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Bitkom-Studie „Künstliche Intelligenz in Deutschland – Perspektiven aus Bevölkerung und Unternehmen“: zentrale Ergebnisse


Bitkom – der Digitalverband

Bitkom e. V. wurde 1999 gegründet und vertritt 2025 mehr als 2.200 Mitgliedsunternehmen aus der Digitalwirtschaft, also Hersteller und Vertreiber von Software und Hardware sowie Dienstleister. Darunter befinden sich rund 1.000 mittelständische Betriebe, ca. 500 Tech-Start-ups, die Hälfte der Dax40-Unternehmen und weitere Global Player. Die angeschlossenen Firmen generieren allein in Deutschland jährlich gut 200 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigen über zwei Millionen Menschen. Zudem schließen sich auch Unternehmen aller Branchen an, die ihre Geschäftsmodelle digital weiterentwickeln wollen. 82 Prozent der im Bitkom engagierten Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Deutschland, weitere 8 Prozent im europäischen Ausland. 7 Prozent stammen aus den USA, 3 Prozent aus anderen Ländern auf der ganzen Welt.

Bitkom fördert die digitale Transformation in der deutschen Wirtschaft und der Verwaltung und setzt sich für eine breite gesellschaftliche Teilhabe an den digitalen Entwicklungen ein. Das erklärte Ziel ist, Deutschland zu einem leistungsfähigen und souveränen Digitalstandort zu machen und Wirtschaft, Politik und Bildung einzubeziehen.

Bitkom-Studie „Künstliche Intelligenz in Deutschland – Perspektiven aus Bevölkerung & Unternehmen“: zentrale Ergebnisse

Für die Studie „Künstliche Intelligenz in Deutschland“ hat Bitkom in der Mitte des Jahres 2024 eine computergestützte telefonische Befragung (Computer Assisted Telephone Interview, CATI) durchgeführt. Dazu wurden im Zeitraum Juni/Juli (Kalenderwochen 23 bis 30) in Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten 602 Verantwortliche für den Bereich künstliche Intelligenz (KI) bzw. Informationstechnik (IT) interviewt. Zusätzlich wurden im Juli (Kalenderwochen 27 bis 32) in der Bevölkerung 1.007 Personen ab 16 Jahren befragt.

Die Studienergebnisse wurden im Oktober 2024 veröffentlicht. Sie geben Auskunft über den Stand der KI in Deutschland zur Jahresmitte 2024 und die Perspektiven für deren Einsatz und Entwicklung aus Sicht von Unternehmen und aus Sicht der Bevölkerung. In vier Abschnitten werden der Status quo in Deutschland, der Einsatz generativer KI in der Wirtschaft, die Nutzung von KI in der Arbeitswelt und die Wirkung der Politik durch Regulierung und Förderung der KI behandelt.

KI in Deutschland – Status quo

Die künstliche Intelligenz wird von einer großen Mehrheit als Schlüsseltechnologie angesehen: 73 Prozent der Unternehmen und 63 Prozent der Bevölkerung halten KI für die wichtigste Zukunftstechnologie. 78 Prozent der Betriebe und 74 Prozent der Privatpersonen sehen KI als Chance.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass Firmen in KI investieren. 32 Prozent haben bereits Investitionen getätigt, 37 Prozent beabsichtigen, dies im laufenden Jahr zu tun, und 74 Prozent geben dies für die Folgejahre an. Allerdings setzen bislang erst 20 Prozent der Betriebe KI ein und nur 9 Prozent nutzen generative KI. Deren Einsatz soll aber bei 18 Prozent der befragten Unternehmen weiter ausgebaut werden.

In der Bevölkerung sind Hoffnungen, aber auch Vorbehalte gegenüber der KI weit verbreitet. Deutlich über 50 Prozent sind der Meinung, KI kann das Leben vereinfachen und zur Lösung von Menschheitsproblemen wie dem Klimawandel beitragen. 80 Prozent wünschen sich den Einsatz von KI im Bereich Cybersicherheit, 78 Prozent in Verwaltung und Verkehr, 75 Prozent im Gesundheitswesen. Daher sind 56 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass die Politik hierzulande die Entwicklung von KI stärker fördern sollte. 44 Prozent der Interviewten geben allerdings an, Angst vor KI zu haben. Fast die Hälfte (48 Prozent) befürchtet, dass KI in Zukunft die Kontrolle über den Menschen übernehmen wird, 37 Prozent würden lieber in einer Welt ohne KI leben. Dabei haben 40 Prozent generative KI mindestens einmal ausprobiert und 28 Prozent nutzen sie gelegentlich.

Generative KI in der Wirtschaft

Auch in den Unternehmen sind Hoffnungen und Vorbehalte gegenüber der generativen KI weit verbreitet. Einerseits sind 41 Prozent der befragten KI- bzw. IT-Verantwortlichen davon überzeugt, dass KI die nächste industrielle Revolution darstellt, die die Welt stark verändern wird. 48 Prozent sind der Meinung, dass Firmen keine Zukunftsperspektive haben, wenn sie nicht generative KI einsetzen. 44 Prozent glauben, dass der frühzeitige Einsatz von generativer KI einen Wettbewerbsvorteil verschafft.

Andererseits geben 46 Prozent an, dass der Nutzen von generativer KI für Unternehmen zu gering sei. 28 Prozent sehen durch generative KI sogar eine existenzielle Gefahr für ihr Unternehmen.

In der Praxis zeigt sich der Nutzen von generativer KI: 70 Prozent der Anwender nennen schnellere und präzisere Problemanalysen, 63 Prozent beschleunigte Prozesse, 16 Prozent einen reduzierten Ressourcenverbrauch. 62 Prozent geben an, dass generative KI Expertenwissen bietet, das sonst nicht zur Verfügung stünde, 32 Prozent, dass sich die Beschäftigten wichtigeren Aufgaben widmen könnten. 59 Prozent sind daher der Auffassung, dass generative KI Unternehmen zukunftsfähig macht, und 55 Prozent, dass die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt wird.

Diesem Nutzen stehen allerdings Hindernisse und Vorbehalte entgegen. Genannt werden von Anwendern Sorge vor regulatorischen Hürden (82 Prozent), Datenschutz (73 Prozent), Rechtsunsicherheit (68 Prozent). Aber auch die technische Seite wird kritisch gesehen: 65 Prozent der Firmen, die generative KI einsetzen, bemängeln die Qualität der Ergebnisse. Ein Mangel an Fachpersonal ist für 48 Prozent ein Problem, die fehlende Akzeptanz aufseiten der Mitarbeiter für 39 Prozent.

Der Einsatz generativer KI erfolgt hauptsächlich im Kundenkontakt (89 Prozent). Marketing und Kommunikation folgen mit deutlichem Abstand (40 Prozent) auf Platz zwei. 80 Prozent der Unternehmen nutzen die KI dabei als Teil ihres Produkts oder ihrer Dienstleistung, 43 Prozent zur Unterstützung interner Geschäftsprozesse in einzelnen Unternehmensbereichen. In den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie in der Produktion ist generative KI in 20 bzw. 17 Prozent der Betriebe vertreten, in der IT und im Wissensmanagement mit 2 Prozent.

KI in der Arbeitswelt

Die Beschäftigten stehen dem Einsatz von generativer KI ambivalent gegenüber. 24 Prozent wünschen sich KI als Unterstützung bei ihrer Arbeit, 33 Prozent sind offen dafür – und jeweils 20 Prozent lehnen KI-Anwendungen eher ab oder wollen sie keinesfalls einsetzen.

Dabei wird generative KI bereits von 13 Prozent der Mitarbeiter genutzt. 17 Prozent verwenden sie zwar nicht beruflich, sind aber der Meinung, dass eine Unterstützung heute bereits möglich sei; für 31 Prozent ist dies in Zukunft wahrscheinlich. 35 Prozent allerdings glauben, dass generative KI keine ihrer Aufgaben übernehmen könnte.

Da die Verbreitung von KI-Anwendungen in Zukunft zunehmen wird, möchten 61 Prozent der Beschäftigten an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen. Denn 68 Prozent der Befragten sehen zusätzlichen Bedarf an Fachkräften durch den Einsatz von KI und 20 Prozent befürchten einen Stellenabbau. Allerdings bieten nur 21 Prozent der Unternehmen allen oder den meisten ihrer Mitarbeiter solche Schulungen an. 28 Prozent qualifizieren dagegen nur ausgewählte Fachkräfte weiter.

Bei der Regulierung des Einsatzes von KI in Unternehmen zeigt sich eher Widerwillen: 15 Prozent der Betriebe haben Regeln zur Nutzung festgelegt, 23 Prozent wollen noch Regeln aufstellen. 18 Prozent sprechen sich gegen eine Regulierung aus und 36 Prozent haben das Thema bisher verdrängt. Allerdings wächst der Anteil der Firmen, die eine Regelung anstreben – eine Ursache dafür ist sicher die EU-Verordnung zur KI, der EU AI Act.

Politik: Regulierung und Förderung von KI

Die europäische Verordnung über künstliche Intelligenz (AI Act) ist am 01.08.2024 in Kraft getreten. In Deutschland haben sich allerdings erst 24 Prozent der Unternehmen mit der KI-Verordnung (KI-VO) auseinandergesetzt, 3 Prozent davon intensiv. Weitere 29 Prozent sehen die Notwendigkeit, sich in dieses Thema zu vertiefen, 16 Prozent lehnen dies ab. Dabei haben 24 Prozent der Betriebe Mitte 2024 noch nie von der lange diskutierten EU-Regelung gehört.

Daher besteht große Unsicherheit in der Wirtschaft über die Folgen der KI-VO. Einen positiven Einfluss sehen 62 Prozent der Unternehmen durch die Verbesserung der Rechtssicherheit bei der Entwicklung und dem Einsatz von KI, 53 Prozent durch die Erhöhung des Vertrauens in KI. Dagegen sehen viele andere Firmen einen negativen Einfluss des AI Act: Sie befürchten, dass die Entwicklung (45 Prozent) und der Einsatz (41 Prozent) von KI in Europa behindert wird. 69 Prozent der Unternehmen melden darüber hinaus Unterstützungsbedarf bei der Auseinandersetzung mit dem AI Act an.

Forderungen an die Politik

In der Wirtschaft herrscht die Meinung vor, dass der Einsatz und die Entwicklung von KI in Europa gezielt unterstützt werden muss. Die Politik ist aus ihrer Perspektive gefordert, mehr zu investieren – sowohl in die Infrastruktur als auch in die Forschung und Entwicklung der KI. 72 Prozent der Unternehmen befürworten daher den Aus- und Neubau von Rechenzentren, 68 Prozent sehen Deutschland in der Pflicht, mehr Mittel für KI freizugeben.

Aus den Ergebnissen der Studie „Künstliche Intelligenz in Deutschland – Perspektiven aus Bevölkerung & Unternehmen“ leitet Bitkom die folgenden drei Forderungen an die Politik ab (zitiert aus der Studie):

AI Act bürokratiearm und anwenderfreundlich gestalten

Es braucht klar geregelte Zuständigkeiten und ausreichende finanzielle und personelle Ausstattung der nach dem AI Act zuständigen nationalen marktüberwachenden und notifizierenden Behörden. Unternehmen aller Größen sollten außerdem durch KI-Reallabore auf ihrem Weg zur Gesetzeskonformität begleitet werden.

Zugang zu KI-Recheninfrastruktur verbessern

Hochleistungsrechenkapazitäten werden von Unternehmen zu selten genutzt. Administrative Barrieren, inkompatible Anforderungen und fehlendes Know-how müssen durch niederschwelligen Zugang und vereinfachte Anträge abgebaut werden. Durch kluge Verzahnung von existierenden öffentlichen und privaten Strukturen kann hier Abhilfe geschaffen werden.

Ausweitung und Stärkung des KI-Bildungsangebots auf allen Ebenen

Mehr englischsprachige KI-Studiengänge und Kurse zum KI-Basiswissen sind nötig. Auch die Mitarbeiterbildung durch KI-Fähigkeiten, lebenslange Weiterbildung und betriebliche Schulungen sollte verstärkt werden.

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