Lean Thinking


Lean Thinking

Unter Lean Thinking ist die gedankliche Übertragung und Anwendung der ursprünglich aus der (Automobil-)Produktion stammenden Lean-Prinzipien zu verstehen. Die Anwendung der Lean-Prinzipien dient dazu, den Wert des Produkts oder der Dienstleistung für Kunden zu steigern, Verschwendung zu vermeiden und alle unternehmerischen Aktivitäten sinnvoll zu synchronisieren. Der Begriff “Lean” entstand in den späten 1980er-Jahren und bezog sich auf den anhaltenden Erfolg japanischer Autobauer in den 70er- und 80er-Jahren. Aus den anfänglichen Überlegungen zur “Lean Production” wurde in den folgenden Jahren ein allgemeines Regelwerk für “Lean Management”, der gesamtheitlichen Ausrichtung eines Unternehmens nach der Lean-Philosophie.

Das Lean Management als Führungs- und Organisationskonzept mit dem Ziel, ausgerichtet auf die Bedürfnisse der Kundschaft -> Verschwendung (-> Muda), Fehler (kontinuierliches Verbesserungsprinzip, -> KVP) und Kosten zu vermeiden und bestmögliche Qualität anzustreben, wird dabei durch Verinnerlichen der Philosophie und Umsetzung der Prinzipien auf verschiedenste Anwendungsfelder übertragen: Etabliert haben sich bereits die Begriffe Lean Maintenance für die Instandhaltung, Lean Administration für Verwaltungs- und Dienstleistungsprozesse, Lean (Product) Development für die (Produkt-)Entwicklung und Lean Innovation für das Innovationsmanagement. Ziel ist, über die gesamte Wertschöpfungskette (idealerweise über den gesamten Produktlebenszyklus) Werte für die Kunden zu schaffen und so den eigenen unternehmerischen Erfolg dauerhaft zu sichern.

Als Spezialfall erfolgt mittlerweile auch die Anwendung der Lean-Prinzipien im Projektmanagement. Auch hier gelten, allerdings in abgewandelter Form, die fünf Prinzipien des Lean Managements:

  • Kundenwert für das Projekt spezifizieren (Value)
    Der Wert ist das, was der Kunde möchte und wofür er bereit ist zu zahlen. Daher ist es wichtig, dass Projekte zunächst in kleine Teilprojekte heruntergebrochen werden. Dies geschieht in der Regel mit Hilfe eines Projektstrukturplans. Hierbei wird dann die Wertschöpfung der einzelnen Teilbereiche/Aktivitäten bestimmt.
  • Wertstrom des Projektes identifizieren (Value Stream)
    Hier wird analysiert, welche Schritte von der Projektidee bis zur Auslieferung des Projektergebnisses notwendig sind, um die Beteiligten, die Ressourcen und die Schnittstellen zum Projektumfeld zu identifizieren.
  • Fluss erzeugen durch Vermeiden von Verschwendung (Flow)
    Wertschöpfende Aktivitäten sollen möglichst nahtlos und ohne unnötigen Overhead aufeinander folgen. Die Teilprojekte und Aufgaben sind „smart“ (spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch, terminiert) zu formulieren und an die bestgeeigneten Teammitglieder zu übergeben, um die Stärken der Teams und der Einzelpersonen optimal zu nutzen und Projektergebnis mit geringstmöglicher Verschwendung zu erreichen.
  • Werte nach Vorgaben des Auftraggebers kreieren (Pull)
    Sobald der Fluss in Gang gesetzt ist, kommt der Auftraggeber erneut ins Spiel. Er entscheidet, was für sein angestrebtes Ergebnis wesentlich ist und was vernachlässigbar, um unnötige Aktivitäten zu vermeiden und allen Beteiligten die angestrebten Projektergebnisse kenntlich zu machen.
  • Ständig nach Perfektion streben (Perfection)
    Letztlich sollen nur die gewünschten Projektergebnisse (Value) erzeugt und jegliche Verschwendung durch unnötige und überflüssige Aktivitäten vermieden werden. Um diesen Status zu erreichen, werden die vier ersten Prinzipien zyklisch umgesetzt – im Rahmen des selbstständigen und eigenverantwortlichen Arbeitens der Mitglieder des Projektteams.

Um Lean Thinking erfolgreich in Organisationen einzuführen, sind Führungskräfte gefragt, die die Philosophie verinnerlicht haben und vorleben. Aber auch die Mitarbeiter müssen die Prinzipien verstehen und die Basiswerkzeuge kennen und anwenden können. Nur so ist die Umsetzung von Lean auf der operativen Ebene möglich. Dort wo nötig, sind sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter entsprechend zu schulen.

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