Technischer Zeichner – Ausbildung
Reißbrett und Zeichenstift sind out! Stattdessen nutzt der Technische Zeichner bei der maßgenauen detaillierten Umsetzung der Ideen und Konzepte von Ingenieuren, Konstrukteuren und Produktentwicklern Computer mit speziellen CAD-Programmen. Je nach Fachrichtung wird er nun als Technischer Produktdesigner oder Technischer Systemplaner bezeichnet.
Was macht ein Technischer Zeichner?
Ein Technischer Zeichner – oder aktueller: Technischer Produktdesigner – fertigt Zeichnungen und Pläne von Geräte- oder Fahrzeugteilen, Baugruppen, Maschinen, Anlagen und anderen Konstruktionen an. In Zusammenarbeit mit den Ingenieuren, Konstrukteuren oder auch Produktdesignern der Entwicklungsabteilung setzt er die Ideen und Wünsche von internen und externen Auftraggebern, also Kunden, um. Dabei begleitet der Technische Zeichner bzw. Produktdesigner den gesamten Prozess von der Produktidee oder dem Kundenwunsch bis zur Anfertigung des geforderten Einzelstücks oder dem Anlauf der Serienfertigung eines Massenprodukts. Seine Arbeit beginnt mit den ersten Freihandskizzen und endet erst mit der Erstellung von Montageplänen, Schaltplänen und Stücklisten für die Produktion.
Aufgrund der Unterschiede bei der Entwicklung von Gebrauchsgegenständen wie beispielsweise Möbeln oder Kleingeräten und insbesondere gewerblich genutzten Investitionsgütern wie Maschinen und Anlagen wird in der Ausbildung und im Beruf zwischen den beiden Spezialisierungen „Produktgestaltung und Konstruktion“ sowie „Maschinen- und Anlagenkonstruktion“ differenziert. Produktdesigner der Fachrichtung „Maschinen- und Anlagenkonstruktion“ arbeiten dabei meist in den Büros und Labors der Entwicklungs- und Konstruktionsabteilungen von Industrieunternehmen des Maschinen-, Anlagen-, Fahrzeug- und Apparatebau. Diejenigen der Fachrichtung „Produktgestaltung und -konstruktion“ sind eher bei Herstellern von Konsumgütern und in der Verpackungsindustrie, aber auch im Möbelbau, in der Medizintechnik und sogar im Flugzeugbau tätig. Darüber hinaus sind Technische Zeichner allgemein auch in Konstruktionsbüros und bei Industriedienstleistern anzutreffen.
Während beim Technischen Zeichner noch die hochpräzise manuelle Arbeit mit dem Zeichenstift am Reißbrett üblich war, nutzt der Technische Produktdesigner fast nur noch den Computer, um seine Aufgaben zu bewältigen. In enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren und Technikern aus der Konstruktions- und Entwicklungsabteilung setzt er deren meist komplexe Vorgaben im Hinblick auf Funktionalität und Design mithilfe von verschiedenen CAD-Systemen in dreidimensionale Konstruktionszeichnungen und Modelle um. Die Spanne reicht dabei von der zweidimensionalen Darstellung einer einfachen Schraub- oder Steckverbindung bis zur 3-D-Explosionszeichnung von komplexen Fahrzeug- und Maschinenteilen wie Fahrwerken, Motoren, Getrieben oder Generatoren oder Spritz- und Gusseinrichtungen.
Die Datenbasis für seine Zeichnungen und Modelle liefern häufig technische Handbücher und Tabellen sowie Regelwerke wie DIN-Normen oder Richtlinien des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE). Hierin sind beispielsweise Normteile mit Charakteristika wie Vermaßungen, Belastungsgrenzen und Einsatzgebieten angegeben. Auch Materialeigenschaften – wie Dichte, elektrische Leitfähigkeit, Zähig- und Festigkeit –, notwendige Materialstärken und Einsatzgebiete sowie anwendbare Materialkombinationen und Verarbeitungs- oder Anwendungsregeln werden hier aufgelistet. Der Technische Produktdesigner legt auf dieser Basis die Maße, Toleranzen und Materialeigenschaften fest, wählt Norm- und Kaufteile aus und entscheidet über die Fügetechnik, mit der die Einzelteile zu Baugruppen verbunden werden. Dabei hat er auch die Wirtschaftlichkeit seiner gewählten Lösung zu beachten, indem er für die Serienfertigung beispielsweise auf Normteile und gängige Materialien und Materialkombinationen zurückgreift.
Die gesammelten Daten führt der Technische Produktdesigner zusammen und erstellt daraus mit CAD-Programmen virtuelle Schnitt- und Aufrisszeichnungen, 3-D-Modelle und Simulationen. Diese Datensätze kann er dann nutzen, um reale Modelle von Teilen in einem additiven Fertigungsverfahren mit dem 3-D-Drucker herzustellen, um die Funktionalität zu testen und das Design zu beurteilen. Außerdem dienen die Datensätze dazu, detaillierte Vermaßungen und Vorgaben für die Herstellung von Einzelteilen und Baugruppen zu liefern sowie Montageanleitungen und Stücklisten für die Produktion bereitzustellen. Darüber hinaus hat der Technische Produktdesigner die Stammdaten für das neu entwickelte Produkt zu speichern und zu pflegen, um die Entwicklung dokumentieren zu können und gegenüber Auftraggebern oder Kunden Transparenz zu schaffen.
Ein Technischer Produktdesigner übernimmt damit – unabhängig von seiner Fachrichtung – unter anderem diese Aufgaben:
- technische Einheiten wie Baugruppen, Geräte und andere Produkte nach Kundenwunsch und Vorgaben von Ingenieuren und Designern in 3-D-CAD-Systemen entwickeln und als Datensatz abbilden;
- Datengrundlagen wie technische Handbücher, Tabellenwerke, Normen und technische Richtlinien beschaffen und auswerten;
- rechtliche und technische Bestimmungen insbesondere zu Gebrauchsfähigkeit und Sicherheit penibel einhalten;
- technische Berechnungen durchführen und kontrollieren;
- geeignete Elemente und Bauteile für die Konstruktion auswählen;
- Wirtschaftlichkeits- und Qualitätsaspekte berücksichtigen;
- 2-D- und 3-D-Zeichnungen und Pläne anfertigen;
- Modelle und Simulationen erstellen;
- Funktionalitäten und Design testen;
- Daten pflegen, technische Dokumentation erstellen;
- Stücklisten und Montageanleitungen für die Produktion liefern.
Für wen ist die Ausbildung zum Technischen Produktdesigner geeignet?
Die Ausbildung zum Technischen Zeichner – genauer: zum Technischen Produktdesigner – ist geeignet für Jugendliche, die gerne den Computer nutzen, sich für Technik begeistern können und außerdem bestrebt sind, ihre Arbeit immer sehr sorgfältig und möglichst präzise auszuführen. Wer keine Probleme hat, Montageanleitungen zu lesen und zu verstehen oder sich gerne in Konstruktionspläne, Schnitt- oder Explosionszeichnungen von Fahrzeugen – vom Auto über Flugzeug und (Raum-)Schiff bis zum Zeppelin – vertieft, hat schon viele gute Ansatzpunkte für seine spätere Arbeit als Technischer Produktdesigner. Ergänzt werden sollten diese Eigenschaften durch eine rasche Auffassungsgabe, um die Vorgaben und Anweisungen der technischen Vorgesetzten und die Wünsche und Anforderungen der Kunden schnell zu erfassen. Dazu sollte sich der angehende Technische Produktdesigner seiner hohen Verantwortung bei der selbstständigen Arbeit bewusst sein, da er die Grundlagen legt für die Fertigung von teils hochkomplexen Maschinen und Anlagen oder für die Herstellung von Fließbandprodukten. Stimmen die Materialauswahl oder die Vermaßung nicht, hat der Technische Zeichner bzw. Produktdesigner dies zu verantworten.
Wer eine Ausbildung zum Technischen Produktdesigner anstrebt, sollte daher für die sogenannten MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik Interesse zeigen und gute Noten vorweisen können.
- Mathematik ist die Grundlage für alle technischen Berechnungen, auch wenn der Taschenrechner oder Computerprogramme hier mittlerweile unverzichtbare Helfer sind. Geometrie und Algebra sind essenziell, um Winkel, Abstände, Längen und verschiedenste geometrische Flächen und Körper sowie deren Veränderung bei Bewegung abzubilden und die Werkstücke, die entwickelt werden sollen, genau zu vermaßen. Aber auch Materialeigenschaften und -konstanten wie Leitfähigkeiten, Widerstände, Zähig- und Festigkeiten oder das Temperaturverhalten müssen bei den Berechnungen berücksichtigt werden. Hier ist der Übergang zur Physik fließend.
- Informatik wird benötigt für die Be- und Verarbeitung der Daten sowie die Anwendung von Office-Programmen, speziellen CAD-Anwendungen zur 2-D- und 3-D- Visualisierung, Modellierung und Simulation oder auch die Steuerung von 3-D-Druckern. Ohne Informatik keine technische Zeichnung!
- Unter den Naturwissenschaften spielt die Physik eine entscheidende Rolle. Sie liefert mit ihren Teilbereichen Mechanik, Elektrik, Optik, Wärmelehre und auch Akustik die Grundlagen für die Technik und die Materialwissenschaften. Kenntnisse in Physik sind wichtig, um die mechanische oder thermische Belastung von Bauteilen erkennen und geeignete Werkstoffe in passender Materialstärke auswählen zu können.
- Das Fach Technik sollte das Verständnis für das Zusammenwirken der einzelnen Bauteile vermitteln und einen Überblick über die Funktionsweise und Wirkprinzipien von Maschinen und Anlagen geben. Diese gesamtheitliche Betrachtungsweise ist ausschlaggebend dafür, Fertigungsverfahren und in der Produktion eingesetzte Methoden einordnen zu können und bei der Entwicklung neuer Geräte zu berücksichtigen.
Die Schwerpunkte bei der Ausbildung zum Technischen Produktdesigner liegen damit auf drei Bereichen:
- Organisatorisch-prüfende Tätigkeiten umfassen beispielsweise die Berechnungen zum statischen und dynamischen Verhalten der Teile und Baugruppen beim Entwerfen und Ausarbeiten der Konstruktionen. Dazu kommt deren Prüfung auf Funktionalität und Belastbarkeit. Aber auch das Anfertigen der technischen Dokumentation oder das Erstellen von Stücklisten und Montageanleitungen gehören dazu.
- Theoretisch-abstrakte Tätigkeiten werden durchgeführt etwa im Rahmen des systematischen, methodischen Vorgehens beim Entwurf von Anlagen oder Maschinen oder bei dem Erstellen von Detailkonstruktionen. Aber auch die Programmierung von Software- oder die Konfigurierung von Hardware-Komponenten fallen in diesen Bereich.
- Praktisch-konkrete Tätigkeiten spielen dagegen eine eher untergeordnete Rolle. Handarbeit fällt aber beispielsweise beim Anfertigen und Bemaßen von Freihandskizzen oder dem Nachbearbeiten von 3-D-Druckermodellen an.
Die Arbeit als Technischer Produktdesigner ist intellektuell anspruchsvoll, da lange Zeit konzentriert mit hoher Präzision Berechnungen durch- sowie Zeichnungen auszuführen sind. Zudem verlangt sie Kreativität, um neue Ideen zu entwickeln oder die Produkt- und Designvorstellungen Dritter zu erfassen und ansprechend umzusetzen. Dazu sollte auch das räumliche Vorstellungsvermögen sehr gut ausgeprägt sein, um zweidimensionale Pläne und Zeichnungen in 3-D-Modelle umsetzen und aussagekräftige Visualisierungen und Simulationen erstellen zu können. Des Weiteren ist eine gute Ausdrucksfähigkeit in Wort und Schrift notwendig, um mit den Fach- und Führungskräften, aber auch mit Kunden angemessen zu kommunizieren und Anforderungen und Wünsche zu diskutieren. Daher ist Teamfähigkeit ein wichtiger Aspekt des Sozialverhaltens, neben der Leistungs- und Einsatzbereitschaft. Zu den körperlichen Anforderungen gehört eine gute Feinmotorik der Hände und Finger, um Zeichnungen mit der Hand sowie am Computer zu erstellen, sowie ein gutes Sehvermögen – inklusive Farberkennung und räumlicher Orientierung.
Wer eine Ausbildung zum Technischen Produktdesigner antritt, sollte daher zusammengefast diese Eigenschaften aufweisen:
- Interesse an MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Physik, Technik);
- gute Rechenfertigkeiten;
- Konzentrationsfähigkeit;
- sehr gutes räumlich-figurales Denkvermögen;
- Abstraktionsfähigkeit;
- hohe Sorgfalt bei der Ausführung der Berechnungen;
- große Präzision bei der Erstellung von Zeichnungen;
- hohes Verantwortungsbewusstsein bei der selbstständigen Arbeit;
- Teamfähigkeit;
- manuelle Geschicklichkeit bei der Bedienung der Eingabegeräte am Computer;
- hohes Interesse an Tätigkeiten in Büro und Labor.
Rechtlich ist zwar keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben, aber von Industrieunternehmen oder auch Ingenieurbüros wird in der Regel mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss vorausgesetzt – in beiden Ausbildungsbereichen werden aber bevorzugt Anwärter mit Hochschulreife ausgebildet. Im Jahr 2023 waren somit unter den fast 1.750 Ausbildungsanfängern im Bereich „Maschinen- und Anlagenkonstruktion“ 51 Prozent, im Bereich „Produktgestaltung und -konstruktion“ mit 420 Ausbildungsanfängern 55 Prozent mit Hochschulreife. 43 Prozent bzw. 40 Prozent hatte die „Mittlere Reife“. Der Anteil an Ausbildungsanfängern mit Hauptschulabschluss lag bei 4 bzw. 3 Prozent, diejenigen ohne Hauptschulabschluss lagen zusammen mit den „Sonstigen“ bei jeweils 2 Prozent – so das Datensystem Auszubildende (DAZUBI) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).
Wie läuft die Ausbildung zum Technischen Produktdesigner ab?
Die Ausbildung zum Technischen Produktdesigner dauert dreieinhalb Jahre. Sie wird als „dual“ bezeichnet, da sie sowohl im ausbildenden Betrieb – sei es ein Industrieunternehmen oder ein Ingenieurbüro – als auch in der Berufsschule durchgeführt wird. Am Ende des zweiten Ausbildungsjahrs ist der erste Teil der sogenannten „gestreckten“ Abschlussprüfung als Zwischenprüfung zu absolvieren. Mit dem Bestehen auch des zweiten Teils der Abschlussprüfung nach dreieinhalb Jahren ist die Ausbildung beendet.
Die Kosten der betrieblichen Ausbildung trägt der Ausbildungsbetrieb, ebenso wie die für überbetriebliche Kurse und die dabei unter Umständen notwendige auswärtige Unterbringung und Verpflegung sowie An- und Abreise. Lernmittel für die Ausbildung in der Berufsschule und die Berufsbekleidung sind in der Regel vom Auszubildenden zu zahlen. Große oder unzumutbare finanzielle Belastungen wie ein Umzug oder die Finanzierung einer eigenen Unterkunft, um die Ausbildung antreten zu können, können durch Förderprogramme der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) abgemildert werden.
Die schulische Ausbildung in einer Berufsschule erfolgt während der normalen Schulzeiten an maximal zwei Tagen pro Woche oder komprimiert in mehreren ein- oder zweiwöchigen Blockunterrichtseinheiten. Auf dem Stundenplan stehen einerseits allgemeinbildende Schulfächer wie Deutsch, Englisch, Wirtschafts- und Sozialkunde, andererseits berufskundliche Fächer. Im ersten Jahr der Ausbildung liegt der Fokus auf dem Analysieren und Erfassen technischer Systeme, der computergestützten Erstellung von Bauteilen und Baugruppen sowie der Vermittlung von Fertigungsverfahren und Werkstoffeigenschaften. Im zweiten Lehrjahr steht die Entwicklung von Bauteilen aus Metallen und Kunststoffen unter Berücksichtigung der entsprechenden Umform- und Fertigungsverfahren im Vordergrund. Nach der Zwischenprüfung, die den ersten Teil der Abschlussprüfung bildet, wird die Bearbeitung von 3-D-Datensätzen vertieft. Erstellt und modifiziert werden CAD-Datensätze von Einzelteilen und Baugruppen unter Nutzung von Norm- und Fertigteilen und unter Beachtung der je nach Material unterschiedlichen Form-, Füge- und Montagetechniken. Technische Produktdesigner der Fachrichtung „Maschinen- und Anlagenkonstruktion“ haben dabei eher konstruktive und technische Vorgaben der Entwickler zu beachten, solche der Fachrichtung „Produktdesign und -gestaltung“ eher solche der Designer. Im letzten Ausbildungshalbjahr werden die Baugruppen, von denen 3-D-Datensätze erstellt und modifiziert werden müssen, noch komplexer. Das Ziel zum Abschluss der Berufsschulzeit ist die Qualifikation, die Produktentwicklung am Computer eigenständig – unter Beachtung der Vorgaben und Absprachen – und kundenorientiert auszuführen und technische Dokumentationen anfertigen zu können.
Die praktische Ausbildung im Betrieb soll dazu befähigen, alle alltäglich anfallenden Aufgaben zunehmend selbstständig zu übernehmen und zielorientiert auszuführen. Zu den Fähig- und Fertigkeiten, die dazu vermittelt werden, gehören in den ersten anderthalb Jahren der Ausbildung die Darstellung einfacher Bauteile und deren werkstoff-, fertigungs- und montagegerechte Gestaltung. Gelernt wird außerdem die grundlegende Praxis der Konstruktion am Computer sowie das Erstellen von technischen Dokumenten. Ab Mitte des zweiten Ausbildungsjahrs werden die Bauteile und Baugruppen immer komplexer. Dementsprechend erhöhen sich die Anforderungen bei Entwurf, Gestaltung und Konstruktion der technischen Produkte, Anlagen und Maschinenteile. Die Schwerpunkte sind auch hier bei den beiden Fachrichtungen unterschiedlich. Technische Produktdesigner der Fachrichtung „Maschinen- und Anlagenkonstruktion“ erarbeiten „ingenieurmäßig“ Konzepte und Entwürfe für technische Erzeugnisse wie Maschinen- und Anlagenteile, solche der Fachrichtung „Produktdesign und -gestaltung“ entwerfen und gestalten „designerisch“ funktionale und gleichzeitig ästhetische Produkte nach Kundengeschmack. In beiden Fachrichtungen beendet das Bestehen des zweiten Teils der Abschlussprüfung nach dreieinhalb Jahren die Ausbildung.
Wie viel verdient ein Technischer Produktdesigner?
Ein Technischer Produktdesigner verdient während seiner Ausbildung meist deutlich mehr als die im Berufsbildungsgesetz (BBiG) verankerte „angemessene“ Mindestvergütung, auf die jeder Anrecht hat, der eine anerkannte duale Ausbildung durchläuft. Bezahlt wird die Ausbildungsvergütung, die sich bei tarifgebundenen Betrieben nach den im Tarifvertrag vereinbarten Beträgen richtet, vom Ausbildungsbetrieb. Die Mindestvergütung liegt dabei im ersten Jahr der Ausbildung bei 682 Euro brutto monatlich, wenn die Lehre zwischen dem 01.01. und dem 31.12.2025 angetreten wurde (§ 17 Absatz 1 und 2 BBiG). Sie erhöht sich im zweiten, dritten und vierten Lehrjahr um mindestens 18, 35 bzw. 40 Prozent, bezogen auf den Grundbetrag, auf 805 Euro, 921 Euro bzw. 955 Euro brutto monatlich.
Wer als Technischer Produktdesigner seine Lehre bei einem tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie absolviert, erhält bereits im ersten Jahr eine monatliche Brutto-Ausbildungsvergütung in Höhe von mehr als 1.200 Euro. Das steigert sich auf mehr als 1.400 Euro brutto im Monat im vierten Ausbildungsjahr. Unternehmen aus anderen Branchen wie Verpackungsindustrie oder Möbelbau mit niedrigeren Tarifabschlüssen oder nicht-tarifgebundene Betriebe wie Konstruktionsbüros zahlen in der Regel deutlich schlechter. Typische Ausbildungsvergütungen beginnen hier bei rund 850 Euro Monatsbrutto im ersten Lehrjahr und überschreiten im vierten Lehrjahr dann die 1.000-Euro-Marke bei der Brutto-Monatsvergütung.
Das Einstiegsgehalt eines Technischen Produktdesigners nach Abschluss der Ausbildung hängt davon ab, in welcher Branche – mit welchen Tarifabschlüssen – er unterkommt und in welchem Bundesland er arbeitet. Ausbildungs- und Berufsplattformen geben Werte zwischen 1.500 Euro und 3.000 Euro brutto als Monatsentgelt für Berufsneulinge an. Mit wachsender Berufserfahrung sind danach dann Brutto-Monatsgehälter von 3.500 Euro bis 4.000 Euro und sogar mehr als 4.500 Euro möglich. Die Bundesagentur für Arbeit nennt als beispielhafte tarifliche Grundvergütung ein monatliches Brutto von knapp 3.400 Euro bis gut 3.700 Euro und gibt in ihrem Entgeltatlas eine Spanne von etwa 3.160 Euro bis 4.760 Euro brutto im Monat an. Der deutschlandweite Durchschnitts-Bruttolohn für einen Technischen Produktentwickler liegt nach dieser Quelle bei knapp 3.900 Euro monatlich – andere Plattformen nennen als Monatsbruttoentgelt beispielweise 3.200 Euro für Technische Systemplaner und 3.370 Euro für Technische Produktdesigner. Die Gehaltsangaben differieren also je nach Quelle teils erheblich.
Wie kann ein Technischer Produktdesigner aufsteigen?
Technische Produktdesigner können sich ebenso wie Technische Zeichner durch Anpassungs- und Aufstiegsweiterbildungen weiter qualifizieren und beruflich um- oder aufsteigen.
Anpassungsweiterbildungen gehören zum lebenslangen Lernen und sind notwendig, um sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren und mit ihnen Schritt zu halten. Themen sind damit zumindest die Neuerungen in den Normen und Technischen Regeln oder Richtlinien. Darüber hinaus muss ein Technischer Produktdesigner seine berufliche Qualifikation anpassen und erweitern, damit er auf Fortschritte in den verschiedenen technischen Bereichen oder auch Trends im Design sowie wechselnde Kundenanforderungen reagieren kann. Dazu sollte er nicht nur seine Kenntnisse in Materialkunde, formgebenden Verfahren, Fertigungs- und Fügetechnik vertiefen und aktualisieren, sondern sich auch mit neuen (CAD-)Systemen zur 3-D-Gestaltung, Visualisierung und Simulation beschäftigen. Zudem sind neuartige Werkstoffe mit spezifischen Eigenschaften oder eine Erweiterung des Repertoires an Fügetechniken zu beachten. Des Weiteren wird der 3-D-Druck als additive Fertigungstechnik und formgebendes Verfahren sowohl in der Konstruktion als auch im Design immer interessanter. 3-D-Laserscanner sowie Apps zur Datenerfassung können die Planung und die Konstruktion erleichtern. Die Dokumentation und die Bereitstellung technischer Daten erfolgt neu im umfassenden digitalen Dokumentenmanagement. Klassische Anpassungsweiterbindungen werden in den Bereichen Konstruktion bzw. Produktgestaltung, Maschinen- und Anlagenbau, Computer Aided Design, Technisches Zeichen und Bauzeichnen sowie im Bereich technische Redaktion angeboten.
Wer sich für anspruchsvollere Aufgaben mit mehr Verantwortung auf Fach- oder Führungsebene vorbereiten möchte, sollte sich für eine Aufstiegsweiterbildung entscheiden. An erster Stelle steht hier die Qualifizierung zum Techniker im Bereich Maschinentechnik, mit den Schwerpunkten Konstruktion oder Entwicklung, oder zum Konstrukteur oder zum Gestalter bzw. Produktdesigner. Auch die Weiterbildung zum Ausbilder ist möglich, um den nächsten Generationen das vorhandene Wissen zu vermitteln. Wer den kaufmännischen Aspekt verstärken möchte, dem steht der Weg zum Technischen Fachwirt offen. Da in der Rolle als Führungskraft neben den fachlichen Aspekten als „Hard Skills“ auch die Soft Skills gestärkt werden müssen, sind Themen wie Führungskompetenz, Personaleinsatzplanung und -entwicklung, Gesprächsführung, Konfliktmanagement oder Zeitmanagement von großer Bedeutung für die persönliche Entwicklung eines Technischen Produktdesigners.
Ein Technischer Produktdesigner, der die Hochschulreife vorweisen kann, darf auch ein Studium aufnehmen, um höhere berufliche Positionen zu erreichen. Hier bieten sich Studiengänge an, die auf den technischen Grundlagen und informationstechnischen Anwendungen des technischen Zeichnens – CAD – aufbauen. Die Bandbreite an Studienfächern reicht von der Konstruktionstechnik über den Maschinenbau und die Produktentwicklung bis zum Produkt- oder Industriedesign. Aber auch der kaufmännische Bereich kann mit der Technik verknüpft werden, etwa im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen. Hier kann das in der Ausbildung erworbene Wissen genutzt und um viele theoretische Aspekte erweitert werden. Dem Bachelor oder Master stehen dann in seinem jeweiligen Fachgebiet viele Wege zu Führungspositionen in der „freien Wirtschaft“ offen.
Mit dem entsprechenden kaufmännischen Wissen kann sich ein Technischer Produktdesigner auch mit einem eigenen Planungs- und Konstruktionsbüro oder Designstudio selbstständig machen. Eine solche Existenzgründung verlangt aber hohen Einsatz und große zeitliche und unter Umständen auch örtliche Flexibilität, um entsprechende Umsätze zu erwirtschaften, und bietet natürlich nicht die Krisenfestigkeit einer Festanstellung.
Ihr Ansprechpartner

Torsten Klanitz
Produktmanager
Fon: +49 6151 8801 125

