiteten digitalen Endgeräten ist das zeitlich und örtlich flexible Lernen mit individueller Anpassung an die Bedürfnisse der Teilnehmenden möglich. Daher müssen Unternehmen diesen Wandel der Lernkultur berücksichtigen und die akuten Weiterbildungsbedarfe auch mit digitalen Lernangeboten bedienen. Diese sind in großer Anzahl für die unterschiedlichsten Themenbereiche und Lernebenen im Internet verfügbar.

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