Total Productive Maintenance (TPM)


Total Productive Maintenance (TPM)

Wirtschaftliches Produzieren ist in Deutschland oftmals nur durch eine ausreichende Automatisierung der Produktionsanlagen möglich. Dadurch werden etwaige Kostennachteile ausgeglichen, die Produktivität und damit die Wettbewerbsfähigkeit gehalten oder gar erhöht. Allerdings bringt die fortschreitende Automatisierung eine zunehmende Anzahl von Störungsquellen mit sich, die der Produktivität entgegenwirken. Auch die weit verbreitete, organisatorische Trennung von Produktions- und Instandhaltungsaufgaben hat negative Auswirkungen auf die effektive Verwendung der Produktionsanlagen.

Damit eine durchgängige Kunden- und Wettbewerbsorientierung realisierbar ist, werden hohe Anforderungen an die Umrüstfähigkeit und Verfügbarkeit von Anlagensystemen gestellt. Der Ansatz des Total Productive Maintenance (TPM) verfolgt ein ganzheitliches Anlagenmanagement. Durch Pflege und fachübergreifende Instandhaltung der Anlagen und Maschinen sollen Stillstände minimiert, die Effektivität und Verfügbarkeit verbessert werden.

TPM-Philosophie

Die Basis von TPM bildet die Philosophie, insbesondere auch die Mitarbeiter in die Verbesserungsaktivitäten einzubeziehen, die täglich an und mit den Maschinen und Anlagen arbeiten. Damit sind Instandhaltungsfunktionen "vor Ort" notwendig. Die Beurteilung von Bauteilezuständen gelingt z.B. den Anlagenführern am besten, da sie tagtäglich mit den Betriebsmitteln arbeiten.

Die Ermittlung von Schwachstellen und Ausfallursachen erfolgt nicht nur durch ein rechtzeitiges und zustandsorientiertes Wechseln von Verschleißteilen, sondern auch durch die Übernahme von Pflege, Wartung und Reparatur der Maschinen und Anlagen durch die Mitarbeiter im geeigneten Umfang.

Rahmenbedingungen für TPM sind eine Kultur der Teamarbeit und der Übereinstimmung. TPM-Teams sollen ermutigt werden, proaktiv bei der Instandhaltung vorzugehen. Ein Team besteht idealerweise aus Maschinenbedienern und den Mitarbeitern, die mit dem Einrichten und Instandhalten zu tun haben.

Die Zusammenlegung von Kompetenz und Verantwortung ist von besonderer Bedeutung für die Einstellung und die Qualifikation der Mitarbeiter, die im Rahmen der Anwendung von TPM mehr Verantwortung und mehr Entscheidungsfreiheit bzgl. des Umgangs mit den Maschinen und Anlagen bekommen. Das Ziel ist, die Mitarbeiter derart mit Informationen und Qualifikationen auszustatten, dass sie autonom agieren können und auf dieser Basis die Maschinen- und Anlagenverfügbarkeit deutlich erhöht wird. Auftretende Schwachstellen an Maschinen und Anlagen werden methodisch und strukturiert aufgespürt und analysiert, die Ursachen ermittelt, um im Anschluss dauerhaft beseitigt werden zu können.

TPM-Einführung – die Vorgehensweise

  1. Entwicklung eines TPM-Programms mit Zielstellungen, Maßnahmen, Meilensteinen, Terminen, Verantwortlichkeiten, Mitteln
  2. Strukturierung der Anlagen, Erfassung ihrer Zustände/Defekte mit Ursachen und Folgen, Ableitung von Maßnahmen
  3. Festlegung eines Pilotbereiches, Zuordnung der Tätigkeiten, Schulung und Unterweisung der Anlagenführer, Umsetzung der Maßnahmen durch schrittweise Übertragung von Aufgaben an die Anlagenführer, Erfassung der Ergebnisse, Entwicklung von Arbeitsunterlagen
  4. Auswertung der Piloterfahrungen, Vervollkommnung der Arbeitsunterlagen, Erweiterung der Mitarbeiterkompetenz bis zur autonomen Instandhaltung
  5. Umsetzung der Erfahrungen, Übertragung auf andere Bereiche
  6. Verarbeitung der Erfahrungen aus den Pilotbereichen in Lastenhefte, Beschaffungskonzepte für Neuanlagen
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