Metallbildner – Ausbildung


Metallbildner sind geschickte Handwerker, die sich auf die Gestaltung und Fertigung von Kunst- und Gebrauchsgegenständen aus Metall spezialisiert haben. Je nach Fachrichtung werden die Metallprodukte mithilfe der Gürtler- und Metalldrücktechnik, der Ziselier- oder der Goldschlagtechnik bearbeitet. Sie entwickeln kreative Ideen und setzen diese mit technischem Geschick um. Der Beruf des Metallbildners gehört zu den kreativsten handwerklichen Berufen. Mit der fortschreitenden Digitalisierung setzen sich Metallbildner zunehmend mit modernen Technologien wie beispielsweise dem 3-D-Druck oder dem 3D-Laserscanning auseinander.

Bildungsweg:
Duale Ausbildung

Empfohlener Abschluss:
mind. Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer:
3 Jahre

Ausbildungsvergütung:
ab 800 €/Monat im
1. Ausbildungsjahr


Was macht ein Metallbildner?

Der Metallbildner ist ein Spezialist, der sowohl künstlerische, technische und handwerkliche Fähigkeiten vereint. Seine Aufgabenbereiche sind vielfältig und abwechslungsreich:

  • Entwerfen von Werkstücken unter Berücksichtigung von Gestaltungsgrundsätzen
  • Erstellen von Werkzeugzeichnungen – manuell oder digital
  • Anfertigen von Mustern und Modellen und Formen
  • Bearbeitung von Werkstücken durch abtragende, umformende oder oberflächenverändernde Verfahren
  • Verbinden von metallischen und nichtmetallischen Werkstücken mittels formschlüssiger und stoffschlüssiger Fügetechniken
  • Bearbeitung, Versiegelung und Beschichtung von Oberflächen
  • Messen und Prüfen von Werkstücken und Werkzeugen
  • Instandhaltung von Maschinen, Werkzeugen und Anlagen
  • Planung von Herstellungsprozessen und Arbeitsabläufen

Die Arbeit des Metallbildners verändert sich durch die fortschreitende Digitalisierung und beinhaltet zunehmend den Einsatz von neuen Technologien, Verfahren oder Systemen. So werden beispielsweise zunehmend Metallwerkzeuge mit 3D-Druckern hergestellt und die Vermessung und Digitalisierung von Werkstücken erfolgt zunehmend mit Hilfe von 3D-Laserscannings. Auch Augmented Reality (AR) kommt im Beruf des Metallbildners zunehmend zum Einsatz: Durch den Einsatz von Datenbrillen werden dabei computergenerierte Zusatzinformationen in Form von Texten, Grafiken oder Videos im visuellen Sichtfeld erstellt.

In der Regel entscheiden sich Metallbildner zu Beginn des dritten Ausbildungsjahres für eine dieser drei Fachrichtungen:

  • Metallbildner – Gürtlertechnik
  • Metallbildner – Metalldrücktechnik
  • Metallbildner - Ziseliertechnik

Was macht ein Metallbildner – Fachrichtung Gürtlertechnik?

Metallbildner mit dieser Fachrichtung sind für die Planung und Herstellung von Gussteilen zuständig. Dafür schmelzen sie (Edel)Metalle und gießen die heißflüssige Masse in Formen, die sie zuvor meist selbst gefertigt haben. Auch die Be- und Verarbeitung von Buntmetallen gehören zu ihren Aufgaben. Hierfür entwerfen sie Werkstücke nach eigenen Ideen oder Kundenvorgaben und setzen diese entsprechend um: Dafür stanzen sie beispielsweise Metallbleche um und bringen Bleche, Profile und Rohre durch Treiben, Biegen, Richten und Schmieden in die gewünschte Form. Auch ihre Werkzeuge stellen sie meist selbst her. Anschließend montieren sie Einzelteile zum fertigen Erzeugnis und integrieren teilweise auch elektrische Komponenten wie beispielsweise Beleuchtungen für Briefkastenanlagen.

Arbeitsort: In Betrieben, die metallische Gebrauchsgegenstände herstellen, Betrieben der Gürtlerei, in Buntmetallgießereien oder handwerklichen Schmiedewerkstätten

Was macht ein Metallbildner – Fachrichtung Metalldrücktechnik?

Metallbildner mit der Fachrichtung Metalldrücktechnik stellen rotationssymmetrische Hohlkörper her die beispielsweise zu Töpfen, Vasen, Behälterböden oder Ventilgehäusen weiterverarbeitet werden. Die Herstellung kann in Handarbeit oder mit automatisierten Drückmaschinen erfolgen. Aus Stahl- oder Kunststoffen stellen sie Negativformen des anzufertigenden Hohlkörpers her. Sie schneiden Bleche zu und biegen beziehungsweise drücken diese von Hand oder maschinell an sogenannten Drückbänken in die gewünschte Form. Im Anschluss schleifen und polieren sie die Oberfläche des Werkstücks.

Arbeitsort: Metalldrückereien, Betriebe der Metallumformung und Betriebe des Metallkunsthandwerks

Was macht ein Metallbildner – Fachrichtung Ziseliertechnik?

Metallbildner mit dem Schwerpunkt Ziseliertechnik gestalten Kunst- und Gebrauchsgegenstände aus Metall. Sie entwerfen beispielsweise Wappen, Reliefs oder Skulpturen. Sie fertigen Gussteile und bearbeiten diese – dabei werden zum Teil die Oberflächen gefräst, gefeilt, geschliffen, tauschiert oder poliert. Weiterhin erstellen sie Hohlkörper und Reliefs, in dem sie Bleche spanlos umformen, beispielsweise durch Prellen oder Dengeln. Metallbildner mit dem Schwerpunkt Ziseliertechnik stellen ihre Ziselier- und Treibwerkzeuge in der Regel selbst her.  Oft werden sie auch für die Restaurierung von historischen Metallgegenständen eingesetzt.

Arbeitsort: Kunsthandwerkliche Gießereien, handwerkliche Ziselierbetriebe und Beschlag- oder Kunstschmieden


Für wen ist die Metallbildner-Ausbildung geeignet?

Wer Metallbauer werden möchte, sollte kreativ und handwerklich geschickt sein. Er benötigt ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und sollte ein gutes Auge für Formen und Strukturen haben. Auch eine gute körperliche Verfassung ist in diesem Beruf gefragt. Zudem wird eine hohe Konzentrationsfähigkeit und strukturierte Arbeitsweise benötigt.

In jeder der genannten Fachrichtungen kommt es zu regelmäßigen Kundenkontakten, denn der Metallbildner entwickelt in der Regel seine Entwürfe in Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber. Daher sollte er eine gute Kommunikationsfähigkeit mitbringen. Bewerber für diesen Beruf sollten außerdem eine hohe Einsatz- und Leistungsbereitschaft mitbringen, gerne handwerklich arbeiten und ein hohes Maß an Kreativität, eine Affinität zu Design und Interesse an Technik mitbringen. Hilfreich bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind in jedem Fall gute Noten in den Fächern Chemie, Physik und Kunst.

Die besten Chancen auf einen Ausbildungsplatz in der Industrie haben Anwärter mit einem Realschulabschluss. In Handwerksbetrieben reicht oft auch ein guter Hauptschulabschluss. 


Wie läuft die Ausbildung zum Metallbildner ab?

Die Ausbildung zum Metallbildner zählt zu den anerkannten dualen Ausbildungsberufen und dauert drei Jahre. Einen Teil der Zeit verbringen die Auszubildenden in einem Betrieb, den anderen Teil absolvieren sie in einer Berufsschule, wo der Theorieanteil vermittelt wird. Dies wechselt entweder in Blöcken oder kann auch auf die jeweiligen Wochentage aufgeteilt sein. In der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres findet der erste Teil und am Ende des dritten Ausbildungsjahrs der zweite Teil der Gesellenprüfung statt. Die Prüfung setzt sich zusammen aus einem theoretischen Teil und der praktischen Anfertigung einer Arbeitsprobe.

Die Auszubildenden lernen alle Fertigkeiten, die sie bei der Herstellung und Bearbeitung von Metallstücken benötigen: schneiden, fräsen, legieren, schweißen, sägen, löten. Auch das nötig Know-how in Sachen Spanen, Gießen und Schmelzen ist Bestandteil der Ausbildung. In der Ausbildung zum Metallbildner wird auch vermittelt, wie man Arbeitsunterlagen erstellt und liest, wie Arbeitsabläufe strukturiert werden können und welche Werk- und Hilfsstoffe es gibt. Ebenso ist das Erstellen von Zeichnungen, Skizzen und Modellen Teil der Ausbildung.

Neben praktischen Fähigkeiten setzen sich die Auszubildenden auch mit Themen wie Sicherheit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit auseinander; ebenso sind die Organisation von Ausbildungsbetrieben, Berufsbildung sowie Arbeits- und Tarifrecht Themen, die im Rahmen der Ausbildung vermittelt werden.


Wie viel verdient ein Metallbildner?

Wer eine duale Ausbildung zum Metallbildner absolviert, erhält vom Ausbildungsbetrieb eine Ausbildungsvergütung. Handelt es sich um einen tarifgebundenen Betrieb, so richtet sich die Höhe nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Im Berufsbildungsgesetz ist festgelegt, wie hoch die Ausbildungsvergütung sein sollte, damit sie angemessen ist – denn dies sollte gewährleistet sein. Die Höhe ist nach Ausbildungsjahr gestaffelt und kann je nach Branche und Bundesland variieren. So wird im Handwerk meist weniger gezahlt als in der Industrie und in Hessen sind die Vergütungen höher als beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern. Auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit sind Beispielvergütungen aufgelistet, die Anwärtern der Ausbildung zum Metallbauer eine Einschätzung geben. Im ersten Ausbildungsjahr können Auszubildende mit durchschnittlich 800 Euro Ausbildungsvergütung im Monat rechnen, im dritten Jahr sind es im Schnitt knapp 900 Euro monatlich.

Ist die Berufsausbildung abgeschlossen, können Metallbauer mit einem Einstiegsgehalt von etwa 2.300 Euro brutto im Monat rechnen. Je nach Fachrichtung, Bundesland und Betriebsgröße kann das Gehalt jedoch unterschiedlich sein.


Wie kann ein Metallbildner aufsteigen?

Nach der Ausbildung haben Metallbildner die Möglichkeit, in unterschiedlichen Branchen und Wirtschaftsbereichen zu arbeiten. Hier unterscheiden sich die Einsatzgebiete auch mit der jeweiligen Fachrichtung, für die sich der Metallbildner entschieden hat.

Metallbildner können im Anschluss an die Ausbildung den Meisterbrief erwerben und beispielsweise als Meister im Metallbildner-Handwerk die Leitung eines Betriebs übernehmen und Lehrlinge ausbilden. Auch die Spezialisierung auf die Erhaltung von historischen Kunstobjekten ist möglich: Als Restaurator kann der Metallbildner seine Fachkompetenz auf diesem Gebiet sehr gut einbringen.

Metallbildner können sich auch innerhalb eines Betriebe weiterentwickeln und ihre Kenntnisse durch gezielte Weiterbildungen ausbauen. So können sie sich beispielsweise in im Bereich Arbeitsorganisation und Prozessmanagement spezialisieren oder in verschiedenen Seminaren ihre Führungskompetenz weiterentwickeln. Auch die REFA-Grundausbildung oder der Kompaktkurs Betriebswirtschaftliche Grundlagen – Kompaktes BWL-Wissen für Techniker und Ingenieure bieten Metallbildnern die Möglichkeit, ihr Wissen zu erweitern und in Unternehmen mehr Verantwortung zu übernehmen.

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