Poka Yoke


Poka Yoke

Definition

Der japanische Begriff Poka Yoke steht für das Konzept der ständigen Qualitätsverbesserung durch Vermeidung (Yoke) unbeabsichtigter Fehler (Poka). Entwickelt wurde es von Shigeo Shingo, der sich im Rahmen des Toyota-Produktionssystems (TPS) mit der statistischen Qualitätskontrolle (SQC) befasste. Es handelt sich um eine Methode der präventiven Qualitätssicherung, um die Produktqualität und die Prozessqualität der Produktion zu steigern. Kern dieses Ansatzes ist, dass in der Fertigungslinie benötigte Materialien und Arbeitsgeräte so konzipiert und angeordnet werden, dass Fehler erst gar nicht entstehen oder entstandene Fehler sofort aufgedeckt werden können. Basis sind oft einfache technische und meist kostengünstige Vorkehrungen bzw. Einrichtungen, die auf dem Schlüssel-Schloss-Prinzip beruhen.

Ziel von Poka Yoke ist, durch Prüfung aller Teile das Auftreten eines Fehlers bzw. dessen Weitergabe zu vermeiden. Anspruch und Grundgedanke ist die vollständige Eliminierung von Fehlern (Null-Fehler-Produktion).

Das Prinzip Poka Yoke wird auf zwei Ebenen angewendet: bei der Entwicklung von Produkten und bei deren Fertigung. Wichtig ist dabei die Kreativität bei der Produktgestaltung, um über das Design Bedienungsfehler zu vermeiden (Fehlerabwehr) und trotz fehlerhafter Bedienung Prozessfehler zu auszuschließen (Fehlerrobustheit). Daher beginnt die Philosophie von Poka Yoke auch nicht erst in der Produktion, sondern bereits in der Produktgestaltung.

  • • Bei der Entwicklung werden Einzelteile des Produkts so konstruiert und gestaltet, dass ein falscher Einbau durch die geometrischen Eigenschaften und Maße ausgeschlossen ist. Um dies zu erreichen, sind bei der Auslegung und Konstruktion der Bauteile die Richtlinien einer montagegerechten Produktgestaltung zu berücksichtigen:
    • Verwendung von gleichen Teilen;
    • Gestaltung von symmetrischen oder asymmetrischen Bauteilen, um deren fehlerfreie Positionierung zu gewährleiten
    • Unterscheidbarkeit einzelner Teile
    • eindeutige Kennzeichnung der Teile.
  • Bei der Fertigung bzw. im Produktionsprozess verhindern Poka Yoke-Maßnahmen an Vorrichtungen, Werkzeugen und Maschinen (Schlüssel-Schloss-Prinzip zum Beispiel beim Einlegen von Werkstücken in eine Maschine, um den Bearbeitungsvorgang auszulösen) im Ablauf, dass Fehler am Produkt entstehen oder tragen zur schnellen Entdeckung der Fehler bei.

Um ein weiteres Auftreten von einmal entdeckten Fehlern ausschließen zu können, wird Poka Yoke in Verbindung mit der Inspektionsmethode Source-Inspection eingesetzt. Poka Yoke in Kombination mit der Source-Inspection ergeben die Methodik des Poka-Yoke-Systems.

Poka Yoke nutzt drei Funktionen:

  • Messen: Einrichtungen von einfachen Sensoren bis hin zu komplexen Bildverarbeitungssystemen unterstützen das richtige Ausführen von Prozessen und prüfen den korrekten Prozess-Abschluss.
  • Erkennen von Abweichungen: Maßnahmen wie Plausibilitätsprüfungen, Soll-Ist-Vergleiche, die Bestimmung geometrischer Kenngrößen oder Schrittfolge-Prüfungen dienen der Qualitätskontrolle.
  • Regulieren: Werden Abweichungen festgestellt, führt dies zu optischen oder akustischen Warnungen oder zum Abschalten von Anlagen(teilen).
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