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Leiter Einkauf


Leiter Einkauf - Aufgaben, Gehalt und Weiterbildung
 

Was ist ein Leiter Einkauf?

Ein Leiter Einkauf oder Einkaufsleiter, im internationalen Umfeld „Head of Purchasing“ genannt, ist der Chef des Beschaffungswesens. Als oberste Führungskraft einer Abteilung, der Einkaufsabteilung, ist er in der Regel direkt der Geschäftsführung unterstellt. Als vorausschauender Logistiker ist er für die bedarfsgerechte Versorgung einer Organisation mit Sachgütern zuständig und als Kaufmann hat er mit den Lieferanten möglichst günstige Konditionen auszuhandeln. Er ist dafür verantwortlich, dass die Supply Chain, die Lieferkette, funktioniert, und hat auch Alternativen zu organisieren, damit die Wertschöpfung nie ins Stocken gerät – ganz gleich, in welcher Branche sein Arbeitgeber tätig ist, ob in der Industrie, im Handel oder in der Verwaltung.

In produzierenden Unternehmen ebenso wie in Handelsgesellschaften erarbeitet der Leiter Einkauf Strategien für die Beschaffung, um die Versorgung mit Schlüsselgütern, die für die Wertschöpfung elementar sind, sowie mit anderen wichtigen Materialien und Waren langfristig zu sichern. Bei international agierenden Großunternehmen muss er sich dabei an den globalen Märkten und Angeboten orientieren, um den Bedarf der Firma – unter Umständen auch für Standorte im Ausland – zu decken. Auf operativer Ebene steuert und organisiert er den Einkauf von Sachgütern so, dass die Kernleistungen – die Herstellung von Erzeugnissen oder der Handel mit Waren – in der gewünschten Qualität zu möglichst günstigen Bedingungen erbracht werden können. Als Kaufmann wählt er dazu unter den Zulieferern diejenigen mit den besten Angeboten aus und verhandelt mit ihnen über Liefermengen, Konditionen und Termine. Neben fundierten Marktkenntnissen ist dabei die vertrauensvolle Beziehung zu den Lieferanten von hoher Bedeutung, um die Lieferkette – auch in Krisenzeiten – hochwertig und stabil zu halten. Der Einkaufsleiter spielt deshalb in produzierenden Unternehmen und bei Dienstleistungsbetrieben eine wichtige Rolle bei der kosteneffizienten Erbringung der Kernleistungen. Entscheidend ist sein Wirken beim Handel, da seine Arbeit maßgeblich die weiteren Verkaufspreise oder die Handelsmarge beeinflusst. Der Leiter Einkauf ist damit ein wichtiges Glied in der Wertschöpfungskette größerer Organisationen.

Der Einkaufsleiter nimmt zudem als Leiter der Einkaufsabteilung Führungsaufgaben wahr. Als fachlicher Vorgesetzter führt er ein Team, das – je nach Größe des Unternehmens – zum Beispiel aus speziellen Einkäufern wie Lead Buyern, Sachbearbeitern, Disponenten und Logistikern bestehen kann. Als disziplinarischer Vorgesetzter trägt er auch Personalverantwortung: Er hat zumindest Vorschlags- und Mitsprachrecht bei der Auswahl, dem Einsatz und der Entwicklung – die Qualifikation durch Aus-, Fort- und Weiterbildungen – der ihm unterstellten Mitarbeiter.

Schon die Bezeichnung „Leiter Einkauf“ lässt darauf schließen, dass der Einkaufsleiter nicht in einem Klein- oder Handwerksbetrieb arbeitet, sondern in einer Organisation, in der mindestens eine weitere – ihm unterstellte – Person mit dem Einkauf beschäftigt ist. Da er also in Organisationen mindestens mittlerer Größenordnung für die Beschaffung zuständig ist, liegt auch das monatliche Bruttoeinkommen eines Leiters Einkauf über dem Durchschnittsentgelt in Deutschland.


Welche Aufgaben hat ein Leiter Einkauf?

Der Einkaufsleiter hat zwei Kernaufgaben, die auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt sind: Auf strategischer Ebene muss er langfristig die Verfügbarkeit von Sachgütern sichern, die zur Erbringung der Kernleistung seiner Organisation, also die Wertschöpfung, essenziell sind. Um die notwendige Zufuhr dieser Schlüsselprodukte zu gewährleisten, hat er wichtige Lieferanten zu gewinnen und vertraglich einzubinden. Aber er muss auch Alternativen ausloten, um bei einem Versagen der Supply Chain auf andere Optionen zurückgreifen zu können. Auf operativer Ebene organisiert, steuert und optimiert der Leiter Einkauf als fachlicher Vorgesetzter alle Prozesse und Tätigkeiten, die im Rahmen der Beschaffung anfallen. Als disziplinarischer Vorgesetzter führt er sein Team aus Mitarbeitern, gibt Anweisungen und delegiert Aufgaben.

Das Aufgabenspektrum ist damit breit gefächert:

  • Auf strategischer Ebene hat er sich den Überblick über die oft globalen Beschaffungsmärkte und die darauf agierenden Anbieter, aber auch Nachfrager zu verschaffen. Dazu gehören die Beobachtung und die Analyse des Marktgeschehens. Wichtige Aspekte sind hier die Entwicklung von Preisen, Mengen und Qualitäten oder das Auftreten oder Ausscheiden von Marktteilnehmern, insbesondere von Lieferanten mit speziellem Angebot oder von Großabnehmern. Auf dieser Basis hat der Leiter Einkauf dann Zulieferer auszuwählen, die in der Lage sind, die benötigten Sachgüter und Materialien in gewünschter Qualität und Menge langfristig und möglichst kostengünstig bereitzustellen. Um die Auswahl objektiv, transparent und nachvollziehbar zu treffen, nutzt er dazu einen einheitlichen Bewertungsmaßstab. Dies sind die Einkaufsrichtlinien, die er selbst, in Abstimmung mit der Geschäftsführung, aufgestellt hat und deren Einhaltung und Umsetzung er auf Mitarbeiterebene auch überwacht.
  • Auf operativer Ebene fallen für den Leiter Einkauf das Aushandeln von Liefer- und Zahlungsbedingungen – also Mengen, Termine und insbesondere Bezugskonditionen – mit ausgewählten, wichtigen Lieferanten an. Ein Ziel dabei ist deren möglichst längerfristige vertragliche und rechtssichere Bindung. Dies soll gewährleisten, dass die Liefer- und Lagermengen den Bedarf der Organisation an benötigten Sachgütern durchgängig abdecken. Der Einkaufsleiter muss dabei immer Alternativen bei der Beschaffung entwickeln, sei es in Bezug auf die einzukaufenden Waren oder die Anbieter. Außerdem muss er Einsparpotenziale sowohl bei den Zulieferern als auch bei der Lagerhaltung bedenken und bewerten. So lassen sich die Kosten für Kapitalbindung und Lagerhaltungskosten – und damit gemäß Lean-Ansatz die Verschwendung – minimieren und die Wirtschaftlichkeit – zum Beispiel durch Etablieren des Just-in-Time-Prinzips – erhöhen. Der Leiter Einkauf stellt dazu Kennzahlen auf und analysiert diese im Rahmen des Controllings. Dabei nutzt er verschiedene Software-Systeme, die ihm die Arbeit erleichtern und gleichzeitig die Vorgänge dokumentieren.

Zu den Aufgaben eines Leiters Einkauf gehören damit unter anderem:

  • Beobachtung und Analyse des (globalen) Beschaffungsmarkts;
  • Auswahl von Lieferanten als strategischen Partnern, um Lieferengpässe bei Schlüsselprodukten zu vermeiden;
  • Aufbau und Pflege der Geschäftsbeziehung zu Zulieferern;
  • Aufstellen von Beschaffungsrichtlinien sowie Kontrolle der Einhaltung und Umsetzung;
  • Festlegung der Beschaffungsprozesse sowie deren Standardisierung und Optimierung;
  • Analyse und Optimierung der Liefermengen und der Lagerbestände anhand von Kennzahlen;
  • Berechnung und fristgerechte Abdeckung des Bedarfs an Sachgütern;
  • Verhandlung mit ausgewählten Zulieferern über Mengen, Qualitäten, Bezugskonditionen und Termine;
  • Führung und Anleitung der unterstellten Mitarbeiter, Delegation von Aufgaben;
  • Personalmanagement: Personalauswahl, -einsatzplanung, -entwicklung;
  • Controlling anhand von Einkaufsstatistiken, Preisanalysen, Lieferzeiten und Qualität der gelieferten Sachgüter.

Welche Kompetenzen braucht ein Leiter Einkauf?

Ein Einkaufsleiter muss als Kaufmann vertraut sein mit betriebswirtschaftlichen Vorgängen, unternehmerisch denken und über Verhandlungsgeschick verfügen, um gegenüber seinen Geschäftspartnern seine wirtschaftlichen Ziele zu erreichen und notwendige langfristige Bindungen zu schaffen. Zudem muss er als Abteilungsleiter und damit Vorgesetzter in der Lage sein, seine Mitarbeiter fachlich anzuleiten, zu motivieren und disziplinarisch zu führen.

Der Leiter Einkauf sollte also wissen, welche Märkte für ihn relevant sind und wie er sich einen Überblick über diese und die darauf agierenden Marktteilnehmer – Anbieter, Nachfrager und Wettbewerber – verschafft. Er braucht analytische Fähigkeiten, um das (globale) Geschehen auf den Märkten zu beobachten und auszuwerten, um Vorhersagen über wahrscheinliche Entwicklungen zu treffen. Daraus hat er als Einkaufsleiter Schlussfolgerungen für seine strategische Arbeit zu ziehen und sein operatives Handeln darauf auszurichten. Er sollte also in der Lage sein, vorausschauend zu denken und zu planen, um die Beschaffung strategisch und langfristig zu sichern und Alternativen als Optionen zu entwickeln. Mit seinem Organisationstalent legt er Einkaufsrichtlinien und Qualitätsstandards fest und optimiert alle Einkaufsprozesse, um die Effizienz in seiner Abteilung zu erhöhen. Hier sind Software-Kenntnisse hilfreich, um Anwendungen wie E-Procurement-, Enterprise-Resource-Planning- (ERP-), Produktionsplanungs- und Steuerungs- (PPS-) oder Warenwirtschaftssysteme als Unterstützung nutzen oder, speziell für das Controlling, auch auf SAP zurückgreifen zu können.

Als Leiter Einkauf benötigt er zudem kommunikative Fähigkeiten, um mit wichtigen Lieferanten zu verhandeln, aber auch, um seine Mitarbeiter zu führen und zu motivieren. Verhandlungsgeschick, Überzeugungskraft, Redegewandtheit und Durchsetzungsfähigkeit sind gefragt. Verhandlungssicheres Englisch ist in international agierenden Unternehmen Standard, weitere Fremdsprachenkenntnisse sind von Vorteil. Das Wissen um gesetzliche Vorgaben ist wichtig, um bei arbeits- und vertragsrechtlichen Fragen rechtskonform und rechtssicher agieren zu können.

Als Optimierer überprüft der Einkaufsleiter alle Abläufe bei der Beschaffung, um Verbesserungs- und Synergiepotenziale zu identifizieren, und passt die Prozesse an. Ein Aspekt ist dabei das Qualitätsmanagement, denn er hat die erforderliche Güte der eingekauften Waren zu gewährleisten. Ein anderer ist das Personalmanagement, denn als Leiter der Abteilung Einkauf hat er Personalverantwortung. Er sollte fähig sein, die passenden Mitarbeiter für die Einkaufsabteilung zu finden, sie angemessen und effizient einzusetzen und weiterzuentwickeln, um sie für die Übernahme neuer oder erweiterter Aufgaben zu qualifizieren.

Zu den Kompetenzen, die ein Leiter Einkauf vorweisen sollte, gehören damit:

  • fundierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse;
  • unternehmerische Grundeinstellung;
  • analytisches und strategisches Denken;
  • Fähigkeit zur Beurteilung und Bewertung des Beschaffungsbedarfs, auch Software-gestützt;
  • Übersicht über die (globalen) Beschaffungsmärkte;
  • Verhandlungsgeschick und Kommunikationsstärke;
  • Überzeugungskraft und Durchsetzungsvermögen;
  • Kenntnis und aktive Nutzung der elektronischen Beschaffungswege (E-Procurement);
  • Fremdsprachenkenntnisse, evtl. Reisebereitschaft;
  • Führungsfähigkeiten;
  • sichere Anwendung des Vertrags- und Arbeitsrechts;
  • Empathie;
  • Vertrautheit mit Logistik und Supply-Chain-Management;
  • Erfahrung im Qualitätsmanagement;
  • Controlling-Kenntnisse;
  • Organisationstalent und gutes Zeitmanagement;
  • hohe Zuverlässigkeit;
  • Belastbarkeit und Flexibilität.

Wie wird man Leiter Einkauf?

Der Leiter Einkauf erfüllt eine Leitungsfunktion und ist damit Führungskraft. Eine abgeschlossene Berufsausbildung reicht dafür im Allgemeinen nicht aus. Eine Lehre im kaufmännischen oder kaufmännisch-technischen Bereich mit anschließender Aufstiegsweiterbildung zum Fach- oder Betriebswirt ist dagegen schon eine gute Voraussetzung – mit entsprechender Berufserfahrung. Ein abgeschlossenes wirtschaftswissenschaftliches Studium wird gerade in größeren Unternehmen gerne gesehen. Dabei ist der Bachelor oder Master nicht nur ein für die Außendarstellung oftmals notwendiger repräsentativer akademischer Titel: Als Nachweis fundierter theoretischer Kenntnisse wird er häufig in Stellenbeschreibungen gefordert, da der Leiter Einkauf einen nicht zu unterschätzenden Anteil an Gewinn und Verlust des Betriebs hat. Unabhängig vom Abschluss ist Berufserfahrung essenziell, um die Position ausfüllen zu können. Denn praktische Tätigkeiten im Einkauf und damit im Kontakt zu Lieferanten – ob projektbezogen, auf operativer Ebene oder als Lead Buyer für bestimmte Warengruppen – sind die beste Vorbereitung auf die Aufgaben der verantwortlichen Führungskraft im Einkauf.

  • Ausbildung: Eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann, entweder in der Fachrichtung Groß- und Einzelhandel oder Industrie, ist oft der Ausgangspunkt der Karriere als Leiter Einkauf. Hier gibt es sogar die Möglichkeit der doppelt qualifizierenden Erstausbildung: Parallel zur kaufmännischen Lehre kann in drei Jahren „dual“ der Abschluss als Betriebswirt oder Handelsfachwirt erworben werden.
  • Weiterbildung: Eine einschlägige Lehre sowie zwei Jahre fachbezogene berufliche Praxis sind die Voraussetzung für eine Aufstiegsweiterbildung. Abschlüsse sind hier oft branchenspezifische Qualifikationen als Fachwirt, Industrie-, Handels- oder Wirtschaftsfachwirt, als Technischer Betriebswirt oder technischer Fachkaufmann, aber auch als Betriebsmanager. Lehrgänge werden an Fachschulen angeboten, sie dauern zwei Jahre in Vollzeit oder vier Jahre berufsbegleitend und führen zum Zusatz „(staatlich) geprüft“. Andere Bildungsträger wie private Schulen und Akademien bieten Kurse an, die in drei Monaten Vollzeit – in Teilzeit länger – zu weniger formalen Berufsbezeichnungen führen.
  • Studium: Ein betriebswirtschaftliches Studium an einer Fachhochschule oder Universität – auch als „duales Studium“ parallel zur Ausbildung – führt zum Abschluss als Bachelor und weiterführend zum Master. Typische Studiengänge sind die Fächer Betriebswirtschaft, Betriebsmanagement oder Wirtschaftsingenieurwesen. Der Bachelor wird nach sechs bis sieben Semestern Regelstudienzeit erreicht, der Master in weiteren drei bis vier Semestern. Hier ist unter anderem eine Spezialisierung in Richtung Supply Chain Management möglich. Nach einem Universitätsstudium kann auch eine Promotion sinnvoll sein, da gerade in Großkonzernen und im internationalen Umfeld der Doktortitel häufig die Eintrittskarte in die Führungsebene ist.

Alternativ zum Wirtschaftsstudium können auch Studiengänge gewählt werden, in denen branchenspezifisches Wissen vermittelt wird. Dieses wird nötig, um in speziellen Bereichen mit vertieften Branchenkenntnissen als Einkäufer und schließlich Leiter Einkauf erfolgreich beim Beschaffen und Aushandeln von Konditionen wirken zu können. Das Spektrum der Studienfächer reicht hier vom Chemie- oder Pharmaziestudium über die Lebensmittel- und die Verfahrenstechnik bis hin zu Ingenieurdisziplinen wie Fahrzeug-, Maschinen- und Anlagenbau, Elektrotechnik oder Automotive Management.

In der Regel startet der zukünftige Leiter Einkauf nach einem Studium entweder als Trainee oder als Lead Buyer, also als Einkäufer in einem bestimmten Ressort, in großen Unternehmen. Nachweisbare Erfolge, Verhandlungsgeschick und Qualitäten als Führungsnachwuchs ermöglichen dann den Aufstieg in die Leitungsposition.


Wie viel verdient man als Leiter Einkauf?

Die Einkommensspanne, die für die Position „Leiter Einkauf“ angegeben wird, ist riesig – sie reicht von etwa 3.400 Euro Monatsbrutto bis zu deutlich über 10.000 Euro brutto im Monat – ohne Prämien, Zulagen und Boni, die als Erfolgsbeteiligung zusätzlich in einer Höhe von mehreren Tausend Euro pro Monat anfallen können. Dabei hängt das Gehalt insbesondere von zwei Faktoren ab: der Ausbildung und dem bisherigen beruflichen Werdegang sowie der Größe des Unternehmens.

Faktoren Ausbildung und Unternehmensgröße

Kann der Leiter Einkauf auf eine kaufmännische Lehre samt Weiterbildung zum Fach- oder Betriebswirt zurückblicken, erzielt er ein deutlich geringeres Einkommen als studierte Betriebswissenschaftler mit einem Bachelor-, Master- oder Doktortitel. Ohne Studium sind die Einsatzmöglichkeiten in der Regel auf kleinere Betriebe oder mittelständische Unternehmen beschränkt. Bei den entsprechend geringen Einkaufsvolumina ist auch die Einkaufsabteilung klein und Leiter Einkauf liegen eher an der unteren Einkommensschwelle. Diese korreliert mit den Tarifgehältern: Typisch sind hier monatliche Brutto-Grundentgelte von 4.100 Euro – 4.900 Euro, also ca. 50.000 – 60.000 Euro brutto im Jahr. Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit gibt für Einkaufsleiter unter 25 Jahren einen deutschlandweiten Durchschnittswert von 3.900 Euro als Monatsbrutto an.

Im Internet auffindbare Gehaltsportale zeigen beim Bruttojahresgehalt Spannen von 50.000 bis 145.000 Euro; Spitzenverdiener werden dabei gar nicht erfasst. Daraus kann geschlossen werden, dass viele Leiter Einkauf ein Studium absolviert haben und in Großunternehmen eine Position einnehmen, die deutlich über Tarif bezahlt wird. Schließlich handelt es sich um eine Führungsposition mit teils erheblicher Verantwortung, die in der Regel mehrjährige Erfahrung im Einkauf voraussetzt. Laut Entgeltatlas beträgt das durchschnittliche Monatsbrutto für Einkaufsleiter in einem Alter zwischen 25 und 54 Jahren in Deutschland knapp 7.000 Euro; 55-Jährige und Ältere liegen bei über 7.100 Euro brutto im Monat – höhere Werte werden aufgrund der Einkommensbemessungsgrenze nicht angegeben.

Faktor Unternehmensstandort

Sichtbar wird jedoch bei den Angaben der Bundesagentur eine klare Einkommensverteilung in Deutschland: In den Bundesländern im Süden und im Westen (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen) sowie in Hamburg überschreitet das Monatsbrutto die Schwelle von 7.100 Euro, im Norden (Niedersachen, Bremen, Schleswig-Holstein) sowie im Saarland werden Werte zwischen rund 6.700 und 7.100 Euro brutto im Monat erreicht. In den östlichen Ländern liegen die Entgelte generell darunter: Berlin führt die Statistik mit gut 6.650 Euro monatlichem Brutto an, es folgen Sachsen-Anhalt und Brandenburg mit gut 6.000 Euro – 6.200 Euro Monatsbrutto. In Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern wird die Marke von brutto 6.000 Euro im Monat unterschritten; das niedrigste monatliche Bruttodurchschnittsentgelt wird Einkaufsleitern in Mecklenburg-Vorpommern gezahlt (ca. 5.550 Euro).

Die immense Schwankungsbreite bei den Gehältern beruht natürlich auch auf Faktoren wie der Branchenzugehörigkeit des Unternehmens und persönlichen Zusatzqualifikationen oder besonderen Fähigkeiten und Erfahrungen des Leiters Einkauf.

Faktor Geschlecht

Ohne auf die genauen – nicht feststellbaren – Höhen der Gehälter einzugehen, ist ein Trend jedenfalls offensichtlich: Frauen verdienen gemäß einer 2024 durchgeführten Studie des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) im Durchschnitt als Einkaufsleiterin rund 25 Prozent weniger als ihre männlichen Pendants – bei vergleichbarer Arbeit. Das Grundentgelt lag bei Männern bei gut 87.200 Euro Jahresbrutto, bei Frauen dagegen nur bei rund 68.500 Euro brutto im Jahr. Werden Zusatzleistungen wie Sonderzahlungen oder Boni einbezogen, erreichen Männer ein Gesamteinkommen von ca. 98.000 Euro als Jahresbrutto, Frauen 73.800 Euro. In den Schlüsselbranchen Elektrotechnik und Elektronik, Maschinenbau, Chemie und Pharma sind die geschlechtsspezifischen Gehaltsunterschiede besonders groß. Der „Gender Gap“ ist also auch hier unübersehbar.

Faktor Zusatzfähigkeiten

Auch beim Leiter Einkauf gehören Zusatzqualifikationen zu den Faktoren, die das Gehalt mitbestimmen. Branchenübergreifend sind Kenntnisse in den Bereichen Controlling, Statistik, und Software-Anwendungen gefragt. Aber auch Führungs- und Gesprächstechniken sowie verhandlungssichere Fremdsprachenkenntnisse sind für den Arbeitgeber von Interesse. Werden beim Leiter Einkauf vertiefte branchenspezifische Kenntnisse verlangt, zahlt sich ein entsprechendes Fachstudium aus.

Wird der Leiter Einkauf als Führungskraft mit Ausbildungs-, Schulungs- und Lehrtätigkeiten im Betrieb oder an zum Beispiel Berufsschulen betraut, kann sich auch dies auf die Höhe des Gehalts auswirken.


Weiterbildung für Einkaufsleiter

Märkte ändern sich ebenso wie Produktionsverfahren oder Verbraucherwünsche. Auch die Anwendungen der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) werden ständig weiterentwickelt und bieten immer mehr Möglichkeiten. Wer als Leiter Einkauf langfristig erfolgreich sein möchte, sollte daher seine Kenntnisse – auch branchenspezifische – auf dem neuesten Stand halten und erweitern, um den Überblick zu bewahren und aktuell zu bleiben.

In den Bereichen Lagerwirtschaft, Materialwirtschaft, Logistik und Beschaffung werden die Software-Anwendungen immer umfangreicher – hier sind regelmäßige Weiterbildungen zu ERP-, PPS- und Warenwirtschaftssystemen oder SAP notwendig. Andere wichtige Themen in Bezug auf den Einsatz der IKT sind neue Medien, Branchenportale und elektronische Beschaffung, E-Procurement. Schulungen zeigen Ansatzpunkte auf, um auf diesem Weg neue Märkte und Marktteilnehmer zu identifizieren und mit den Akteuren in Kontakt zu treten. Hier kann es auch wichtig werden, die Fremdsprachenkenntnisse aufzufrischen. Qualitätsmanagement und statistische Auswertungsverfahren können bei der Aufstellung und Auswertung von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und der Nutzung von Kennzahlensystemen für das Controlling sinnvoll werden.

Als Führungskraft sollte sich der Leiter Einkauf auch mit seinem Führungsverhalten beschäftigen und Gesprächs- und Kommunikationstechniken verbessern. Personalmanagement, Arbeitsrecht und Arbeitsschutz sind weitere Themen, die regelmäßig aufgefrischt werden sollten, um der verantwortungsvollen Rolle als Führungskraft gerecht zu werden. Hier könnte auch das Lean Management wichtig werden. Wird dieses im Unternehmen umgesetzt, haben sich Führungskräfte mit den Auswirkungen der flacheren Hierarchien auseinanderzusetzen. Einführungen zum Lean-Ansatz geben Einkaufsleitern geeignete Instrumente an die Hand, um vermehrt selbstbestimmte und eigenverantwortlich agierende Mitarbeiter zu führen und zu motivieren.

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