Produktionsleiter


Produktionsleiter Aufgaben und Gehalt

Was ist ein Produktionsleiter?

Der Produktionsleiter koordiniert und leitet als Führungskraft die industrielle Produktion eines Unternehmens oder einer Werksniederlassung. Produktionsleiter gibt es in der produzierenden Industrie und in der Medienbranche bei Film und Musik. In der Regel ist aber ein Produktionsleiter in einer der Industriebranchen wie Textil, Chemie, Lebensmittel, Automotive, Kunststofferzeugnisse, Medizintechnik usw. gemeint, wenn von einem solchen die Rede ist.

Der Produktionsleiter kümmert sich um die Organisation und den einwandfreien Ablauf der Herstellungsprozesse. Er ist dafür verantwortlich, alle wirtschaftlichen und technischen Aspekte in der Produktion effizient auszugestalten und zu überwachen.

Im Falle kontinuierlicher Produktionsverfahren fällt oftmals auch Nacht- und Wochenendarbeit für den Produktionsleiter an. Dienstreisen sind in der Regel fester Bestandteil des Berufs, beispielsweise um Kunden und Lieferanten zu treffen oder den Arbeitsverlauf in mehreren Werken zu überwachen, sofern die einzelnen Produktionsschritte auf mehrere Werke verteilt sind.


Welche Aufgaben hat ein Produktionsleiter?

Welche Aufgaben hat nun ein Produktionsleiter? Er organisiert und steuert den reibungslosen Ablauf eines Fertigungsprozesses und leitet den Produktionsablauf von der Planung über die Durchführung bis hin zur Verwertung. Der Produktionsleiter legt Bewertungsparameter für die Überwachung des Produktionsflusses fest, um sicherzustellen, dass die Zielvorgaben sowohl mengen- als auch qualitätsmäßig erreicht werden. Dabei prüft er die Einhaltung der vorgesehenen Qualitätsstandards. Auch die Koordinierung der Arbeitsvorbereitung fällt in seinen Bereich.

Er eruiert Produktionsrückgänge und deren Ursache, definiert Lösungen, um die Produktion wieder zum Laufen zu bringen. Mit Hilfe von Reports zu den wichtigsten Leistungskennzahlen erstattet er der Geschäftsführung regelmäßig Bericht.

Ferner gehört es auch zu seinen Aufgaben, Neuanschaffungen oder Stilllegungen von Maschinen und Anlagen anzuregen, sowie Personalressourcen zu sichern, zu optimieren und zugeordnete Mitarbeiter zu führen. Ein kontinuierlicher Fortschritt in der Produktion trägt häufig zum Erfolg eines Unternehmens bei. Deshalb ist es die Aufgabe des Produktionsleiters, neue Methoden bzw. Werkzeuge und Optimierungsmöglichkeiten an die Mitarbeiter weiterzugeben.

Nicht zuletzt gewährleistet er die Produktions- und Arbeitssicherheit sowie die Überwachung von Umweltschutzauflagen. In Ausübung seiner Tätigkeit stimmt sich der Produktionsleiter mit der Betriebsleitung, den Werks- und Abteilungsleitern sowie anderen Bereichen des Unternehmens ab, um das ordnungsgemäße Funktionieren der Produktionsstätte zu gewährleisten.


Welche Kompetenzen braucht ein Produktionsleiter?

Der Produktionsleiter ist ein echter Allrounder, der über viele Kompetenzen und Fähigkeiten verfügen muss. Eine wichtige Grundvoraussetzung ist Flexibilität, da er jederzeit auf neue Situationen souverän reagieren und schnell die optimale Lösung für ein Problem finden muss. Auch sollte er technische Zusammenhänge zügig erfassen und die Arbeitsvorbereitung und den Betriebsmitteleinsatz wirksam planen können. Kenntnisse in den Bereichen Fertigungstechnik, Kalkulation und Kostenrechnung sind ebenfalls wichtig. Der Produktionsleiter muss sehr gut organisieren können, das richtige Personal an der richtigen Stelle einsetzen und in der Produktion bei logistischen Fragen klare Vorgaben definieren. Auch umfassende Kenntnisse in Unfallverhütung und Arbeitsschutz gehören zum Profil des Produktionsleiters dazu.

Neben umfassenden Fach-Know-how ist es unabdingbar, dass der Produktionsleiter Führungsstärke und Erfahrung im Umgang mit Mitarbeitern mitbringt. Denn in der alltäglichen Kommunikation mit den Beschäftigten, aber auch mit Lieferanten und dem Management ist es von großer Bedeutung, dass der Produktionsleiter Verantwortungsbewusstsein, Durchsetzungskraft und eine hohe Kommunikationsfähigkeit besitzt. Auch der  Umgang mit modernen Moderationstechniken sowie die Regeln eines Teammeetings sollten ihm nicht fremd sein. Grundsätzlich sollte er über verhandlungssichere Fremdsprachenkenntnisse verfügen.


Wie wird man Produktionsleiter?

Der Einstieg als Produktionsleiters kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen: Manchmal erreicht man diese Position nach langjähriger Erfahrung im Werk, zunächst als Produktionsarbeiter oder -techniker und danach in Führungspositionen wie Schichtführer, Abteilungsleiter oder Anlagenleiter. Es ist auch möglich, direkt als Assistent der Produktionsleitung einzusteigen. Dies ist zumeist der Fall bei Bewerbern mit einer Hochschulausbildung, die direkt eine Karriere auf der Führungsebene anstreben.

Je nach Branche sind die Ausbildungsanforderungen für Produktionsleiter verschieden. Manche Unternehmen erwarten ein ingenieurwissenschaftliches Studium aus den Bereichen Maschinenbau, Bauingenieurswesen, Elektrotechnik oder Medieninformatik. Andere wiederum ziehen in erster Linie Kandidaten mit mehrjähriger Erfahrung in der Produktion vor, idealerweise in Werken derselben Branche.

Egal ob Ausbildung oder Studium, vorbereitende Weiterbildungen für den Beruf des Produktionsleiters zur Vertiefung der Kenntnisse im Produktionsmanagement sind unumgänglich, denn die Ausbildung bzw. das Studium bereiten Anwärter nur bedingt auf die eigentlichen Aufgaben in der Produktionsleitung vor. Auch Wissen in Themenbereichen wie Ablauforganisation, Personalmanagement, Produktionsplanung, Prozessmanagement und Qualitätsmanagement sollten sich Produktionsleiter aneignen bzw. von Zeit zu Zeit auffrischen.


Wie viel verdient ein Produktionsleiter?

Das durchschnittliche Gehalt eines Produktionsleiters liegt laut dem Gehaltsportal www.gehalt.de bei ca. 55.000 € brutto im Jahr. Es wird von verschiedenen Faktoren wie der Unternehmensgröße, dem Standort, der Branche, dem Abschluss und der Berufserfahrung des Anwärters beeinflusst. Die Gehaltsspanne liegt zwischen 36.000 € und 96.000 € jährlich.

Der größte Hebel bei der Gehaltsfrage liegt in der Berufserfahrung des künftigen Produktionsleiters. Ein Masterabschluss bringt mehr Geld als ein Bachelorabschluss, eine Ausbildung am verhältnismäßig wenigsten. Das Gehalt erhöht sich auch durch Positionen mit mehr Personalverantwortung. In großen Unternehmen haben Produktionsleiter die Möglichkeit zum Abteilungsleiter oder sogar Chief of Technology aufzusteigen, was sich wiederum auf das Gehalt auswirkt.

Zusätzlich zum Fixgehalt können Produktionsleiter häufig auch mit interessanten Bonus- und Prämienzahlungen bei Erreichen oder Überschreiten der festgelegten Ziele rechnen.


Weiterbildung für Produktionsleiter

Ein Produktionsleiter hat eine verantwortungsvolle Position im Unternehmen und muss sich immer wieder mit neuen Trends und Entwicklungen, auch im Hinblick auf Industrie 4.0, auseinandersetzen. Daher ist es wichtig, dass Produktionsleiter in einem ständigen Lernprozess ihr Wissen auffrischen und vertiefen. Kenntnisse zu den Grundprinzipien einer schlanken Produktion gehören dabei ebenso dazu wie das Six Sigma Verfahren. Auch sollten sie Arbeitstechniken wie die Kreativitätsmethode Design Thinking kennen und für neue Methoden der Führung und Kommunikation offen sein. Dies ist enorm wichtig, da sich die Anforderungen von Projekt zu Projekt immer wieder verändern.

Gute Fremdsprachenkenntnisse, vor allem in Englisch, sind gerade in international agierenden Unternehmen ein Muss. Vor allem wenn Produktionsleiter die Verantwortung für mehrere Anlagen und Produktionsstandorte in verschiedenen Ländern übertragen bekommen.

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