Prozessmanager


Prozessmanager Aufgaben und Gehalt

Was ist ein Prozessmanager?

Ein Prozessmanager ist im Unternehmen für den reibungslosen Ablauf von Geschäftsprozessen auf allen Ebenen verantwortlich. Er wird in nahezu allen Branchen eingesetzt und befasst sich mit der Steuerung und Umsetzung sowie der Kontrolle von wiederkehrenden Aufgaben, um diese zu vereinfachen und somit zur Wirtschaftlichkeit des Unternehmens beizutragen. Da in einem Unternehmen zahlreiche Prozesse ablaufen, ist es wichtig, diese aufeinander abzustimmen. Der Prozessmanager koordiniert hierfür die Schnittstellen und sorgt für verlustfreie Übergänge. Je nach Branche gibt es für die Stelle des Prozessmanagers Unterschiede in den Anforderungen: Ein Logistikunternehmen benötigt als Prozessmanager eher einen Techniker oder Ingenieur, ein produzierender Betrieb hingegen Fachkräfte im Einkauf oder der Materialwirtschaft, um nachhaltige Verbesserungen erreichen zu können.

Prozessmanager werden in Unternehmen eingesetzt, die eine hohe Kundenzufriedenheit und Produktivität anstreben. Der Beruf gewinnt immer mehr an Bedeutung, da die prozessorientierte Unternehmensorganisation (im Gegensatz zur funktionsorientierten Unternehmensorganisation, bei der vor allem Kosteneffizienz erreicht werden soll) zunehmend zum Einsatz kommt. Viele Betriebe sehen hier den Schlüssel zum Erfolg.


Welche Aufgaben hat ein Prozessmanager?

Das Aufgabengebiet des Prozessmanagers ist umfangreich. Zunächst legt er Prozessziele fest: Was genau soll geprüft und verbessert werden? Wo besteht dringender Handlungsbedarf? Hier kann ein bestimmter Prozess ausgewählt werden. Um diesen zu analysieren, identifiziert der Prozessmanager die Erfolgsfaktoren und stützt sich auf Zahlen, Daten und Fakten, wie Umsatz, Gewinn, ROI, Cash Flow oder Rentabilität. Hierfür führt er auch selbst Kennzahlen, Messgrößen und -systeme ein. Aber auch Indikatoren wie die Qualität der Kundenbeziehungen oder die Mitarbeiterzufriedenheit verraten wichtige Details über den Ist-Zustands eines Prozesses und müssen bei der Analyse berücksichtigt werden.

Die Dokumentation des Ist-Zustands eines Prozesses bildet die Basis für die Prozessverbesserung. Die Analyse-Ergebnisse werden vom Prozessmanager bewertet. Wo sind Fehler oder Mängel erkennbar, an welchen Stellen gibt es Einsparpotenziale, gibt es überflüssige Prozessschritte, können bestimmte Arbeitsschritte automatisiert werden? Der Prozessmanager ist zumeist auch für die Erarbeitung der Optimierungsmaßnahmen verantwortlich und erstellt hierfür einen Maßnahmenplan, aus dem sich erkennen lässt, mit welchen Methoden der analysierte Prozess neu gestaltet werden kann und die Ziele erreicht werden können.

Ein Prozessmanager erstattet regelmäßig Bericht an die Geschäftsleitung und bezieht sowohl bei der Analyse als auch bei der Einführung neuer Abläufe die Mitarbeiter mit ein und weist sie in die neuen Aufgaben ein.


Welche Kompetenzen braucht ein Prozessmanager?

Prozessmanager tragen eine große Verantwortung, denn sie müssen sämtliche Unternehmensabläufe im Blick haben, die sich letztendlich auf den Erfolg des Unternehmens auswirken können. Eine hohe Fachkenntnis ist also unbedingt Voraussetzung, um bewerten zu können, wo die Schwachstellen eines Prozesses liegen. Dabei hängt es jedoch vom Unternehmen und der Branche ab, in welchem Bereich man Fachmann sein muss – so gibt es beispielsweise Prozessmanager für Elektrotechnik, Produktionstechnik oder den IT-Service.

Neben dem fachlichen Wissen spielen eine ganze Reihe an Soft Skills eine große Rolle bei der erfolgreichen Ausübung des Berufes. Ein logisch-analytisches Denkvermögen ist unbedingt erforderlich, um zu erfassen, welche Prozesse verbesserungswürdig sind und wie Fehler behoben werden können. Dies erfordert ein hohes Maß an Beurteilungsvermögen. Dabei muss ein Prozessmanager oft komplexe Aufgaben lösen und vernetzt agieren, wenn Prozesse in ihrer Gesamtheit erfasst werden sollen. Um den Unternehmenserfolg zu sichern, hat ein Prozessmanager stets lösungsorientiert zu arbeiten und darf die gesetzten Ziele nicht aus den Augen verlieren.

Sind neue Prozesse einzuführen, ist oft auch eine hohe Kritikfähigkeit notwendig, denn nicht immer stößt man sowohl bei der Geschäftsleitung als auch bei den Mitarbeitern auf Begeisterung, wenn traditionelle Wege neu gestaltet werden sollen. Damit der Prozessmanager mit möglicher Kritik gut umgehen und seine Punkte trotz Widerstands durchbringen kann, sollte er über ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten verfügen.


Wie wird man Prozessmanager?

Die meisten Unternehmen setzen ein abgeschlossenes Hochschulstudium voraus, wenn sie Prozessmanager einstellen. So sollte ein Prozessmanager für den IT-Service beispielsweise Wirtschaftsinformatik oder ein angrenzendes Studienfach studiert haben. Zudem ist auch fast immer Berufspraxis eine Voraussetzung, da es einiger Erfahrungswerte bedarf, Prozesse zu analysieren und zu bewerten. Aber auch mit einer Ausbildung, ausreichend Erfahrung und Weiterbildungen kann man Prozessmanager werden. Die Weiterbildung zum Prozessmanager ist bei zahlreichen Anbietern in Form von Seminaren möglich. Dort werden nicht nur fachliche Inhalte vermittelt. So lernt man z. B. auch, wie Konzepte für neue Prozesse entwickelt und Schulungen für Mitarbeiter bei Prozesseinführung organisiert werden.

Die Weiterbildung „Prozessmanager für Produktionstechnologie“ hat beispielsweise eine bundesweit einheitliche Prüfung und ermöglicht den Einstieg in Unternehmen der industriellen Produktion, um dort Fertigungsprozesse zu planen, zu steuern und zu optimieren.


Wie viel verdient ein Prozessmanager?

Das Gehalt eines Prozessmanagers ist je nach Branche, Unternehmensgröße und auch Bundesland unterschiedlich. Das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt in Deutschland liegt laut Gehalt.de bei circa 4.300 Euro. Diese Gehaltsklasse erreicht man jedoch meist erst, wenn man mehr als neun Jahre Berufserfahrung mitbringt. Ist man noch am Anfang seiner Karriere und hat weniger als drei Jahre Berufspraxis, so liegt das durchschnittliche Bruttogehalt im Monat bei rund 3.600 Euro. Im Bundesländervergleich gewinnt Hessen: Hier verdienen Prozessmanager durchschnittlich etwa 4.800 Euro. Das Schlusslicht bildet Mecklenburg-Vorpommern mit monatlich 3.300 Euro brutto.


Weiterbildung für Prozessmanager

Die Weiterbildungsmöglichkeiten für Prozessmanager sind vielfältig. Sie können sich zum einen in fachlicher Hinsicht Zusatzwissen aneignen, aber auch im Bereich Soft Skills weiterentwickeln. Beide Bereiche sind im Beruf des Prozessmanagers von hoher Bedeutung, sodass sich die Investition in den Ausbau der Kompetenzen lohnt. Ein Seminar wie Prozessmanagement – Geschäftsprozesse optimieren vermittelt zunächst Grundlagen für Fach- und Führungskräfte aus allen Unternehmensbereichen, die sich auf dem Weg zum Prozessmanager befinden. Wer bereits als Prozessmanager tätig ist, kann sich spezialisieren und die Weiterbildung den Prozessen anpassen, die im Unternehmen gerade relevant sind bzw. dem Tätigkeitsfeld entsprechen, in dem man arbeitet. Expertenwissen ist zur Zeit vor allem im Bereich Industrie 4.0 gefragt, denn die Wirtschaft steuert auf eine Zeit zu, in der die industrielle Produktion digitalisiert wird und Maschinen und Abläufe intelligent vernetzt werden, um individuelle Kundenwünsche erfüllen zu können. Eine zentrale Rolle in der Prozessverbesserung spielen die Lean-Methoden, die dafür sorgen, dass Unternehmen durch stabile Prozesse für den Wandel zur Industrie 4.0 gerüstet sind. Im Seminar Lean Management und Industrie 4.0 erfährt man, wie man mit der Digitalisierung von Geschäfts- und Unternehmensprozessen nachhaltige Verbesserungen erzielt. Des Weiteren sind Seminare wie Roadmap Digitale Prozesse denkbar, in denen Wege und Bausteine zu digitalen Prozessen im Unternehmen vermittelt werden. Wer die Abläufe in der Büroarbeit verbessern möchte, kann diese digitalisieren und erhält im Seminar Assistenz 4.0 die passenden Lösungen. Aber auch die Risikoerkennung und das Vermeiden von Fehlern sind für Prozessmanager ausschlaggebend, wenn Prozesse umgestaltet oder verbessert werden sollen. Zudem ist es wichtig, Methoden zu kennen, mit denen Fehlern vermieden und Prozessverbesserungen zielführend vorangetrieben werden. FMEA hat sich hier bewährt. Im Seminar FMEA-Grundlagentraining wird das Konzept praxisnah erklärt.  

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