Techniker


Techniker Aufgaben und Gehalt

Was ist ein Techniker?

Ein Techniker ist ein Problemlöser. Das Spektrum reicht dabei von der Abwasseraufbereitung bis zur Zerspanungstechnik. Der Arbeitsplatz kann ein Büro, ein Labor, die Werkshalle oder die Außenanlage sein – denn „den“ Techniker gibt es nicht: Es gibt mehr als 60 Fachrichtungen, die im Rahmen einer Aufstiegsweiterbildung an einer Fachschule für Technik zur Berufsbezeichnung „Techniker“ führen. Je nach gewähltem Schwerpunkt ergeben sich daraus rund 140 verschiedene Spezialisierungen.

Geprüfte Techniker sind qualifizierte Fachkräfte im produzierenden und verarbeitenden Gewerbe, aber auch im Hochschulumfeld und in der Forschung. Schwerpunkte liegen oft im Bereich Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie- und Biotechnik oder Bautechnik, aber sie sind auch im Bereich Qualitätsmanagement und Rechnungswesen zu finden. Der Abschluss qualifiziert für Führungspositionen: Techniker übernehmen – auch abteilungsübergreifend – Koordinationsaufgaben.

Ein Techniker ist dafür verantwortlich, Arbeitsabläufe in seinem Bereich zu koordinieren und insbesondere Produktions- und Fertigungsprozesse reibungslos ablaufen zu lassen. Dazu muss er in der Lage sein, die ihm anvertrauten Geräte, Maschinen und Anlagen zu installieren, zu warten, instand zu halten und auch über einen Ersatz oder eine Erweiterung zu entscheiden bzw. einen Teil dieser Aufgaben zu delegieren und zu überwachen. Er beobachtet und analysiert Herstellungsprozesse und Bearbeitungsschritte, um Optimierungspotenziale aufzudecken oder das Qualitätsmanagement zu verbessern, und leitet als Führungskraft die ihm unterstellten Mitarbeiter an. Im Außendienst installiert und wartet er vor Ort die Anlagen der Kundschaft, berät diese bei Ersatzbeschaffungen oder Neuerungen und schlägt Verbesserungen im Arbeitsablauf oder in der Arbeitsumgebung vor, um die Effizienz zu erhöhen.

Mit seinem Verständnis für technische und betriebswirtschaftliche Zusammenhänge ist er ein wichtiges Bindeglied nicht nur zwischen vor- und nachgelagerten Abteilungen oder Wertschöpfungsstufen, sondern auch zwischen dem oberen Management und der operativen Ebene, deren Anliegen er jeweils „übersetzt“. Zudem ist er Botschafter des Unternehmens, für das er arbeitet, denn er ist der Ansprechpartner für die Kunden.


Welche Aufgaben hat ein Techniker?

Techniker haben die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass bestimmte Abläufe und Prozesse im Unternehmen oder bei der Kundschaft reibungslos und möglichst wirtschaftlich ablaufen. Das beginnt bei der Arbeitsvorbereitung in der Produktion und geht über die Überwachung von Prozessen bis hin zu Eingriffen an den Anlagen, um die Wertschöpfungskette zu stabilisieren und zu optimieren. Das Qualitätsmanagement gehört damit ebenso zu ihren Tätigkeitsbereichen wie die Führung der beteiligten Mitarbeitenden.

Erfahrenere Techniker übernehmen daher oft auch Personalverantwortung als Team-, Abteilungs-, Produktions- oder Betriebsleiter oder arbeiten als Projektleiter, Prozess- oder Qualitätsplaner. Dabei verbinden sie die technischen Aspekte mit den betriebswirtschaftlichen und beraten die eigene Management-Ebene – oder die der Kundschaft – bei der Beschaffung von Maschinen und Anlagen.

Die Aufgaben umfassen damit:

  • Installation, Wartung, Instandhaltung von Geräten, Maschinen und Anlagen bzw. Delegation und Überwachung dieser Tätigkeiten;
  • Berechnung der Wirtschaftlichkeit der eingesetzten Gerätschaften;
  • Entscheidung(svorbereitung) für die (Ersatz-)Beschaffung von neuen Gerätschaften oder die Erweiterung der bestehenden Anlagen;
  • Überwachung und Optimierung von Prozessen und Arbeitsabläufen;
  • Führung der beteiligten Mitarbeitenden;
  • Bindeglied zwischen verschiedenen Ebenen der Unternehmenshierarchie sowie zwischen unterschiedlichen Abteilungen;
  • Beratung der Kundschaft, auch vor Ort.

Welche Kompetenzen braucht ein Techniker?

Techniker verbinden technische Aspekte mit betriebswirtschaftlichen. Sie müssen in ihrem Bereich den Aufbau und die Funktionalitäten der Geräte, Maschinen und Anlagen kennen, in der Lage sein, an und mit diesen Gerätschaften zu arbeiten, Mitarbeitende in deren Handhabung unterweisen, Produktionsabläufe überwachen und beurteilen können, ob ein Ersatz, eine Erweiterung oder eine Neuanschaffung rentabel ist. Als Ansprechpartner für Angehörige unterschiedlicher Hierarchieebenen im Unternehmen und Bindeglied zwischen Abteilungen oder Unternehmen und Kundschaft sollten sie nicht nur über einen umfassenden technischen Hintergrund verfügen und betriebswirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, sondern auch Führungsqualitäten aufweisen und Kommunikationsstärke zeigen.

Wichtige fachliche Qualifikationen für Techniker sind daher:

  • der Fachrichtung entsprechend überdurchschnittliches technisches und naturwissenschaftliches Verständnis;
  • handwerkliches Geschick;
  • Wissen zur Umsetzung von Qualitätsstandards;
  • betriebswirtschaftliche Kenntnisse;
  • Fähigkeiten zum Einsatz von IT-Anwendungen und Softwarelösungen.

Die fachlichen Kompetenzen als „Hard Skills“ sollten durch diese persönlichen Fähigkeiten als „Soft Skills“ unterstützt werden:

  • analytisches und unternehmerisches Denken;
  • Problemlösungskompetenz;
  • Kommunikationsfähigkeit und Durchsetzungsvermögen;
  • soziale Kompetenz, Team- und Führungsfähigkeiten;
  • Sorgfalt und Genauigkeit.

Wie wird man Techniker?

Die Ausbildung zum Techniker ist eine Aufstiegsweiterbildung. Grundlage ist eine abgeschlossene Lehre im Handwerk oder in der Industrie in einem anerkannten – technischen – Ausbildungsberuf, beispielsweise als Elektroniker, Mechatroniker, Anlagenmechaniker, Chemielaborant oder Technischer Assistent, und eine einschlägige mindestens einjährige Berufspraxis. Aber auch mit einem Berufsschulabschluss und fünf Jahren Berufserfahrung ist eine solche Fortbildung möglich.

  • Ausbildung: Der Abschluss einer meist dreijährigen dualen Ausbildung in einem technischen Beruf in Industrie oder Handwerk oder eine zweijährige Berufsfachschulausbildung zum Technischen Assistenten sowie mindestens ein Jahr Berufspraxis sind die Zulassungsvoraussetzung für eine Fortbildung zum Techniker.
  • Aufstiegsweiterbildung: Die Fortbildung zum Techniker erfolgt an einer Fach- oder Technikerschule. Der insgesamt 2.400 Stunden umfassende Lehrgang kann in Teilzeit berufsbegleitend in 3 bis meist 4 Jahren absolviert werden oder in Vollzeit in 2 Jahren. Nach der Abschlussprüfung darf der Titel „Staatlich geprüfter Techniker“ bzw. „Staatlich anerkannter Techniker“ der jeweiligen Fachrichtung geführt werden, je nachdem, ob es sich um eine staatliche oder eine private, staatlich anerkannte Schule handelt. Die Abschlüsse sind gleichwertig, staatlich geprüfte Techniker haben jedoch oft bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Der Abschluss als Techniker entspricht dem Qualifikationsniveau eines Meisters oder Bachelor und ermöglicht ein Hochschulstudium auch ohne (Fach-)Abitur. Einige Berufsbezeichnungen verwenden den Begriff „Techniker“, ohne dieses Qualifikationsniveau zu erreichen. Bei ihnen handelt es sich um Ausbildungsberufe wie die zum Zahntechniker, Kfz-Techniker oder Tontechniker. Auch kürzere Fortbildungen können zum Abschluss „Techniker“ führen; hier liegt der Unterschied im Zusatz „staatlich geprüft“ bzw. „anerkannt“.

Techniker können sich auch selbstständig machen und beispielsweise als Dienstleister für Unternehmen ihrer Branche auftreten.


Wie viel verdient man als Techniker?

Techniker arbeiten in der Regel in derselben Sparte, in der sie vor der Weiterbildung tätig waren – aber als Fach- und oft Führungskraft in gehobener Position, vergleichbar mit einem Ingenieur, und damit viel größerer Verantwortung. Das spiegelt sich im Gehalt wider, das nach der Fortbildung – branchenunabhängig – meist um rund 15 Prozent höher liegt als vorher.

Berufseinsteiger können mit einem Einstiegsgehalt von rund 38.000 Euro brutto jährlich rechnen, also knapp 3.200 Euro monatlich. Deutschlandweit liegt das Durchschnittsgehalt eines Technikers bei rund 42.000 Euro brutto im Jahr, also etwa 3.500 Euro im Monat; in Unternehmen ohne Tarifvertrag liegt es darunter, bei ca. 3.400 Euro, mit Tarifbindung bei rund 4.000 Euro. Spitzengehälter für Techniker mit Personalverantwortung und langjähriger Erfahrung in einem Großunternehmen liegen bei rund 6.000 Euro brutto pro Monat, also 72.000 Euro im Jahr.

Das monatliche Einkommen eines Technikers hängt nicht nur von seiner Ausbildung ab, sondern auch von mehreren anderen Faktoren. Dazu gehören:

  • die Branche;
  • die Unternehmensgröße;
  • der Unternehmensstandort;
  • die Berufserfahrung;
  • Zusatzfähigkeiten.

Faktor Branche

Techniker sind in jeder Branche gesucht. Die beliebtesten Fachrichtungen sind Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie, Heizung/Lüftung/Klima (HLK) und sowie Holztechnik. Die besten Vergütungsperspektiven bieten sich Chemie-, Bio- und Physiktechnikern mit einem durchschnittlichen Monatsbrutto von knapp 4.100 Euro. Es folgen Maschinenbauer mit rund 3.700 und Elektrotechniker mit etwa 3.600 Euro monatlichem Brutto. HLK-Techniker liegen mit ca. 3.250 Euro noch vor dem Schlusslicht, den Bautechnikern, mit gut 3.100 Euro Monatsbrutto.

Faktor Unternehmensgröße

Generell wächst das Gehalt mit der Unternehmensgröße. Vereinfacht ausgedrückt:  Je größer das Unternehmen, desto komplexer die technische Ausstattung, desto wichtiger die technische Expertise und die (betriebswirtschaftliche) Verantwortung. Techniker verdienen daher in größeren Unternehmen monatlich bis zu 900 Euro mehr als solche in kleinen – auch, weil Großunternehmen oft nach Tarifvertrag entlohnen.

Ohne Berücksichtigung anderer Faktoren lässt sich das monatliche Brutto-Durchschnittsgehalt des Technikers in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße so darstellen:

  • bis 50 Mitarbeitende = ca. 2.900 €
  • 50 bis 250 Mitarbeitende = ca. 3.400 €
  • 251 bis 500 Mitarbeitende = ca. 3.600 €
  • 501 bis 1.000 Mitarbeitende = ca. 3.850 €
  • über 1.000 Mitarbeitende = ca. 4.100 €

Faktor Unternehmensstandort

Der Standort des Unternehmens beeinflusst die Höhe der Vergütung, da sich regionale Unterschiede auswirken: Lebenshaltungskosten, Wirtschaftskraft und Attraktivität der Region, wirtschaftliche Orientierung und unternehmerische Schwerpunkte schlagen sich in der Höhe des Gehalts nieder.

Generell gilt hier: Das Gehalt nimmt von Süden über den Westen und den Norden Deutschlands hin zum Osten ab. Staatlich geprüfte Techniker verdienen in Bayern und Baden-Württemberg durchschnittlich rund 15 Prozent mehr als in Sachsen oder Brandenburg. Die Unterschiede können je nach Fachrichtung aber bis zu 30 Prozent ausmachen, da auch die Tarifverträge in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt sind.

Das Einstiegsgehalt eines Technikers der Fachrichtung Maschinenbau liegt beispielsweise in Bayern bei rund 3.600 Euro Monatsbrutto, in Nordrhein-Westfalen bei 3.300 Euro, in Schleswig-Holstein bei 2.850 und in Sachsen bei nur 2.500 Euro brutto im Monat.

Faktor Berufserfahrung

Die Berufserfahrung hat deutlichen Einfluss auf das Gehalt. Wichtiger Faktor neben der Anzahl der Arbeitsjahre  – dies insbesondere bei tariflicher Entlohnung – ist die mit dem Alter und der Erfahrung wachsende Verantwortung. Nach zehn Jahren als Techniker hat sich das Gehalt meist um mehr als 10 Prozent erhöht, nach 25 bis 30 Berufsjahren können es sogar 25 bis 30 Prozent sein. Mit langjähriger Berufserfahrung, Projekt-, Budget- und Personalverantwortung liegt das Monatsbrutto häufig zwischen 5.000 und 6.000 Euro.

Als Durchschnittswerte für Deutschland können gelten:

  • Berufsanfänger: ca. 3.200 €
  • rund 5 Jahre Berufserfahrung: ca. 3.700 €
  • rund 10 Jahre Berufserfahrung: ca. 4.000 €
  • mehr als 10 Jahre Berufserfahrung: ca. 4.300 €

Auch hier sind die Schwankungsbreiten je nach Unternehmensgröße, -standort und Fachrichtung erheblich. Auch Zusatzqualifikationen wirken sich aus – und das Geschlecht. Weibliche Techniker – deren Anteil liegt bei unter 20 Prozent – erhalten im Durchschnitt rund 16 Prozent weniger Gehalt als die männlichen Kollegen, die vergleichbare Arbeiten ausführen – es sei denn, das Unternehmen ist tarifgebunden. Über das gesamte Berufsleben betrachtet wird diese „Gender Gap“ sogar noch größer.

Faktor Zusatzfähigkeiten

Neben der Berufserfahrung sind es die Zusatzqualifikationen, die sich auf das Gehalt auswirken. Für Techniker sind dies vertiefte Kenntnisse in den Bereichen Projektmanagement, Planung und Personalführung, aber auch Informationstechnik und Programmierung. Um leitende Positionen einnehmen zu können, sollten Management-Skills wie Führungstechniken sowie Kommunikations- und Präsentationsfähigkeiten vorhanden sein. Auch die Übernahme von innerbetrieblichen Schulungen und Ausbildungen oder auch Tätigkeiten in der Lehre, z. B. als Dozent in der Berufs- oder an einer Hochschule, können die Verdienstmöglichkeiten positiv beeinflussen.


Weiterbildung für Techniker

Die technische Entwicklung schreitet fort und die Digitalisierung betrifft mittlerweile nahezu alle Bereiche des beruflichen – und privaten – Lebens. Techniker müssen hier immer auf dem neuesten Stand sein, um den Anforderungen des Arbeitsalltags gerecht zu werden. Fortbildungen zu neuen Verfahren, Schulungen an neu entwickelten Geräten und Kurse im Bereich Computer- und Steuerungstechnik sind ein Muss; Qualifikationen im Bereich Mitarbeiterführung und Personalwesen sowie die Vermittlung und Aktualisierung betriebswirtschaftlicher Kenntnisse notwendige Maßnahmen zum Aufbau einer (Nachwuchs-)Führungskraft.

Weiterbildungen – wie die zum geprüften technischen Betriebswirt – werden von verschiedensten Institutionen angeboten, von Vereinen bis hin zu privaten Hochschulen. Seminare und Schulungen erfolgen meist berufsbegleitend. So ist zum Beispiel die Weiterbildung zum REFA-Techniker für Industrial Engineering in drei- bis fünftägigen Modulen buchbar und vermittelt zukunftsorientiertes Methoden-Know-how: Absolventen sind in der Lage, Arbeitsprozesse zu verbessern und die unterstützende Technik einzusetzen – und können sich so bei Bedarf stets neu spezialisieren. Ein wichtiger Karrierefaktor für Fach- und Führungskräfte. Wer zudem seine Führungsqualifikation aufwerten möchte, findet eine große Auswahl an Online-Seminaren, die Schwerpunkte setzen.

Die REFA AG ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2015
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