Managementsysteme für Arbeitsschutz und -sicherheit


Zur Betriebsbesichtigung und Vortragsveranstaltung am 5.Februar 2015 begrüßte Thorsten Szymkowiak, Vorsitzer des REFA-BV Niederrhein- Ems, auch im Namen der VDI-Regionalgruppe und des Unternehmerverbandes AIW, Stadtlohn, 25 Gäste in der DEKRA-Niederlassung/Außenstelle Bocholt.

Herr Szymkowiak (1.v.l.) führte kurz in das Thema „Arbeitsschutz und –sicherheit“ ein, welches aktuell neue Bedeutung erhalten habe, da die staatlichen Behörden und Einrichtungen sich durch Begehungen in den Unternehmen selbst ein Bild über den Zustand vor Ort machen wollten. Zudem würden Managementsysteme zum Arbeits- und Gesundheitsschutz auch von Kunden und Markt zunehmend gefordert. Schließlich steuere auch die Revision der DIN ISO EN 9001:2015 auf eine Ausweitung in Richtung „Risikomanagement und -beurteilung“ hin, die nicht zuletzt auch den Unternehmer in die Verantwortung nehmen werde.

Wolfgang Lange (2.v.l.), zuständig für die Vertriebskoordination des DEKRA in NRW, verdeutlichte das enorm breite Betätigungsfeld des Sicherheitsspezialisten. So Der DEKRA-Konzern beschäftige heute ca. 32 000 Menschen weltweit und sei in über 50 Ländern vertreten. Neben der Kernkompetenz des DEKRA, dem Prüfgeschäft von Fahrzeugen, sei DEKRA auch im Bereich der Personalausbildung, -qualifizierung, in der Personalüberlassung tätig und biete darüber hinaus viele weitere Dienstleistungen für die Industrie zu den Themen Material-, Produkt-, Bauprüfung an. Sie führe Schadensbewertungen und -analysen durch, kümmere sich um den Aufbau und die Einführung von Managementsystemen zum Arbeitsschutz und -sicherheit und nehme diese als Zertifizierer auch ab. DEKRA stelle auch externe Fachkräfte zum Thema „Arbeitsschutz und –sicherheit“.

Als ein solcher Experte machte Jürgen Stöckert (3.v.l.) deutlich, dass das Thema „Arbeitsschutz und –sicherheit“ zunächst ein gesetzlich geregeltes Thema des deutschen Rechtssystems sei, sich aber auch weitereNormen und Vorgaben laut Berufsgenossenschaften und weiterer Behörden subsummieren lassen.

Insbesondere wies er auf Haftungsrisiken und Arbeitgeberpflichten hin, die nicht nur für den Unternehmer selbst, sondern vermehrt auch für leitende Beschäftigte von Bedeutung seien (Stichwort „Übertragung von Unternehmerpflichten“).

Herr Stöckert zeigte die Handlungsfelder für die Umsetzung dieser Arbeitgeberpflichten auf. Schnell wurde deutlich, dass hier in den meisten Unternehmen echter Handlungsbedarf besteht. Managementsysteme zum Arbeitsschutz und zur -sicherheit, wie der des SCC und der OHSAS böten Unternehmen Möglichkeiten, sich dieser Aufgabe systematisch zu stellen.

Jürgen Stöckert führte die Teilnehmer in die Materie des SCC (Safety Certificate Contractor“) ein, unterschied Personal- und Systemzertifizierungen, machte deutlich, was es bei diesem internationalen Standard an Aufgaben für den Aufbau eines solchen Systems zu bearbeiten gilt. Insbesondere machte er deutlich, dass es gerade für kleine und mittelständische Unternehmen, nicht nur für die Branche der Mineralölindustrie (woher dieser Standard eigentlich kommt), ein geeignetes Mittel ist, um Strukturen und Prozesse für Arbeitsschutz und -sicherheit in einem Unternehmen zu implementieren.

Der Referent zeigte auch den branchenunabhängigen, internationalen Standard OHSAS (Occupational Health and Safety Assessment Series) auf, der sich gut für solche Unternehmen eigne, die ohnehin bereits über ein Managementsystem nach DIN EN ISO 9001 und/oder 14001 (Qualität/Umwelt) verfügen. Die Grundstrukturen der normativen Forderungen ließen sich gut miteinander verbinden.

Schließlich verdeutlichte Herr Stöckert den Nutzen solcher „geregelten Systeme“. So sei eine höhere Motivation der Beschäftigten, eine gesteigerte Rentabilität durch Verringerung von Ausfallzeiten, eine größere Attraktivität des Unternehmens und insbesondere eine Minimierung der Haftungsrisiken durch erhöhte Rechtssicherheit und proaktive Erkennung und Beseitigung von Gefahrenquellen für Unternehmen, Leitung und Beschäftigte zu erreichen.

Die Diskussion zum Schluss der Veranstaltung zeigte, dass dieses Thema so manch einen noch etwas länger beschäftigen wird. DEKRA bot anschließend noch allen Interessierten an, sich ein Bild über den „hochmodernen Prüfplatz“ von Fahrzeugen zu machen.

– Thorsten Szymkowiak –

Die REFA AG ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2015
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