Monteur


Monteur - Aufgaben, Gehalt & Weiterbildung

Was ist ein Monteur?

Monteure sind die Heinzelmännchen der Wirtschaft: Sie arbeiten in Industrie, Gewerbe, Handwerk und in Einrichtungen der öffentlichen Hand, sind in allen Branchen anzutreffen und in Betrieben aller Größenordnungen. Das Spektrum an Einsatzgebieten und Aufgaben ist riesig, es reicht von A wie Abwassertechnik bis Z wie Zylindermontage. Dementsprechend ist der Zugang zu diesem Beruf vielfältig und kann auf den unterschiedlichsten Berufsausbildungen – meist einer dualen Ausbildung zum Mechaniker in einem speziellen Metall- oder Elektroberuf – beruhen.

Monteure arbeiten am Fließband, in Montagehallen, Werkstätten oder bei der Kundschaft vor Ort. Allen Monteuren ist gemein, dass sie einzelne Bauteile oder Gruppen zu Geräten und Systemen zusammensetzen und diese installieren, zum Teil auch warten und reparieren. Typische Arbeitgeber sind einerseits technische Handwerksbetriebe im Bereich Gas, Wasser, Heizung, Lüftung und Klima, Elektrik sowie Fahrzeugtechnik, andererseits Industrieunternehmen in der Metall- und Elektrobranche – vom Automobilhersteller oder -zulieferer über den Maschinen- und Werkzeugbau und die Medizintechnik bis hin zu Energieanlagen- und Haushaltsgeräteherstellern. Dabei sollte er nicht mit einem Montierer verwechselt werden, denn als Hilfskraft fertigt dieser industrielle Serienerzeugnisse nach Vorgabe.

„Auf Montage“ kann aber auch bedeuten, dass der Monteur längere Zeit beispielsweise auf Baustellen oder in Kundenunternehmen eingesetzt wird und dort über mehrere Tage oder Wochen – fern von zu Hause, auch weltweit – Anlagen und Maschinen oder Großgeräte wie Portalkräne oder Tagebaubagger einrichtet, wartet oder instandsetzt. Reisebereitschaft und Fremdsprachenkenntnisse sind in diesem Fall wünschenswerte Eigenschaften

Einmal in der Metall- oder Elektrotechnik ausgebildet, findet ein Monteur fast überall eine entsprechend qualifizierte Anstellung. Bei seinen handwerklichen Aufgaben muss er sich auf Lärm und Schmutz einlassen und körperlich über Kraft und Ausdauer verfügen. Arbeitet er in der Industrie „am Band“, gehören Schicht- und Wochenendarbeit durchaus zur Normalität. Im Handwerk sind dagegen Bereitschaftsdienste möglich.


Welche Aufgaben hat ein Monteur?

So weit das Spektrum an Spezialisierungen, so groß die Anzahl der Aufgaben. Im Handwerk ist oft die – körperlich anstrengende – Arbeit auf dem Bau, in der Werkstatt oder zu Hause beim Kunden gefragt – von der Erstinstallation bis zur Wartung und Reparatur. In der Industrie geht es meist um den reibungslosen Ablauf der Produktion, sei es durch Zusammenbau von Bauteilen, Modulen und Produkten oder durch Wartung und Reparatur von Maschinen und Anlagen.

Generell ist die Aufgabe eines Monteurs das selbstständige Zusammenfügen von Einzelteilen zu Bauteilen, Modulen und Geräten bis hin zu Anlagen. Er installiert Aggregate und baut Steuerungs- und Regelsysteme ein. Bereits an einzelnen Baugruppen oder auch erst nach Abschluss des Zusammenbaus testet er die Funktion am fertigen Produkt, überprüft und regelt die Einstellungen, nimmt es in Betrieb oder weist andere in die Bedienung ein. Darüber hinaus führt er regelmäßige Wartungsarbeiten durch, identifiziert bei Funktionsstörungen Fehlfunktionen mit Mess- und Prüfgeräten und behebt sie durch Reparatur oder Austausch defekter Bauteile.

Monteure in Handwerk und Gewerbe planen die Auftragsabwicklung, halten die nötigen Werkstoffe, Materialien und Werkzeuge für die Montage vor und fertigen auch fehlende Bauteile an. In der Industrie müssen sie bei der Zusammenarbeit mit Kollegen die Reihenfolge und den Zeitplan der dazu notwendigen Arbeiten festlegen und den Materialfluss sicherstellen. Mit seinen Erfahrungen gestaltet der Monteur Arbeitsabläufe mit und ist an der kontinuierlichen Verbesserung von Prozessen beteiligt.

Zu den Aufgaben gehört damit unter anderem:

  • die technische Planung der Installation;
  • die Arbeitsorganisation;
  • der Ein-/Zusammenbau, die Prüfung und die Inbetriebnahme der Installation;
  • die Pflege, Wartung und Reparatur;
  • das Erkennen von Fehlfunktionen und deren Behebung;
  • die Qualitätssicherung;
  • die Dokumentation der Arbeitsergebnisse;
  • das kontinuierliche Verbessern der Prozesse im Hinblick auf Arbeitsabläufe, Fertigungsqualität und Arbeitsschutz.

Welche Kompetenzen braucht ein Monteur?

Ein Monteur, ganz unabhängig von seiner Fachrichtung, benötigt sowohl handwerkliche Fähigkeiten als auch technisches Verständnis. Zwar ist das Erfassen und Umsetzen von Unterlagen wie technischen Zeichnungen oder Schaltplänen wichtig, ebenso wie Kenntnisse in Material- und Werkstoffkunde, aber das A und O in der Praxis ist die Fähigkeit, Füge- und Trenntechniken anzuwenden, Prüfgeräte fachgerecht einzusetzen und mit Feingefühl Steuer- und Regeleinrichtungen abzustimmen. Zudem muss er den Überblick über Abläufe und dabei anfallende Tätigkeiten haben und dafür sorgen, dass alle Werkzeuge und Materialien in notwendiger Art und Menge für die Durchführung seiner Arbeit vorhanden sind.

Da andere Personen notwendigerweise in die Bedienung der Geräte und Anlagen einzuweisen, unbedingt Absprachen mit Kollegen zu treffen und Kunden freundlich und kompetent zu beraten sind, sollten auch gute Kommunikationsfähigkeiten vorhanden sein.

Fachliche Voraussetzungen für die Arbeit als Monteur sind daher Kenntnisse unter anderem in den folgenden Bereichen:

  • Naturwissenschaft und Technik;
  • Material-/Werkstoffkunde;
  • Füge- und Trenntechniken (Schweißen, Löten, Pressen, Kleben, Schleifen, Flexen ...)
  • Einsatz von Mess- und Prüfgeräten;
  • Elektronik / Steuerungs- und Digitaltechnik;
  • Auftragsabwicklung;
  • Qualitätssicherung;
  • Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz;
  • Organisation.

Zu den wichtigen persönlichen Kompetenzen gehören:

  • handwerkliches Geschick;
  • Sorgfalt, Genauigkeit und Zuverlässigkeit;
  • Organisationstalent;
  • selbstständige Arbeitsweise, etwa bei der Störungsbeseitigung;
  • hohes technisches Verständnis;
  • Leistungs- und Einsatzbereitschaft, auch bei Schicht- oder Wochenendarbeit;
  • körperliche Belastbarkeit;
  • Verantwortungsbewusstsein;
  • Bereitschaft zu Schicht- und Wochenendarbeit und auch zu längeren Reisen.

Wie wird man Monteur?

Schrauben, löten, verlegen, installieren, anschließen, reparieren ... Wer sich immer schon gerne handwerklich mit Mechanik oder Elektrik beschäftigt hat, hat gute Grundlagen für das vielgestaltige Berufsbild, das unter der Sammelbezeichnung „Monteur“ zusammengefasst wird. Der Einstieg erfolgt klassisch über eine Lehre in einem Industrieunternehmen oder einem Handwerksbetrieb; mit der Ausbildung – oft als Mechaniker – erfolgt auch gleich eine Spezialisierung auf die spätere Branche. Da in fast jedem technischen Berufsfeld Mechaniker ausgebildet und eingesetzt werden, ist die Anzahl an Unternehmen, die als Arbeitgeber infrage kommen können, immens und die Nachfrage aufgrund des Fachkräftemangels groß.

  • Ausbildung: Voraussetzung für eine Arbeit als Monteur ist eine in der Regel drei- bis dreieinhalbjährige duale Ausbildung, in der Regel im Maschinen- oder Anlagenbau, in der Feinwerk- oder Fertigungstechnik oder in Elektroberufen, also insbesondere Fertigungs-, Industrie-, Anlagen- oder Konstruktionsmechaniker, Elektroanlagenmonteur, Industrieelektriker, Elektroniker, Mechatroniker oder auch Metallbauer. Zugangsvoraussetzung dafür ist laut Gesetz mindestens ein Hauptschulabschluss, in der Praxis ist es die mittlere Reife.
  • Quereinstieg: Der Beruf des Monteurs steht auch Fachkräften für Metalltechnik der Fachrichtung Montagetechnik nach Abschluss ihrer zweijährigen dualen Ausbildung und einiger Berufspraxis bzw. einer Fort- oder Weiterbildung offen.
  • Weiterbildung: Nach bestandener Lehre und mit Berufserfahrung sind verschiedene Weiterbildungen möglich, die den beruflichen Aufstieg ermöglichen, etwa zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtungen Konstruktion, Entwicklungstechnik, Fertigungstechnik oder Elektrotechnik, zum technischen Fachwirt oder Industriebetriebswirt, zum Industriemeister der Fachrichtung Metall. Mit Erwerb der Fachhochschulreife ist auch ein technisches Studium an der Fachhochschule, wie Maschinenbau, Produktionstechnik, Elektrotechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen möglich.

Wie viel verdient man als Monteur?

Das große Spektrum an Branchen und Einsatzfeldern und die Möglichkeit, sowohl in der Industrie als auch im Gewerbe und im Handwerk zu arbeiten, machen allgemeingültige Aussagen zum Verdienst schwierig. Generell kann festgehalten werden, dass Monteure in der Industrie eher nach Tarif, also nach Entgeltgruppe, und damit besser bezahlt werden als im Handwerk.

Das Einstiegsgehalt entspricht dem des zugrunde liegenden jeweiligen Ausbildungsberufs und liegt deutschlandweit durchschnittlich bei rund 2.500 Euro. Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt bei tarifgebundenen Unternehmen liegt bei rund 38.500 Euro, also rund 3.200 Euro Monatsbrutto, über alle Arbeitgeber hinweg bei rund 37.2000 Euro, also um die 3.100 Euro brutto monatlich. Insgesamt ist die Spanne je nach Wirtschaftszweig, Unternehmensgröße und Standort aber beachtlich und reicht von rund 1.700 bis 5.000 Euro brutto. Die obere Grenze wird aber nur mit Zusatzqualifikationen wie einem Abschluss als Fachwirt und langjähriger Leitungsfunktion oder bei hochkomplexen oder gefährlichen Tätigkeiten – etwa auf einer Bohrinsel – erreicht.

Auch bei Monteuren hängt das monatliche Einkommen von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören:

  • die Branche;
  • die Unternehmensgröße;
  • der Unternehmensstandort;
  • die Berufserfahrung;
  • Zusatzfähigkeiten.

Faktor Branche

Ob man als Monteur in einem Handwerksbetrieb auf dem Bau oder mit einem Tarifvertrag in einem Großunternehmen der Automobilindustrie arbeitet, macht einen gewaltigen Unterschied.

Tendenziell zahlen Unternehmen im Baugewerbe die niedrigsten Löhne; hier werden nur durchschnittlich 2.500 Euro Monatsbrutto erreicht. In der Metall- und Elektroindustrie sind die meisten Unternehmen tarifgebunden und zahlen daher überdurchschnittlich, rund 3.200 Euro Monatsbrutto – in der Automobilbranche samt Zulieferindustrie werden zudem häufig noch Leistungszulagen gezahlt; je nach Tarifvertrag beträgt diese zwischen vier und 15 Prozent des Entgelts.

Faktor Unternehmensgröße

Kleine Handwerksunternehmen sind nicht so finanzstark wie mittlere Gewerbebetriebe und diese nicht so wie die Großindustrie. Und: Größere Unternehmen sind eher tarifgebunden als Kleinbetriebe oder auch mittelständische. Monteure arbeiten in Unternehmen aller Größen, daher unterscheidet sich ihr Gehaltszettel teils merklich voneinander.

Die Unternehmensgröße kann sich auf das durchschnittliche Monatsbrutto des Monteurs wie folgt auswirken:

  • bis 100 Mitarbeiter = ca. 2.500 €
  • 101 bis 500 Mitarbeiter = ca. 2.900 €
  • 501 bis 1.000 Mitarbeiter = ca. 3.300 €
  • 1.001 bis 20.000 Mitarbeiter = ca. 3.600 €

Faktor Unternehmensstandort

Der Unternehmensstandort hat großen Einfluss auf die Höhe des Gehalts: Strukturell starke Gebiete haben eine hohe Wirtschaftskraft und damit auch hohe Lebenshaltungskosten, die Anbindung an Verkehrs-, Waren- und Informationsströme ist ein wichtiger Standortfaktor und auch die Attraktivität der Region wirkt sich aus. All dies spiegelt sich auch in den Gehältern – auch aufgrund der geltenden Flächentarifverträge – wider. Von Bundesland zu Bundesland variiert die Entlohnung für gleichwertige Arbeit, teils auch innerhalb eines Bundeslands. Dennoch sind Tendenzen erkennbar: Vom Süden der Republik über den Westen nach Norden und weiter nach Osten nimmt in der Regel das Gehalt ab – Stadtstaaten wie Hamburg, Bremen oder Berlin spielen allerdings oft eine Sonderrolle.

Bei Monteuren zeigt sich der genannte Trend im Monatsbruttoverdienst recht deutlich. Baden-Württemberg und Hessen führen mit rund 3.350 Euro Monatsbrutto die Liste an, Bayern und Hamburg folgen dichtauf mit rund 3.250 Euro. Die übrigen westlichen Bundesländer bilden mit Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bremen mit rund 3.100 Euro das obere, das Saarland und Berlin sowie knapp dahinter Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit ca. 2.800 bis 2.900 Euro das untere Mittelfeld. Die Gehälter in den östlichen Ländern liegen zwischen 2.350 und 2.500 Euro brutto pro Monat.

Faktor Berufserfahrung

Berufserfahrung ist wertvoll und zahlt sich aus – sicher auch wegen des Tariflohns – aber der Zuwachs ist überschaubar. Wer sich nicht weiterbildet oder aktuelle Entwicklungen verschläft, sieht das Ergebnis in der Lohntüte. Gerade als Monteur ist es also wichtig, seine Kompetenzen zu erweitern, Zusatzqualifikationen zu erwerben und sich fit zu machen für höherwertige Positionen mit mehr Verantwortung – und höherem Gehalt.

Als Durchschnittswerte für Monatsbruttogehälter in Deutschland können gelten:

  • Berufsanfänger: ca. 2.500 €
  • rund 5 Jahre Berufserfahrung: ca. 2.800 €
  • rund 10 Jahre Berufserfahrung: ca. 3.000 €
  • mehr als 10 Jahre Berufserfahrung: ca. 3.100 €

Je nach Branche, Unternehmensgröße und Standort oder Gültigkeit eines Tarifvertrags differieren die Gehälter um mehrere 100 Euro. Sichtbar wird zudem wie so häufig ein Gender Gap. Das Gehalt eines Monteurs liegt regelmäßig rund zehn Prozent über dem einer gleichwertige Arbeit verrichtenden Monteurin.

Faktor Zusatzfähigkeiten

Berufserfahrung zahlt sich weniger aus als gedacht, aber Zusatzfähigkeiten können die Höhe des Gehalts nachhaltig positiv beeinflussen. Programmierkenntnisse befähigen für spezielle Einsätze, Kommunikationsstärke und Überzeugungskraft sind gefragt in Bereichen mit Kundenkontakt oder auch als Nachwuchsführungskraft. Hier ist der Aufstieg zum Team- oder Schichtleiter oder der Umstieg in die Serviceabteilung oder den Einkauf möglich.

Auch die Bereiche Arbeitssicherheit, Umweltschutz oder Qualitätsmanagement bieten ein weites Betätigungsfeld. Kann ein Ausbilderschein vorgewiesen werden, ist eine Gehaltsverbesserung wahrscheinlich.


Weiterbildung für Monteure

Produktionsverfahren, Werkstoffe, Steuerungen, Prüf- und Messverfahren werden fortlaufend weiterentwickelt und ändern sich ständig. Hier auf dem Stand der Technik zu bleiben, ist für Monteure ein Muss, um nicht abgehängt zu werden. Anpassungsweiterbildungen in Richtung Elektrotechnik, Anlagentechnik, Messtechnik, Automatisierungstechnik, Mechatronik oder Wartung und Instandhaltung können die berufliche Zukunft sichern.

Fortbildungen mit den Schwerpunkten Qualitätsmanagement, Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz erweitern das fachliche Spektrum und die Einsatzmöglichkeiten, kaufmännische Weiterbildungen fördern das betriebswirtschaftliche Denken und bereiten auf Aufgaben in anderen Feldern, vom Service bis zum Einkauf, vor. Aber auch Schulungen der persönlichen Kompetenzen, beispielsweise Kommunikationsfähigkeit, Selbstorganisation und -motivation, Zeitmanagement oder Führungsfähigkeiten sind für Nachwuchsführungskräfte sehr sinnvoll.

Aufstiegsweiterbildungen sind oftmals die Grundlage für einen Aufstieg auf der Karriereleiter. Abschlüsse als Techniker, technischer Fachwirt, Industriebetriebswirt oder Industriemeister qualifizieren für höherwertige Positionen in der Produktion, aber auch im kaufmännischen Bereich. Ein Studium in einer Ingenieurdisziplin wie Maschinenbau, Anlagenbau oder Produktionstechnik oder auch Wirtschaftsingenieurwesen eröffnet Perspektiven in der Entwicklung, der Konstruktion und auch im Vertrieb.

Weiterbildungen werden von verschiedensten Institutionen angeboten, von Vereinen bis hin zu privaten Hochschulen. Seminare und Schulungen erfolgen meist berufsbegleitend.

Die REFA AG ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2015
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