Landschaftsgärtner – Ausbildung
Ein Gärtner der Fachrichtung Garten -und Landschaftsbau gestaltet öffentliche Grünflächen und private Gärten. Er legt Außenanlagen an, begrünt Verkehrswege, pflegt Bäume und Sträucher, schneidet Hecken und Rasen, pflanzt Blumen und jätet Unkraut.
Was macht ein Landschaftsgärtner?
Ein Landschaftsgärtner, genauer gesagt: ein Gärtner der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau, gestaltet öffentliche und private Gelände und Grundstücksflächen nach Plänen von Landschaftsarchitekten oder auch nach den Vorstellungen von privaten Auftraggebern. Er arbeitet also sowohl in großem als auch in kleinem Maßstab.
Im Großen ist der Landschaftsgärtner oft im kommunalen Bereich tätig: Das Spektrum beginnt bei der Pflege von Parks und Grünanlagen, inklusive Anlage und Instandhaltung der Wege und Sitzgelegenheiten oder der Wartung der Brunnen und Wasserflächen. Der Landschaftsgärtner arbeitet bei der Einrichtung von Sportanlagen und Spielplätzen mit, sät Rasen und Blumenwiesen, pflanzt Büsche und Sträucher und legt Beete und Rabatten an. Bei der Begrünung von Innenstädten, Parkplätzen oder auch Verkehrsinseln schafft er die baulichen Voraussetzungen für das Stadtgrün, schüttet Erde auf und stattet die Freiflächen mit passendem Bewuchs aus. Er errichtet Lärm- und Sichtschutzwälle und -mauern und installiert Zäune und Gabionen, also „Steinkörbe“, als Raumteiler, Zufahrtshindernisse oder optische Barrieren. Auch bei der Renaturierung und Rekultivierung von verrohrten oder begradigten Bächen sowie von Altlasten verschmutzen Flächen, der Hangsicherung oder der Neugestaltung von Biotopen wirkt der Landschaftsgärtner mit.
Im Kleinen agiert der Landschaftsgärtner meist auf den Freiflächen, die ein Gebäude umgeben, ob Firmengebäude, Wohn- oder Geschäftshaus. Hier steht die Gestaltung der Gartenanlagen und der Auf- und Zufahrten sowie der Wege im Mittelpunkt. In Industrie- und Gewerbegebieten gibt es dabei meist mehr Platz für Rasen, Sträucher oder Baumgruppen, aber interessanter wird es bei Privatgrundstücken: Hier gilt es, die Besitzer zu beraten, Ideen zu generieren und Umsetzungsvorschläge zu erarbeiten, die die Vorstellungen der Eigentümer aufgreifen und ihnen gestalterisch entgegenkommen. Oft handelt es sich darum, auf sehr begrenztem Raum eine Vielzahl von Kundenwünschen zu berücksichtigen. Die baulichen Maßnahmen betreffen in der Regel das Pflastern von Auffahrten, Wegen und Terrassen, das Verlegen von Rand- und Begrenzungssteinen sowie das Einrichten von Be- und Entwässerungssystemen oder den Bau von Treppen. Manchmal sind auch Trockensteinmauern als Abböschungen vor bewohnten Kellerräumen zu errichten oder Zäune und Geländer anzubringen. Die gärtnerische Arbeit besteht oft darin, Gartenteiche und Blumenbeete zu platzieren und anzulegen, Rasen zu säen oder Hecken zu pflanzen. Was dann an Pflanzen vorhanden ist, muss auch gepflegt werden – auch diese Aufgabe übernimmt der Landschaftsgärtner.
Bei seiner Arbeit hat der Landschaftsgärtner sich oft zentimetergenau an vorgegebene Maße zu halten – und natürlich an Grundstücksgrenzen und Geländeeigenheiten. Für Erdbewegungen in größerem Ausmaß setzt er entsprechend geeignete Bagger ein, den Untergrund oder gepflasterte Bereiche verdichtet er mit einer Rüttelplatte. Den An- und Abtransport des schweren Geräts ebenso wie den von Materialien wie Erde, Sand, Kies, Steinen, Steinblöcken oder Aushub und Bauschutt sowie von Baumaterial, aber auch Pflanzen oder Grünschnitt bewerkstelligt der Landschaftsgärtner mit Lastwagen und Anhänger, das Auf- und Abladen oft mithilfe eines auf dem Lkw montierten Krans. Bei anderen Arbeiten setzt er motorbetriebene Geräte wie Laubbläser oder -sauger, Hecken- und Astscheren, Ketten- und Kreissägen, Rasentrimmer und -mäher oder auch Bohrmaschinen und Schlagschrauber ein. Darüber hinaus muss er eine große Vielfalt an manuellen Handwerksgeräten bedienen können – von Schaufel und Spitzhacke über Maurerkelle und Pflasterhammer bis hin zu Rosenschere und Blumenschaufel.
Um die Arbeiten durchführen zu können, muss ein Landschaftsgärtner vorab die Anlagen planen und die benötigten Materialmengen zumindest überschlagsmäßig berechnen. Bei größeren Bauprojekten, also etwa bei Aufträgen von der Gemeinde oder Kommune, organisiert er die Baustelle im Team, misst Bearbeitungsflächen nach Zeichnungen und Plänen ein und grenzt sie ab. Danach disponiert er die Gerätschaften und Materialien, die eingesetzt werden sollen, und bestellt die benötigten Baustoffe. Diese Berechnungen dienen als Grundlage für die Kalkulation und Abrechnung der durchzuführenden bzw. durchgeführten Arbeiten.
Die Aufgaben des Landschaftsgärtners lassen sich damit wie folgt zusammenfassen:
- Planung und Vorbereitung von baulichen und gärtnerischen Maßnahmen;
- Einrichtung von Baustellen;
- Einsatz von motorbetriebenen und handgeführten Kleingeräten;
- Führen von Großgeräten wie Baggern, Kränen, Rüttelplatten und Lkws;
- Ausführen von Erdbewegungen;
- Durchführen von baulichen Maßnahmen wie Mauern, Pflastern, Setzen von Begrenzungssteinen und Zäunen oder Errichten von Trockensteinmauern und Gabionen;
- Beratung von Kunden;
- Auswahl und Zusammenstellung von Gewächsen;
- Setzen von Bäumen und Sträuchern, Anlegen von Hecken, Rabatten und Blumenbeeten, Säen von Rasen und Blumenwiesen;
- Pflege und Instandhaltung von Grünanlagen und Gärten;
- Anlage von Springbrunnen, Gartenteichen und Bachläufen;
- Mitwirkung bei Renaturierungs-, Rekultivierungs- und Landschaftspflegemaßnahmen;
- Berechnung der benötigten Materialmengen und Disposition der einzusetzenden Geräte.
Für wen ist die Landschaftsgärtner-Ausbildung geeignet?
Die Landschaftsgärtner-Ausbildung ist für Menschen geeignet, die sich am ästhetischen Erscheinungsbild von menschgemachter Umgebung und Natur erfreuen können und sich auch bei widrigen Wetterverhältnissen lieber draußen als drinnen aufhalten. Wer also bereits als Kind oder Jugendlicher gerne im eigenen Garten gearbeitet, Blumen gepflanzt, Wege gestaltet oder einen Gartenteich als Biotop angelegt hat, hat sicher gute Voraussetzungen für die Arbeit als Landschaftsgärtner. Und er sollte lieber in einem Handwerks- oder Gewerbebetrieb als in einem größeren Industrieunternehmen arbeiten wollen, weil er bei seiner Arbeit lieber mit Kunden zu tun hat als anonyme Aufträge abzuarbeiten.
Ein Landschaftsgärtner vereint als Gärtner im Bereich Garten- und Landschaftsbau die beiden Bereiche „Bau“ und „Garten“. Das heißt: Er ist einerseits als Fachmann im Bauwesen tätig und andererseits als Experte für Pflanzen. Dabei führt er nicht nur konkrete praktische Tätigkeiten aus, sondern agiert auch kreativ-gestaltend.
Für die Arbeiten am Bau benötigt er zum Beispiel Kenntnisse als Tiefbauer, Pflasterer und Maurer. Die Gewerke gehen dabei ineinander über: Der Landschaftsgärtner bewegt Materialien wie Erde, Kies, Sand oder Steine, planiert und verdichtet Böden, setzt Rand- und Begrenzungssteine und verlegt Steine und Platten. Darüber hinaus errichtet er Böschungen und Wände oder erstellt Abböschungen und Trockenmauern. Bei diesen Tätigkeiten setzt der Landschaftsgärtner entsprechende handgeführte Werkzeuge, motorbetriebene Geräte oder auch schwere Baumaschinen ein. Neben handwerklichem Geschick sind hier Kraft und Ausdauer gefragt, um auch langwierige, körperlich belastende Arbeiten ohne rasche Ermüdung durchführen zu können – auch in unbequemen Zwangshaltungen oder bei beengtem Raum. Auch das Wissen um die Einsatzmöglichkeiten der Gerätschaften und deren sichere und umsichtige Handhabung sind wichtig, um sich selbst und andere bei der Arbeit auf der Baustelle nicht zu gefährden. Und natürlich sollte ein Landschaftsgärtner keine Vorbehalte gegenüber dem Einsatz leistungsstarker Maschinen und Fahrzeuge haben. Die dabei auftretenden Belastungen durch beispielsweise Lärm und Vibrationen kann er durch das Tragen von Arbeitsschuhen, Handschuhen, Gehörschutz und Schutzhelm abmildern.
Für die gärtnerischen Arbeiten braucht der Landschaftsgärtner Kenntnisse über Pflanzen und deren Eigenheiten. Er muss deren Wuchsformen, Anzucht- und Wachstumsbedingungen kennen und wissen, woher sie stammen, auf welchen Böden sie gedeihen und welche Ansprüche an Nährstoffe und Wasser sie haben. Darüber hinaus hat er deren Zusammenstellung anhand von Kriterien wie Größe und Wachstumsgeschwindigkeit, Blühzeitpunkt, Blütenfarbe, Laubfärbung oder Winterhärte und Laubabfall zu beurteilen. Dazu kommen noch Unverträglichkeiten der Pflanzen untereinander – und die Möglichkeit, Allergien auszulösen oder Hautreizungen und Vergiftungen zu verursachen. Da der Landschaftsgärtner außerdem Pflanzenkrankheiten erkennen und bekämpfen muss, sollte er genau beobachten können und hohe Sorgfalt sowie Verantwortungsbewusstsein beim Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln zeigen. Vorsicht ist auch gegenüber biologischen Gefährdungen, etwa durch Bodenbakterien, Schimmelpilze, Tierkot oder Zecken, geboten.
Bei der Planung von Gärten und der Beratung von Kunden hat der Landschaftsgärtner neben handwerklichen und finanziellen Faktoren insbesondere auch ästhetische Aspekte zu berücksichtigen. Grundlegende mathematische Fähigkeiten braucht der Landschaftsgärtner, um beispielsweise die Größe und die Lage von Rabatten und Blumenbeeten zu berechnen, aber auch, um Materialmengen bestimmen und Angebote kalkulieren zu können. Darüber hinaus sollte er einerseits über eine rasche Auffassungsgabe verfügen, um Kundenwünsche aufnehmen zu können. Andererseits braucht er ein gutes räumliches und zeitliches Vorstellungsvermögen, um die zukünftige Entwicklung des Gartens vorhersehen zu können. Das mündliche Ausdrucksvermögen sollte es erlauben, Kunden mögliche Lösungen vorzuschlagen und Alternativen zu diskutieren – aber es ist auch bei der Arbeit im Team unverzichtbar. Auch hier ist sein räumliches Denken gefragt, um Lagepläne, Skizzen und technische Zeichnungen lesen und umsetzen zu können.
Die Ausbildung zum Landschaftsgärtner ist also für Personen geeignet, die u. a. diese Eigenschaften aufweisen:
- handwerkliches Geschick;
- körperliche Robustheit;
- ästhetisches Empfinden;
- räumlich-figürliches Denken;
- räumlich-zeitliches Vorstellungsvermögen;
- technisches Verständnis;
- hohes Interesse an Botanik;
- Interesse an der Verwendung von Naturstoffen wie Sand, Kies, Stein;
- Vorliebe für abwechslungsreiche praktische Tätigkeiten;
- selbstständige, verantwortungsbewusste und sorgfältige Arbeitsweise;
- Team- und Kommunikationsfähigkeiten;
- Einfühlungsvermögen und rasche Auffassungsgabe im Kundenkontakt.
Ein Schulabschluss ist aus rechtlicher Sicht für eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner nicht notwendig, aber ein mittlerer Schulabschluss wird von den meisten Ausbildungsbetrieben vorausgesetzt. Im Jahr 2023 hatten daher von den 3.528 Ausbildungsanfängern mehr als 40 Prozent einen mittleren Bildungsabschluss, also die mittlere Reife oder den Realschulabschluss. Fast 30 Prozent konnten einen Hauptschulabschluss vorweisen, ein Viertel hatte die Hochschulreife. Sonstige, darunter Quereinsteiger und Personen ohne Hauptschulabschluss, machten einen Anteil von unter fünf Prozent aus.
Wie läuft die Ausbildung zum Landschaftsgärtner ab?
Die Ausbildung zum Landschaftsgärtner erfolgt über drei Jahre in dualer Form, also sowohl im ausbildenden Betrieb als auch in der Berufsschule. Gärtner der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau ist ein anerkannter Ausbildungsberuf in der Landwirtschaft. Andere Fachrichtungen sind Baumschule, Friedhofsgärtnerei, Gemüsebau, Obstbau, Staudengärtnerei, und Zierpflanzenbau. Für alle sieben Fachrichtungen werden in den ersten beiden Jahren die Grundlagen und Grundfertigkeiten des Gärtnerberufs vermittelt und vor Ende des zweiten Lehrjahrs in einer Zwischenprüfung abgefragt. Die eigentliche Spezialisierung erfolgt erst im dritten Jahr der Ausbildung.
Die betriebliche Ausbildung ist für die angehenden (Landschafts-)Gärtner nicht mit Kosten verbunden, Arbeits- und Ausbildungsmittel – meist auch die Berufskleidung – werden vom Ausbildungsbetrieb gestellt. Auslagen können anfallen für die Fahrten zur Ausbildungsstätte und zur Berufsschule. Finden unternehmensübergreifende Kurse oder Berufsschulblöcke in größerer Entfernung vom Heimatort statt, sorgt der Arbeitgeber für die auswärtige Unterbringung und zahlt in der Regel auch die Fahrtkosten. Wer seinen Wohnort wechseln muss, um seine Ausbildung antreten zu können, hat die Möglichkeit, bei der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) Förderungen zu beantragen.
Die schulische Ausbildung findet in der Berufsschule während der normalen Schulzeiten statt, entweder an bis zu zwei Tagen pro Woche oder als Blockunterricht in mehreren ein- bis zweiwöchigen Unterrichtseinheiten. Zu den Schulfächern gehören allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Englisch und Wirtschafts-, Sozial- oder Gesellschaftskunde. Der Fokus liegt aber auf den für Gärtner berufsspezifischen Lernbereichen. Im ersten Berufsschuljahr stehen neben Pflanzen, ihren Ansprüchen und ihrer Verwendung sowie Pflege und Baumaßnahmen insbesondere Themen der Betriebsorganisation im Vordergrund. Beantwortet werden die Fragen, wie Informationen über die Gegebenheiten an den Standorten beschafft und ausgewertet werden können, welche Betriebsausstattung notwendig ist und welche Arbeitsmittel für welche Tätigkeiten sinnvoll sind. Auch die Koordination und die Kontrolle der Bauleistungen und Arbeitsabläufe werden behandelt, die Vermarktung sowie die Messung des wirtschaftlichen Erfolgs angesprochen. Im zweiten und dritten Jahr werden diese Lernfelder vertieft und um Naturschutzaspekte sowie spezielle botanische und baulich-technische Themen erweitert.
Die praktische Ausbildung im Ausbildungsbetrieb soll die Azubis dazu befähigen, den laufenden alltäglichen Betrieb bewerkstelligen zu können. In den drei Praxisjahren sollen die dazu notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten erworben und gefestigt werden. Das beginnt bereits beim Einüben der arbeitsbezogenen Kommunikation und der Unterweisung über Vorschriften und Vorgaben, die eingehalten werden müssen, etwa in Bezug auf technische Regeln und Normen sowie rechtliche Anforderungen im Arbeits- und auch Umweltschutz. Die Schwerpunkte liegen allerdings in den ersten beiden Jahren auf den Grundlagen der Gärtnerei und den betrieblichen Abläufen. Vermittelt werden Kenntnisse über Böden, Erden und Substrate sowie die Anzucht, Verwendung und Pflege von Pflanzen. Geübt wird die fachkundige und Ressourcen schonende Verwendung von Materialien und Werkstoffen sowie der sichere Einsatz von Maschinen, Geräten und Betriebseinrichtungen, die zur Durchführung der Arbeiten notwendig sind. Ergänzt werden diese Inhalte noch mit der Wartung bzw. Instandhaltung der eingesetzten Werkzeuge und Geräte sowie der Dokumentation der durchgeführten Tätigkeiten. Nach der für alle angehenden Gärtner einheitlichen Zwischenprüfung folgt im dritten Jahr die Spezialisierung auf den Garten- und Landschaftsbau. Im Mittelpunkt stehen Baustellenarbeiten: vom Vorbereiten und Einrichten von Baustellen über das Ausführen von Erdarbeiten bis zur Herstellung von Bauwerken in Außenanlagen. Neben Be- und Entwässerungsmaßnahmen sowie dem Befestigen von Flächen sind hier aber auch Arbeiten an der Vegetation ein wichtiges Thema. Hier kann unter Umständen auch ein erforderlicher Sachkundenachweis gemäß Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung oder ein Führerschein für Zugmaschinen und selbstfahrende Arbeitsmaschinen erworben werden.
Wie viel verdient ein Landschaftsgärtner?
Wer eine duale Ausbildung absolviert, erhält von dem Ausbildungsbetrieb eine Ausbildungsvergütung. Nach dem Berufsbildungsgesetz (§ 17 BBiG) soll diese angemessen sein; gemäß Rechtsprechung ist dies ein „Minimum von 80 Prozent des entsprechenden Tarifentgelts“. Daraus ergibt sich für alle Azubis, die im Jahr 2025 ihre Ausbildung antreten, eine Grundvergütung in Höhe von 682 Euro brutto im Monat; dieser Mindestbetrag wird jährlich neu berechnet und angepasst. In den folgenden Ausbildungsjahren steigt die Grundvergütung um 18 bzw. 35 Prozent im zweiten und dritten Lehrjahr an, also auf ein Monatsbrutto von mindestens 805 Euro im zweiten und 921 Euro im dritten Lehrjahr.
Für Landschaftsgärtner gilt die im gesamten Bundesgebiet einheitliche tarifvertragliche Regelung für den Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau. Als monatliche Brutto-Ausbildungsvergütung sind darin 1.060 Euro im ersten, 1.180 Euro im zweiten und 1.290 Euro im dritten Ausbildungsjahr vereinbart – und ab Juli 2025 sind es sogar 1.100, 1.220 und 1.340 Euro brutto im Monat. Aber nicht jeder Betrieb im Bereich Garten- und Landschaftsbau ist über einen Tarifvertrag gebunden – hier sind auch niedrigere Ausbildungsvergütungen, ab 800 bis 900 Euro Monatsbrutto, möglich.
Der tarifliche Einstiegslohn als Landschaftsgärtner beträgt ab 01. Juli 2025 bundeseinheitlich monatlich 3.326,84 Euro brutto – bei einer Arbeitszeit von 169,65 Stunden im Monat. Die reale Spanne der monatlichen Bruttoeinkünfte liegt bei Landschaftsgärtnern allerdings zwischen rund 2.760 Euro und 3.800 Euro, deutschlandweit im Mittel bei rund 3.260 Euro, denn viele der kleinen Garten- und Landschaftsbaubetriebe haben sich nicht dem Tarifvertrag angeschlossen.
Wie kann ein Landschaftsgärtner aufsteigen?
Die Ansprüche an den Garten- und Landschaftsbau und damit an den Landschaftsgärtner ändern sich derzeit geradezu dramatisch. Der Klimawandel bringt neue Herausforderungen mit sich – sei es in Bezug auf die Nutzung neuer, wärme- und trockenheitsresistenter Pflanzen, auf die Auslegung von Bewässerungs- und Drainage-Systeme, auf Renaturierungen von Feuchtgebieten wie Mooren, Weihern und Bachläufen oder Stadt- und Fassadenbegrünungen. Auch das Aufkommen und die Verbreitung von invasiven Tier- und Pflanzenarten, Neozoen und Neophyten genannt, stellt den Landschafts- und Gartenbau vor Herausforderungen. Die neuen Pflanzen sind teils hochallergen oder hautreizend und überwuchern die heimische Vegetation. Unerwünschte Tierarten wie bestimmte Mückenspezies können Krankheiten übertragen, neue Ameisenarten erweisen sich als Zerstörer der Infrastruktur und dringen auch in Häuser ein. Die Bekämpfung dieser neuen Spezies führt zu beruflichen Anpassungen, ebenso wie die Verwendung von neuen Materialien, Baustoffen, Fügetechniken und additiven Herstellungsverfahren wie dem 3-D-Druck. Auch der Einsatz von Drohnen zur Geländeerkundung und Vermessung sowie die Nutzung von Software zur Planung und Visualisierung halten Einzug in den beruflichen Alltag.
Ein Landschaftsgärtner sollte also sein berufliches Wissen möglichst aktuell halten und neue Entwicklungen und Trends in den genannten Bereichen beobachten. Dazu sind Anpassungsweiterbildungen notwendig. Die Kosten dafür werden in der Regel vom Arbeitgeber übernommen, da die Mitarbeiter sich für den Einsatz der sich permanent weiter entwickelnden Techniken und neue Anwendungen qualifizieren. Erst dadurch können sie diese auch kompetent einsetzen und nutzen. Klassische Weiterbildungen für Landschaftsgärtner zur beruflichen Anpassung betreffen die Themen Baumpflege und Pflanzenschutz, aber neben dem Garten- und Landschaftsbau auch den Sportplatzbau und die Golfplatzpflege. Auch Weiterbildungsmaßnahmen zu neuen Technologien werden zunehmend wichtiger und sollten auf dem Plan stehen. Besonders interessant sind Computer Aided Design (CAD) als Konstruktionshilfe und Visualisierungsinstrument, 3-D-Laserscanning und der 3-D-Druck zur Herstellung von Kleinteilen und Modellen sowie der Einsatz von Drohnen und die Verwendung digitaler Karten und Landschaftsdaten. Immer aktuell sind zudem Themen wie Arbeitsschutz und Umweltschutz.
Mit einer Aufstiegsweiterbildung kann sich ein Landschaftsgärtner für anspruchsvollere Tätigkeiten als Fach- und Führungskraft qualifizieren. Spezialisierungen sind möglich in Richtung Natur- und Landschaftspflege oder, durch eine weiterführende technische Ausbildung, zum Techniker der Fachrichtung Gartenbau. Eine kaufmännische Ergänzung führt beispielsweise zu den Abschlüssen Fachagrarwirt oder Wirtschafter Gartenbau. Wird eine Meisterschule besucht, kann der Gärtnermeister der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau angestrebt werden. Weitere Möglichkeiten ergeben sich als Kundenberater oder Ausbilder. Über die fachlichen Qualifizierungen hinaus sind aber für jede angehende Führungskraft auch Seminare in Kommunikation, Personalführung, Konfliktmanagement, Zeitmanagement oder Führungskompetenz sinnvoll.
Mit einer Hochschulzugangsberechtigung, also einem Abitur oder Fachabitur, ist auch ein Studium an einer Fachhochschule oder Universität möglich. Für Landschaftsgärtner, die ihre kreativen Ideen in Zusammenarbeit mit ihren Kunden entwickeln und verwirklichen möchten, bieten sich die Studiengänge Garten- und Landschaftsbau oder Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung an. Hier kann auf der in der Ausbildung erworbenen praktischen Erfahrung aufgebaut werden, ebenso wie im Studienfach Landschaftsökologie und Naturschutz.
Mit einem Meisterbrief oder einem Studienabschluss ist es möglich, auch als Existenzgründer aufzutreten oder einen bestehenden Betrieb zu übernehmen und sich selbstständig zu machen. Allerdings sollten dann auch die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse aufgefrischt werden. Weitere sinnvolle Ergänzungen und Erweiterungen der eigenen Kompetenzen sollten den Umgang mit Menschen betreffen. Hier stehen die Themen Mitarbeiterführung, Personal- und Zeitmanagement sowie Kundenbindung im Vordergrund.
Ihr Ansprechpartner

Torsten Klanitz
Produktmanager
Fon: +49 6151 8801 125

