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Importeur


Importeur Aufgaben und Gehalt
 

Was ist ein Importeur?

Ein Importeur ist ein Einkäufer, der im Ausland Sachgüter beschafft und diese ins Inland einführt, um sie hier für die Weiterverarbeitung oder den Vertrieb bereitstellen zu können.

Bei diesen Sachgütern kann es sich um Roh- und Grundstoffe, Bauteile, Halbfabrikate und Fertigwaren wie Systemkomponenten handeln, von deren Import insbesondere Unternehmen des produzierenden oder verarbeitenden Gewerbes abhängig sind. Aber auch ein großer Teil der im Inland angebotenen Waren muss von Handelsorganisationen importiert werden, ob Konsum- bzw. Gebrauchsgut oder Luxusartikel. Zu den Konsumgütern zählen zum Beispiel Food- und Non-Food Artikel wie Lebensmittel, Süßwaren und Getränke, speziell auch Alkoholika, sowie Kosmetik- und Hygieneprodukte oder Schnittblumen. Als Gebrauchsgüter sind beispielsweise Automobile, Möbel und Einrichtungsgegenstände sowie Haushalts- und Gartengeräte oder Elektro- und Elektronikartikel – ob Dreifachsteckdose, Router oder Spielekonsole – einzuordnen. Ebenfalls dazu gehören etwa Kleidung, Schmuck, Modeaccessoires, Kurzwaren sowie Zierpflanzen. Bekannte Luxusartikel sind hingegen unter anderem exquisite Uhren und Handtaschen. Der Importeur ist in diesen Fällen oft für einen Großhandelsunternehmen oder eine Einzelhandelskette tätig. Dabei kann er sich auf typische Produkte eines bestimmten Landes oder einer Region spezialisieren – wie bei Wein oder Käse –, aber auch auf globaler Ebene den Anbieter mit den jeweils günstigsten Konditionen ermitteln und versuchen, ihn als Lieferanten zu verpflichten – wie etwa bei Erdgas, seltenen Erden, Bananen oder Kaffee.

Damit ist der Importeur ein wichtiger Teil der Lieferkette, der Supply Chain: Er sorgt dafür, dass der Wertstrom aus Sachgütern und Handelswaren, der zur Aufrechterhaltung der Geschäftstätigkeiten seines Arbeitgebers notwendig ist, nicht zum Erliegen kommt, also unterbrochen wird oder sogar abreißt. Dabei hat er als Kaufmann die internationalen Märkte zu beobachten und zu analysieren, um Änderungen bei den Produktangeboten und Preisen zu verfolgen, Entwicklungen zu erkennen und Trends abzuleiten. Anhand der dabei gewonnen Erkenntnisse muss der Importeur den Einkauf auf dem internationalen Parkett planen, einleiten, durchführen – und optimieren. Dazu entwickelt er Beschaffungsstrategien und erstellt Finanzierungspläne. Er tritt mit den Anbietern der gewünschten Waren und Produkte in Kontakt und verhandelt mit den potenziellen Lieferanten über die Art und Menge der Sachgüter, die Lieferwege und -termine sowie die Bezugskonditionen, unter Beachtung des zur Verfügung stehenden Budgets. Bei einer Einigung schließt er Liefer- und Transportverträge ab – wenn es nicht auf elektronischem Weg möglich ist, auch vor Ort beim Geschäftspartner.

Der Importeur steuert danach den Daten- und Warenfluss von der Bestellung im Ausland bis zur Anlieferung im Inland. Mittlerweile erfolgt dies in der Regel über elektronische Geschäftsprozesse (E-Business, E-Procurement) und online. Dabei hat der Importeur die Aus- und Einfuhrbestimmungen sowohl des Export- als auch des Bestimmungslandes zu beachten, die für das jeweilige Produkt gelten, und die jeweiligen Zollformalitäten rechtskonform zu erledigen. Hier besteht in der Regel großes Optimierungspotenzial, um unter anderem durch den Einsatz elektronischer Kommunikationsmittel, Anwendungen künstlicher Intelligenz (KI) als Übersetzungshilfen sowie Warenwirtschafts- und Online-Zahlungssystemen die Abläufe zu vereinfachen.

Treten unvorhergesehene Ereignisse ein, die den Warenfluss behindern, muss der Importeur schnell reagieren, um einen möglichen Versorgungsengpass zu vermeiden. Lieferschwierigkeiten können dabei die unterschiedlichsten Ursachen haben. So kann sich beispielsweise eine Lieferung etwa durch den Mangel an Frachtraum bzw. Lagerplatz sowie ungeklärte Zollfragen, aber auch aufgrund von Witterungsbedingungen oder unfallbedingt verspäten oder ganz ausfallen. Auch ein sofortiger Lieferstopp vonseiten des Lieferanten, dessen plötzliche Insolvenz oder politisch motivierte Sanktionen können der Auslöser sein. Hier ist der Importeur gefordert, nach Alternativen zu suchen, um die Supply Chain und damit die Wertschöpfung wieder in Gang zu bekommen. Unter Umständen, gerade bei Handels- und Lieferbeziehungen über verschiedene Zeitzonen und Kulturkreise hinweg, muss der Importeur dazu auch am Abend, am Wochenende oder an Feiertagen tätig werden.


Welche Aufgaben hat ein Importeur?

Ein Importeur hat zwei Hauptaufgaben: Auf strategischer Ebene unterstützt er mit seiner Beobachtung und Analyse sowohl der internationalen Märkte als auch des einheimischen Marktes den Einkäufer bzw. den Leiter Einkauf bei der Planung der Beschaffung von Produkten aus dem Ausland. Der Fokus liegt dabei auf Sachgütern, die für die Kernbereiche der Wertschöpfung seines Unternehmens essenziell sind. Dabei versucht er, wichtige ausländische Geschäftspartner vertraglich langfristig zu binden, um die Verfügbarkeit dieser Schlüsselprodukte zu sichern. Auf operativer Ebene ist er der Verhandlungspartner der Anbieter, um die gewünschten Waren zu den günstigsten Konditionen geliefert zu bekommen. Nach dem Vertragsabschluss ist der Importeur dann auch für alle Formalitäten des Transports und der Logistik zuständig. Zusammen mit dem Leiter Einkauf und den anderen Mitarbeitern in der Einkaufsabteilung wirkt er zudem bei der Optimierung aller Prozesse in der Beschaffung mit. Das Aufgabenspektrum ist damit breit gefächert:

  • Auf strategischer Ebene stehen die Marktbeobachtung und die Auswertung des Marktgeschehens im Vordergrund. Der Importeur hat Fragen zu beantworten wie diese: Welche für das eigene Unternehmen wichtigen Sachgüter sind auf dem Weltmarkt wo oder von wem besonders gefragt? Treten neue Marktteilnehmer ein oder verlassen Anbieter bzw. Nachfrager den Markt – und warum? Sind von politischer Seite Beschränkungen im In- oder Export zu erwarten, etwa durch Zölle, Steuern oder Sanktionen? Gibt es alternative Sachgüter, mit denen die bisherigen substituiert und damit die Restriktionen umgangen werden können? Oder gibt es Ersatzprodukte, mit denen ein Hersteller mit geringerem Einsatz von Ressourcen produzieren oder ein (Groß-)Händler das eigene Sortiment erweitern oder umgestalten kann, um den Bedürfnissen der Kundschaft entgegenzukommen? Wie verändern sich die angebotenen Mengen, Qualitäten und Preise? Sind Entwicklungen absehbar oder lassen sich Trends erkennen, die sich langfristig auf die Versorgung des eigenen Unternehmens auswirken könnten? Wie verändert sich der Absatzmarkt im Inland und welche Auswirkungen hat das auf die Sortiments- und die Preisgestaltung? Abgerundet werden diese strategischen Überlegungen durch die Auswahl von Unternehmen, die als Anbieter möglichst kostengünstiger Güter und Produkte in gewünschter Qualität und Menge auftreten. Hier reicht die Spanne von global agierenden Unternehmenskonglomeraten bis zum regionalen Produzenten, also von Automobilproduzenten und -zulieferern über Getränkehersteller sowie Lebensmittel- und Konsumgüterkonzerne bis zur Molkerei, Obst- oder Teeplantage und zum Weingut. Immer wichtiger wird dabei der rechtliche Rahmen, etwa bei der Einhaltung von Lieferkettengesetzen oder Ethikstandards. Ein weiteres strategisches Thema von höchster Bedeutung ist die Redundanz von Lieferanten und Lieferwegen, um bei Störungen der Supply Chain die Versorgungssicherheit gewährleisten zu können. Den dafür notwendigen einheitlichen Bewertungsmaßstab liefert der Leiter Einkauf mit den Einkaufsrichtlinien, die anhand der Vorgaben der Geschäftsführung erstellt wurden.
  • Im operativen Bereich steht für den Importeur die Kontakt- und Beziehungspflege zu den Anbietern bzw. den Zulieferern im Fokus. Er fordert von den Herstellern und Lieferanten Angebote an, analysiert und bewertet diese und trifft auf dieser Basis eine Vorauswahl unter den Geschäftspartnern. Importeure bei Handelsgesellschaften wie beispielsweise Supermarktketten können hier vor dem Problem stehen, Monopolisten mit entsprechender Marktmacht aufgrund globaler Bekannt- und Beliebtheit unter allen Umständen berücksichtigen zu müssen, um das Sortiment markt- bzw. kundengerecht zu bestücken. Bei Anbietern von weniger starken Marken, Rohstoffen oder Naturprodukten fällt die endgültige Entscheidung in der Regel nach dem Aushandeln von Liefer- und Zahlungsbedingungen – also Mengen, Qualitäten, Konditionen, Rabatten, Lieferwegen und Terminen. Mit dem Vertragsabschluss hat der Importeur die Voraussetzungen geschaffen, dass sein Arbeitgeber über festgelegte Zeiträume mit den vereinbarten Liefer- und Lagermengen den Bedarf an Sachgütern decken kann. Zusätzlich hat er Vorsorge zu treffen, um Abhängigkeiten von Lieferanten zu vermeiden und den Wertstrom und damit die Kernleistung seines Unternehmens abzusichern. Dazu gehört, auch mit den nicht berücksichtigten Geschäftspartnern im Kontakt zu bleiben und Gesprächsbereitschaft zu signalisieren. Des Weiteren sollte auch der Importeur Einsparpotenziale bedenken und bewerten, um die Kosten für Kapitalbindung und Lagerhaltung zu minimieren und die Wirtschaftlichkeit – etwa durch das Bündeln von Lieferungen oder Umsetzen des Just-in-time-Prinzips – zu erhöhen. Um dies aus betriebswirtschaftlicher Perspektive abzusichern, ermittelt er spezifische Kennzahlen und wertet diese mit einschlägigen Software-Systemen aus.

Ein Importeur hat damit unter anderem diese Aufgaben:

  • Beobachtung und Analyse der globalen Beschaffungs- und Absatzmärkte sowie des heimischen Absatzmarkts;
  • Planung der Beschaffung von Roh- und Grundstoffen, Bauteilen, Halbfabrikaten und Fertigwaren wie Systemkomponenten aus dem Ausland;
  • Auswahl von Produzenten und Lieferanten im Ausland unter strategischen und betriebswirtschaftlichen Aspekten;
  • Ermittlung des anfallenden Bedarfs an Materialien und Waren zur Vermeidung von Lieferengpässen bei Schlüsselprodukten;
  • Verhandlung mit ausgewählten Zulieferern über Mengen, Qualitäten, Bezugskonditionen und Termine;
  • Steuerung des Warenflusses und der Informationen vom Anbieter bis zur Anlieferung;
  • Abwicklung aller Liefer-, Transport und Zollformalitäten;
  • Einhaltung und Umsetzung von Beschaffungsrichtlinien;
  • Durchführung und Optimierung der Beschaffungsprozesse;
  • Analyse und Optimierung von Liefermengen und Lagerbeständen anhand von Kennzahlen;
  • Controlling anhand von Einkaufsstatistiken, Preisanalysen, Lieferzeiten und Qualität der gelieferten Waren.

Welche Kompetenzen braucht ein Importeur?

Ein Importeur ist in erster Linie Kaufmann – seine berufliche Basis sind also betriebswirtschaftliche Kenntnisse und unternehmerisches Denken. Auf dem internationalen Parkett muss er die Fähigkeit haben, die globalen Märkte zu beobachten und zu analysieren, um daraus Rückschlüsse auf das Marktgeschehen und das Marktverhalten der einzelnen Akteure zu ziehen – und daraus auch die entsprechenden Konsequenzen und Handlungen abzuleiten.

Um dies leisten und mit den Schlüsselfiguren auf den Märkten auch in Kontakt treten zu können, müssen seine Fremdsprachenkenntnisse sehr gut sein – verhandlungssicheres Business-Englisch ist das Minimum, eine weitere Fremdsprache, je nach Ausrichtung im internationalen Umfeld, sehr zu empfehlen. Dabei sollte der Importeur gegenüber Gesprächs- und Geschäftspartnern Autorität und Sicherheit ausstrahlen und – dies ist beim direkten Kontakt oder in Videokonferenzen wichtig – ein gepflegtes Erscheinungsbild aufweisen. Zudem muss er kommunikativ stark auftreten und über die kaufmännischen Tugenden Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen verfügen. Damit er mit seinen ausländischen Ansprechpartnern, die oft aus anderen Kulturkreisen stammen oder dort heimisch sind, angemessen kommunizieren kann, sind interkulturelle Kompetenzen gefragt. Verbale Höflichkeitsformen sowie Mimik und Gestik bzw. die Körpersprache sind hier dabei das eine, die Beachtung von religiösen Vorschriften oder gesellschaftlichen Tabus das andere.

Um sich quasi „in Echtzeit“ ein Bild vom Marktgeschehen machen und schnell mit den unter Umständen auf der ganzen Welt verteilten Kontaktpersonen kommunizieren zu können, sollte der Importeur ein geübter Anwender von moderner Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sein. Dies ist notwendig, um global, ortsunabhängig und idealerweise rund um die Uhr – auch in unterschiedlichen Zeitzonen – agieren zu können. Beim Einsatz der IKT reicht die Spanne vom Internet mit seinen Recherche- und Informationsmöglichkeiten über die sozialen Medien zur weltweiten Kontaktaufnahme bis zu Möglichkeiten der elektronischen Businessprozesse. Gemeint sind hier unter anderem die Bestellung, Warenverfolgung und Abrechnung, aber auch die Erledigung der Deklarations- und Zollformalitäten oder das Ausstellen von Frachtbriefen und Lieferscheinen.

Um zu wissen, welche verschiedenen Begleitpapiere für die Fracht erforderlich sind, welche Deklarationspflichten gelten und welche Zollformalitäten eingehalten werden müssen, hat sich der Importeur mit den einschlägigen Bestimmungen auseinanderzusetzen, muss also die ausländischen bzw. die im Wirtschaftsraum geltenden Rechtsvorschriften kennen. Neben dem internationalen Recht und den im Exportland geltenden Vorschriften sind zudem das EU- und das inländische Recht zu beachten – wie beispielsweise das Lieferkettengesetz. Der Importeur muss also den entsprechenden rechtlichen Sachverstand vorweisen können.

Darüber hinaus sollte ein Importeur als Einkäufer auch über die notwendigen Kompetenzen verfügen, um die auf den internationalen Märkten angebotenen Waren und Produkte miteinander vergleichen zu können – Warenkenntnis ist für einen Kaufmann unabdingbar. Hierbei ist es insbesondere bei Rohstoffen oder Naturprodukten – wie etwa Obst und Gemüse, aber auch Kaffee oder Kakao – wichtig, herkunftsspezifische Besonderheiten und Qualitätsunterschiede zu kennen. Bei Rohstoffen können dies mineralogische Eigenheiten sein, aber auch Verunreinigungen oder Beimengungen. Bei Naturprodukten stehen oft Geschmack, Aroma oder Schadstoffbelastung im Vordergrund. Bei Bauteilen, Systemkomponenten oder Fertigwaren spielen die Güte der verwendeten Materialien und die Verarbeitungsqualitäten sowie sicherheitstechnische Anforderungen oder Umweltbelange eine erhebliche Rolle.

Die kaufmännischen Kompetenzen des Importeurs müssen den Bogen von der Kalkulation von Ein- und Verkaufspreisen über das Schreiben von Angeboten bis zur Verbuchung der einzelnen Posten und zur betriebswirtschaftlichen Auswertung oder dem Controlling spannen. Hierzu benötigt er Anwenderkenntnisse bei Software-Systemen wie ERP (Enterprise Resource Planning), PPS (Produktionsplanung- und Steuerung), Warenwirtschaft und Lagermanagement sowie bei Tabellenkalkulations- und Statistikprogrammen oder SAP-Modulen.

Weitere notwendige Fähigkeiten und Voraussetzungen sind Organisationstalent bei der Planung der Logistik sowie sorgfältiges und verantwortungsbewusstes Handeln bei der Beachtung und Umsetzung der Einkaufsrichtlinien und Qualitätsvorgaben. Räumliche und zeitliche Flexibilität sind gefragt bei – auch längeren – (Auslands-)Dienstreisen, um mit Zulieferern zu verhandeln oder Störungen in der Lieferkette zeitnah zu beseitigen.

Zu den Kompetenzen eines Importeurs gehören damit unter anderem:

  • betriebswirtschaftliches und unternehmerisches Denken;
  • Kenntnis der globalen Beschaffungsmärkte;
  • Nutzung elektronischer Medien zur Information, Recherche und Kommunikation;
  • verhandlungssichere Fremdsprachenkenntnisse;
  • kommunikatives Geschick und Durchsetzungsvermögen;
  • interkulturelle Kompetenzen;
  • Nutzung von Software zur Steuerung und Überwachung der Warenströme und zur Erledigung rechtlicher Formalitäten;
  • internationales Handelsrecht;
  • Kalkulation, Buchhaltung, Controlling;
  • Logistik und Supply-Chain-Management;
  • Warenkunde;
  • Organisationstalent und gutes Zeitmanagement;
  • Belastbarkeit und Flexibilität.

Wie wird man Importeur?

Importeur“ ist keine Bezeichnung für einen Ausbildungsabschluss oder ein Studienfach – es handelt sich vielmehr um eine berufliche Einsatzmöglichkeit. Der Zugang dazu ist nicht geregelt und die Wege zu dieser Position sind vielfältig. Allen gemein ist aber, dass eine kaufmännische Aus- oder Weiterbildung bzw. ein entsprechendes Studium vorausgesetzt werden – denn der Importeur ist letztlich eine besondere Form des Kaufmanns.

Mit einer abgeschlossenen dualen Ausbildung kann ein Automobilkaufmann beispielsweise für ein markengebundenes Autohaus zum Importsachbearbeiter werden und damit als Importeur fungieren. Ein Groß- und Außenhandelskaufmann sollte in der Lage sein, als Importeur den Rohstoffeinkauf eines Industrieunternehmens auf globalen Märkten zu organisieren – oder auch den Einkauf von bestimmten Artikeln für den Weiterverkauf im Handel. Beiden – und darüber hinaus auch anderen Kaufleuten – steht die Weiterbildung zum Betriebswirt Außenhandel offen, die für anspruchsvollere Tätigkeiten im Import, mit mehr Verantwortung, führt. Wer ein Studium der Betriebswirtschaft absolviert, kann als Betriebswirt der Fachrichtung Handel etwa für eine Einzelhandels- oder Supermarktkette unter Umständen für den Bezug von Waren aus der ganzen Welt verantwortlich sein. Welche Tätigkeit ein Importeur letztlich ausübt, hängt damit sowohl von seinem beruflichen Werdegang als auch von dem Wirtschaftszweig, in dem das Unternehmen tätig ist, und von dessen Größe ab.

  • Ausbildung: Eine duale Ausbildung zum Kaufmann, etwa für Groß- und Außenhandelsmanagement – insbesondere mit Schwerpunkt Außenhandel – ist ein guter Ausgangspunkt, um in den drei Jahren bis zum Abschluss das betriebswirtschaftliche Grundverständnis aufzubauen und das Handwerkszeug kennenzulernen. Aber auch eine zweijährige Berufsfachschulausbildung zum Kaufmännischen Assistenten, etwa mit Schwerpunkt Fremdsprachen, kann bereits für die Position des Importeurs qualifizieren. Schon während der kaufmännischen Lehre kann eine Weiterbildung absolviert werden, um so einen doppelt qualifizierenden Abschluss zu erwerben. Nach den drei Jahren werden dann neben dem Titel „Kaufmann“ auch die anerkannten Zertifikate „Eurokaufmann“, „Außenhandelsassistent“ oder „Betriebswirt Außenhandel“ vergeben. Auf dieser Grundlage können weitere Qualifikationen in Richtung Betriebswirtschaft und speziell Außenhandel oder Import angestrebt werden.
  • Weiterbildung: Nach einer kaufmännischen, auch doppelt qualifizierenden Lehre und zwei Jahren Berufspraxis können verschiedene Wege der Aufstiegsweiterbildung eingeschlagen werden. Zu den kaufmännischen Qualifikationen gehören beispielsweise der Fachwirt Außenwirtschaft oder der Betriebswirt – mit Schwerpunkt Außenhandel, wie bei der doppelt qualifizierenden Ausbildung, oder mit Schwerpunkt Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. Die Weiterbildungen zum Fach- oder Betriebswirt werden an einer Fachschule durchgeführt und dauern zwei Jahre in Vollzeit oder vier Jahre berufsbegleitend in Teilzeit.
  • Studium: Voraussetzung für ein Studium an einer Fachhochschule ist die Fachhochschulreife. Das Fachabitur als fachgebundene und das Abitur als allgemeine Hochschulreife berechtigen zu einem Studium an einer Universität oder Technischen Hochschule. Dabei bietet sich für einen Importeur ein wirtschaftswissenschaftliches Studium an der Fachhochschule oder der Universität in Richtung Betriebswirtschaft an. Als Schwerpunkte kommen Handel oder internationale Wirtschaft infrage. Der Abschluss als Bachelor kann nach sechs bis sieben Semestern Regelstudienzeit erreicht werden. Aufgesetzt werden kann darauf ein vertiefender drei- bis viersemestriger Master-Studiengang, etwa in Richtung Außenhandel oder Außenwirtschaft.

Wer als zukünftiger Importeur Theorie und Praxis kombinieren möchte, kann ein duales Studium zum Betriebswirt Handel anstreben. Hier wird nach drei Jahren der Abschluss als beispielsweise Kaufmann Groß- und Außenhandelsmanagement erreicht und parallel – oder mit geringem zeitlichen Versatz nach ca. vier Jahren – der Bachelor-Titel.

Eine Alternative zum Wirtschaftsstudium bieten Ingenieurdisziplinen und Naturwissenschaften. In ihnen wird Importeuren das in den jeweiligen Wirtschaftszweigen branchenspezifische Wissen vermittelt. Die vertiefte Kenntnis der bei einer Handelsware jeweils maßgeblichen Eigenschaften kann ein wichtiger Erfolgsfaktor bei der Beschaffung und dem Aushandeln von Konditionen sein.

In Großunternehmen oder bei Handelsketten beginnt der Importeur auch nach einem Studium oft entweder als Trainee oder als Einkäufer in einem bestimmten Ressort. Für die berufliche Karriere sind das Geschick des Aspiranten und seine nachweisbaren Erfolge maßgeblich. Weitere Karrierestufen auf dem Weg zum Importeur können zum Beispiel der für eine bestimmte Region zuständige Internationale Einkäufer oder ein auf ein spezifisches Angebot konzentrierter Lead Buyer sein.


Wie viel verdient man als Importeur?

Was man als Importeur verdient, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zu den wichtigsten gehören persönliche Aspekte wie der Werdegang. So kann eine kaufmännische Ausbildung bereits ausreichen, um als Sachbearbeiter Import – und damit als Importeur – beschäftigt zu werden. Oft hat sich ein Importeur aber auch über eine Aufstiegsweiterbildung zum Fach- oder Betriebswirt weiter qualifiziert. Nicht wenige haben ein wirtschaftswissenschaftliches Studium abgeschlossen und mit dem Bachelor oder Master einen Titel als Betriebswirt Handel oder Betriebswirt Internationale Wirtschaft erworben. Neben dem Niveau der Qualifikation, das das Gehalt eines Importeurs maßgeblich beeinflusst, spielen zudem das Alter und die Berufserfahrung eine wichtige Rolle, insbesondere bei dessen Eingruppierung bei tarifvertraglich gebundenen Unternehmen. Andere Aspekte beziehen sich auf den Arbeitgeber; ausschlaggebend sind hier die Branche, die Unternehmensgröße und die Region bzw. der Standort.

Anhaltspunkte zur Höhe der Entlohnung gibt die Bundesagentur für Arbeit im „Berufenet“ – auch wenn dort der Beruf „Importeur“ gar nicht genannt wird. Auch bei den verschiedenen Gehaltsportalen existiert dieser Beruf nicht – verwiesen wird oft auf Bezeichnungen wie „Importsachbearbeiter“, „Importkaufmann“, „Außenhandelskaufmann“, „Speditionskaufmann“, „Fachkraft Import-/Export“, „Fachwirt Import – Export“, „Außenhandelsmanager“ oder „Importmanager“ etc. Als beispielhafte monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung wird dort für gelernte Kaufleute im Bereich Außenhandelsmanagement ebenso wie für (doppelt qualifizierte) Außenhandels-Assistenten der Bereich zwischen rund 3.170 Euro und 3.510 Euro angegeben. Kaufmännische Assistenten verdienen nach Tarif mit rund 3.400 Euro bis 3.730 Euro brutto im Monat bereits etwas mehr. Wer einen doppelt qualifizierenden Abschluss als Betriebswirt Außenhandel oder Eurokaufmann vorweisen kann, darf wie der Fachwirt Außenwirtschaft oder der Betriebswirt nach dem Fachschulabschluss mit einem tariflichen Bruttogehalt von ca. 3.500 Euro bis 4.320 Euro rechnen. Mit einem Studienabschluss als Betriebswirt mit Schwerpunkt Handel oder Internationale Wirtschaft sind monatliche Bruttoentgelte in einer Spanne zwischen rund 5.100 Euro bis knapp 6.200 Euro zu erwarten. Dazu kommen je nach Arbeitgeber noch weitere tarifliche Leistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld („13. Monatsgehalt“). Aufgestockt wird das Monats- oder Jahresbrutto dann zusätzlich oft durch Zuschläge, Provisionen und Erfolgsprämien.

Die Medianwerte und die Spannen, in denen die „mittleren 50 Prozent“ der monatlichen Bruttogehälter liegen, unterscheiden sich im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit – entsprechend der unterschiedlichen Qualifikation – ebenfalls deutlich voneinander. Deutschlandweit wird für gelernte Kaufleute mit abgeschlossener dualer Ausbildung ebenso wie für Außenhandels-Assistenten als Medianwert rund 3.730 Euro angegeben, bei einer Spanne zwischen 3.060 Euro und 4.740 Euro. Bei Eurokaufleuten nach der Ausbildung sowie bei Fach- und Betriebswirten nach der Aufstiegsweiterbildung wird ein Median von 4.080 Euro genannt, wobei der 50-Prozent-Bereich zwischen rund 3.230 Euro und 5.130 Euro liegt. Studierte Betriebswirte können sich dagegen über durchschnittlich rund 6.700 Euro freuen. Knapp 5.000 Euro sind hier als untere Grenze zu sehen, nach oben werden häufig mehr als 7.500 Euro erreicht. Daraus lässt sich schließen, dass die meisten Unternehmen als Arbeitgeber ihre Einkäufer übertariflich entlohnen.


Weiterbildung für Importeure

Ein Importeur muss das Marktgeschehen im In- und Ausland beobachten und analysieren, Entwicklungen verfolgen und neue Trends aufspüren. Hierbei hilft ihm die IKT, die ihm über das Internet, Verkaufsplattformen und Social Media Überblick über die Märkte und Zugang zu Anbietern verschafft. Aber auch Behördengänge und die Bearbeitung von Dokumenten wie Frachtpapieren und Zolldeklarationen wird online häufig vereinfacht, ebenso wie das Bestellwesen und die Abrechnung über Warenwirtschafts-, Enterprise-Resource-Planning- (ERP-) oder E-Procurement-Systeme. Insbesondere Anwendungen der künstlichen Intelligenz (KI) können dazu beitragen, die Datenflut auszuwerten und „Big Data“ zu nutzen. Hier sollte der Importeur sich fortbilden, um international den Anschluss nicht zu verpassen.

Als Kaufmann sollte er zudem seine betriebswirtschaftlichen Kompetenzen stärken und regelmäßig aktualisieren, um neue Versionen von Kalkulations-, Controlling-, Buchhaltungs-, Steuer- und Statistikprogrammen als Anwender zu beherrschen. Wichtige Anpassungsweiterbildungen betreffen daher allgemeine Bereiche wie Einkaufsstrategien, Einkaufsverhandlungen, Material- und Warenwirtschaft, Finanz- und Rechnungswesen sowie Vertrags- und Handelsrecht. Von höchster Bedeutung ist, sich auf dem neuesten Stand der Gesetzgebung und der Rechtsprechung zu befinden, um die rechtlichen Veränderungen im In- und Ausland zu beobachten, nachzuvollziehen und umzusetzen. Auch hier sind einschlägige Seminare zu Rechtsthemen hilfreich.

Im Umgang mit ausländischen Gesprächspartnern und Lieferanten sind Fremdsprachenkenntnisse und kulturelle Kompetenzen wichtig. Zu beiden Themenfeldern sollte ein Importeur Weiterbildungen belegen, um seine kommunikativen Fähigkeiten aufzufrischen und auszubauen sowie kulturelle Eigenheiten berücksichtigen zu können. Wenn Ambitionen in Richtung (Nachwuchs-)Führungskraft bestehen, sollte den Themen Führungsverhalten, Gesprächs- und Kommunikationstechniken, Präsentation, Personalmanagement, Arbeitsrecht und Arbeitsschutz Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Schulungen und Fortbildungen zu den genannten Themen werden von vielen privaten und institutionellen Trägern angeboten.

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