Amazon-Studie: Erschließung des KI-Potenzials in Deutschland 2026
Die Studie
Studiendesign
Die Studie war europaweit angelegt und wurde nach den Leitlinien der britischen Market Research Society und des international agierenden Vereins ESOMAR (European Society for Opinion and Market Research) durchgeführt. Wann bzw. in welchem Zeitraum die Umfrage stattgefunden hat wurde, wird nicht angegeben.
In Deutschland wurden 2.000 Personen befragt. Die Teilnehmer gehörten zwei unterschiedlichen Gruppen an, um eine breite Absicherung der erhobenen Daten zu gewährleisten. Interviewt wurden daher 1.000 Führungskräfte, die eine Position als Gründer, CEO oder Mitglied der obersten Führungsebene von Unternehmen einnehmen, sowie 1.000 nach Alter, Geschlecht und Bundesland repräsentative Mitglieder der Öffentlichkeit.
Für das Stichprobenverfahren wurden Online-Panels genutzt, die als valide und zuverlässig anerkannt sind. Bei Führungskräften wurde die Auswahl der Plattformen auf die Organisationsgröße, Branche und Position im Unternehmen abgestimmt. Nach der Erhebung der Daten wurden diese iterativ proportional gewichtet, um Diskrepanzen oder Verzerrungen in der Stichprobe zu korrigieren.
Hintergrund der Studie
Das Ziel der Gesamterhebung ist, einen tiefen Einblick in die digitale Landschaft in Europa – und bei diesem Teil der Studie speziell in Deutschland – zu erhalten. Dabei werden vier Schwerpunkte gesetzt:
- Nutzung digitaler Technologien, insbesondere von Künstlicher Intelligenz und Cloud Computing: Hier wird die Entwicklung anhand des Grads der Einführung und der Implementierung betrachtet.
- Psychologische Faktoren: Untersucht wird, welche Wahrnehmungen und Einstellungen gegenüber bestehenden und aufkommenden digitalen Technologien vorherrschen und welche Vorteile, Herausforderungen und potenziellen Auswirkungen bei deren Einsatz wahrgenommen werden.
- Hindernisse und Chancen: Hier werden die Herausforderungen und potenziellen Möglichkeiten für Unternehmen und Einzelpersonen verdeutlicht. Die Themen reichen von Kompetenzdefiziten und regulatorischen Rahmenbedingungen bis zu den Auswirkungen auf Wachstum, Innovation und Marktentwicklung.
- Benefit: Am „Ausmaß des Gewinns" werden die wirtschaftlichen Auswirkungen der digitalen Transformation beleuchtet. Kernthemen sind Investitionen und die Aussicht auf Wachstum.
Kernaussagen der Studie
KI: weit verbreitet, aber die Transformation stockt
In Deutschland ist der Einsatz von KI-Systemen in Unternehmen weit verbreitet und er nimmt noch zu – von 53 Prozent der Firmen im Vorjahr auf 63 Prozent im Befragungszeitraum. Deutschland liegt damit weit über dem Durchschnitt in Europa, der mit 54 Prozent angegeben wird. Aber die Wachstumsrate ist von 47 Prozent im Vorjahr auf aktuell 19 Prozent gesunken; offenbar erreicht die Einführung von KI in Betrieben eine Sättigung.
Dabei berichten 83 Prozent der deutschen Unternehmen, die KI-Anwendungen nutzen, von einem Produktivitätszuwachs, 91 Prozent erwarten eine Gewinnsteigerung durch KI im kommenden Jahr und 79 Prozent berichten von beschleunigten Innovationszyklen. Die tatsächliche Transformation bleibt aber aus, denn 57 Prozent der Unternehmen nutzen zwar Basissysteme wie Chatbots und kommerzielle KI-Lösungen, aber nicht einmal drei von 10 (28 %) integrieren KI in mehrere Geschäftsbereiche und nur etwa jedes Fünfte (21 %) sieht sich gut darauf vorbereitet, KI-Technologien wie zum Beispiel Agenten, die komplexere Aufgaben in mehrstufigen Abläufen selbstständig erledigen können, in den bestehenden Workflow einfließen zu lassen.
Solche fortgeschrittenen Modelle, auch miteinander kombiniert, oder KI-Agenten als Anwendungen mit hohem Transformationspotenzial werden nur von 15 Prozent der Firmen genutzt. Deren Anteil ist im Vergleich zum Vorjahr (21 %) sogar geschrumpft und liegt nun deutlich unter dem europäischen Vergleichswert von 22 Prozent. Geschuldet ist dies unter anderem der starken Zunahme an Basisanwendern unter den Betrieben, aber auch der mangelnden Weiterentwicklung der bestehenden Anwender bei der Nutzung transformativer KI-Modelle. Dabei geben mehr als zwei Drittel (68 %) der befragten Führungskräfte an, dass die Einführung von KI hohe bis höchste Priorität hat und 72 Prozent sehen KI als Schlüsselelement für ihre – zukünftigen – Geschäftsmodelle.
Nicht nur die Nutzung von KI, auch die von Cloud-Lösungen hat bei den befragten Firmen um 10 Prozent zugenommen und liegt mit 87 Prozent auf einem hohen Niveau, deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 68 Prozent. Da es sich bei vielen KI-Modellen um Cloud-basierte Technologien handelt, sind die Vorrausetzungen für eine echte KI-Transformation gut.
Die im Vergleich zu Deutschland zunehmend raschere Verbreitung der fortschrittlicheren KI-Systeme bei Unternehmen in Europa hat das Potenzial, die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Firmen deutlich zu beeinträchtigen. Die Betriebe sollten die Chance nutzen, die breit angelegte Nutzung von KI durch den Einsatz höher entwickelter – agentischer – Systeme zu erweitern und den Transformationsprozess zu beschleunigen, anstatt nur kurzfristige Effizienzgewinne zu erzielen.
Start-ups im Fokus
Start-ups gehören in Deutschland zu den aktivsten KI-Anwendern: 81 Prozent geben an, agentische KI einzusetzen. Im Gegensatz dazu haben erst 22 Prozent der etablierten Unternehmen von KI-Agenten gehört, 12 Prozent dieser Firmen experimentieren mit agentischer KI und nur 4 Prozent haben sie auch in den Workflow eingebunden.
Weitere Anwendungsbereiche für KI, die von Start-ups entwickelt und in ihre Produkte eingebunden werden, sind autonome oder physische KI-Systeme, wie sie in der Robotik, in Fertigungssystemen und in der industriellen Automatisierung genutzt werden können. Doch die Entwicklungen sind teuer, Risikokapital fehlt und die Skalierung der KI auf industrielle Maßstäbe stößt an regulatorische Grenzen. Deshalb ziehen 42 Prozent der deutschen und 38 Prozent der europäischen Jungunternehmer in Betracht, Europa zu verlassen und nur ein Drittel gibt an, dass dies nicht infrage käme. Hauptgründe für die Verlagerung sind der Zugang zu Finanzmitteln (59 %), die Wachstumsmöglichkeiten (52 %), der Mangel an Fachkräften (49 %), der Zugang zu internationalen Märkten (48 %), die niedrigeren Betriebskosten (42 %) und die geringeren regulatorischen Hürden (41 %).
Deutschland droht damit die Abwanderung von zukunftsfähigen Firmen und ein Ausverkauf an Talenten – was den Wirtschaftsstandort Deutschland weiter (neben z. B. hohen Energiekosten und bürokratischen Hemmnissen) schwächt.
Empfehlungen der Studie
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass in Deutschland in vier Bereichen Handlungsbedarf besteht, um die hohe Dynamik bei der breiten Einführung von KI in Unternehmen in eine nachhaltige wirtschaftliche Transformation zu überführen. Als Leitmotive werden genannt:
- Auf bestehenden Stärken aufbauen: Deutschland hat eine starke industrielle Basis, weltweit anerkannte Kompetenzen im Ingenieurwesen und eine hohe Reife bei der Cloud-Nutzung. Diese Komponenten müssen nun gebündelt, skaliert und auf die gesamte Wirtschaft übertragen werden.
- KI-getriebene Innovation fördern: Der Schritt von KI-Anwendungen als Pilotprojekten über den regelmäßigen Einsatz im normalen Workflow bis zur echten Transformation durch Nutzung von KI-Systemen der nächsten Generation muss gezielt gefördert werden. Möglichkeiten bieten finanzielle Anreize, der Aufbau von KI-Innovationszentren und branchenspezifische Multiplikatoren, die Unternehmen beraten und unterstützen.
- Investitionen steuern: Der Staat kann durch vereinfachten Zugang zu Finanzmitteln Anreize schaffen, Länder und Kommunen haben es in der Hand, Beschaffungsverfahren für den öffentlichen Sektor zu beschleunigen. Die Privatwirtschaft kann Risiko- und Spätphasen-Wachstumskapital für Start-ups und deren Skalierung bereitstellen. So lässt sich der Transformationsprozess beschleunigen.
- Kompetenzen stärken: Ausbildungs- und Schulungsmaßnahmen sind notwendig, um die Kompetenzlücke zu schließen und eine zukunftsgerichtete Personalentwicklung einzuleiten. Dazu werden Umschulungsinitiativen, KI-fokussierte Berufsbildung und branchengeführte Weiterbildungspartnerschaften vorgeschlagen.
Hier geht es zur Amazon-Studie: Erschließung des KI-Potenzials in Deutschland 2026
Die Initiatoren der Studie
Amazon Web Services – AWS
Amazon Web Services (AWS) ist ein global agierender US-amerikanischer Cloud-Computing-Anbieter. 2006 wurde AWS als Tochterunternehmen des Online-Versandhändlers Amazon.com gegründet. Bis 2017 hat es sich dank in der ganzen Welt verteilten eigenen Rechenzentren – drei davon allein in Frankfurt – zum führenden internationalen Anbieter für Cloud Computing im B2B-Geschäft (Business-to-Business) entwickelt. Zu den Kunden gehören beispielsweise Dropbox, Netflix oder Reddit.
Die Konzernmutter Amazon betreibt in Deutschland, Rumänien und den Niederlanden Forschungszentren, um die technologische Entwicklung von AWS voranzutreiben.
Strand Partners
Strand Partners ist ein in London ansässiges Unternehmen, das sich selbst als Beratungsunternehmen bezeichnet: „Wir bieten Kommunikations-, Politik- und Forschungsberatung für Unternehmen, die sich mit komplexen Herausforderungen aus der Außenwelt konfrontiert sehen." Der Fokus von Strand Partners liegt auf der finanziellen Beratung von börsennotierten und privaten britischen Unternehmen, Private-Equity-Gesellschaften und qualifizierten Anlegern. Neben der Durchführung von Auftragsstudien betreibt Strand Partners als Public-Relations- und Kommunikationsagentur Lobbying auf höchster nationaler (Großbritannien) und europäischer Ebene und ist im EU Transparency Register akkreditiert und registriert.
Im Auftrag von Amazon Web Services (AWS) hat Strand Partners wie in den letzten Jahren eine Analyse zur Nutzung künstlicher Intelligenz in Deutschland durchgeführt.
Ihr Ansprechpartner

Torsten Klanitz
Produktmanager
Fon: +49 6151 8801 125

